Das Südbahnhotel am Semmering: Alles wird neu bis 2025

Der neue Eigentürmer hat große Pläne und feiert 140 Jahre Grandhotel

by Angelika Mandler-Saul

Seit ich das erste Mal im Rahmen der Festspiele Reichenau bei der Aufführung meines Schnitzler´schen Lieblings-Oeuvre „Das Weite Land“ anno 2004 im Südbahnhotel am Semmering war, liegt mir das Haus am Herzen.

südbahnhotel feier 2022
140 Jahre Südbahnhotel: 15. 7. 2022

UPDATE 2022: Das Südbahnhotel sird wieder aufsperren

Im November 2021 wurde bekannt, dass das Südbahnhotel mit Christian Zeller einen neuen Besitzer hat, der das Prachtstück als Grand Hotel bis 2025 wieder eröffnen will. Der Kultursommer Semmering, der in den vergangenen Jahren das Haus im Sommer bespielt hatte, musste nach internen Querelen ins nahe Panhans ausweichen. Im Südbahnhotel selbst wird mit einem eigenen Kulturprogramm seit 15.7. 2022 wieder hoch gepokert:

brücke südbahnhotel
Opening Party 2022 Südbahnhotel, die Brücke zur Dépendance war geöffnet – als Seufzerbrücke

Das ganze Jahr über will man mit „Kultur, Natur, Wissenschaft und Kulinarik“ die Besucherinnen abholen. Kontakte in die Branchen hat Zeller reichlich, dank seines Kultursponsorings der letzten Jahre etwa an Staatsoper, Volksoper und Musikuni. Dem Vernehmen nach sollen 2023 die Festspiele Reichenau unter Maria Happel auch wieder hier herzurückkehren, ihnen diente das Südbahnhotel schon on 2000-2010 als externe Spielstätte.

Die neue künstlerische Leiterin Ingrid Skovhus hat in kürzester Zeit ein Ganzjahresprogramm auf die Beine gestellt – nebst einem großen 140 Jahre quasi-Eröffnungsfest am 15. 7. 2022: Mit diesem, einem Stationentheater und Gala-Dinner wurde der oft zitierte „Neustart“ eingeleitet und der angebliche „Dornröschenschlaf“ der letzten Jahrzehnte beendet. Trotz der überbordenden Euphorie der neuen Betreiber, des Landes NÖ, der offenbar ebenfalls begeisterten Investoren, der Architekten und des Kulturteams darf nicht vergessen werden, dass das Haus die letzten Jahre – trotz aller Miseren – hervorragend von Edgar Bauer verwaltet und sommers auch fast regelmäßig höchst erfolgreich bespielt wurde: Von den Festspielen Reichenau und vom Kultursommer Semmering. Das Ganzjahres-Programm hingegen ist neu und es bleibt abzuwarten, wer zwischen November und April den Weg auf den Semmering findet, um im Südbahnhotel Kultur zu tanken.

140 Jahr Feier Südbahnhotel

Mit einem Stationentheater wurde das Haus von Kopf bis Fuß bespielt. Nicht nur die bekannten Räumlichkeiten wie den Spielsalon, den Waldhofsaal und den Festsaal samt Terrassen, sondern auch jene Räume, die man selten zu Gesicht bekommt, waren mit einbezogen. Das Foyer, die Vorfahrt, das marode Schwimmbad, die untere Terrasse, sämtliche Flure und viele Zimmerfluchten – denn etwa auf der Bel Etage sind die Zimmer verbunden: Früher reiste man ja auf größerem Fuße.

140 Jahre Südbahnhotel Dachterrasse
Dachterrasse. 140 Jahr Feier

Florian Teichtmeister gab den zweifellos wichtigen Portier (künstlerisch etwas unterfordert), Robert Reinagl, Philipp Hochmair, Angelika Niedetzky und viele andere auf den Etage luden mehr oder weniger zur Interaktion – auf jeden Fall aber gab es was zu sehen und zu hören. Abseits der Trampelpfade erschloss sich jedoch ein mehr als baufälliges Bild des schönen Grandhotels, gleich nach dem Stationentheater wurden auch sämtliche Zugänge wieder abgesperrt für das Publikum. Ist wahrscheinlich besser so, obwohl man beteuerte, alle Bescheide zur Öffnung für´s Publikum in der Tasche zu haben. Anderntags wurde nämlich die echte Öffentlichkeit zum Theater und Showdance erwartet….

