Von der „Speis“ zum „Espresso al banco“ – Wolkersdorf damals und heut…

Warum in die Ferne schweifen? Auch #Reiseblogger sind manchmal und gerne daheim und daheim unterwegs auf Erkundungsfahrt. Diesmal war ich #wiederunterwegs in meiner engsten Umgebung, in Wolkersdorf. Denn eigentlich gilt schon seit 43 Jahren – obwohl ich erst vor 4 Jahren hier „heraus“ gezogen bin: „Ich bin eine Wolkersdorferin“ …

Oben beim Bankerl mit Leiterwagerl am Roseneck, noch unverbaut.

Die Großeltern meines Vaters sind in den letzten Kriegstagen 1945 bei einem Bombenangriff in der Wolkersdorfer Kellergasse ums Leben gekommen. Meine Großeltern habe ich jahrelang in Wolkersdorf besucht, wir haben #hintaus die Sommer im Leiterwagerl und auf den Feldern verbracht und mein Großvater, seines Zeichens auch Gemeindeschreiber von Wolkersdorf, zeichnete jahrelang auch als „Reiseleiter Herr Saul“ für die Abenteuerlust und Reisefreudigkeit der WolkersdorferInnen verantwortlich – zusammen mit der Fa. Gschwindl war er reiseleitend, organisierend, Witze erzählend im Bus nach Tirol, in die Schweiz, nach Deutschland „wiederunterwegs“.

Mein Vater ging hier zur Schule und in den Ferien wohnten wir #hintaus am Roseneck und trieben uns im alten Freibad in Wolkersdorf oder Niederkreuzstetten und rund um die Kellergasse – am Bacherl, beim Bankerl oder beim Marterl stundenlang herum.

„Bacherl, Bankerl, Marterl“: Begriffe, die sich mir eingeprägt haben und Orte, die ich jetzt wieder entdecke.

2011 bin ich also – nach fast 40 Jahren Stammersdorf – hier „heraus“ gezogen, nach Kronberg. In Wolkersdorf gehe ich einkaufen, schwimmen, zum Arzt, zur Bahn, ins Kaffeehaus für geschäftliche Termine und zur Physiotherapie .. Und als #Reisebloggerin freue ich mich auch hier draußen über alle neuen Locations, die ich entdecken kann. So auch diesmal:

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Am Bacherl entlang nach Wolkersdorf

Heute habe ich mir einen freien Freitag Vormittag herausgenommen, um zwei neue Geschäfte in Wolkersdorf zu besuchen: Mit meinem Rad parke ich (#coffeebleibtdaheim) direkt vor der neuen „LandSpeis“ – ein genialer Name, der genau das ausdrückt, was es ist: Produkte vom Land fürs Land, in einer Art „Speis“ präsentiert und (fast) rund um die Uhr verfügbar. Das Gros der Produkte kommt von der sympathischen und hochmotivierten Teilzeitbäurin Sandra Holzer aus Neubau, zugekauft werden Produkte u.a. auch von der legendären Maria Schmidt.

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Bitte eintreten, in die „Landspeis“!

Einkaufen kann man fast immer, von 6-22 Uhr ist aufgesperrt – gezahlt wird ehrlich in die Box – ohne kontrolle, so wie das hier im Weinviertel beim Erdäpfel- und Zwiebel Kaufen immer schon gang und gäbe ist. Drinnen wirkt alles superfrisch einladend, was sicher auch an dem GELB liegt, das entgegenleuchtet. Biowein gibts vom Holzer-Ehemann, selbst gemachte Chutneys, Salate und Getreide von Sandras Hof, den ihre Tochter irgendwann mal weiterführen möchte.

Diesen und die kommenden Freitage lohnt sich´s übrigens doppelt, vorbeizuschauen: Vor dem Lokal kann man einiges verkosten und sich von Sandra überzeugen lassen: Vom Biogemüse, von ihrer Landwirtschaft, davon dass man EIer nie in den Kühlschrank tut und dass man die köstlichen Grissini gleich mal verkosten soll. Auch die Öle, die Kürbiskerne und die Apfelscheiben. Nachdem ich dann noch den steirischen Aroniasaft für die Stärkung meines Immunsystems mir einverleibt habe, steht mir der Sinn aber nach einem Kaffee.

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Verkostungen jeweils Freitag Vormittag

Denn bekomme ich bei Ludwig – „neben der Wolkersdorfer Damen-Fitness“. Ich kehre bei Ludwig Himmel in der Hofgartenstraße im neu eröffneten „Himmel´s“ ein. Und nein, das Café hat nichts mit dem Bauch´schen Himmelkeller in Kronberg zu tun. Draußen sind alle Plätze besetzt, aber ich will mir ohnehin das Intérieur des neuen Kaffeehauses und den dazugehörigen Barista besehen.

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Ludwig Himmel in seinem neuen Café

Espresso gibts (auch) wie in Italien „al banco“ – also quasi an der Budl – oder mit Service bei den Tischchen mit den selbstgemachten Menükarten mit KaffeebohnensackÜberzug 🙂 Frühstück gibts übrigens den ganzen Tag!

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Wer Zeit hat, kann sich nach dem Kaffeetscherl auch bei Ludwigs Gattin die Nägel machen lassen, ein Shop im Shop quasi – sehr praktisch. Den Kaffee gibts in Spezialabfüllung von DieRösterin Johanna Wechselberger, damit will er sich von der Wolkersdorfer Konkurrenz klar abheben, so Ludwig. MIr gefällt´s – eine kleine Oase der Ruhe – und das auch noch mit einem Bücherschrank und Leseecke zum Schmökern – alles mit Büchern ist sowieso gut. A

ber da bin ich schon wieder per Radl über alle Berge – nach Kronberg – zu Hund und Kegel unterwegs.

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