[7 Ways 2 Travel] Ab auf die Insel – KORSIKA

„Wo ist es am schönsten?“ fragen mich meine Bekannten oft. Meistens wollen sie von mir dann hören: „Daheim in Österreich“. Ja, auch. Aber Korsika kommt dann gleich danach. Meine liebsten Plätze auf der schönsten Insel.


Korsika habe ich auf viele erdenkliche Arten und in vielerlei Begleitung schon bereist. Am besten in Erinnerung ist mir ein spontaner Solo-Trip im Hochsommer mit Auto und Zelt: Von Wien nach Korsika. Mein kleiner, feiner Peugeot mit Namen THEO (benannt nach Theodor aus Schnitzlers „Liebelei“. Ja, das muss ich hier an dieser Stelle dazusagen) schaffte es mit letzter Kraft gerade noch bis auf den Parkplatz in Calvi, dann gab er erschöpft auf und ließ den Auspuff fallen. Und fast alles, was dran hing am Auspuff.

Ich verbrachte die ersten Tage damit, Ersatzteile auf die Insel zu bestellen (nein, damals hatte ich noch kein Smartphone bei der Hand und von 24/7 Internet war keine Rede). Ich telefonierte mit leidlichem Französisch mit Werkstätten auf der Insel und am Festland und war dennoch dankbar dafür, einen „Franzosen“ zu fahren. Noch allzu gut hatte ich jene Zeiten in Erinnerung, als wir mit dem maroden VW Campingbus in Frankreich händeringend rund um den 4. Juli nach Ersatzteilen fahndeten. Wiederunterwegs in Korsika war ich aber auch mit Mum, den Großeltern, den Nichten, Partnern und vermeintlichen Freunden sowie als Höhepunkt natürlich mit meinem Ehemann. Aber genug der Retro-Reise-Erinnerungen.

Meine schönsten Erlebnisse auf der Insel: Tipps für Korsika

  • Die Berge im Nordwesten und der höchste der Insel Korsika

Auch wenn ich sie mir meistens nur von unten besehe, oder um sie herumwandere: Die Berge in Korsika sind etwas Besonderes.

Nicht umsonst nennt man Korsika auch „Das Gebirge im Meer“. Die kleine Insel vereint alles, was ich mir von einem Urlaub wünsche: Hohe Berge, Flüsse zum Baden, Flusstäler zum Entlangwandern, weiße Strände wie in der Karibik, Kulinarik à la Francaise, köstliche Weine, höfliche Franzosen (meist) und nach der Lektüre von „Asterix auf Korsika“ fühlt man sich auf der Insel schnell daheim.

Sie heißt auch nicht ohne Grund „La Kalliste“ – die Schönste.

  • Vom Berg zum Meer in einer halben Stunde 

Der höchste auf Korsika ist der Cinto mit seinen 2706 Metern, den schönsten Namen hat die Paglia Orba und am interessantesten ist der Blick auf den Capu Tafunatu mit seinem Felsloch. Alle haben sie deutlich über 2000 Meter und dennoch ist man vom von den Bergen im Nordwesten in Nullkommanix am Strand – oder im Fluss – zum Baden. Den anspruchsvollen Wanderweg GR20, von dem alle echten Bergsteiger sprechen, kenn´ ich nur aus Dia-Shows. Dafür empfehle ich die Flusswanderungen entlang der Figarella oder des Fango und das Klippenwandern im Frühling rund um Calvi.

  • Flussbaden – die Flusstäler im Norden

Über das romantische Flussbaden in Korsika habe ich mich vor lauter Begeisterung sogar in einem eigenen Beitrag verbreitert. Viele Tipps gibts unter „Flussbaden – Es gibt nichts Besseres“ zu lesen, aber der Wichtigste: Ein ordentliches Picknick mit Rosé, Käse, Baguette und Speck und feste Wasserschuhe mitnehmen!

  • Das Cap und die Klippen – wilder als wild.

