Mein 40er: Kochen und Radeln in Laos.

Andere schlafen aus – an ihrem 40. Geburtstag – lassen sich danach verwöhnen, hängen daheim ab und gehen abends aus. Bei mir läuft so etwas natürlich anders ab. Wir hatten einige Tage in Bangkok – inklusive BirthdayDrink in der Sirocco Bar – einer der höchsten offenen RoofTopBars der Welt, bevor es am 3. Oktober – an meinem 40er (was für eine Zahl) – morgens nach Laos weiter gehen sollte.

       IMG_1538 IMG_1549          IMG_1555  IMG_1578

Der Standby Flug mit THAI nach Vientiane, der Hauptstadt von Laos, gab grünes Licht (also genug Plätze), deshalb waren wir noch recht entspannt, als wir morgens zum Airport fuhren. Dort allerdings, das böse Wort für alle Standby-Flieger:  „Flight is full“. 

Zwei Plätzchen waren aber dann nach langem Warten („Des macht mi narrisch“) doch noch für uns zu finden und im Laufschritt („Boarding now!“) gings dann Richtung Flug nach Vientiane. Ankommen, Visa on arrival, Taxi in unsere „Auberge“ mitten in Vientiane und ein zuversichtlicher Taxler: „You are sooo lucky. Your hotel is near the festival!“

Oho. Which Festival? And: Are we lucky? Really? 

„Festival in Vientiane“ – Lautsprecher, Action, Hitze

Das Festival stellte sich dann weniger als das erhoffte romantische „ruhig Daheingleiten beleuchteter stiller Boote am Mekong“, als eher das „kreischend laute, von Bässen bis in die Nacht hinein begleitet inkl. seltsame Luftballonvergnügungen an Marktständen“-Festival heraus.

 IMG_1592 IMG_1603  IMG_1624  IMG_1638 IMG_1631 IMG_1639 IMG_1655 IMG_1660

Der erste Spaziergang auf laotischem Boden war dann also eher chaotisch, laut, schmutzig, und der Mekong hatte eine neue betonierte Promenade erhalten, die an sowjetische Paradenplätze (oder auch den Platz vor dem POTALA 🙁 erinnert. Mit ein paar kühlen BeerLao und reichlich Reiseführer Lesen sowie Verkostungen in laotischen Garküchen inkl. Papayasalat ging dieser heiße Tag dann mit den schon gewohnten lauten Bässen in unserem Kleinod Auberge Sala Inpeng – nahe dem Mekong – zu Ende.

Laotisch Kochen in Vientiane

Am ersten Tag mit neuer Ziffer im Lebensalter hieß es dann: Cooking Class! Also laotisch kochen lernen. Wir machen es uns in unserem Urlaub nämlich wahrlich nicht leicht 🙂 Wir wurden pünktlich abgeholt aus unserer Herberge in der City.

IMG_1675   IMG_1679 IMG_1699

Wir hatten die Cooking Class schon von daheim im Weinviertel online bei Lao Experiences gebucht – und können das nur weiter empfehlen: Alles hat vorbildlich geklappt.

In einem schattigen Privat-Garten direkt am Mekong, überschwänglich begrüßt – machten wir uns ans

Fabrizieren von MOK PA (Fisch im Bananenblatt), TAM MAK HOUNG (Papayasalat), Melanzani und Tomato-dips, JEOW MAK LEN (BBQ chicken) und vor allem : real sticky rice! Krönender Abschluss: Sweet sticky rice with Mangos.

In großen Körben wartete bereits – wunderschön drapiert – unsere Ingredienzien zum Verkochen. Wir wurden als laotische Touristenköche verkleidet (naja, so schlimm wars nicht), wuschen und dämpften Klebreis, so wie es sich gehört, tranken Mango-Juice und ich mache erstmals meinen geliebten Papaya-Salad selbst. Für mich kam ein Chili-Schötchen mehr hinein als bei Andreas.

IMG_1698 IMG_1697

Unsere laotische Köchin erklärte uns mit Händen, Füßen und einigen sehr gut einstudierten englischen Fachausdrücken 🙂 alles, was zu tun war und versuchte auch noch nebenbei, unsere neugierigen Fragen zum Familienleben in Laos zu beantworten. Aber: Sie ließ uns nichts durchgehen, da war sie streng.

Da wir in einer open kitchen zugange waren und schattig direkt am Mekong arbeiteten, hielt sich die Hitzebelastung in unsere Küche in Grenzen, sehr zur Freude meines Co-Kochs.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Gemeinsam mit unserer Köchin und der britischen Gastgeberin verputzten wir dann unsere laotischen Speisen in der Küche der Villa – mit entspannend kühler Aircondition, die ja bekanntlich gleich noch viel hungriger macht.

Höchst zufrieden nach unserer Rückkehr in unsere Auberge, checkten wir vorort noch unsere Busfahrt für den darauffolgenden Tag nach Vang Vieng und ruhten dann ein wenig, bevor wir nachmittags das wichtigste Wat (Tempel) und den Triumphbogen (Merci, damals noch Sarkozy!) er-RADELTEN. Und dann endlich sahen auch wir ihn: den vielgepriesenen Sonnenuntergang am Mekong. Begleitet wurde er von Fried Rice with Vegetables.

IMG_1718 IMG_1737 IMG_1748 IMG_1743

 

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Nach leicht verspätetem Pickup am nächsten Morgen („no, we did not forget you“) sahen wir zum ersten Mal, was man sich so unter einem VIP Bus in Laos vorstellt. Mit dem fuhren wir nämlich die nächsten 150km, also 5 Stunden, nach Norden, in das vielgerühmte Backpackerparadies am Nam Soi; Vang Vieng.

Die Fahrt verlief ohne größere Schwitz- , Kälte- oder Übelkeitsattacken, dafür mit umso mehr metertiefen Schlaglöchern und mehr Lehmwegen als betonierten Straßen. („Karrenwege“ heißt das bei uns im Weinviertel)
Aber die Endetappe in die Karstberge war wunderschön, das Finden unseres „Resorts“ kinderleicht und der Blick von unserer Veranda auf die bizarr geformte Bergwelt ist echt beeindruckend. Aber das ist wieder eine andere Geschichte.

 

 

Diese beiden Reiseführer kann ich empfehlen – hatten wir auch mit!

          

Wie hat Dir dieser WIEDERUNTERWEGS Reisebericht gefallen?