Camping mit Hund: 10 (ganz) ernst gemeinte Tipps und knallharte Facts.

Ja, Camping mit Hund ist super. Aber es gibt da ein paar Dinge, von denen nicht so oft gesprochen wird wie von den angeblich unzähligen Glücksmomenten beim Camping mit Hund. Hier ein paar (ganz ernst gemeinte) Tipps und Einblicke ins wahre Camperleben mit sechs Beinen. 

(Werbung) Seit Coffee mit uns lebt, ist nichts mehr wie zuvor. Auch unsere gemeinsamen Reisen haben nun den Focus „Natur“ und „Naturerlebnis“ statt Kultur Tanken, Sightseeing und Museumsbesuch. Doch, eine Planung gibt es immer: Die ausgedehnten Spaziergänge zwecks Gassi rund um Naturschönheiten planen wir immer fix ein. Reichlich.täglich.mehrmals. Und weil ich immer noch – nach Jahrzehnten – begeisterte Camperin bin, bin ich auch immer noch dabei, Coffee in Richtung „begeisterter High Performance Camping-Dog“ zu coachen.

Camping mit Hund: Eine Herausforderung, die gute Vorbereitung und Übung erfordert. Auf beiden Seiten…

Was soll ich sagen? Bei Coffee dauert es noch ein wenig mit der Camping High Performance. Wir sind noch nicht ganz so weit. Zwar haben wir bereits mehrmals gemietete Kastenwagen auf Camping mit Hund Qualitäten getestet, doch das für uns alle optimale Camping-Gefährt haben wir trotz unserer empirischen Reise-Recherchen noch nicht endgültig eruiert. Aber wenn ich während unserer Campingtouren eines herausgefunden habe, dann das: Sooo einfach ist es jetzt auch wieder nicht, das Camping mit Hund. Es will schon gut organisiert sein. Und es gibt nicht nur Glücksmomente. Nein, wahrlich nicht.

Und damit der lang ersehnte Jahresurlaub mit dem Vierbeiner kein organisatorischer Reinfall wird, braucht es vor allem eines: Eine ordentliche Planung zuvor. Wie der Traveldog zum begeisterten Autofahrer wird, wie man sich im Zug mit Hund richtig verhält oder gleich eine Reise-Checkliste? Gut geplant, ist halb gereist. Der Urlaub soll ja für alle eine Bereicherung sein, Hund und Mensch gleichermaßen. Auf der Website von Purina Beneful findet man hilfreiche Infos und allgemeine Tipps  zum Verreisen mit dem Hund.

Meine persönlichen, knallharten Facts zum Camping mit Hund

  • Niemals ohne: Reichlich Bodentücher, Hundepfoten-Fetzen und Schaufel/Beserl-Kombination. Ja, es wird regnen. Reichlich. Oder aber es gibt Saharastaub in allen Ritzen des Campervans und des Hundes. Oder aber Sie fahren einfach nur nach Sardinien, wo jeder (auch noch so gepflegte) Stellplatz auf Sand ist. Überall. Sand. Der ganze Hund ist Sand. Ergo: Der Campervan ist sandig. Mag nicht jeder.
  • Glauben Sie ja nicht, dass vor Ort (wo immer das sein wird) das Hundefressen besser schmeckt als daheim. Oder dass Sie Zeit haben werden, in fremden Supermärkten nach Hundedosen zu suchen, die dem Herrn Hund abends genehm sind. Nein: Nehmen Sie lieber reichlich Vorrat vom gewohnten Fressi mit – auch wenn dann die Dosen mit Hundefutter eine volle und unpackbar schwere, kaum tragbare Kiste im Campervan ausmachen sollte. Sie werden es nicht bereuen. Die Reise-Aufregung bei unserem Vierbeiner Coffee ist eine nicht zu unterschätzende und da tut es gut zu wissen, dass er wenigstens abends dann sein Futter (nach reichlicher Überlegung) erkennt – wenn er schon nicht weiß, wo es ihn heute wieder hinverschlagen hat.
  • Nasse Hunde riechen streng. Vor allem im Campervan. Der riecht dann übrigens auch schnell streng. Da helfen auch die Reibfetzen und Hundetücher nicht viel. Und jeder Hundebesitzer weiß, was unweigerlich nach dem nassen Hundewalk folgt: Das mehrmalige Ausschütteln mit Genuss. Von der Schnauze bis in die letzte Schwanzspitze. Ja, mitten im Campervan.

Wo dann überall die Hundehaare kleben, muss ich wohl nicht extra ausführen. Bei einem gemieteten Campervan umso unangenehmer. Manche Campingexperten setzen auf Hunde-Regenmäntel (ganz ohne Genierer, denn sie wissen, wie ihr Wohnmobil sonst riechen würde).

So weit sind wir noch nicht – wir putzen noch. Dauernd.