Für einen Tagesausflug ab Calvi oder St. Florent zum Cap Corse ist es fast zu weit, zu kurvig und zu anstrengend. Mein Tipp: In St. Florent ein Motorrad ausleihen und dort ein paar Runden nach Norden drehen – sogar das hab ich schon gemacht. Foto-Points am laufenden Band, aber immer windig und: Snack mitnehmen, wenn Euch der Hunger unterwegs übermannt.

  • Rumklettern bei Ile Rousse

Man muss ja dort oben nicht unbedingt, ein Foto-Shooting für seine Hochzeitseinladung machen, wie wir das getan haben (unwissentlich), aber es lohnt sich trotzdem. Zuvor auf den morgendlichen Markt zum Einkaufen und danach auf einen Café Crème unter die Platanen.

  • Abendliche Romantik in den Restaurants am Strand – Calvi, meine Stadt

Hier müssen ein paar Fotos genügen: Nicht günstig, aber schmausen und schauen wie „Gott in Frankreich“. Wenn man das nicht allein tun muss, sondern zu zweit – umso besser.

  • Porto und sein Flüsschen

Ein bisschen Kultur im Turm, zuvor die wildromantische Küstenstraße von Calvi nach Porto befahren und den Nachmittag mit kulinarischer Begleitung an einer friedlichen Gumpe beim Fluss verdümpeln. So muss ein Tagesausflug auf Korsika sein.

  • Camping bei Bonifacio

Die Kreidefelsen bei Bonifacio sind weltberühmt – auch die Bootsfahrten drumherum. Ich kenne auch die Campingplätze rund um Bonifacio, und da besonders mein Zelt von innen besonders gut. Eine der stärksten und längsten Migräne Attacken aller Zeiten fesselten mich damals in Bonifacio einsam an mein Zelt, während draußen einer der schönsten Orte Korsikas vergeblich auf mich wartete. Auch das ist Reisen – zu wissen, dass man etwas versäumt und dennoch nicht anders kann, weil der Körper nicht mitspielt. Aber ein paar Fotos gingen sich – unter starkem Medikamenteneinfluss – denn doch aus. Wunderschön gelegen der Friedhof auf den Klippen.

  • Schmausen rund um Corte

Die Bergdörfchen rund um Calvi mit einem Mittags-Stop in Corte sorgen dafür, dass auch die Kultur beim Korsika Urlaub nicht zu spät kommt. Die Museen in der Zitadelle muss man einfach „mitnehmen“, sonst war man nicht bei den Korsen. Zuvor ein Café und danach ein Poulet Roti mit un verre de Rosé – das versteht sich dort am Hauptplatz von selbst, das muss ich nicht extra dazu sagen. Oder? Noch mehr Stopps lohnen sich in Monticello, Belgodère, Feliceto, Sant´ Antonino und dem Künsterdörfchen Pigna (mittags schlafen übrigens hier alle).

  • Der Feurige Elias

Ein bisserl wie die alte Mariazellerbahn – genau so pittoresk, etwas roter und am Meer entlang, das ist das Schmalspur-Bähnlein, das seine schönste Strecke zwischen Vizzavona und Calvi hat und ab Bastia bis ans Meer im Westen 36 Tunnel und 38 Viadukte passiert. Ein Hauch von Semmering am Mittelmeer. Das original alte, rote Züglein verkehrt nur noch für die Wander- und Badegäste am Meer entlang von Ile Rousse nach Calvi.

  • Edelkastanien, Die Myrte, Rosé, Feigenkäse, Brocciu und geräucherter Korsischer Speck wie der Lonzu oder die Coppa – Die Köstlichkeiten Korsikas

Köstlichkeiten, soweit das Auge reicht. Einkaufen bei den kleinen Greißlern in den Gässchen von Calvi (Touristenaufschlag!), oder am wöchentlichen Markt gegenüber des Supermarché. Ich habe schon Stunden im Supermarkt verbracht, weil es dort ebenfalls von Lonzu über Coppa (Speck Speck Speck!), frischen Käse mit Macchia-Geruch, Kastanien- und Myrtenbier sämtliche kulinarischen Errungenschaften der Insel recht wohlfeil zu erjagen gibt. Und als Camper, Radfahrer, Mobilheim-Bewohnerin und Solotraveller hat man ja sowieso immer Hunger. Außerdem: Wozu ist man in Frankreich? Moules Frites mit Pietrà Kastanienbier oder Rosé und viel zu viel Weißbrot für die Sauce zum Auftunken…. So muss Korsika.

