„Alle einsteigen!“ Von Jo´burg nach Capetown.

Nachtzugfahren war angesagt. Aber nicht einfach von Wien nach Venedig, sondern von Johannesburg nach Kapstadt. So fuhren wir mit unserem Mietwagen in Johannesburg am Bahnhof vor und checkten mit vollem Gepäck ein – in unserem schnuckeligen Zweier-Abteil. Davor aber noch: Ab in die Lounge!

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Die geniale Website für Zugreisende in aller Welt – The Man in Seat Sixty-One hatte uns den Respekt vor einer Nachtfahrt in Südafrika genommen. Und überhaupt: In Südafrika muss man auch Zugfahren, hat es geheißen. Schließlich wurde es die Premier Classe der South African Railways – Online Buchen kein Problem. Alles von daheim vom Weinviertel aus gecheckt und organisiert.

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Der Bahnhof in Jo´burg war übersichtlich und recht gepflegt, dennoch hatten wir anfangs ein wenig Skrupel, mit großem Gepäck hier rumzulatschen. Deswegen ließen wir es vorerst beim Autovermieter, um uns ein wenig umzusehen. Aber bald zog es uns schon in die Lounge der Premier Classe – schließlich hatten wir pro Person jeder etwa 180 Euro für die Fahrt berappt – da sollte ein kühles Bierchen davor schon drin sein. Oder zwei. Oder ein Snack.

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Die Lounge war gemütlich und nahrhaft – irgendwann kam aber dann Bewegung in die Truppe. Der Super-Schaffner tauchte auf, holte uns quasi persönlich aus der Lounge und brachte uns auf unseren Perron, nicht ohne ein paar Sicherheitsanweisungen loszuwerden. Ich war schon ungemein gespannt auf unser Karbäuschen für die Nacht. Das Abteil war nicht ungemütlich, aber auch nicht neu, aber dafür sehr sauber und einladend hergerichtet.

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Wie stets hievten wir erst eine Weile unsere riesigen Taschen im Abteil solange herum bis alle (!) mit deren Verbleib zufrieden waren, dann richteten wir es uns gemütlich ein. Schon bald gabs die ersten wichtigen Durchsagen: Sekt trinken im Dinner-Waggon. Ließen wir uns auch nicht zweimal sagen. Überhaupt waren die 25 Stunden Zugfahrt fein säuberlich eingeteilt, da blieben keine Zeitfenster oder gar Fragen offen: Alles drehte sich immer nur um die Frage: Wann müssen wir wo zum Essen sein?

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Dazwischen machten wir es uns im Abteil gemütlich, lasen unsere Zeitungen und Reiseführer und dösten auch mal über der Planung ein. Andreas döste und ich plante. Das Dinner war schon sehr gepflegt – etwas zu schnörkelig für meine Verhältnisse – aber Hut ab vor der Koch- und Servicemannschaft.

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Die Nacht verbrachten wir ruckelnd und zuckelnd auf unseren Bettchen – aber ich hatte schon schlechter geschlafen. Beim ersten Sonnenstrahl sahen wir aus dem Fenster: Sunrise in South Africa.

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Und nach dem Frühstück wurde es dann auch so richtig wirklich grün: Kapstadt rückte näher und damit die saftigen Felder, Flüsse und Berge neben der Zugtrasse.

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25 Stunden waren wir gefahren – und es war mir viel kürzer vorgekommen. Direkt schade war es, als wir in Kapstadt rausmussten und unser Auto für unsere Weiterfahrt übernahmen.

Aber kaum waren wir am Camps Bay „Panoramic“ Drive hoch über Camps Bay, hatten erstemals den Tafelberg und das Meer gesehen – und die Zugfahrt war vergessen. Kurz später standen wir in unserer Lodge (HOTEL EMPFEHLUNG!!!) auf unserem Balkon – schauten auf das Meer und hatten den Signal Hill und den Tafelberg hinter uns – die zwölf Apostel im Blick – welche Zugfahrt war da nochmal???

Was sind wir doch für ein undankbares Reiseblogger-Volk.

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Und nicht mal in der traumhaften Fullham Lodge hielt es uns am Pool länger als für ein Bierchen. Camps Bay, die Victory Wharf in Capetown und – der Tafelberg warteten auf uns – und das alles an einem Tag.

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INFO: Im Herbst 2012 fuhren wir mit dem Mietwagen durch Südafrika. 25 h verbrachten wir im Nachtzug nach Kapstadt. Und eine Nacht auf einer Straußenfarm.


 

 

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