Als ich mit dem Kayak kenterte – im Mekong.

Manchmal habe selbst ICH GENUG von dem „Alles selbst organisieren“ und dann bin ich fast ganz total spontan und buche einen Guide vorort. So geschehen in Luang Prabang. Wir wollten echt mal was erleben, deswegen buchten wir den Super-Abenteuer Tag – auch wegen der versprochenen „ultimate experience“ mit Mountainbiking und Kayaking.

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Ich verließ trotz der verheißenen Abenteuer nur ungern mein lieb gewonnes Baumhaus in schwindelnden Höhen über dem Mekong. Ahnte wohl schon, warum 🙂 Erst holten wir mit dem Van unsere Kayaks ab, dann übernahmen wir unsere Mountainbikes. Über echte Dreckpisten sollte es mit einigen Kultur-Stopps querfeldein und bergan rund um Laos geben, geplant war dann ein Badestopp in den Wasserfällen, gefolgt von einer kleinen Kayaktour mit nur einigen kleinen Stromschnellen. Soweit der Plan.

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„Hölle sag ich nur“, soweit wörtlich mein damaliger Email Bericht über diesen Tag am und im Mekong 🙂

Ja,  der Mekong eine lange, breite, dunkelbraune Brühe, es war eine Affenhitze und wir bikten den halben Tag tapfer mit einem sehr bemühten, klugen und studierten Guide durch Ananasfelder.

Später fanden wir uns in dem besagten Kayak wieder. Ich hätte ja gerne eines alleine gehabt. Ich sags ehrlich. Aber das war nicht drin. Und für meinen Kayak-CoPiloten war es auch besser so. Unser hellsichtiger Guide hat (Gott oder irgendwem sei es gedankt) vorher gefragt, ob er uns fotografieren und zu diesem Behufe unsere Digicam an sich nehmen solle. Als Fotojunkie brauche ich immer und überall von allen meinen Aktivitäten Fotos, deswegen habe ich natürlich dankend angenommen.

Sonst hätten wir nämlich keine mehr  und das ist bei einem langen Südostasien Urlaub nicht unbedingt für mich ein Asset. Gegen Ende der nicht gerade beschaulichen aber doch angenehmen Kayak Schunkeltour kam dann nämlich wirklich die eingangs kurz erwähnte Stromschnelle.

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Nun war mir persönlich ganz klar, dass man über eine StromSCHNELLE ganz SCHNELL drüberpaddeln muss. Und  zwar BEIDE Paddler im Boot. Leider war das nicht BEIDEN klar. Und zum Diskutieren war so überhaupt keine Zeit.

Stromschnelle also. Ich paddle wie irre, mein Co-Paddler hinter mir tut alles, außer Paddeln. Reden, Bremsen (!), Diskutieren, Gegenpaddeln, Lenken, was weiß ich. Das konnte natürlich nicht gut ausgehen. Die Stromschnelle ließ uns ins Trudeln und Schwanken geraten, die Mekong Flora tat das ihre zum Hängenbleiben und schließlich war volle Kentern angesagt. Und das bei einer ordentlichen Strömung. Ich trieb im reißenden (naja) Mekong und versuchte meinen Seesack und das Paddel zu krallen, während Andreas m.E. eindeutig dafür zuständig war, das Kayak nicht wegtreiben zu lassen. Ich hatte schon genug mit dem floating Paddel zu tun.

Mit Paddel und Seesack konnte ich mich im Fluss nicht lange halten und wurde ordentlich weitergetrieben; weiter unten dann von Andreas, Kayak und Guide aber wieder eingesammelt. Vom reißenden Mekong sich patschenass auf auf ein schwankendes glitschiges Polyester Kayak zu hieven, na viel Spaß. Das geht nicht ohne Blessuren.

Aber wirklich gestört hat mein entstelltes blaues Kinn dann nur den Immigration Officer in Kambodscha

…der hat mehr als misslaunig bei der Einreise draufgezeigt und eine Erklärung begehrt. Andreas machte zu diesem stillen Vorwurf abwehrende Handbewegungen und ich sagte nur lapidar: „boat accident“, das muss doch reichen! 🙂

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Kurz: Kamera okay, Geldbörse war im Van geblieben, wir waren nur vollkommen Mekong-durchtränkt und die Seesäcke hatten gehalten. Also nichts Schlimmes passiert 🙂

Der Tag ging ohne Schuldzuweisungen mit einem laotischen Barbecue und einem Waschtag im Baumhaus zu Ende – anderntags war noch eine romantische, fast unfallfreie Bootsfahrt und Lokalkolorit am Markt angesagt. Und wir mussten wieder ein paar Wunschballons steigen lassen, hatte sich ja schon am Goldenen Dreieck bewährt.

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