Projekt „Braune Hündin“: Wie alles begann.

Wir wollten einen Hund. Erst wollte nur ich, dann wollte nur Andreas, dann wollten wir plötzlich beide. Warum?

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Die Theorie:

  • Wir dachten, wir würden jetzt nicht mehr soviel reisen. („Wir waren doch schon überall“) – Fehler 1.
  • Ich dachte, ich würde jetzt dann hauptsächlich von daheim arbeiten  –  Fehler 2.
  • Wir stellten uns lange, gemeinsame Hundespaziergänge querfeldein über Hügel und Flüsse sehr entspannend, aber bei Bedarf auch sportlich radelnd vor  –  Fehler 3 (Das Problem liegt bei „entspannend“ – wussten wir damals aber noch nicht.)

Weitere von uns aufgestellte Theoreme zur Hundebeschaffung:

  • Unser zukünftiger Hund sollte uns beim Radfahren und Wandern und Laufen begleiten
  • gesittet an der Leine in der Stadt mit einkaufen gehen. GESITTET.
  • gerne Autofahren und vor allem
  • kinderlieb sein.
  • Hundeschule selbstverständlich.
  • Der Hund unseres Vertrauens sollte mir bei der Gartenarbeit entspannt zur Seite stehen und melden, wenn wer an der Tür war.
  • Und aufs Sofa wollten wir ihn, vielmehr sie, niemals lassen, auch nicht ins Schlafzimmer.

DENN:

  • Es sollte eine Hündin sein. Weiters braun und kurzhaarig.IMG_0399 IMG_0401

Soweit unser, wie wir dachten, ausgereifter und sehr erwachsener kompetenter Plan zum konkreten „Projekt Hund“.

Dann sah ich Coffee auf Facebook. Er suchte einen Platz. nona.

Auf dem Foto saß er kerzengerade auf dem Rücksitz eines Autos mit dem vorwurfsvollen Blick eines Junghunds, der irgendwohin gebracht wird und an diesem Vorgang so gar nichts Sinnvolles erkennen kann. Er war schwarz. Gelinde gesagt, kohlrabenschwarz. So schwarz, dass man ihn kaum fotografieren kann (das erkannten wir aber erst viel später) und er im Dunkeln beim nächtlichen Gassi quasi unsichtbar war (das erkannten wir noch viel viel später).

Erstes Kennenlernen
Erstes Kennenlernen

Zurück zu Coffee´s Facebook Auftritt: Er war auf einem Pflegeplatz und suchte eine Familie. Er war ein knappes Jahr alt, firmierte unter „Jungspund“, war nicht ganz so kurzhaarig, hatte wunderschöne braune Augen und – war ein Rüde. Nun ja.

Rückfragen bei befreundeten Tierärztinnen und Hundehaltern ergab intern, dass Rüden auch Hunde waren. Ja. Doch. Ich hatte aber nur Erfahrung mit Hündinnen. Aber ansehen wollten wir ihn uns in natura dann doch. Wir fuhren durch das halbe Bundesland, um Coffee zu treffen. Er war sehr schwarz, sehr schwanzwedelnd, sehr freundlich und, nun ja, sehr aktiv. Ein agiler Hund also, nun ja, fürs Laufen und Radfahren ja wie geschaffen, dachten wir uns.

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Übernahme der Kontrolle im Garten

Die Pflegerin ließ ihn überraschender Weise von der Leine und schon nach einigen Minuten verlor er das Interesse an uns und verschwand schnüffelnd im Unterholz. Das hätte uns bereits zu denken geben sollen. Aber die Pflegerin verwickelte uns in ein semiprofessionelles Hundegespräch und Coffee stöberte einstweilen nach Getier im Unterholz. Später sollte dies zu seiner Profession werden.

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Immer on duty „JAGD“

Zusammenfassend kann ich also sagen: Coffee war genau das Gegenteil von der braunen Hundedame, die wir uns vorgestellt hatten. Aber nach 6 Wochen holten wir ihn doch zu uns. Die ganze Heimfahrt im Auto lag er halb auf mir, alles was ich mir dachte war: Also können Rüden auch anschmiegsam sein. Seitdem sind wir zu dritt – wenn man die Millionen schwarzen Hundehaare nicht mitzählt – und alle sind wir froh. Fast immer.

Coffees erster Abend daheim
Coffees erster Abend daheim

 

Im Begleittext zu seiner Facebook Annonce war übrigens gestanden: „Katzen findet er „spannend“. Das hatten wir damals recht amüsant gefunden. Jetzt wissen wir: Das war eine gehörige Untertreibung.

 


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