Radeln, Reisen, Baumhaus – unterwegs in Laos.

DAS nenne ich kompetente Organisation einer BusReise. (vgl. Eurolines VIE-Split) Am Vorabend im eigenen Guesthouse buchen, fast pünktlich anderntags mitten in Vientiane abgeholt zu werden, zum korrekten Bus verfrachtet werden – und das ganze noch mehr als freundlich. Dieser Art fuhren wir nämlich mit einem großen VIP Bus von Vientiane nach Vang Vieng, dem laotischen Backpacker Paradies.

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Als bereits deutlich über 40 Jährige (ich habe berichtet) erwartete ich mir während der Fahrt als Mitreisende plaudernde, aufgeregte, eloquente und mitteilungsbedürftige Vielreisende und Backpacker – und wurde enttäuscht. Alle Mitreisenden, in Worten ALLE, setzten kurz nach Start der 150km Etappe ihre Kopfhörer auf, wischten oder (damals noch) drückten auf Handys rum oder spielten mit Laptops. Nunja, ich rede eh nicht so gern.

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Tags darauf in VV mieteten wir zwei wohlfeile Fahrräder um je 1 Euro pro Tag (Andreas musste hier aber erstmal selbst Hand anlegen und die Räder vor der Übernahme säubern 🙂 und radelten mit vielen lustigen Schulkindern und Seite an Seite mit Mopedfahrern, kläffenden Hunden und LKWs auf Lehmpisten um die Wette. Nieselregen machte ein Einkehren in eine „Maulbeer-Farm“ notwendig, wo wir unter gemütlichem Bamboo-Hüttchen mit laotischen Ziegenkäsebaguette („Merci, Indochine“) und Sticky Rice with eh schon wissen Mango, den Regen vorüberziehen ließen, bevor wir noch zu einer Höhle im Karst radelten („fast wie am Dachstein“).

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Die meisten kommen, dem Vernehmen nach, ja nach VV um zu „tuben“ – naja. Wir sahen sie auch überall am Fluss aufgestapelt, die riesigen schwarzen Reifen, mit denen man – versorgt mit reichlich Alkohol und vielen ebensolchen Bar-Zwischenstopps – den Fluss hinabtreibt, aber dieses „tolle“ Erlebnis wird uns wohl ewig verwehrt bleiben. Die Segnungen des Alters, wie ich meine.

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Danach hieß es noch Proviant für die Bus-Weiterfahrt nach Luang Prabang bunkern („don‘t know how long, bad road, sir“), danach chillten wir auf unserer Veranda und beobachteten das spannende, laotische Landleben rundum, bevor wir mal wieder am romantisch beleuchteten Mekong wohlfeile Grill-Speisen zu uns nahmen.

Und wieder leisteten wir uns einen VIP Minibus für die große Überfahrt von VV nach Luang Prabang, der vielgerühmten Welterbe-Königsstadt in Nord-Laos. Der Bus war wohlgekühlt und proppevoll (12PAX), unser Gepäck am Dach und nach fröhlichen 6 Stunden Fahrt (alle Mitreisenden hatten wieder Ohrstöpsel im Ohr) und gefühlten 7 Billionen Kurven nebst Schlaglöchern erreichten wir bei Sonnenschein Luang Prabang.

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IMG_2026 Junkfood! Die Fahrt kann weitergehen!

Unsere Bleibe im Thongbay Guesthouse für die kommenden 3 Nächte veranlasste Andreas zu dem Kommentar: „Wie findest Du sowas nur immer ?…“. Ich kann nur sagen: Harte, wirklich harte Recherche-Arbeiten!

Ein riesiger Stelzenbungalow direkt am Fluss mit luftig hoher Veranda zum draußen am Boden auf Matratzen liegen… So muss Laos. 🙂

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Leider sind erste Verluste zu beklagen: Mein neuer Ereader konnte sich wohl mit der Lektüre nicht mehr identifizieren (Charlotte Roche folgte auf Thomas Glavinic) und gab gestern abend im Baumhaus den Geist auf. Er passte aber auch nicht wirklich in die Gegend.

Der Nachtmarkt und auch der Tagesmarkt in Luang Prabang bieten verlockend viele schöne Dinge; ganz anders als das Einheitsklumpert auf den Markets in Peking oder Bangkok. Trotzdem war schon um 5 Uhr morgens (Ja, es ist da noch stockedunkel) Tagwache angesagt:

Wir kletterten runter von unserem Baumhaus, stiegen auf die bereitstehenden Räder (Organisation ist der halbe Urlaub) und radelten mit unseren Stirnlampen durch die laotische Nacht die 3 km nach LP hinein, um die morgendlichen Mönche auf ihrem Almosengang zu beobachten.

Danach bestiegen wir noch gach 🙂 mit über 300 Stufen den hiesigen Tempelberg und wurden mit einem traumhaften Panorama über L.P. (liegt an 2 Flüssen) belohnt. Erst danach bekam ich endlich den erträumten Cappuccino. Und weil‘s dann „eh schon“ nach 7 Uhr war, folgte gleich eine Umradelung der Altstadt am Mekong und am Nam Kham entlang. Ein traumhafter Tagesbeginn in Luang Prabang.

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Die Räder lehnen am Baumhaus und warten auf unsere Abendausfahrt zur Sunset-Bootstour. Und dann war da noch die Sache mit dem äh, Kentern unseres Kanus am und im MEKONG. 

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Diese beiden Reiseführer kann ich empfehlen – hatten wir auch mit!

          

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