#Innradweg14: Starker Anfang, verregnet im Abgang.

Alles hat sehr erfreulich begonnen an diesem Tag 6 meiner Blogger&Radler Reise #innradweg14. Das lag zu einem guten Teil daran, dass mir mein traumhaftes Zimmer namens „Lohengrin“ im Gasthof Blaue Quelle einen gemütlichen Abend und eine gute Nacht beschert hatte, sodass ich recht früh startete. Die Morgen-Etappe verlief fast immer direkt am sonnigen Inn – that´s how I like it. Zwei sehr erfreuliche Kulinarik-Stopps  folgten, bis mich schließlich in der Mittelalter-Stadt Wasserburg ein Unwetter einholte, sodass mich der Chef meiner Unterkunft quasi „heimholen“ und von der Touristen-Info abholen musste.

Die Strecke am ruhigen Fluss entlang vom Tiroler Erl bis nach Neubeuern (kleiner sinnloser Abstecher, aber zur Info: Von Neubeuern retour zum Innradweg gibts null Beschilderung) und weiter nach Rosenheim – das war die Morgen-Route. Eine schöne, ruhige und sonnige Fahrt – nicht mal unterbrochen durch andere Radler-Kollegen – es war nämlich auf der gesamten Strecke gar nichts los – radleraufkommenstechnisch.

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Totaler Kontrapunkt war dann allerdings die Stadt Rosenheim, in der ich mich als hektische Radlerin mit Termin nur mit GPS zurechtfand. Zu Gute halten darf ich hier allerdings: Die Radstreifen werden gerade sehr bemüht in rot eingefärbt, und zwar in ECHTEM RICHTIGEN KNALLROT. Sehr löblich, wie ich finde. Ich radle unumwunden in die Betriebsanlagen von Auerbräu Rosenheim ein – und werde schon erwartet. Mit Sindy Vogel als Vertreterin der Region Chiemsee-Alpenland, in der ich grade rumradle und Andreas Maier plaudere ich mal ne Runde im kleinen Verkostungsstüberl über das Auerbräu (das mit dem Auerhahn).

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Seit 125 Jahren gibts diese boarische Brauerei, zum 100er brachte man die neue Linie der „111“er raus: im jungen Design und „ausschließlich aus der Flasche zu trinken“. Schmeckt ja so viel besser! Es gibt ein Weizen-Bock, helle und dunkle Varianten, Radler mit Zitro, Zwickl und für mich NEU: Den „Russ´n“ – einen Radler aus Weißbier und Zitrolimo. Gefällt mir ausnehmend gut 🙂 Ein ausgiebiger Rundgang durch den neuen Gärkeller (mit einer richtigen vorgelagerten Schaltzentrale), die Leergutsortierung, die kühle (8 Grad) Lagerhalle, die Waschanlage und die Abfüllung. Sogar ihre Hefe züchten sie selbst. Was es nicht alles gibt. Weiters lerne ich heute: Es herrscht die „Haustrunk-Regelung“. Sympathisch 🙂

Einige schöne bayrische Dinge habe ich da heut in der Brauerei gelernt. Wer sich übrigens im Boarischen Lebensstil perfektionieren will, empfehle ich das „Bayern-Diplom“ – Sommersemester hat grad begonnen.

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Der Zug der Südostbayernbahn, der mich weiterbringt, hat zwar ein Fahrradabteil (freude), aber es ist drei sehr hohe Stufen hoch und der Einstieg ist sehr schmal (ärger). In Rott am Inn radle ich zur Confiserie Dengel, die ganz nah am Radlweg gelegen sicher jedem Radler recht kommt. Hier gibts alles in Schokoform und ich meine – WIRKLICH alles! Einfach bestellen, die Confiserie fertigt es in schoko. Für Radler mit Kindern ist der Outdoor Bereich für Spiel und Sport unbedingt als Zwischenstopp zu empfehlen – oder einfach auf Kaffee und Kuchen (oder das eine oder andere Konfekt) einkehren.

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Der Innradweg nach Wasserburg wirkt auf der Karte flott und übersichtlich. Wir wissen, dass die Radler – Realität oft anders aussieht. So auch hier. Es ist ja nicht, dass die Fahrt über die Felder vorbei an Bauernhöfen nicht traumhaft frühlingshaft schön wäre (fast wäre ich bei Durchfahrt durch einen Hof im riesigen Silo gelandet), aber die Wegführung wirkt schon arg verschwurbelt kreuz und quer. Aber beschildert ist sie gut. Viel später als geplant und nach deutlich mehr als den prognostizierten 10 km komme ich in Wasserburg an – wow, die Zufahrt über die Brücke mit dem ersten Blick auf die mittelalterliche Stadt, Vorfreude auf den Rundgang kommt auf. Leider kommt auch das drohende Gewitter auf und zwar schneller, als ich einen trockenen Platz für mein Radl finden kann.

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Innerhalb kürzester Zeit donnerts und blitzt es und es regnet eindeutig quer. Ich finde Unterschlupf und Erste Hilfe im wahrsten Sinn des Wortes im Tourismusamt, wo man – während ich eine übersichtliche, aber leider nur theoretische Einführung in die Stadt Wasserburg erhalte, kurzer Hand den Chef des Fischerstüberls herzitiert. Mein Retter packt mich, meine Satteltaschen und mein schweres E-velo mit der tatkräftigen Hilfe eines Wasserburger Bürgers 🙂 ins Auto und 20 Minuten später beziehe ich schon mein entzückend hergerichtetes, trockenes Zimmer im Fischerstüberl Attel. Wo man übrigens dank meines Retters und seines überaus freundlichen Teams, wie ich mich abends überzeugen kann, hervorragend kocht. Denn sie „können nicht nur Fisch“, wie sie auf Facebook posten -und das stimmt. Mein Brebis mit Honig schmeckt wie in Korsika und das Thai-Curry kommt auch recht authent. Wirklich sehr gemütlich – und das Team war, obwohl ich chaotisch und patschnass angereist kam, mehr als zuvorkommend.

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Und im Hotelprospekt steht sogar noch mein Lieblingsspruch: „Nichts ist entspannender, als das anzunehmen, was kommt“. In diesem Sinne: Auf den nächsten Tag am #innradweg14.

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