  • Wer reist, haart noch mehr als sonst. Das ist ungeschriebenes Hundegesetz. Denn Reisen ist Aufregung und das ist einer der vielen Gründe für exzessives Haaren. Planen Sie täglich eine nette und zweisame Hunde-Bürste-Stunde vor dem Campervan ein: Während alle anderen ihr Bier schlürfen und die Nachbarn beobachten (also campen), nehmen Sie sich Ihren Vierbeiner vor, greifen zum beliebten Furminator und genießen die nächste gemeinsame Stunde.
  • Entspannte Hunde, die leinenlos vor dem Campervan liegen und einfach nur den Urlaub genießen? Kennen wir nicht, haben wir nicht. Coffee ist immer hoch-alert, braucht Kontrolle und/oder Beschäftigung. Deswegen tun wir das, was die meisten Camper machen: Den Hund mit Schleppleine beim Stellplatz anbinden. Klingt nicht nach Urlaub, ist aber sinnvoll und trägt ein wenig zur menschlichen Entspannung bei. Ja, es gibt Outdoor Hundedecken, aber die ignoriert Coffee. Sand (siehe oben) oder kühles Gras werden da als Liegeflächen bevorzugt behandelt. Lesen Sie Ihr Buch und lassen Sie sich vom offensichtlich leidenden Hund nicht ablenken. Manchmal schläft er aber wirklich, der Coffee. Ganz kurz.
  • Seien wir ehrlich: Der Wassernapf im engen Wohnmobil ist immer im Weg. Und so oft man darüber stolpern kann, wird man es auch tun. So will es das „Camping mit Hund“- Gesetz.  Überflutungen sind so an der Tagesordnung. Auch weil man selbst gerne mal hineintritt, um nicht versehentlich einen Schweif, eine Pfote oder ein Ohrwaschl zu streifen.

Aber den Hund über Nacht wasserlos zu lassen, da meldet sich dann auch wieder das schlechte Gewissen: Investieren Sie in einen „Antischwapp“-Napf. Ja, das gibt es. Und nicht ohne Grund.

  • Im Campervan ist ja immer zu wenig Platz. Erstens weil man zu viel Hundezeugs mitschleppt, zweitens weil das Hundefressi viel Platz einnimmt und drittens, weil Hunde es nicht gelernt haben, platzsparend zu liegen. Warum auch.

Vor allem für Hundeboxen und Hunde, die sich abends endlich entspannen sollen, ist per se immer zu wenig Platz vorhanden. Ja, er könnte schon abends unter dem Tisch liegen und unsere Durchgangswege zum Kühlschrank oder Heck-Bett freihalten. Aber warum sollte er auch?Coffee liebt es, sich auszustrecken und lang zu machen – egal ob genügend Platz zum Langmachen da ist oder nicht. Er wird also immer dort liegen, wo am wenigsten Platz ist. Und das ist überall im Campervan. Gehen Sie also immer wie auf rohen Eiern und vergessen Sie nie Ihre Brille dabei. Denn ein Hund nimmt nächtens immer die Farbe des Bodens an… Sonst: Quietsch!

Abenteuerliche Liege-Varianten
  • Man liest ja viel von „immermüden“ Hunden, die Regengassigänge wie der Teufel das Weihwasser fürchten und am liebsten die Nase gar nicht bei der Tür raus stecken würden. So einer ist unserer nicht. Es ist nie zu früh am Morgen und nie zu spät am Abend, als dass wir nicht gähnend über den Campingplatz wandern – mit einem begeisterten ausgeschlafenen, allzeit bellbereiten Hund am anderen Ende der Leine – und eine unauffällige Gassiroute suchen. So schön auch ein Campingplatz gelegen sein mag, eine Gassiroute sollte immer in der Nähe sein.
    Man beachte: Leine, gespannt.
  • Hundefreundliche Campingplätze? Kann man ewig suchen. Wir sind schon begeistert wenn es heißt: „Hunde erlaubt“. Von „Hunde herzlich willkommen am Campingplatz“ träumen wir gerne. Nur noch selten sind Hunde am Campingplatz gratis mitzubringen. Leinenpflicht gilt (natürlich) immer. Schwierig für Ungeübte ist es, morgens den Gassigang mit dem Toilettengang zu verbinden (die Reihenfolge bleibt jedem selbst überlasen), aber man lernt, schnell zu sein: Wenn am Sanitärgebäude draußen (wieder kein Haken für die Leine da!) der Vierbeiner auf die Rückkehr wartet.
    Optimal hier: Hundeplätze am Fluss und gleich gegenüber der Wanderweg mit Gassiroute.
  • Hund allein im Campervan? So verwerflich wie „Hund im heißen Auto“ lassen. Nun haben aber die Campervans eine Klimaanlage und camper-affine Hunde bleiben sicher gerne im eigenen, wohlriechenden (also nach dem Hund selbst) Gefährt, das sie gut kennen. Zumindest für kurze Zeit. Wir trauten uns das allerdings nicht, weil: Schlechtes Gewissen, gemieteter Van, Angst vor Bell-Anfällen und verärgerten Nachbarn. Wobei man sagen muss: Nachbartechnisch haben wir am Campingplatz noch nie schlechte Erfahrungen gemacht – alle waren bislang begeistert ob unseren braven Hundes. Das soll auch so bleiben.

Camping mit Hund im Zelt? Da habe ich persönlich keine Erfahrungswerte. Sämtliche obgenannten Punkte zu Haar-Attacken, Regengassi, umstürzenden Näpfen, Beengtheit und vermeintlich enspannt chillenden Zelt-Hunden dürften aber hier ebenso gelten. Anhängen dann halt mit dem berühmten Pflock und Kurzleine. Allein im Zelt lassen: No, Sir.

Aber zum Fähre-Fahren mit Hund habe ich Erfahrungswerte, sogar mit gemietetem Campervan und einer langen Anfahrt quer durch Österreich zum Fähranleger in Livorno: Coffee hat die Nacht-Überfahrt gemeinsam mit uns in der Kabine gut gemeistert und das ging schon ganz klar Richtung: High Performance Camping Dog.


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