Einmal Caorle mit Hund, bitte!

Gar nicht so einfach zu organisieren, ein Strandurlaub mit Hund. Wir waren auf dem Rückweg von der Toskana und wollten nur ein paar Tage am Meer dranhängen. Schwierig, wenn man einen Hund dabei hat und dennoch was vom Bade-Urlaub haben will.

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Eigentlich wollte ich Grado endlich einmal sehen. Ohne Hund kein Problem – einfach irgendeinen netten Camper oder ein Hotel buchen. Mit Hundling Coffee unterwegs – da muss man die Reiseroute und die persönlichen Wünsche schon ordentlich adaptieren. Nur 1 von 5 Campingplätzen ist hundefreundlich und wenn er es ist, dann sind im Mobilhome oder im Bungalow keine Hunde erlaubt und/oder kein Hundestrand in der Nähe.

Es ist nämlich eine Mär, dass ein Strandurlaub mit Hund per se so super ist.

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Wie allen im Nachhinein so superen Urlauben geht nämlich auch diesem ein hoher Organisationsaufwand voraus. Mit Hund doppelt hoch. Hundestrände schießen zwar offensichtlich an der oberen Adria ganz schön aus dem Sand, wie meine Recherchen ergaben (mit so flippigen Namen wie „Lido di Fido“, „Spiaggia di Snoopy“ oder „Bau Beach“) – aber dann noch einen Camper in der Nähe zu finden, daran scheitert´s.

Denn mindestens 2 von 3 WIEDERUNTERWEGS Reise-Teammitgliedern sind von einem sandingen dreckigen nassen aufgeregten Hund im neuen WIEDERUNTERWEGS Auto Humboldt nur mäßig begeistert – also sollen Campingplatz, Hundestrand, Supermarkt und City möglichst alle in hunde- und männerfreundlicher Geh-Entfernung zueinander liegen.

Also: Caorle mit Hund

So spielte es in unserem Falle diesmal „nur“ in Caorle – sonst wär ich da dort wohl nie hingekommen. Aber der für italienische Verhältnisse übersichtlich gemütliche Campingplatz Falconera entpuppte sich schließlich (auch wenn die Email Buchung mal wieder nicht geklappt hatte – 5 Emails pro Booking sind halt nicht immer genug) als optimal: Wir bewohnten (nach italienisch ausbedungener mittäglicher Wartezeit für Mensch und Hund in der Mörder-Hitze) ein wunderschönes, superneues großes Mobilhome mit riesiger Western-Terrasse für mich, Air Condition für meine männlichen Reisepartner, neuem Swimmingpool in 20m Entfernung und direktem Strandzugang (natürlich Hundeverbot, was sonst). Aber sowohl Campingplatz als auch Mobilhome waren offiziell und somit theoretisch für „Turisti con 4 zampe“ gerüstet.

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Mit meiner meines Erachtens ziemlich simplen Frage, wo man hier denn mit Hund dann Gassi gehen, bzw an den Strand dürfe, war der Rezeptionist aber regelrecht überfordert und das lag nicht an meinem mäßigen Italienisch. Dafür waren die Fahrräder gratis – in knapp 10 Minuten war ich damit über die Promenade in Caorle, das ziemlich bunt, Promenaden-lastig (Hunde verboten) und Strand-affin (Hunde verboten) und deswegen wohl supersauber daher kam.

Der Urlaubs-Abenteuer-Faktor beschränkte sich dann zwar auf Schuhe-Kaufen mit Hund und Eissorten-Testen wie Polenta oder Ricotta sowie einer üblen Fisch-Antipasti Platte, die spät abends ihre Opfer einforderte  – jedoch: Ich fand es außerhalb der Saison unter der Woche gar nicht übel.

Höhepunkt meiner Caorle Erlebnisse war aber natürlich das gemeinsame Aufsuchen von Frau und Hund des „Bau-Beaches“ in 10 Minuten Gehentfernung zum Campingplatz. Morgendliche HundeSchwimmAnwandlungen sind zwar vor 7 Uhr am öffentlichen Strand höchst erbaulich, aber eigentlich verboten und untertags war an unserem Strandabschnitt nur „passegiare con il cane“ erlaubt – also Rumgehen mit Hund, nur nicht Sitzenbleiben und kein Wasserkontakt. Das hatten uns sowohl einheimische Hundebesitzer („Heuer wird nicht soviel kontrolliert“) frühmorgens erzählt, als auch Salzburger Hundebesitzer, die spät abends mit uns verbotener Weise am Strand inkl. badendem Hund promenierten („Man hört sie eh schon von weitem, die Polizisten kommen mit Quads“).

Aber einmal am Bau Beach angekommen, war alles gut. Der Hundestrand war von einladenden Büschen umgeben, mit sehr sehr vielen Hundenäpfen fürs Frischwasser aufmagaziniert, es gab Gießkannen (Hundebesitzer wissen schon, warum) und eine (für Coffee weniger animierende) After-Beach-Shower 🙂

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Blick zurück zum Dog Beach.

Der Hundestrandaufseher war wohlwollend, kassierte einmal nur den Nachmittagstarif und einmal gar nicht und die Aussicht auf wilde Wasserspielzeug-Verfolgungsjagden im kniehohen Wasser machte Coffee zum bellissimo Cane di Spiaggia. Der Hundebereich zum Baden war mit Bojen gekennzeichnet (so streng wurde das aber nicht genommen) und vorbeispazierende Wassertreter blieben sogar bewundernd stehen, um Coffees Performance zu beobachten. Um ein wenig anzugeben, übten wir dann auch gleich aus gegebenem Anlass „bleib“ und „sitz“ – Coffee hätte alles getan, um noch weitere 100 Mal seiner Wasserkugel nachjagen zu können. Alles sehr erfreulich. Zudem konnte auch ich ein bisschen im Wasser plantschen – was aber mal wieder zweitrangig war.

 Caorle web Juni 2015 (28 von 32) Caorle web Juni 2015 (6 von 32)Bewundernd ruhten auch die Augen jener Hundebesitzer auf uns, die ihren Fifi einfach nicht ins kühle Nass bekamen oder die die Wasserspielzeuge selbst wieder aus dem Meer fischen mussten – wegen Desinteresse ihrer Hunde. Von all dem war bei uns keine Rede – gefühlte 3000 Mal warf ich Frisbee und Wasserkugel in die Weiten des Meeres hinaus, wo es von Coffee in Hochgeschwindigkeit verbindlich und verlässlich ertaucht und erschwommen wurde.

Come bello il cane nero!

Weitere Berichte aus der Toskana und #LIVE aus Italien mit #CoffeeUnterwegsItalia2015.

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