Kapstadt Urlaub in nur 3 Tagen? 10 Fakten, die man wissen sollte.

Kapstadt steht meist nur kurz am Beginn oder Ende einer Südafrika Reise am Reiseprogramm. Wer also nur begrenzt Zeit für einen Urlaub in Kapstadt hat, steht vor der Qual der Wahl: Was lohnt sich – was muss ich sehen – was geht sich alles aus?

Tafelberg Kapstadt Urlaub
Der Tafelberg von Big Bay aus gesehen

 

Kurz, aber gut: Urlaub in Kapstadt. Aber lohnen sich drei Tage überhaupt?

 

JA – es lohnt sich auf jeden Fall! Als praktizierende „Purserbraut“ bin ich es gewohnt, in den schönsten Städten der Welt nur 48 oder 76 Stunden Zeit zu haben, um mich dort umzutun. Ganz ehrlich: Wer für eine Airline arbeitet und fliegt, weiß auch, dass diese Aufenthaltsdauer bereits der wahre Luxus ist. Normalerweise geht sich bei Langstrecken-Rotationen nur ein Spaziergang, ein Abendessen, ein Frühstück und vielleicht eine Stunde Shoppingtour aus, bevor es wieder heißt: Pick Up und ab zum Flieger. Wir haben diese Tage so gut es ging, genutzt und dabei unsere persönlichen Vorlieben berücksichtigt: Natur, keine Menschenmassen, gemütliche Restaurants, kein Luxus Chi Chi und keine Gewalttouren sowie individuelles Unterwegssein zu zweit. 

Wer einen Urlaub in Südafrika vor sich hat, wird sich ebenfalls nicht ewig in Kapstadt aufhalten: Es locken die Safaris, Haitauchen, Panoramatouren, Nationalpark, die Garden Route, Naturparks, Weingegenden, Pass-Straßen und Straußenfarms. Aber es wäre eine Verschwendung, sich nicht auch für Kapstadt Zeit zu nehmen. Es lohnt sich unbedingt.

Und selbst wenn es „nur“ 2, 3 oder 4 Tage sind, bevor es weiter on the road geht: Was also tun im kurzen URLAUB in Kapstadt? Was lohnt sich? Brauche ich ein Mietauto? Muss ich Angst vor Diebstählen haben? Wie ist das mit der Wasserknappheit? FRAGEN gibt es genug. Hier meine ganz persönliche Entscheidungshilfen dazu.

Strand Nordhoek
Nordhoek Roadtrip
Stellenbosch
Ausflug nach Stellenbosch
Muizenberg Strandhäuser
Mit dem Mietwagen nach Muizenberg

 

Kapstadt Urlaub: Welche MUST-SEEs sind wirklich ein Must?

  • Tafelberg: Ja, es IST SUPER oben. Bei Wind und Sturm ist die Cable Way aber gesperrt.  Die Seilbahn fährt ansonsten von frühmorgens bis spätabends, aber dennoch: Oft gibt es – auch bei Prebooking der Tickets – Wartezeiten von bis zu 3 Stunden. Die könnte man besser nutzen. Tipps zu anderen tollen Aussichtspunkten gibt´s bei den Lifetravellerz.
  • Signal Hill Sonnenuntergang: Wenn Ihr abends nichts anderes zu tun habt, dann ja: Sunset Tour mit dem HopOnHopOff Bus oder per Uber hinfahren. Ich find´s allerdings abends in einer Beach Bar oder einem Restaurant am Meer netter. Spannender find ich da schon eine Fahrt untertags hinauf auf den Hill, um den Blick auf Tafelberg und Lions Head zu fotografieren – das lohnt sich.
  • Wanderung auf den Lions Head? Per Uber und zu Fuß (mindestens eine gute, anstrengende Stunde bergan) ein toller Spot zum Fotografieren. Bei einem Kurztrip würde ich mir das allerdings sparen.
  • Day Trip zum Cap Agulhas und Kap der Guten Hoffnung: Mit einer fixen Tagestour im Bus oder mit einem Fahrer gut zu erreichen und ein MUST beim 1. Mal Kapstadt. Ich bevorzuge allerdings die individuelle Tagestour mit Mietwagen, so kann man stehenbleiben, wo man selbst will und fotografieren, ohne auf hungrige Mitfahrer und die unumgänglichen Verkaufs-Stopps Rücksicht nehmen  zu müssen.

