Cu in B.A.

Nachdem meine heurige Narzissenfest-Tour ins Ausseerland heuer aber so was von ins Wasser gefallen ist, war es nur recht und billig, noch eine Nacht quasi zur Wiedergutmachung in B.A. zu verbringen, bevor es nach Down Under geht. Diesmal bei schönstem frühherbstlichen Kaiserwetter …

…durfte ich Bad Aussee und Altausse mal aus ganz anderen Perspektiven kennenlernen. Wie oft war ich in den letzten Jahrzehnten wohl schon im Ausseerland: Zum Campen, zum Wandern, auch zum Bergsteigen (hört hört), Chillen und Schwimmen auf meinem Lieblingplatzerl am Altausseer See (stets mit Most und Steirerkasbrot), zum Walken rund um den See, Bootfahren, Skifahren, Radfahren eh klar ….

Erzherzog Johann in Altaussee

Mindestens zwei  Mal pro Jahr zieht es mich fast magnetisch vom Weinviertel gen Loser, Sandling und Trisselwand.

Diesmal in Altaussee für mich ganz neue Eindrücke – So eine echte Führung mit der wissenden Eva Hilbrand, das hat schon was für sich: Endlich weiß ich, wo Karin Brandauer geboren ist, Barbara Frischmuth aufgewachsen und in welchem Haus Klaus Maria Brandauer weilt. Neben dem Musikpavillon gibts sogar einen von Barbara Frischmuth gestalteten Staudengarten: Für mich als Kräuterlehrling und Leseratte eine unerlässliche Info 🙂

IMG_5406Aber noch ein literarischer Höhepunkt während unseres Rundgangs: In einem idyllisch gelegenen Häuschen mit Seerosenteich nahe der Gradieranlage am See weilte einst Friedrich Torberg auf Sommerfrische. Heute beherbergt die typische Ausseer Villa den Künstler Horst Jandl. Redselig und offensichtlich hocherfreut über Besuch lädt er uns in sein ansehnlich zusammengeräumtes Atelier: Durch das hohe Fenster mit seinen Butzenscheiben hat also Torberg damals auf Loser und Trisselwand geschaut; heute malt dort Professor Jandl.

Bei einer solchen Aussicht könnte sogar vielleicht ich Aquarellmalen.

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Dass im Hotel Erzherzog Johann vorzüglich gekocht wird, wusste ich schon aus früheren Aufenthalten. Aber den neuen Skypool, den kannte ich noch nicht. Über den Dächern von Bad Aussee mit dem Blick auf die Traun mit ihren Brücken lässt es sich im Indoor-Infinity Pool ganz herrlich abschalten. Kaum betritt man die beiden Wellness Etagen, schaltet man automatisch ein bis zwei Gänge zurück.

Das liegt sicher auch an dem duftenden Zirbenholz, das im ganzen Haus verarbeitet ist und  laut Direktorin Regina Stocker eine Lüftung überflüssig macht.

Mein Favorit: Der traumhafte Gymnastikraum. Yoga mit Blick über B.A. – wenn mich das mal nicht entspannt, was dann?

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Weil es mich interessiert: Hintaus sieht man noch die traurige Baustelle des „alten“ Ausseer Kurbads. Hingegen rührt das neue, mit seinen Appartementblöcken höchst umstrittene neue Narzissenbad am nahen Lerchenreither Plateau schon längst kräftig die Werbetrommel.

Im Hotel Erzherzog Johann hingegen herrscht eine ruhige, angenehme Stimmung; das Service empfinde ich als überaus höflich und zuvorkommend, mit einem freundlich steirischen Touch.

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Der Literatur an diesem Tag aber nicht genug – abends liest der „neue Jedermann“ Cornelius Obonya mit Verve und unglaublicher Energie teils skurille Gedichte von Robert Gernhardt. Diese Lesung und das anschließende typische Erzherzog Johann – Dinner versöhnen mich dann vollends mit der verregneten Niederlage meiner Narzissen-Radtour Ende Mai (…ein Fest, das die Ausseer übrigens heldenhaft trotz der Regenmengen durchgezogen haben).

Auch diesmal war es sicher nicht das letzte Mal:

Cu in B.A. again!

Herzlichen Dank an Hoteldirektorin Regina Stocker für die Einladung zu einem Aufenthalt im Hotel Erzherzog Johann. Die Meinungen in diesem Artikel sind meine eigenen.

 

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