Camping in Österreich boomt. Nicht erst seit dem Pandemie-Jahr 2020 – bei mir persönlich steht Camping schon seit über 45 Jahren ganz oben auf der Liste. Entweder man liebt es oder man hasst es – dazwischen gibt´s fast nix.

Ein Campingplatz in Österreich

I love Camping in Österreich – Immer schon.

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Früh übt sich. Zeltcamping mit drei.

Ich hab´s versucht, aber ich schaffe es nicht. Ich kann mich vom Camping nicht trennen – im Gegenteil. Ich tu es immer wieder und: Es wird immer schlimmer. Denn: Es gefällt mir immer noch. Mehr denn je… Und Camping in Österreich – das geht sowieso immer, sofern nicht gerade ein Lockdown herrscht.

Als Kind war ich mit meinen Eltern Wildcamping im Zelt am Leopoldsteiner See und am Offensee. Danach hatten wir einen Familienwohnwagen, auch beim Wintercamping. Und kaum war ich erwachsen, durfte ich mit meinem damaligen Freund und seinem selbst ausgebauten VW Bus auf lange Camping-Touren durch Frankreich, Dänemark und Deutschland mitfahren.

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Campingplatz PuttererSee: ich in rot mit schwarzem Hund – 1977

Damals, als es den Hashtag #VanLife noch nicht mal ansatzweise gab und wir fünf Wochen lang NICHT nach Hause telefonierten – weil keine Handys existierten. Und kein Internet – wir hatten Reiseführer, Wanderführer, Prospekte, Straßenkarten und Wanderkarten mit dabei. Just for Info.

Später dann war ich allein im Zelt unterwegs (bis nach Korsika), logierte in Camping-Huts am Campingplatz, in Mobilheimen oder mietete mir einen kleinen Campervan. I love Camping eben. Und ganz besonders halt das Camping in Österreich.

Der Status Quo: Wir mieten uns mindestens zweimal im Jahr einen Campervan oder ein Wohnmobil, um Österreich oder andere Länder mit viel Wasser und Natur beim Camping zu entdecken. Wir stehen fast immer auf Campingplätzen, manchmal auf Stellplätzen, nie frei. Oft ziehen wir auch ein Mobilheim oder eine Glampingunterkunft einem Hotel oder Appartement vor.

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Noch gemietet: Ein Kastenwagen am Bodensee anno 2019

Ich kenn mich also aus beim Camping und seinen Schikanen. Nur eins fehlt mir noch zum Glück: Mein eigenes Gefährt. Dafür habe ich viele Anregungen und Reiseberichte von vergangenen Campingtouren und besuchten Campingplätzen in Österreich, die ich Euch nicht vorenthalten will.


Ganz persönliche TIPPS
Dies folgende Auswahl an Campingplätzen ist meine ganz persönliche, private und muss nicht für jedermann und jedefrau gleichermaßen passend sein oder agreabel erscheinen.

Camping Österreich: Damals und heut´

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Camping im Wohnwagen in den 1970er Jahren in der Steiermark

Wer nachliest, wie es damals in den 1950er Jahren mit dem Camping in Österreich eigentlich begonnen hat, der stößt schnell auf liebenswerte Geschichten von den allerersten Zeltplätzen – natürlich an den Seen in Kärnten und im Salzkammergut.

Der Camping Anderwald (Faaker See) berichtet etwa, dass mit dem ehemaligen Schleichweg zum See – einst ein „Dschungel“ – zum damals kleinen Strand alles begann. Johann Anderwald begann genau dort mit Plumpsklos und einer Steckdose ein Platzerl für Zeltcamper herzurichten. Und wenn der begehrte Platz zu voll wurde, rodete man einfach ein Stückerl weiter und hatte so ein paar neue Zeltplätze. Heute unvorstellbar bei der herrschenden Parzellierung der Stellplätze auf den Campern.

Noch spontaner begann das Camping beim Camping Brunner am Millstätter See (ausgezeichnet mit dem Camping.info Award 2021 für den besten Campingplatz Kärntens und auch bei den ADAC Rankings ganz vorne mit dabei): Irgendwann in den 1950er Jahren stand da plötzlich ein einsames Zelt auf ihrer Wiese beim See. Am Nachmittag waren es dann schon mehrere, holländische Zeltfreunde hatten das Platzerl spontan auserkoren und sich dazugestellt. Der Rest ist Geschichte.

