„Da draußen in der Wachau“, so heißt der Liedtitel ja eigentlich korrekt. Von wegen Dürnstein – der Ort in der Wachau mit dem himmelblauen Stifts-Kirchturm. Vor genau einem Jahr drängten sich hier noch die Massen durch das enge Gasserl. Bei unserem Post-Corona Besuch ist es ruhig, heiß und beschaulich. Und es gibt Unmengen an freien Parkplätzen. Ein Unikum, das es auszunutzen galt.Dünstein von oben

Dürnstein – Der Ort mit dem himmelblauen Kirchturm

Das blitzende Himmelblau des Kirchturms – die Farbe regt mittlerweilen keinen mehr auf , weder die etwa 900 Einwohner Dürnsteins noch die Touristen – begrüßt uns auf unserem Tagesausflug in die Wachau über Krems. Letztere, die Touristen , regt er sowieso nicht auf, denn dieselben bleiben jetzt gerade aus. Und wie sie ausbleiben. Es hängen schon die grünen Marillen am Baum, das Ausflugswetter ist top, die Donau und die Anlegestellen für die Schiffe warten, sogar die Gasthäuser dürfen öffnen, wenn sie nicht grade ihre Ruhetage zelebrieren – die Radwege sind übersichtlich leer und – die Massen bleiben aus. Zumindest unter der Woche.

Dürnstein von oben

Blick auf die Donau und Dürnstein mit dem Stift und dem Kloster

Heuer kann von Schlagzeilen wie „Wachau wird von Touristen überrannt“ oder von der mickrigen und  stets bemängelten Aufenthaltsdauer von maximal 90 Minuten pro Durchrenn-Gast keine Rede sein. Auch von der Sondersteuer hört man nichts mehr – jetzt wäre man froh, wenn ein bisserl mehr los wäre unter der Woche. Ohne Corona würden sich täglich mindestens 1000 Besucher und über das Jahr verteilt über eine Million Gäste durch Dürnstein schieben inkl. Radfahrer, Wanderer sowie Kreuzfahrtsgäste und Bustouristen. Viel hat grad nicht offen, als wir uns dienstags auf nach Dürnstein aufmachen zum Lokalaugenschein. Kühle Getränke und Weinverkostungen, der eine oder andere Mittagstisch und Eis oder Kaffee – das gibt´s aber und mehr brauchen wir nicht.

Am Erlebnisweg rauf zur Ruine

Übrigens, der blaue Kirchturm: Das heute weithin leuchtende Himmelblau des Kirchturms war bei der Restaurierung in den 1980er Jahren mehr als nur EIN Stein des Anstoßes. Man war bei der Renovierung auf die einst blaue Färbung gestoßen und entschloss sich, dieses Blau wieder hervorzuholen. Viel Streit und Kritik gab es damals darob: Hochzeiten wurde n abgesagt, Widerstand aller Orten, „Wie kann man nur“ – etc. Heute ist man sich einig, dass das barocke Himmelblau, einst der teuerste Farbstoff der damaligen Welt – perfekt für Dürnstein ist, für den schönsten Ort in der Wachau – wie man hört.

Post Coronam Ausflug nach Dürnstein

Normalerweise sind hier in den schönen Monaten die Parkplätze rund um Dürnstein gerammelt voll, die Busse stehen außerhalb des Orts eng nebeneinander geparkt, die Autos kreisen, Campervans rangieren und die kleine Bimmelbahn fungiert als Zubringer in den Ort für all jene, die sich den 10 Minuten Marsch in der Hitze nicht zutrauen. Weil heiß wird es hier schnell im Sommer, in der Wachau. Wir sind zwar Mitte Mai unterwegs, aber auch uns und dem schwarzen Vierbeiner ist mehr als mollig warm. Deswegen planen wir auch zunächst ein Frühstück in Krems-Stein ein, gefolgt von einem Pfotenbad am dortigen Treppelweg, bevor wir diesmal den elitären Parkplatz P3 direkt am Fluss wählen – normalerweise wäre der bereits seit Stunden voll. Übrigens: Für Krems muss man als gevifter Ausflügler mittlerweilen mindestens einen ganzen Tag einplanen – mit der neuen Landesgalerie, den vielen Lokalen, der FUZO und den zahlreichen Museen und Wandermöglichkeiten oder gar mit einer Schifffahrt – wird der Tag sehr schnell zu kurz.

