Grundlsee: Seehotel und Plättn-Frühstück.

„Wo sind wir?“ „In Gössl. Ziemlich knorriges Volk hier…“ (Aus: „Die Schattenuhr“, Alfred Komarek). Eine etwaige Knorrigkeit der Bevölkerung am Grundlsee kann ich nicht beurteilen: Aber über das Seehotel Grundlsee, die rundumerneuerten Boote am See und das Frühstück auf der Plätte, darüber kann ich erzählen.

Als ich das letzte Mal im Seehotel Grundlsee wohnte, herrschte vor der Hoteltür tiefster Winter. Kurz vor Weihnachten waren wir fast die einzigen Gäste im Haus (das Service und die Küche waren dennoch top), das Auto war einen halben Meter hoch eingeschneit und unsere Langlauftour zwischen Gössl und dem Toplitzsee war eine Tiefschnee-Tour/Tortur.

Jetzt im Mai 2018 ist alles ganz anders: Der Grundlsee vor meinem nachmittäglichen Zimmerfenster sieht aus wie gemalt und hat bereits wohlige 14 Grad. Verlockend, oder? Von 17 Zimmern des Seehotels haben 16 Ausblick auf das „steirische Meer“, den Grundlsee. Ein französischer Balkon mit Blick auf die Seeterrasse, ein Arbeitsplatz mit Seeblick, eine Nespresso Maschine und eine freistehende Badewanne (in dieser Reihenfolge) sind meine persönlichen Atouts in diesem Zimmer.

Zimmer im Spiegelbild

Die Seesauna wärmt auf und der eigene Hotelbadesteg ist in der Abendsonne zu verlockend, als dass man es nicht auch am 7. Mai schon probieren könnte, das Schwimmen.

Soweit ich mich erinnere, bin ich schon als Kind auf der MS Rudolf rumgeschippert (Gibt´s da nicht sogar noch einen 8mm Film davon?). Aber so schön wie diesmal habe ich sie noch nie gesehen, denn sie wurde gemeinsam mit der MS Traun am Vierwaldstättersee mit wohl schweizerischer Präzision einer Schönheitskur unterzogen und mit einem motorischen Update versehen. Am Gründonnerstag 2017 kamen die Schiffe per LKW zurück und wurden wieder in ihren See gehievt, respektive gekrant.

Die Rudolf und die Traun (liebevoll auch „die Dampfer“ genannt) erstrahlen nach ihrer Generalsanierung nun bei meiner Kahnpartie anno 2018 am Grundlsee in neuem Glanze und das bei milden Frühlingstemperaturen. Vom „Seeplatz´l“ des Seehotels stechen wir in See: Vorbei am Backenstein, am Schloss Castiglioni, der Villa Anna, dem bekannten Wirtshaus Schraml und der Villa Auchenthaller (demnächst am Blog: „Grado und Grundlsee – Geschwisterliebe“, so der Arbeitstitel 🙂 geht es Richtung Schloss Grundlsee und Gössl – das mit dem obgenannten „knorrigen Volk“.

Dass die Schiffe renoviert wurden und die Schifffahrt weiterbetrieben werden kann, die Fischerei den Bundesforsten abgepachtet wurde und ausgebaut wird und das Seehotel Grundlsee einen neuen Besitzer hat, das rührt vom Verkauf fast aller Immobilien des verstorbenen Industriellen Helmut Zoidl an Dietrich Mateschitz im Frühling 2014. Auch das Schloss Gabelhofen, die Villa Anna und das alte Posterholungsheim am Grundlsee sowie das geschichtsträchtige Gasthaus Krenn in Pürgg bei Trautenfels  (K. M. Brandauer ist mit einer Nichte der Besitzerin verheiratet) gehören hiezu. Die neue, alte Seewiese am Altausseer See geht ebenfalls auf das Mateschitz-Konto und stieß während ihrer Softopening Phase Anfang Mai 2018 auf Begeisterung – bei Einheimischen wie bei Besuchern.