  • Wenn Männer singen auf Korsika: Polyphon.

Die Truppe „I Muvrini“ und ihre korsischen Hadern hat mir mein lieber Freund Hansjörg während meiner zahlreichen Aufenthalte im Störrischen Esel (Unterkunft des Alpenvereins) nähergebracht. Ihre Konzerte auf der Insel habe ich immer ganz knapp verpasst, aber einmal war ich in der Kirche von Calvi nächtens bei einem anderen polyphonen Männer-Konzert dabei. Beeindruckend.

  • Die Strände im Osten

Dort, wo die meisten Touristen hinfahren, die es nicht besser wissen: Zu den zugegebener Maßen traumhaften Stränden im Osten der Insel und nach Porto Vecchio. In Bastia am Hafen sind sie erstmal enttäuscht von der Gegend (zu Recht), aber dann Richtung Solenzara und Aléria war noch jeder badebegeisterte Urlauber hin und weg von den Stränden. Ich hab mir die Gegend auf meinen Solo Autotouren auch besehen – wirklich traumhaft. Aber mein Herz schlägt für den Nordwesten der Insel: Vom Berg über die Flüsse ans Meer.

  • Farbenpracht vom Meer aus: La Scandola

Ein Bootsausflug, der sogar Opi nicht kalt gelassen hat: Entlang der Küste Richtung Porto liegt das Naturschutzgebiet der Insel La Scandola. Vom Boot aus sieht man die roten Felsen besonders gut, die Wanderung vom Col de La Croix aus durch die Macchia-Klippen ist da schon anstrengender. Der Ort Girolata ist nur mit Booten erreichbar.

  • Die Calanche – Korsika Tipps per Rad oder Auto

Südlich von Porto liegt die bizarre Küstenformation aus rötlichem Granit – bis nach Piana ein Augenschmaus und außerdem UNESCO Weltnaturerbe – gemeinsam mit der Bucht von Porto und dem Naturpark La Scandola.

Radfahrer nehmen die Strecke natürlich in der Nebensaison, wenn noch nicht zuviele Wohnmobile die Straße verstopfen. April und Mai sind empfehlenswert – wenn alles, alles auf Korsika blüht und duftet.

Wie schon in „Asterix bei den Korsen“ bildhaft beschrieben:

Der Reisende erkennt die Insel Korsika blind an ihrem Duft – zumindest im Frühling.

Und wer bis hierher durchgehalten hat, der erfährt auch meinen Lieblingsplatz auf Korsika.

Die Klippen von LUMIO und der Plage Arinella. Hab ich das Flussbaden im Fango schon erwähnt?


TIPP: Ich selbst war ja noch nie dort, wohin die Kaiserin Elisabeth sich am liebsten zurückgezogen hat (nein, nicht Gödöllö) – auf KORFU. Deswegen empfehle ich uns und Euch die Lektüre von „Ab auf die Insel KORFU“ meiner Kollegin Maria Kapeller von www.kofferpacken.at

Die schönsten Tipps für „Ab auf die Insel“ – von Singapur über Sizilien und Korsika bis nach Kuba und Sansibar – mit Korfu – gibt´s diese Woche von 7Ways2Travel.

Melanie und Jürgen von Lifetravellerz.com zieht es nach Sardinien.
Cori und Flo von Travelpins.at lieben Sansibar.
Gudrun von Reisebloggerin.at über Kuba.
Gerhard von Andersreisen.net berichtet über Singapur.
Melanie von Urlaubsgeschichten.at hat Tipps für Sizilien.


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