Parken in Dürnstein

Tunnel Dürstein

Vom Parkplatz durch den Tunnel rauf

Alle Infos zu den Parkplätzen rund um Dürnstein und das Parkleitsystem gibt es hier online zum Planen. Wer sich Dürnstein spazierend nähern will, nimmt gleich den großen P1 beim Kuenringerbad (hundelose Menschen können nach dem Sightseeing oder der Ruinenbesteigung hier hervorragend baden).

Hier legt auch das Schiff an, daneben gibt es einen Naturspielplatz für Kids und einen Naturbadestrand, der weiter östlich dann mit einem Stellplatz für Camper abschließt. Von unserem Parkplatz P3 gehen wir den Treppelweg entlang (hier wurden 1960 Szenen von „Mariandl“ mit Peter Weck und Conny Froboess gedreht), schauen rüber zum (noch) verwaisten Campingplatz nach Rossatz – wo sonst auch die Bühne für die „Starnacht in der Wachau“ aufgebaut wird und wo man mit Hund hervorragend ins Wasser rein kann – und steigen schließlich gut gekühlt durch den alten Tunnel hinauf „zur Stadt“ und zum Stift.

Das Stiftsmuseum hat geschlossen, aber einem Selfie im Spiegel mit Stiftsturm steht nichts im Wege.  Weiter an den Resten des Klosters geht´s dann Richtung Ruine Dürnstein und zum Themenweg, Stichwort Richard Löwenherz und Sänger Blondel.

Blick hinüber nach Rossatzbach zum leeren Campingplatz

Rauf auf die Burgruine Dürnstein

Dort, wo man von den großen Parplätzen im Osten meist schon schwitzend beim Kremser Tor den Ort betritt und den schönen Blick hinunter zur Donau Richtung Kuenringerbad hat, dort startet man den einfachen Wanderweg hinauf zur Ruine. Der empfiehlt sich, weil wir anfangs noch aufnahmefähig sind für den Themenweg, der superschön gestaltet ist.

steiner tor ausblick

Ausblick von Dürnstein Richtung KuenringerBad

aufstieg ruine dürnstein

Der Aufstieg zur Ruine beginnt hier.

Offiziell dauert es 20 Minuten – ich brauche wie immer länger, weil: Hund, Schwitzen, Fotografieren, Genießen. Und die Themenstationen darf man ja auch nicht beiseite lassen: Lesen, Schauen, Horchen ist da angesagt. Oben gibt es dann nur noch eins: Schauen – die Wachau liegt einem zu Füßen, die Donau fließt still vor sich hin und Coffee hält die Nase in die Luft. Hier die Dia-Show zur Burgruine Dürnstein:

Hinab steigen wir über den Eselssteig – Stufe um Stufe und so erschließt sich uns wieder ein anderes Bild von Dürnstein – ein Traum. Auch über den Voglbergsteig kann man zur Ruine Dürnstein gelangen – über die Starhembergwarte mit Aussicht. Das ist aber dann doch langwieriger und anstrengender als unsere Kurzversion.

Wieder unten im Ort bei Kunigundenkirche und Friedhof, spazierten wir noch bei den Überresten des Klarissen Klosters vorbei (das man vom Eselssteig super sieht), schauten auf das besagte Selfie im Stifts-Innenhof vorbei und wanderten dann über das Schloss Dürnstein am westlichen Ortsausgang wieder gen Parkplatz – wo Coffee dann ein kleines Bad am Treppelweg in der Donau nahm, um die Erstbesteigung der Burgruine hitzetechnisch zu verdauen.