Blick zurück zum Seehotel – frühmorgens

Morgens um 7 am Grundlsee: Was für ein Ausblick. Ein kleiner Morgenlauf verschafft mir diese großartigen Bilder.

Übrigens: Ein eigenes Thema ist die „Gössl“, ein kleines Holzschiff aus dem Jahre 1931, die ihr Dasein  Jahrzehnte lang vernachlässigt in einer Garage fristete und ebenfalls rundum glänzend und mehr als wertvoll aus der Schweiz retour kam. Und wer bei Sonnenuntergang die Köstlichkeiten von der Fischerei Ausseerland an Bord der Gössl verkosten darf, dem gefällt sie gleich noch besser.  Wobei wir endlich beim Genuss und der Kulinarik des Seehotel Grundlsee angelangt wären. Das Seeplatz´l mit seiner verlockenden Seeterrasse und einem Seepavillon zum Feiern und Tagen ist die Idylle pur – zumindest in meinen Augen. Gastgeberin Michaela Reiter und Küchenchef Matthias Schütz zeigen was sie und ihr Team können: Beim Service, bei Kulinarik und Weinbegleitung und überhaupt: Bei der Gastfreundschaft. Das gesamte Hotelteam überzeugt während meines kurzen Aufenthalts mit herzlicher Freundlichkeit, Höflichkeit und ist immer, wirklich immer gut informiert. 

Nun bin ich keine Kulinarikexpertin und keine Foodbloggerin – nicht mal echte Genießerin, denn dazu esse, trinke und rede (und lebe?) ich zu schnell. Aber wenn sich beim abendlichen Menü (das Hotel hat eine Haube und 14 Gault Millau Punkte) der Küchenchef vor jedem Gang die Zeit nimmt, um seine Werke (ja, es sind „Werke“, keine profanen „Speisen“) zu präsentieren und zu erklären – dann springe ich schon mal über meinen kulinarischen Schatten. „Viel Vergnügen“ wünscht man hier beim Essen, nicht „guten Appetit“, das wäre zu profan.

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Es ist aber auch ein Vergnügen, die kunstvoll angerichteten, sicherlich klug und kreativ zusammengestellten Gerichte vorsichtig zu erkunden. Da merkt man erst wieder, wieviele Geschmacksnerven man hat und dass die durchaus auch alle gleichzeitig in einem einzigen Gericht angesprochen werden können. Von den Farben der Kräuter und anderen Ingredienzien spreche ich gar nicht. Hut ab vor solchen Koch-Eingebungen. Der regionale Touch ist übrigens immer inklusive, das ist Ehrensache bei Küchenchef Schütz und seiner Brigade. Obwohl er aus dem Waldviertel kommt.

Ich muss übrigens bald mal wieder kommen, denn: Ich habe viel zu wenig Zeit auf der Seeterrasse verbracht, das muss ich nachholen. Morgens und abends.

TIPP Seehotel Grundlsee: Das Plätten-Frühstück

Sowohl Hotelgäste als auch externe Besucher können das zwei- oder mehrsame Frühstück auf der Plättn buchen. Um 8 Uhr morgens über den spiegelglatten, stillen See gerudert zu werden und dabei zu frühstücken, war für mich als ausgewiesene Seefreundin ein unvergleichliches Ereignis.

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  • Plättn Frühstück für 2 Personen: 100 € (Hotelgäste), 120 € (für externe Gäste)
  • Gourmet-Version für 2: 160 €

 

QUELLEN: kleinezeitung.at, nachrichten.at, Alpenpost

HINWEIS: Ich wurde von PR.com in Zusammenarbeit mit dem Seehotel Grundlsee eingeladen, im Rahmen einer Pressereise das Hotel zu besuchen und sein Angebot zu erkunden. Die Meinungen in dem Artikel sind meine ganz eigenen.


 

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