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Wildes Camping in den 1960er Jahren in Österreich

Lt. Statista.com gab es im Jahr 2019 in Österreich 602 Campingplätze, die meisten davon in der Steiermark, Kärnten und Tirol. Sogar im Juli 2020 – nämlich während der Corona Pandemie und zwischen den Lockdowns im Sommer – entfielen über 12% aller touristischen Übernachtungen in Österreich auf Campingurlauber, das waren über 1,8 Millionen Nächtigungen (Quelle: Statistik Austria, Ankünfte und Nächtigungen nach Unterkunftsarten Juli 2020). Damit war der Campingurlaub weit weniger starken Schwankungen unterworfen als der 4- und 5-Stern Hotelleriebereich in Österreich im Pandemiesommer 2020. Für 2021 dürfen wir mit einem wahren Camping Boom rechnen: Auch Campingbusse und Wohnmobile Verkäufe steigen seit einem Jahr extrem stark an.

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Camping am Wolfgangsee

Trends beim Camping 2021

Kochen Bei Regenwetter Im Bus
#Vanlife in den 1990ern – als es das Wort noch gar nicht gab

Trends beim Camping für das Jahr 2021? Das ist leicht! Kastenwägen um die 6 Meter. #Vanlife im selbst ausgebauten Bus. Glamping-Varianten im Baumhaus oder LuxusZelt. Tiny Houses und Mobilheime als Zusatzangebot auf den Campingplätzen, teils auch Chalets oder Holzhütten und Camping Pods.

Dazu: Camping am Bauernhof für autarke Wohnmobilisten.

Camping im POD

Und auf jeden Fall in Zeiten von Pandemie und Corona: Die Sache mit den Stellplätzen – also quasi Übernachtungsplätze, auf denen man über Nacht parken darf – manchmal mit, meistens aber ohne Sanitäranlagen. Strom und Abwassermöglichkeiten sind oft dennoch im Angebot. Auch während einem Corona Lockdown darf man mit seinem WOMO auf einem nicht servicierten Stellplatz stehen, wenn man maximal 24h dort parkt, der Stellplatz also unter „Parkplatz für 24h“ oder „Rastplatz“ firmiert, wie etwa der neue Rast-Stellplatz in Velden am WörtherSee.

Campingplatz Oranienburg
Am Stellplatz Marina Oranienburg, Deutschland – auf dem Weg nach Norwegen

Viele Diskussionen und Streitereien mit Campingplätzen ranken sich leider aktuell um die Stellplatz-Sache in Österreich: Stellplätze (billiger, weniger Service, oft außerhalb des Campingplatzes) sind aber bei unseren deutschen Nachbarn bereits seit Jahren sehr beliebt – parallel zu den Campingplätzen, nicht als Konkurrenz. Viele Betreiber bieten sogar beides an. Wenn ich abends nur zum Übernachten einen Platz anfahre, schätze ich nämlich auch die Möglichkeit, günstiger nur mit Strom zu parken – als das ganze Campingpaket zahlen zu müssen…. Meine persönliche Meinung.

Auch Dauer-Campingplätze sind begehrt heutzutage, denn Dauercamper wohnen auch in ihrem WOMO am Campingplatz in ihrem „erweiterten privaten Wohnbereich“ (Corona-Diktion). Zudem werden natürlich alle Plätze, die direkt an einem See oder einem Fluss gelegen sind – inklusive Bademöglichkeit – ungleich begehrter sein.

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Campingplatz am See in der Steiermark
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Camper nach dem Großen Regen

Dazu kommt: Camping mit Hund ist ein riesiger Markt mit einer dankbaren Zielgruppe. Wäre auch noch ausbaufähig in Österreich. WinterCamping wird ebenfalls noch mehr Thema werden – wegen dem Abstand halten – nicht nur bei eingefleischten Winter-Enthusiasten.

Und natürlich jene Campingplätze, die auf Luxus-Ausstattung setzen: Wellness, Spa, Trockenräume, Miet-E-Bikes, Fitness-Raum, Skiräume, Pool (in- und outdoor), organisierte Touren etc. – sind heutzutage keine Seltenheit mehr beim Camping. Im Gegenteil, oft erwarten Gäste das sogar. Oder man bleibt lieber ganz „en nature“, wie etwa beim neuen Natur-Campingplatz im Pielachtal.

Meine liebsten Campingplätze in Österreich

Camping in der Steiermark

Ich habe zwei Lieblingsgegenden in der Steiermark – seit jeher: Das Ausseerland mit dem Altauseer See, Bad Aussee und dem Grundlsee und die Region Grimming-Donnersbachtal nahe dem Nationalpark Gesäuse. Und natürlich liegen auch genau dort jene Campingplätze, die ich hier empfehlen will. Auch für die Gegend des Mariazellerlandes habe ich eine Schwäche, aber dort habe ich noch keinen Campingplatz gefunden, der mich wirklich zum Wieder-Kommen überzeugt….

