#Innradweg14: Genuss am und um den Fluss

Ein Tag  in Tirol – soviele Erlebnisse. Eigentlich bin ich ja wegen dem Innradweg da. Aber wenn die Region Sonnenplateau einen eigenen Genuss-Radweg aufzieht, dann wird da natürlich auch Station gemacht. Wär ja noch schöner. Behilflich ist mir dabei Andreas Köfler vom Tourismusbüro, der mich nach meiner ersten Zugetappe mit Rad (perfekt gelaufen – Niederflur, halleluja) von Silz abholt und mit mir einige Genuss-Stationen erradelt.

Heimische Produkte gibts hier in der Gegend genug, doch man muss schon wissen, wo man sucht, wenn man Speck, Honig, Schnäpse, Beeren, Erdäpfel, Bio-Fleisch, frische Fische oder Marmeladen direkt vom Bauern oder vom Produzenten finden will. Am Genuss-Radweg sucht man nicht lange: Ganz neu ausgeschildert (inkl. Bodenmarkierungen!) kann man auf 40 km radeln, erkunden, besuchen und – VERKOSTEN! Wir radeln diretissima zu Heinrich Gritsch, der seinen 50 Bienenvölkern echte „Stöcke mit Aussicht“ bietet. Einerseits hintaus in seinem Garten, andererseits sind seine Bienen auch höhentauglich – denn Heinrich Gritsch ist Experte für „Imkern im Gebirge“ und bringt seine Stöcke regelmäßig im Frühling auf die Alm.

Als „zug´heiratete Mandler“ weiß ich, dass die Bienenkönigin nen Punkt aufgemalt bekommt und dass Propolis eigentlich für alles gut ist. Der Honig ist bei Gritsch ausverkauft, aber vorbeischauen zum Bienenlehrpfad und zum Wachs-Schmelkasten kann man allemal.

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Irgendwann überqueren wir den Inn auf dem Weg zu weiteren Genuss-Stationen und beobachten doch tatsächlich Wellenreiter, die hier am Inn ihre eigenen „Welle“ haben. Ganz von selbst kommt die Welle natürlich nicht, da hat man schon ein wenig nachgeholfen. Die Betreiber der Area 47 aus dem Ötztalhaben hier an der Silzer Innbrücke tatsächlich ein Mekka für  River-Surfer geschaffen. Ich staune.

Noch mehr staune ich, als ich Frau Mair von Mairs Beerengarten in Rietz über ihre Beeren-Produktion schwärmen höre. Alles beginnt damit, dass ich einen Holler-Zitronen Likör verkoste, der sich so leicht trinkt wie mein eigener Hollersaft. Aber doch ein Likör ist. Eines von über 100 Produkte rund um alle Arten von Beeren, die die Familie hier selbst vearbeitet. Grad ist die Erdbeer Ernte und Verarbeitung im Gange, heut steigt noch ein Erdbeerfestl. Ich verkoste einige Riesen-Erdbeeren von der Sorte „Lambada“ – ich werde nie wieder Erdbeeren essen können, ohne sie mit diesen hier zu vergleichen! Riesig, saftig, süß, rot. Perfekte Erdbeeren 🙂

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Dann gibts noch alles rund um Himbeeren, Johannisbeeren, Blaubeeren, Holler, Stachelbeeren  sowie Tees, Shakes, Kuchen, Chutneys, Marmeladen, Erdbeer-Sturm, getrocknete Früchte, Essige – Frau Mair gerät selbst ins Schwärmen, sie produzieren soviel wie gut ist für sie – nicht mehr und nicht weniger. Alles wird selbst angebaut; nur Äpfel und Birnen werden aus der Region zugekauft.

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Über einen Backhendlsalat in Hatting im Gasthof Neurauter und vorbei an dem Telfser Hausberg Hohe Munde pendle ich schließlich weiter Richtung Innsbruck. Und weil ich ein Innsbruck-Fan bin, steigen mein Velo und ich hier aus und fahren den Fluss entlang von der Hungerburgbahn gen Hall. Dort ist grad der Hall Halbmarathon (fast) im Gange – aber ich muss auffi: Rauf nach Absam, weils sie auch dort ist: Die Tiroler Schnapsroute. Noch schnell ein kleiner Entspannungskaffee im entspannenden Gastgarten, dann gehts los mit der Brennerei-Führung mit der Chefin selbst.

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Und wie es der Zufall will, nimmt gleichzeitig eine BloggerInnen-Riege auf Pressefahrt mit der Tirol-Werbung teil. Bloggerinnen, mit denen ich schon lange online vernetzt bin, sind plötzlich leibhaftig erschienen. Und freundlicher Weise haben sie schon Apfelstrudel gemacht, den ich noch mitvertilgen darf, bevor ich mich downhill wieder im Innradweg einschleife und noch 25km mit fast beleidigend starkem Gegenwind nach Schwaz abspule.

Die Brennerei Ebner in Absam übrigens produziert nicht nur so exotisch klingende Schnäpse wie Bockbierbrand, Absinth Whiskey, Dinkel-. und Maisbrand, sondern hat auch eine Brauerei Ausstattung vom ehemaligen Wipptaler Tennenbräu aufgekauft und macht auch in Bier. Spezialempfehlung der Chefin, aber noch nicht ganz fertig zum Verkosten: Ein leichtes Holler-Bier! Das wär jetzt was.

In Schwaz im schmucken Schloss Mitterhart – dankenswerter Weise direkt am Innradweg in der Silberregion-Karwendel gelegen – will ich schnell mein Zimmer beziehen, bevor ich noch zur Burg Freundsberg hinauftreten will: Nur Pech, dass nur noch eine meiner beiden Sattel-Taschen dort ist, wo Sattel-Taschen sein sollten. Nun kann die Tasche (rot) sich irgendwo am Radweg zwischen Hall und Schwaz befinden, der Gedanke, nach dieser Gegenwind-Etappe um halb 7 abends nun nochmals das ganze retour zu radeln, zählt nicht gerade zu meinen Lieblingen. Aber auch das gehört zu einer Radtour. Aber nach weiteren 3 km ist auch dieses Problem gelöst, die Tasche liegt harmlos mitten am Innradweg – der Zwischenfall kostet mich nur 20 Minuten.

Fast will ich meinen Aperitif im Schloss Freundsberg absagen. Gut, dass ich es nicht getan habe.

 

 

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