 

Dürnstein Stiftskirche

Der himmelblaue Turm

Blick auf Dürnstein

Kloster der Klarissen

Rund um Dürnstein

Die Donau – Die Hauptsache

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Die Donau. Ausflugsziele an der Straße der Kaiser und Könige

Zahlreiche Majestäten und gekrönte Häupter, Adelsgeschlechter und Orden haben in den letzten tausend Jahren ihre kulturellen Spuren entlang der Donau hinterlassen. Viele Spuren von einst sind heute noch schöne Ausflugsziele für uns alle - entlang der Straße der Kaiser und Könige zwischen Regensburg, Passau, Wien und Budapest ...
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Die Donauwarte Krems Egelsee und andere Aussichtspunkte

Dieser tolle Aussichtsturm liegt zwischen Krems und Dürnstein hintaus in den Weinbergen. Bei der Auffahrt wählten wir die enge Straße durch die Weinrieden ab Stein, retour kamen wir über das Alauntal nach Krems – eine deutlich breitere Straße, bei der sich auch WOMO´s und Campervans keine Sorgen um entgegenkommende Traktoren machen müssen. Eigentlich nur am Weekend oder Feiertag offen – wir hatten mal Glück, es war offen und auch Coffee bezwang die Wendeltreppe.

donauwarte krems egelsee

Donauwarte – Der Ausblick nach Krems

ausblick donauwarte

Ausblick auf Krems.Stein von der Donauwarte

Straße durch die Weingärten rauf zur Warte

Auch wunderbare Ausblicke in dieser Gegend hat man vom „Wachauer Weinblick“ – einem Picknickplatz mit Blick über Loiben und die Donau oder die hohe Dürnsteiner Kanzel am Voglberg und die Ferdinandwarte.

Ausblick gen Westen von der Donauwarte

Naturbadeplätze rund um Dürnstein

Weil ich ein Fan vom Flussbaden bin und dafür jedes Chlor-Freibad links liegen lasse, bin ich immer auf der Suche nach Flussbädern oder Möglichkeiten zum Wildbaden am Fluss. Auch, weil ich meist in Hundebegleitung unterwegs bin und Baden mit Hund dabei immer Thema ist. In der Wachau und im westlich angrenzenden Strudengau gibt es einige schöne Bademöglichkeiten für all jene, die es gerne naturbelassen mögen. Geheimtipps sind das aber natürlich keine mehr. Nach unserem Dürnstein Besuch waren wir im kleinen Altarm direkt beim Kuenringerbad-Parkplatz (siehe Foto) zugange. Dort gibt es auch ein kleines Inselchen, auf dem gerne gelagert wird (Durchwaten vorher nötig!).  Entlang des Altarms zum Camper-Stellplatz kann man auch lagern, geländegängige Hunde auch wassern. Noch mehr Bademöglichkeiten – auch für Zweibeiner – entlang der Donau gibt es in Emmersdorf, in Weißenkirchen, bei Wösendorf, bei Luberegg und Weitenegg im Donausee und in Spitz. Besonders schön fanden wir auch die Pielachmündung bei der Brücke in Emmersdorf. Demnächst mehr dazu auf diesem Blog 🙂

badestelle wachau dürnstein

Donaustrand beim Kuenringerbad in Dürnstein

Seitenarm der Donau

Einkehren – eins meiner Lieblingsworte unterwegs

An diesem Post-Coronam-Dienstag waren wir nach einem Spaziergang in Krems Stein auch gleich daselbst frühstücken – direkt am Rathausplatz (Reinschauen in den Innenhof – sehr pittoresk!) bei der Pestsäule im Café Rathaus. Hier in Stein wurde übrigens der Herr Köchel geboren, der vom Mozart Köchelverzeichnis!

Diashow Krems Stein:

Nach der Burgruinen-Besteigung in Dürnstein fuhren wir weiter nach Weißenkirchen, der große Hunger trieb uns gleich in´s erste Haus am Platz, bzw. den ersten offenen Heurigen, der uns unterkam und das war der bekannte von Hermenegild Mang – eher ein Heurigen.Park und Restaurant als ein Heurigen, wie wir es aus dem Weinviertel kennen 🙂 Der große Park, äh Garten war lauschig, kühl, großflächig und hundefreundlich mit extra Wasser für den Herrn Hund plus: Kinderspielplatz. Wir schmausten und tranken und damit fiel die Besichtigung von Spitz, die wir noch am Plan gehabt hätten, ins Donau-Wasser. Deswegen next Stopp: Spitz an der Donau, dort wo das echte, erste Mariandl und der „Hofrat Geiger“ 1947 spielten.

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1 comment

Andreas 25. Mai 2020 - 18:44

Passend zum Stifts-Kirchturm hatten wir alle (inklusive Hund) zufällig was Blaues an. Check the pics.

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