Kühle Tipps rund um die heißen Salzburger Festspiele 2018

Die Festspieleröffnung 2018 und der „Bikram-Jedermann“ am Domplatz: Jeweils 24 Stunden war ich heuer in Salzburg bei Gluthitze – wegen der Kultur. Abkühlung gewünscht? Hab ich gefunden! 

  • Mit dem Rad zum Leopoldskroner Weiher

Das Rad hatte ich selbst mit dabei (ich bin gerne mobil), aber man bekommt auch gute E-Bikes ganz zentral etwa bei a´velo am Mozartplatz. 

Mobil und mit ordentlich Fahrtwind erfrischend geht´s das Nonntal hinaus zum Schloss Leopoldskron (einer der Geburtsorte der Salzburger Festspiele – habe dort schon gewohnt) und zum Weiher. Baden darf man dort nicht, aber man kann sich im Schatten bei einem traumhaften Ausblick aufs Bankerl an den Weiher setzen und beim Weiherwirt (elitär) oder einfach bei der Jausenstation des Leopoldskroner Bades (zünftig) einkehren.

  • Umstritten, aber cool: Almkanal statt Lepi

Die Meinungen über die Freizeitnutzung des Almkanal (den kann man einmal im Jahr übrigens auch unterirdisch erforschen) gehen ja selbst bei den Einheimischen weit auseinander. Aber zwischen dem Schloss und Gneis gibt es so schöne Platzerln am reißenden Kanal, dass ich einfach nicht dran vorbeigekommen bin. Ganz falsch ist es allerdings nicht, vorher die Gepflogenheiten der badenden Einheimischen am Kanal zu beobachten, damit man/frau auch wieder eine Ausstiegsstelle findet, die den eigenen Körperfähigkeiten angemessen ist.

Das Leopoldskroner Bad (Lepi“) ist übrigens auch eine Option, da war´s mir aber zu laut. Allerdings hätte ich dort dem Bade deutlich vornehmer wieder entsteigen können.

  • Im kühlen Untergrund des Salzburg Museums

Nach der kleinen Radtour ins Grüne war dann Kultur angesagt – alles geht sich aus vor dem Jedermann Beginn um 17 Uhr. Wie immer wurde ich auch im Bookshop fündig und die Sonderausstellung „Anschluss, Krieg und Trümmer“ wollte ich ohnehin sehen. Zugegeben, es ist stets auch wunderbar kühl im immer sehenswerten Museum.

  • Auf Sommerfrische im Literaturarchiv

Dank Facebook und meinem Besuch im Februar im Literaturarchiv (Ich durfte Stefan Zweigs Hauptbuch angreifen!) wusste ich von dem schönen Saal für Sonderausstellungen im Literaturarchiv Salzburg. Und das aktuelle Thema „Hofmannsthal und das Junge Wien auf Sommerfrische“ ist sowieso ganz in meinem Sinne: Sehr genau kuratiert (soweit ich das beurteilen kann) und ein schöner Überblick, wer wann wo warum sommerfrischte: In Gastein, im Ausseerland, in Fusch, Baden und am Semmering. Ruhig und kühl und sommerfrisch, während draußen im nachmittäglichen Hauptsaison-Salzburg die Massen wuseln.

  • Nach dem Jedermann: Durch den Mönchsberg auf Outdoor Thai Food

Auf der Bühne des Domplatzes hat es 50 Grad (sagt der Kurier), als Moretti, Reinsperger, Lohmeyer und Silberschneider auftreten – im Zuschauerbereich auch nicht weniger. Die Bühnenarbeiter entfernen den Hitzeschutz von der Bühne. Es tropft aus meinem Strohhut (Strohhut hat hier unbedingt wieder Saison!), schon bevor ich richtig sitze. Aber bevor ich mir überlegen kann, wo hier wohl die Erste Hilfe Station ist, geht´s los: Die Glocken, der Dom, die Festung, der Jedermann 2018. Zwei Tage später erkrankt Moretti und Hochmair springt ein – auch spannend!

Danach radle ich durch den Mönchsberg (cool), um das kleine Outdoor-Thai Standl von Mister Le am Sebastianstor zu testen (Danke an #reisenmitkultur Kollegin Sissy Munz).