 

  • Kirstenbosch Botanical Gardens: Wer blühende Proteas sehen will, sollte nicht im afrikanischen Hochsommer kommen. Der Park ist schön für Naturliebhaber, aber bei großer Hitze auch anstrengend zu begehen und sonnen-exponiert. Schönes Shop, nettes Tea-House (Picknick) und sehr gutes Restaurant Moyo. Mindestens ein halber Tag Zeitbedarf.
  • V & A Waterfront: Schön gelegen, gepflegte Shops und Restaurants – aber das ist halt nicht Südafrika. Dafür kann man sich auch abends allein als Frau bedenkenlos hier auf den Weg machen. Außerdem sehenswert: Das Museum für Contemporary Art im ehemaligen SILO Kapstadts an der Waterfront. Allein wegen der Industriearchitektur schon genial – man kann auch nur ins Shop und kurz reinlinsen, supernett.
  • Bo Kaap Walking Tour: Die bunten Häuser im muslimischen Viertel werden zu Unrecht zu einem 10 Minuten Fotomotiv degradiert (auch von uns). Eine eigene geführte Walking Tour ist sicher nicht verkehrt – dasselbe gilt für eine Township Tour.
  • Bootsfahrt zwischendurch: An der Waterfront gibt´s genügend Keiler, eine kleine Ausfahrt mit Blick zurück auf die Bay – warum nicht, wenn Zeit ist.
  • City Center Cape Town: Ein kurzer Abstecher auf den Greenmarket Square Markt oder auf die Long Street, das District Six Museum und die Company Gardens gehören schon auch dazu. Wen es so wie mich interessiert, für den gilt „not to be missed“: Das South African Jewish Museum liegt bei den Company Gardens. Achtung: Viele Langfinger sindin der CITY unterwegs (Selbsterfahrung). UBER An- und Abreise empfohlen.

 

 

Welche Weingüter nahe Kapstadt sind sehenswert?

Die berühmten Weingegenden Stellenbosch  und Franschhoek sind fahrtechnisch quasi um die Ecke, das gilt auch bei einem Kurz-Urlaub in Kapstadt. Entweder man bucht eine Tages-Tour mit Fahrer (mir persönlich zu unflexibel) und verlässt sich auf dessen Tipps (alle angesteuerten Weingüter sind superschön!) oder man recherchiert selbst ein wenig online und im Prospekt und sucht sich 2-3 Weingüter aus. Dort bucht man eine individuelle Verkostung (Tasting), spaziert durch die Gärten, kauft im Ab-Hof-Laden, nimmt einen Lunch im Deli, lässt sich zum Picknicken im Garten nieder oder isst ausgiebig und teuer im Restaurant. Schöne Momente, sicher – aber auch sie sollten gut vororganisiert oder gar der Lunch reserviert sein.

Wine Shopping in Boschendal

Die bekanntesten Weingüter sind auf Prospekten im Hotel ohnehin allgegenwärtig, dazu gehören u.a. Vrede En Lust, Spier, Lanzerac und die folgenden. Wir haben auf unserem Südafrika Trip vor einigen Jahren bereits viele Weingüter (auch in Hermanus) besucht, deshalb war es beim Kurz Urlaub in Kapstadt kein MUST. Die beiden Orte Stellenbosch und Franschhoek (Tipp: Mal in Paarl vorbeischauen!) selbst sind recht schnell durchwandert, hier ein paar persönliche Tipps:

  • Boschendal Weingut: Netter Lunch schattig unter Bäumen und die Tastings auf der Terrasse beim Haupthaus mit Blick in die Gärten. Unkompliziert und ohne Reservierung.
  • Vergelegen Estate – sehr pittoresk.
  • Groot Constantia: Das älteste Weingut Südafrikas – da könnte man einen ganzen Tag verbringen und damit wirbt es auch.
  • Die Franschhoek Wine Tram fährt durch die Gegend- als Tram oder als Bus – und lädt Touris bei den Weingütern ab. Dazu braucht man aber Zeit und Muße. Mehr Muße als man bei einem Kurztrip in Kapstadt vielleicht aufbringen kann….
  • Stellenbosch Shopping Tip: Ausgesprochen nett fand ich die Red Teapot Gallery mit den farbenfrohen Bildern des südafrikanischen Künstlers Portchie.

 

Wo kann ich nahe bei Kapstadt Tiere sehen?

 

Wie ist das mit der Wasserknappheit im Urlaub in Kapstadt?

Wasser sparen Tipp
Interessante Herangehensweise

Der für den 12. 4. 2018 prognostizierte „DAY ZERO“ – jener Tag, an dem die Wasserreserven Kapstadts vollkommen erschöpft sein würden, trat 2018  so nicht ein. Noch nicht.

