„You want elephant to shake?“

In Nordthailand war´s – in der Nähe von Pai (wo wir übrigens einen der hübschesten und schnuckeligsten Bungalows aller unserer Asien Reisen hatten), am Tag nachdem der Strom ausgefallen war. Wiedermal Elefanten Reiten. Und mit der Frage aller Fragen. „You want elephant to shake???“

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Die Frage aller Fragen bei unserem ausnehmend netten Elephantenritt zu zweit war nämlich die, die ganz am Schluss gestellt wurde.

Unser Treiber war ein sehr lustiges Bürschchen, das uns den Rüssel seines Tiers als Brücke gebrauchen ließ – was mir nicht ganz koscher schien.

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Der Ritt durch den Wald zu dritt allein (Also Andreas, der Elefant und ich) hatte uns gut gefallen, wir waren sicher, dass der Elefant wusste was er tat. War ja sein Business, Touristen auf seinem Rücken auf den immer gleichen Trampelpfaden durch den pittoresken Wald zu lotsen – wir wussten, wir konnten uns da felsenfest auf ihn verlassen. 

Dass wir also ohne Treiber auf einem Elephant im Wald unterwegs waren, fanden wir sehr gemütlich. Wenig später watete unser Dickhäuter mit uns durch den Fluss: Bei dem Gedanken daran, dass ich in diesem Schlammwasser unter den Elefanten ins Wasser geraten könnte, war mir nicht sehr wohl. Doch recht massig so ein Tier.

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Es kam aber wie es kommen musste. Irgendwann war der Treiber wieder da, ließ einen von uns über die besagte komfortable Rüssel-Brücke vom Elefanten absteigen und schwang sich selbst dazu. Jetzt ging es nämlich an den – für ihn – witzigen Teil: Heissa, Baden mit dem Elefanten.

Unter uns das braune Schlamm-Wasser, hinter uns ein kreischender und unverständlicher Weise kichernder Treiber, vor mir der prall gefüllte Rüssel des Elefanten, der sich mir näherte und mir und meinen Kontaktlinsen den Wasserstrahl punktgenau ins Gesicht setzte. Soweit so fetznass. Es kam noch schlimmer. 

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Nun nämlich fiel jener Satz, der seit diesem Thailand Urlaub ein geflügeltes Wort bei uns ist: „You want elephant to shake?“

Äh, ich weiß nicht recht. Will ich? Keine Zeit für Waage-bedingtes Zaudern und Entscheidungsunlust. Durch den Elefant ging ein Schütteln, ein Zittern, ein Wachteln mit den Riesenohren, an denen ich mich noch festkrallte, bevor ich schließlich dort landete, wo ich nie im Leben sein wollte: Unter einem Elefanten im schlammigen Wasser irgendwo in Thailand.

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Nun war ich touristen-technisch auch schon in Nepal gezwungen worden, mit den Elefanten zu Bade zu gehen. Das hatte sich aber auf ein gepflegtes Nebeneinander Stehen im (ebenfalls grindigen) Wasser inkl. Streicheln und gut Zureden beschränkt. Hier war ich mit Karacho vom Elefantenrücken abgeschüttelt und quasi in den Schlamm versenkt worden. Nicht ganz mein Fall. Gott sei Dank war das Wetter schön.

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Das erste was ich nach solchen unliebsamen Ereignissen zu tun pflege (vergleiche auch Abseilen im eisigen Wasserfall beim Canyoning in der Steiermark) ist der „Hab ich meine Kontaktlinsen noch – oder bin ich schon blind“-Test.  Die Linsen waren da, der Elefant war bereit für neue Schandtaten und ich kletterte über seine Ohren und seinen Rüssel relativ behende wieder ans sichere Land.

Der nächste war dran, um in den Schlamm getreten zu werden: „You want elephant to shake?“ Und das war dann mein Mann Andreas 🙂

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Er nahm das ganze wie immer betont sportlich und verfiel sogleich in die bekannte Elefanten-Rodeo-Haltung, von der man zwar in Thailand noch nie gehört hatte, die aber seit unserem Elefanten-Höllenritt dort in aller Munde sein soll.  Er durfte nach Abwurf auch wieder die besagte Rüssel-Brücke benutzen. But the elephant shaked again. And again. 🙂

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HINWEIS: Im Oktober 2009 fuhren wir 4 Wochen lang mit dem Mietauto kreuz und quer durch Thailand. 


 

 

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