Die ewigen Sommerfrische- und Kurorte Österreichs: Semmering, Rax, Mariazell oder eben … Gars am Kamp. Erst jüngst habe ich meine Erinnerungen mit einer Fahrt mit der Mariazellerbahn aufgefrischt und letztens war ich mal wieder 24h im Kamptal unterwegs. Einen guten Teil davon verbrachte ich im LA Pura Hotel – einem Hotel nur für Frauen. 

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Gleich vorweg – weil die Frage immer kommt: Das Personal besteht schon auch aus Männern. Das hinsichtlich von Gesundheit und medizinischer Versorgung vollkommen auf die Bedürfnisse von Frauen ausgerichtete La Pura befindet sich im ehemaligen Willi-Dungl Hotel direkt am Hauptplatz in Gars. Nun ist Gars am Kamp ein Luftkurort, aber die echte „Saison“ dürfte sich auch hier auf die Sommermonate beschränken. Nun braucht man aber als Gars-Urlauber weder Abenteuer noch Unterhaltung, sondern will die Natur genießen, oder aber – außerhalb der Wander-, Radfahr- und Badezeiten – ausschließlich das La Pura testen. So auch ich.

Alle Frauen, die ich kenne, waren entweder schon dort oder wollen unbedingt mal hin.

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Ein Gesundheitshotel – ausschließlich für Frauen konzipiert – das lockt mich auch. Allein der Preis war bislang für mich mehr als abschreckend- und ist es immer noch. Diesmal habe ich auf www.kurzurlaub.at gebucht – und damit auch gleich ein österreichisches Buchungsportal getestet (hat übrigens vorzüglich funktioniert). Allein, mehr als eine Nacht mit erweiterter Halbpension war als Jungunternehmerin nicht drin – und zur Recherche als Reisebloggerin war ich schließlich nicht eingeladen 🙂 Deswegen ging sich auch nicht mal eine der vielgerühmten Massagen oder Beauty Behandlungen aus.

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Dafür hatte ich Zeit, das Ambiente zu genießen und ich muss sagen: Angenehm. Richtig ANGENEHM.

Als oftmalige Alleinreisende auf der ganzen großen Welt habe ich ja keine Skrupel, alleine in einem Hotel zu logieren – aber hier dürften auch die anderen offensichtlich alleinreisenden Damen diese nicht gehabt haben, die Skrupel.

Endlich sah ich mal gemütlich im Ebook lesende oder in Zeitungen schmökernde Damen allein beim Abendessen sitzen, so wie ich das schon seit Jahrzehnten praktiziere. Endlich! Man muss nicht reden, nicht plaudern, nicht notwendiger Weise Smalltalk praktizieren, weil man „zusammengesetzt“ wird – man darf allein am schön gedeckten Tisch einfach Gast sein und tun, was man will.

Und wenn ich will, dreh ich dazu sogar meinen Laptop auf, jawoll.

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Hoffentlich setzt sich dieses internationale Verständnis auch in den 3-Stern Häusern und sonstigen „Urlaubshotels“ Österreichs fort – in denen eine erwachsene Frau als Alleinreisende oft (gerne auch von Frauen) schräg angeschaut und als Letzte (wenn überhaupt) bedient wird („Warten Sie noch auf wen?“) sowie den Nimbus der armseligen Idiotin mit sich trägt – vom diskriminierenden EINZELZIMMERZUSCHLAG möchte ich jetzt gar nicht reden. Nicht jetzt.

Aber zurück zum La Pura: Das Service war so, wie ich es mir im Vierstern Haus erwarte. Das Frühstück übersichtlich, aber schön angerichtet – obwohl man mir am Vorabend beim Dinner unaufgefordert mein vorbestelltes glutenfreies Gebäck serviert hatte (bitte jetzt keine Fragen!) – hatte man dies beim Frühstück vergessen und brachte mir die winzigen glutenfreien Dinger nur einzeln nach Rückfrage. Das 5-Gang Abendessen war köstlich und versetzte meine Begleitung in schiere Begeisterung – mir hat´s auch geschmeckt.

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Meine Highlights im La PURA/Kamptal:

  • Die wunderbaren Farben im SPA und die schmeichelnde Beleuchtung im ganzen Haus
  • Das Rasul Bad mit Peelings
  • Die vorbildlich schön layoutierte Umsetzung der Kennzeichnung der Allergene im Restaurant
  • Wolfgang, der unser Auto ausräumte und uns zum Empfang begleitete 🙂
  • Smoothies beim Frühstück
  • Die unaufgeregte Ruhe in allen Räumen – kein lautes Wort.
  • Body Lotion im Spa
  • Frischer Kaffee und Tee im Spa
  • Der Boccaccio Saal
  • Die Bibliothek und die zahlreichen Tageszeitungen
  • Dresscodes: KEINE 🙂
  • Sooo viele Sport- und Bewegungsräume – ich war aber nur theoretisch drin.
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Was mir fehlte in LaPura:

  • Kaffee und Tee im Spa während/vor der morgendlichen Wassergymnastik. Hier braucht man nicht zu sparen. Mit einem Morgen-Kaffee vorort sportelt es sich besser.
  • Ein Tisch im Superior Zimmer
  • Die Allergenauszeichnung bei der Nachmittagsjause
  • Zeitungsangebot im Spa – die Gratiszeitungen waren eher unpassend.

Überall liegen Broschüren zur Gender-Medizin auf, d.h. sämtliche Gesundheitsangebote sind auf die Frau zugeschnitten – endlich hat das auch mal ein Hotel aufgenommen. Ob es sich auch so gut verkauft, wie es bei mir ankommt, weiß ich nicht. Voll war das Hotel an diesem Freitag abend beileibe nicht – mir wars nur recht.

Sommerfrische GARS

Also, wer es sich leisten kann, wird im LA PURA nicht enttäuscht werden – der „Luftkurort“ Gars selbst im Winter ist allerdings nur bedingt zu empfehlen. Im Kurpark erfährt man zwar, dass der Gars-Freund Franz von Suppé in Split geboren wurde und kann Kriegerdenkmal und Willi Dungl als Büste betrachten, aber das vor einigen Jahren noch so modern wirkende Asiatische Gesundheitszentrum der Dungls (inkl. Ganesh) wirkt ein wenig verkommen – obwohl so schön am Kamp gelegen.

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Das Freibad am Fluss allerdings schaut auch im Winter verlockend aus – so wie die allerorts ausgeschilderten Radwege. Und auf der Burgruine Kamp wirds heuer wieder eine Oper geben.


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3 comments

Michi E 22. Februar 2015 - 11:09

Ich find das Wording „kommunikativer Ruheraum“ etwas schräg 😉 aber sonst könnt mir das auch gefallen!

Reply
Angelika Mandler-Saul 22. Februar 2015 - 17:40

Ja, das ist subtil und einfallsreich zugleich. Zur INfo: Es saß nie wer drin 🙂

Reply
Gaby 28. Januar 2015 - 08:55

Treffliche Beurteilung, kam ich doch selbst in den Genuß von „La Pura“, einer Wohlfühloase vom Besten!

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