Rationiert wurde das Wasser allerdings dennoch: Auf 50 Liter pro Person pro Tag. Und Glück hatte man auch: Landwirte aus Gegenden mit weniger Wasserproblemen spendeten der Kapregion damals zehn Milliarden Liter Wasser – diese deckten den Verbrauch der Vier Millionen Metropole ganze 20 (!) TAGE lang.

Die Wasserknappheit, die Dürre, das fehlende Wasser Management (Lecks und schlechte Technik) sind das Problem und das wird wiederkommen.

Bei unserem Besuch in Kapstadt im Dezember 2018 waren die Aufrufe zum Wassersparen bereits überall allgegenwärtig – mit teils für uns interessanten Ideen. Der Verdacht liegt nahe, dass Kurzzeittouristen auf Urlaub in Kastadt das Problem naturgemäß gerne ignorieren und auf ihren gewohnten Wasserluxus nicht verzichten wollen. Deshalb bitte: Mitdenken und Mitsparen – Naturprobleme gehen uns alle an!

Wassersparen
Save Water in Kapstadt

 

Unterwegs mit Auto, Zug, Bus, Rad oder Uber?

Meine Antwort: Mietwagen (LINKS FAHREN!) für 1-2 Tage und UBER. Vielleicht noch für ein paar Stunden ein Fahrrad von der Waterfront mieten. UBER ist superpraktisch und wir haben nur gute Erfahrungen gemacht – Sowohl in der City, als auch ein wenig überland Richtung Big Bay. App vorher installieren und die Kreditkarte schon daheim hinterlegen, wer es nicht eh schon im kleinen Finger hat. (Warum? Weil wir beim Installieren in den USA Troubles mit dem Credit Card Approval hatten).

Wer nicht selbst fahren will, kann statt des Mietwagens mit dem Hop on Hop Off Bus untertags seine Touren fahren und besichtigen – für den Abend dann etwa in Camps Bay aussteigen und von dort dann mit UBER heim ins Hotel – gute Kombination, finde ich. Tipps und Videos zum Zugfahren in Südafrika gibts bei Gerhard Liebenberger, dem Andersreisenden. Er war auch rund um Kapstadt mit dem öffentlichen Bus-System von MiCity und der Metrorail unterwegs (und kann da einiges erzählen – per video) – wer wenig Zeit hat, dem empfehle ich aber das schnellere UBER.

Strand Kapstadt
Mit Uber an den Blouberg Strand
Aposteln Kapstadt
Mit dem Mietwagen zu den Zwölf Aposteln
Hout Bay Kapstadt Auto
Mit dem Auto direkt in Hout Bay am Beach parken

 

Wie ist das mit der Kriminalität in Kapstadt?

Kapstadt als Kurzzeit-Tourist zu entdecken – das ist etwas anderes, als in Johannesburg, Durban, Pretoria oder on the Road im Land allein unterwegs zu sein. In Südafrika dürfte die Hemmschwelle für ein Verbrechen allerdings besonders gering sein. Der normale Tourist, der kurz Urlaub in Kapstadt macht, bekommt davon gewöhnlich wenig mit und wird auch bei Safaris und in Lodges und Homesteads eher sicher unterwegs sein können. Aber auch in Kapstadt kann etwas passieren – vor allem in der City und in den Townships.  Zu Fuß würde ich dort allein im Dunkeln nicht unterwegs sein wollen – aber das will ich in Wien an manchen Orten auch nicht.

Also: Hirn einschalten, eigenen Menschenverstand nutzen (so wie früher und nicht vor dem Denken erst bei Facebook nachfragen…) sowie sämtliche Vorkehrungen treffen, die man beim Reisen halt berücksichtigen sollte: Kopien der Dokumente und Pass im Zimmersafe belassen, alles nochmal online auf einer Cloud speichern und beim Unterwegssein die Geldbörse möglichst tief im Rucksack oder sonst wo vergraben. (Erfahrungen von Kapstadt Reisenden gibt´s hier.)

Strand
Muizenberg Beach – Da ist viel los auf der Promenade
Kaffeehaus
Im Kaffeehaus in den Company Gardens.

 

Bars und Restaurants – Alle gehen sich aber nicht aus.