Camping in Kärnten

Camping-Neulinge beginnen gerne mit den Campingplätzen an den Kärntner Seen, derer es ja so zahlreich gibt. Ich war nur einige wenige Male zum Camping in Kärnten – verglichen etwa mit der Steiermark – aber einige Campingplätze von unserer letzten Tour nach dem ersten Corona Lockdown kann ich mittlerweilen empfehlen.

Camping in Niederösterreich

Mein Heimatbundesland, hier bin ich wohl am öftesten unterwegs: Zum Wandern, Walken, Camping und Flussbaden. Hier gibt es einige Campingplätze, die ich wirklich seit Jahrzehnten kenne und liebe und das sind die kleinen, gemütlichen, familiären – möglichst am Fluss oder mit einer Möglichkeit zum Naturbaden in der Nähe… Am meisten unternehmen mit Abenteuerfaktor kann man in NÖ wohl im Mostviertel und den Wiener Alpen.

Camping in Tirol und Vorarlberg

Wenn´s nicht so verdammt weit weg wäre – vom Weinviertel, dieses Tirol. Und erst recht das Ländle – dabei ist der Bregenzerwald sowas von toll in Sachen Natur, Kultur und Handwerk… Nur auf unserer „Quer durch Österreich“ Campingtour mit Tirol, Vorarlberg, Salzburg und Steiermark sind wir in Tirol zum Camping vorbeigekommen. Der Campingplatz am Zeinisee wurde mir wärmstens von meinen Camperkollegen Lifetravellerz empfohlen.

Camping im Salzburger Land und Oberösterreich

Ich liebe halt den Wolfgangsee, da kann man nix machen. Und natürlich die Stadt Salzburg, schon wegen der Geschichte mit dem Jedermann und den Salzburger Festspielen. Wenn man „Camping in Österreich“ sagt, muss man halt auch Salzkammergut sagen – ganz klar. Am Wolfgangsee habe ich in den 1990er Jahren sehr viele Campingplätze abgeklappert, aber da habe ich keine aktuellen Berichte parat. Zu diesen folgenden hier aber schon, die gehen immer:

  • Seecamping Appesbach am Wolfgangsee
  • Camping Berau am Wolfgangsee
  • Seecamp Zell am See -auch im Winter!
  • Camping Nord Sam Salzburg
  • Unvergleichliches Erlebnis: Der charmante Camping Park am Hallstätter See. Kunst und Kultur vereint.
  • LESETIPP: Unsere Camping-Tour durchs Salzburgerland und Salzkammergut
Camping am Wolfgangsee

Camping mit Hund in Österreich

Wir sind eigentlich immer mit Hund unterwegs beim Camping in Österreich. Ehrlich gesagt: Ohne macht´s mir gar keinen Spaß mehr. Irgendwas geht mir halt dann doch ab, wenn ich mich morgens um 7 nicht aus dem Quer-Heckbett schälen, quer über den Campingplatz gehen und draußen einen Gassiwalk starten muss. Aber es ist gar nicht so leicht, einen Campingplatz seines Vertrauens zu finden, bei dem Hunde herzlich willkommen sind (nämlich bei Betreiber und den anderen Campinggästen) und der auch noch für Hundegäste vorbereitet und wohlplatziert möglichst in Wassernähe ist.

Und wohlfühlen muss man sich ja auch noch dort… So bin ich immer auf der Suche nach WIRKLICH hundefreundlichen Camping Möglichkeiten in Österreich.

Camping am Bauernhof

Camping am Bauernhof boomt! Mit dem Bauernleben Stellplatzführer hat man auf einen Blick über 300 Bauernhöfe in ganz Österreich zur Hand, auf denen man einen Stellplatz für eine Nacht einnehmen darf, soferne man AUTARK unterwegs ist. Manche jedoch bieten auch Strom und WC an, viele davon sind hundefreundlich. Und überall kann man mit den Bauern ins Gespräch kommen und vielleicht das eine oder andere Schmankerl fürs Abendessen vor dem WOMO gleich dort im Hofladen oder direkt bei der Bäurin kaufen.


HINWEIS: Diese Tipps erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und entspringen meiner persönlichen Auswahl, Reihung und Beurteilung. Ich freue mich aber über neue Anregungen, Empfehlungen und Ideen zum Camping in Österreich!

Dann gefällt Euch sicher auch

2 comments

andreas 21. Januar 2021 - 18:21

Die vielen Tipps machen echt Lust auf baldiges Camping. Freu mich schon drauf.

Reply
Angelika Mandler-Saul 21. Januar 2021 - 18:39

ich nehm dich beim wort. wir haben viel vor heuer – campingmäßig.

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