  • Spritzer und Oper-Outdoor: Siemens Festspielnächte

Die echten Salzburger Festspiele Fachleute gehen ja zuerst um 17 Uhr in den Jedermann am Domplatz und danach noch ins Große Festspielhaus zu Oper oder Konzert. Ich bin leider nicht so musik-affin, deswegen reicht mir ein wenig Touch of Oper auch am Kapitelplatz:  Okay, kühl ist es immer noch nicht an diesem Augustabend, aber dunkel ist es bereits. Und der Ausblick auf die abendliche Festung einfach traumhaft.

  • Morgens im Café Bazar

Ich bin nicht so der Frühstücker, deswegen reicht mir ein „Bazar Sauer“: Ein Salzstangerl und ein Ei im Glas – mit Ausblick auf die Salzachpromenade und die morgendlichen Salzburger Hunde, die vorbeimarschieren. Hinter mir sitzt übrigens der Tod.

  • Ausflug zum Flussbaden nach Ischl

Wer länger in Salzburg weilt (länger als ich mit meinen jeweils 24 Stunden), der kann untertags schon einen Ausflug wagen ins Salzkammergut. Der Wolfgangsee ist ja wunderschön, aber die LKWs auf der Bundesstraße neben den freien See-Zugängen sind schon sehr, sehr laut, lästig und drängelnd. Das schöne Waldbad Fürberg ist zwar traumhaft, aber für einen kurzen Stopover zu teuer (4 Euro Parken, 3 Euro Baden).

Fündig wurde ich – schon auf dem Heimweg das Rad immer dabei für solche Spritztouren – an der Ischl. Wer den Rad- oder Wanderweg der Bundesstraße vorzieht, ist hier klar im Vorteil. FLUSSBADEN PUR!

  • Gastgarten with a view: Maria Plain

Raus aus der Stadt, zu den Trumer Seen (nicht so hundefreundlich), Bergheim oder ganz nah: Maria Plain. Letzteres hat alles: Ausblick, etwas kühler und ein empfehlenswertes Ausflugsgasthaus mit schattigen Plätzen. WOW – nach der Festspieleröffnungsrede von Philipp Blom in der Felsenreitschule dort oben noch ein gepflegtes Essen mit guten Gesprächen mit dem netten Ober. So muss Salzburg.

  • Die Stadtalm am Mönchsberg 

Während ich atemlos bei meiner ersten Salzburger Festspiele Eröffnung dabei sein und Rabl-Stadler, Blom und VdB lauschen durfte, erstieg mein Begleit-Team den morgendlich kühlen Mönchsberg. Ihr Tipp: Hundefreundliche Einkehr in der Stadtalm bei den Naturfreunden.

  • Wohnen: JUFA Salzburg oder Hotel Hammerschmiede Anthering

Für einen Ultrakurzaufenthalt ohne Hund kann ich das JUFA Salzburg empfehlen. In Geh- oder Radentfernung zu Jedermann, Felsenreitschule und Leopoldskron und wenn man Glück hat ein Zimmerchen mit Blick auf die Festung.

In Hundebegleitung und für heiße Tage bietet sich etwa das hundefreundliche Naturidyll Hotel Hammerschmiede vor den Toren der Stadt an: Inklusive Naturpool im schattigen Wald für Zwei- und Vierbeiner und Kneipp-Anlage (nur für Zweibeiner). Um die Ecke übrigens der Einkehrtipp: Das Raggei-Bräu am Bauernhof.

  • Teufelsklamm und Grabensee

Da sich die Salzburg-nahen Mattsee und Obertrumer See nicht als optimal hunde- und menschenzugänglich erwiesen, wichen wir mal wieder zu einer Flusswanderung aus: Die Teufelsklamm am Obertrumer See ist kurz und knackig, aber erfrischend

Am nahen Grabensee fanden wir einen wildromantischen Badezugang – von Einheimischen empfohlen – der bleibt aber intern.

  • Bräustübl

Und zu guter Letzt darf natürlich auch das Bräustübl in Salzburg nicht fehlen. Das erste Mal war ich wohl vor 40 Jahren als Volksschulkind dort. An dem führt kein Weg vorbei. Nie.

 


HINWEIS: Für die Festspiel-Eröffnung und eine Jedermann Vorstellung habe ich je eine Pressekarte erhalten.

 

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