Kuren im Gasteinerland – meine Meinung.

Zugegeben, meine erste Einfahrt in den Gasteiner Heilstollen erschien mir zunächst ein wenig, nun ja spooky. Aber was tut  man nicht alles für die Gesundheit! Und zusammen mit dem Heil bringenden Radon aus dem Stollen ist das GasteinerLand drumherum im April durchaus erlebenswert. Im April sind übrigens alle Jahreszeiten inkludiert 🙂

ache web (1 von 23) ache web (23 von 23)Die schwüle Dampfbadhitze im Stollen war für mich mit jedem Mal viel leichter zu ertragen und ich konnte die Ruhephasen im Dunklen der Stollen direkt genießen. Wunderbar fand ich die unumstößliche Regel, dass während einem Teil der Bahnfahrt und während der gesamten Liegephase Sprechverbot herrschte. Unfassbar, wie schwer manchen Patienten (und ich spreche hier absichtlich nicht von PatientINNEN) dies zu fallen scheint.

Mittlerweilen bin ich vom GasteinerLand als Kur-Location begeistert – und das liegt sicher zu einem guten Teil an diesem einzigartigen Heilstollen. Auch anderswo fährt man zur Schmerzerleichterung in BergStollen ein, aber nirgendwo gibt es diese einzigartige Mischung aus dem berühmten, unterirdisch brodelnden dampfenden Gasteiner Heilwasser, der Hitze und dem Edelgas Radon.

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Gekurt wurde hier ja schon quasi immer: Kaiserin Elisabeth schätzte das radiumhältige Gasteiner Heilwasser bereits und kurte und dichtete (traurig) hier (genervt von allfälligen Tee-Verabredungen mit Kaiser Wilhelm und offiziellen Diners), das erste Kraftwerk am berühmten Wasserfall gehörte Kaiser Franz Josef (zur „Illuminierung“ Bad Gasteins) und alle posierten sie hier am weltberühmten Wasserfall: Hans Moser, Theo Lingen, Max Reinhardt, Kaiser Wilhelm und der Schah von Persien. Thomas Mann, Attila Hörbiger und Willy Birgel. Mozart, Schubert, Grillparzer und Johann Strauß.

Als ich während meiner Kur durch Bad Gastein spazierte, war aber nur noch wenig vom einstigen kaiserlich-königlichen und mondänen Nachkriegs-Flair zu spüren. Das monumental hässliche Kongresszentrum thront verlassen in der Mitte, die einstigen prunkvollen Hotels teilweise leer und verfallen, Baustellen und geschlossene Geschäfte mit verwahrlosten Auslagen allerorten. Liegt aber wohl auch daran, dass die Sommersaison für die Wanderer (Yoga Wochen in Gastein!) erst wieder im Mai beginnt.

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Das berühmte Badeschloss, an dessen Portal und Feststiege einst Sissi und Franz Josef sowie Kaiser Wilhelm posierten, ist nur noch eine brachliegende Baustelle. Und dort wo heute das ungenutzte Kongresszentrum den Ort verschandelt, stand vor 150 Jahren die sogenannte Wandelbahn (Eine Art Wandelhalle) zum Promenieren bei schlechtem Wetter. Heutzutage bevölkern die Kurgäste die schön angelegten Promenaden – den Höhenweg und die Kaiser Wilhelm Promenade. Die Erzherzog Johann Promenade und den Wasserfallweg, der hinabführt  zur Ache bis nach Bad Hofgastein.

Wo früher in offenen Holzrinnen das kostbare Thermalwasser von den zahlreichen Quellen in Bad Gastein zu ausgewählten Kurhäusern bis nach Bad Hofgastein geführt würde, verläuft heute entlang des Wasserfallweges die unterirdische Kur-Leitung. So konnte ich auch in meinem Hotel Tirol im Thermalwasser schwimmen.

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Deutlich zu sehen: Die offenen Holzrinnen als Thermalwasserleitung
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Wem der Aufenthalt im Radonstollen zu anstrengend ist, kann sich ins Dunstbad setzen.

Gleich hinter meinem Hotel gings übrigens bergan – über die von Kurgästen gern frequentierten Kaffeehäuser – zum Gasteiner Höhenweg. Offiziell zwei Stunden ist man bis ins Kötschachthal zum Hoteldorf Grüner Baum unterwegs. Wer oft auf den einladenen Bankerln rastet, fotografiert und schaut, kann schon mal länger brauchen. Retour gehts über Gadaunern und den Achen-Weg oder gleich mit dem stündlich fahrenden Bus.

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Noch schnell vor Saisonschluss erwischte ich eine Gondelbahn vom Angertal auf den Stubnerkogel (Hunde fahren gratis mit!) – um die spektakuläre Hängebrücke und die geniale Aussichtsplattform zu besichtigen. Bei Kaiserwetter fuhr ich mit WIEDERUNTERWEGS Auto Humboldt zur Talstation – von den Frühling in den Winter. Während an der Ache kurzärmelig der Sonne gefröhnt wird, war hier oben die SkiSaison noch im vollen Gange.

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Hochrisikosportarten wie Skifahren sind jedoch während der Kur verboten – nicht aber Wandern und Spazierengehen. Und das kann man im April in Sportgastein wochenends auch auf wunderbar präparierten Schnee-Wanderwegen. 15 Minuten von Bad Hofgastein entfernt erwartete mich dort eines Sonntags dann auch ein WinterWonderLand mit 360 Grad Panorama vom Kreuzkogel: Die Niederen Tauern, die Hohen Tauern, Blick nach Kärnten, auf die Glocknergruppe und bis zu meinem geliebten Dachstein und dem Gosaugebirge – der kurzte Anstieg von der Bergstation zum Gipfelkreuz lohnt unbedingt.

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HINWEIS: Ich verbrachte im Rahmen meiner Kur 3 Wochen im Gasteiner Land. Auch über meine Erfahrung im Radon-Heilstollen und meinen Kuraufenthalt im Hotel Tirol habe ich berichtet.


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