  • Fleisch-Tiger gehen Steak essen: In die allgegenwärtigen Hussar Grill Restaurants oder zu Nelsons Eye oder im The Butcher (tolles Service) beim Mouille Point.
  • Fisch essen: Sea Breeze
  • Lunch in den Delis der Weingüter wie etwa in Boschendal.
  • Rooftop Bars: Hip und supercool, aber hochkomplex bei der Zugangsstrategie ist etwa die Rooftop Bar des Silo Hotel. Gegenüber am etwas niedrigeren Dach des Red Radisson geht´s dafür deutlich lockerer ab. Noch mehr Roof Top Bars für den Kapstadt Urlaub gibt es hier.
  • Marcus African Place in der City
  • Die Bar im Blue Peter Hotel: Mit Pizza und Bier im Gras sitzen und aufs Meer schauen.
  • On the Rocks Restaurant am Blouberg Beach mit Tafelberg Blick von der Bar aus
  • Ons Huisie Family Restaurant am Blouberg Beach
  • Mugg and Bean: Riesige Tortenstücke, Kaffee in alten Spielarten, Smoothies, Breakfasts, Vegan Food und Slushies. Nette Kette, finde ich.
  • Dunes Restaurant, Hout Bay: Ein Lokal, das mir persönlich sehr gefällt. Abends innen lauschig pastellig und untertags Nordsee-Feeling fast direkt am Strand.
  • Die V&A Waterfront Foodhall fand ich sehr einladend für einen Snack zwischendurch oder auch abends. Viele regionale Snacks, aber auch Vegetarisches aus aller Welt sowie verlockende Süßigkeiten, guter Kaffee und frische Smoothies und Säfte. Mjam.

 

Raus aus Kapstadt City und chillen am Meer: WO?

  • Hout Bay: Kommt eher naturbelassen und windexponiert daher. Dafür weißer Beach und fröhliche Hunde 🙂 Bei unserem Besuch im Dezember 2018 war offizielles Badeverbot, weil das Wasser verschmutzt war.
  • Camps Bay: Hier gibts schöne Lokale an der Straße (mehr als genug), reges Treiben, eine schöne Promenade und reichlich Schirme am Strand.
  • Big Bay (mit Wiese – we love it!): Auf der Wiese vor dem Coffeeshop abhängen und den Kitesurfern zuschauen – das ganze mit einem fulminanten Ausblick auf den Tafelberg. Danke an die Lifetravellerz (die hier regelmäßig überwintern) für den Tipp.
  • Chapmans Peak Drive & Zwölf Apostel: Mit dem eigenen Auto abfahren, schauen und fotografieren. Der Panorama Drive ist nicht lang: Starten bei Nordhoek und gemütlich (sofern dies die anderen Touristen erlauben) Richtung Hout Bay fahren. Gegen Ende gibt es immer mehr Picknickplätze an der Straße mit tollem Ausblick.
  • Noordhoek: Hier würden wir wohnen, wenn wir hier wohnen würden 🙂 Heimliches Hundeparadies.
  • Langebaan: Eine gute Stunde Anfahrt mit dem Auto aus Kapstadt, dafür gibt es Lagunenfeeling. Shark Bay besucht, wer das Wasser wärmer mag. Kite-Spots!
  • Muizenberg Beach mit den bekannten bunten Strandhäusern (die am Foto schöner wirken als in der Realität, eh klar). Südlich von Muizenberg an den Stränden gibt es diese Häuschen nochmals – dort geht noch mehr ab. Shops, Familien, Touristen, Cafés – relativ authent, wie ich finde. Aber kein Strandluxus.
  • Kalk Bay: Scirocco Café, nettes Bookstore, Salt Coffeehouse – gut für einen Zwischenstopp.
  • Blouberg Strand: PETERs Bar (mit UBER kein Problem) – sitzen, trinken, schauen, nichts tun. Und das Ganze mit dem Tafelberg im Blick. Traumhaft.
Strand Hout Bay
Hout Bay Stopover
Strand Wiese
Mit den Überwinterern der Lifetravellerz in Big Bay
sTRAND
Feiner Strand Big Bay
bIG bAY STRAND
Traumhaft bei Big Bay
panoramastraße
Unterwegs am Chapmans Peak Drive
Beach
Blouberg Beach mit Tafelberg hintaus

 

Meine persönlichen LINK TIPPS zu SÜDAFRIKA

Am Chapmans Peak Drive bei perfektem Wetter Richtung Kapstadt
Eine wunderschöne Panoramastraße zwischen Nordhoek und Hout Bay

Küstenstraße

NOCH EIN WORT: Wie immer hier am Blog, lest Ihr meine persönlichen Eindrücke über eine Destination, meine private Einstellung zu Natur und Tieren und seht meine Fotos als Momentaufnahmen, die nur einen ganz kurzen Einblick in ein Land oder eine Stadt geben können. Die Tipps sind kunterbunt durcheinander gemischt, entspringen meinen persönlichen Vorlieben und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, auch wenn sie nach bestem Wissen und Gewissen von mir zusammengestellt wurden.

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