#Innradweg14: „Mit Freude leben“

Mein Radl bekam ein eigenes warmes Zimmer im Stift Reichersberg und auch mein Zimmer für die Nacht wurde mir persönlich vom Probst geöffnet 🙂 „Umziehen und Frischmachen“ wird auf einer Radler-Reise generell überschätzt und so machten wir uns gleich nach Ankunft auf: Auf durchschlungenen Wegen durch die vielen Orte, die so ein Stift hat – sichtbare und (für Besucher ansonsten) unsichtbare.

Treppauf-Treppab: So bekam ich Einblicke in den gut bestückten Klosterladen, die Wirtschaftsräume, die Seminarräume (für Klosterarbeiten und externe Seminarveranstaltungen), die beiden mehr als üppigen beiden Prunkräume und den Festsaal, deren bunte Fresken und üppige Farben mir aufgrund ihrer beeindruckenden Präsenz fast die Luft zum Atmen nahmen. Klingt jetzt seltsam aus meinem Munde, bzw. meiner Feder, aber wenns doch so war.

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Noch mehr beeindruckten mich die unterirdischen Veranstaltungsräume, die teilweise in die Originalsteinreste hineingebaut waren,  und mit natürlichen Gewölben und Glaselementen für bis zu 600 Pax Event-Räume bieten. Die Vinothek war mehr als verlockend: Gemütliche Verkostungsecken und Roter aus Deutschkreutz aus dem eigenen Weingarten, Weiße aus dem Kamptal, Krems und sogar aus dem Weinviertel – Stolz!

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Immer weiter ging der Spaziergang durch das Stift Reichersberg – nach der Messe dann in die Stiftskirche, den alten Sommer-Speisesaal der Chorherren (vor meinem geistigen Augen saßen hier stumme Fasten-Grüppchen ;-), kleine Museums-Abteile mit wertvollen Monstranzen, den früheren Roben und Mess-Schuhen sowie Grabplatten. Und zum ersten Mal seit meiner Kommunion stand ich gar wieder in einer Sakristei – und in was für einer! Sakristeikästen mit den nötigen Gebrauchsgegenständen für eine Messe – aber in wunderschön gearbeiteten, wertvollen Kästen mit Holzeinlegearbeiten. Sogar hinter dem Altar stand ich und blickte hinunter in die Kirche. Gerhard Eichinger verstand es brilliant, alle Geschichte(n) in „seinem“ Stift so alltäglich und selbstverständlich rüberzubringen, dass sogar ich zugeben muss: Die Stimmung in diesem Stift ist mehr als angenehm, wahrscheinlich ist der Wahlspruch nicht umsonst „Mit Freude leben“ – und warum sollte ich sonst (ICH?!) einem Stift einen ganzen Blog-Artikel widmen?

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Als wir dann schließlich in der Bibliothek standen, bekam ich dann den Mund schon gar nicht mehr zu – direkt peinlich. Zwar nicht so immens groß wie etwa in Admont, aber doch beeindruckend alt und staubig waren die unzähligen Wälzer, Globen und Stiche. Sogar ins „normale“ Archiv durfte ich reinschauen – nach Themenbereichen über Kunst und Geschichte und Geografie geordnet, stehen heute hochmoderne Bibliothekar-Schränke, wo früher ein Öltank als Heizung gestanden war. Im Rahmen der „Klosterarbeiten“ werden Holztafeldecken gefertigt, alte Kästen restauriert und mit Gold&Silber Utensilien fein gearbeitet.

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Nach zwei Stunden dieses intensiven Rundgangs durch (fast) das ganze Stift, war ich einfach nur vollkommen beeindruckt, fast bis zur Sprachlosigkeit.Wie gesagt, ich war mir selbst peinlich. Das ganze Stift hatte so eine gute Stimmung in dem Gemäuer, die unglaublich entspannend wirkte. Oder vielleicht war es auch der allwissende unkomplizierte Probst, der das ausstrahlte.

Bloggen konnte ich an diesem Abend nicht mehr: Vom 2. Stock aus hatte mein Zimmer einen verregneten Ausblick Richtung Inn, es trommelte der Regen ans Fenster, die gute Luft strömte rein und ich war ausnahmsweise mal sogar entspannt.

INFO:

Außergewöhnliches Veranstaltungszentrum für bis zu 600 PAX im Schloss Reichersberg 

Zimmer und themenbezogene Pauschal-Angebote für Besucher

Seminar-Angebote oder Meetingräume

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