Im Waldhofsaal fand man danach für das offizielle Happening – Eigentümer, RednerInnen und Musik – zusammen, um offiziell zu feiern, dass man 2025 wieder aufsperren will. Abends wurde zum Dinner geladen.

Das Südbahnhotel einst: Von Palast, Portier und Plaisir

Das ist jetzt bald 20 Jahre her, dass ich hier „Das Weite Land“ der Festspiele Reichenau gesehen habe – und bis zuletzt fuhr ich immer noch gerne mal zwischendurch auf den Semmering, um um das Haus herumzustreichen und ein bissl Sommerfrische Feeling von einst erahnen zu können. Seit 1882 fuhr man nicht nur zur kandidlen Sommerfrische auf den Semmering und ins Südbahnhotel. Stefan Zweig fuhr auch mal zwischendurch für´s Weekend rauf, um dort Damenbesuch zu empfangen. Ob man im Südbahnhotel oder im nahen Panhans abstieg – das war schon damals Geschmackssache – winters wie sommers.

Die Aussicht aus dem Südbahnhotel
Die Aussicht aus dem Südbahnhotel

In den Tagebüchern und Briefe der KünstlerInnen der Wiener Moderne kommt der Semmering als Konstante jedenfalls immer wieder vor: Als Destination für Bergpartien, für geheime oder offizielle StellDichEins, zur Brautsuche, für längere Kuraufenthalte, als Sommer-Treffpunkt mit Wiener Freunden (so etwa die Altenberg-Kraus-Loos Partie) oder eben für längere Aufenthalte als Sommerfrische. Wer es sich leisten konnte, stieg also mehrmals pro Jahr in den Grand Hotels am Semmering ab, die großbürgerlichen Familien hatten hier ihre eigenen Villen, andere kamen beim Bauern unter.

Gustav Klimt schreib an Emilie Flöge vom Südbahnhotel
Gustav Klimt schreibt an Emilie Flöge. Postkarte, Quelle: info-wien-tipps.at

Auch Gustav Klimt schrieb nach der Rückkehr vom Semmering aus seinem Stammcafé in Wien, dem Tivoli, an Freundin Emilie Flöge, die im Feber 1912 am Semmering im Südbahnhotel weiter verweilte („Sonnig, 4 Grad. Neigung zum Warm Werden – glatte Fahrt gehabt, ab Wr. Neustadt zu dritt“).

Und die Bahnfahrt über den Semmering mit der Südbahn – damals ein Weltwunder, weil man dank Ghega erstmals einen solch hohen Pass überwinden konnte – war anfangs noch ein veritables Mirakel und ein wirkliches Erlebnis für die Reisenden.

Genau so oft wie die anderen beliebten Sommerfrische Ziele in Österreich Bad Ischl, der Wolfgangsee oder das Ausseerland, firmieren Semmering und Raxgebiet als Inbegriffe für diese Art des Langzeit Urlaubs der besseren städtischen Gesellschaft von einst – und erlebt (unter anderen Voraussetzungen) endlich das von mir lang erwartete  und permanent prognostizierte Revival.

Nicht zuletzt durch den geplanten Neubau des Kurhauses Semmering gleich um die Ecke vom Südbahnhotel. Sapperment, endlich, hoffentlich!

Blick von der Hochstraße auf das südbahnhotel
Blick von der Pass-Straße auf Südbahnhotel und Kurhaus Semmering
südbahnhotel theater
Vor 15 Jahren vor dem Südbahnhotel mit dem Zitat aus Kraus´ „Die letzten Tage der Menschheit“.

In der Zwischenzeit war ich – seit „Das Weite Land“ 2004 aus verschiedenen Anlässen regelmäßig im Südbahnhotel. Gleich im Jahr danach (2005) bei der großartigen „Radetzkymarsch“ Inszenierung mit Michael Dangl als Trotta und André Pohl als Arzt-Freund, danach auch bei Bahrs „Das Konzert“ wieder mit Morzé plus Joseph Lorenz als Gustav Heink.

Wobei die damalige Aufführung von „Das Weite Land“ mit Petra Morzé als Genia und Josefstadt-Direktor Föttinger in den Hauptrollen schon wirklich mehr als perfekt in das Setting des großen Speiseaals und vor allem oben in den ersten Stock in den Waldhofsaal mit der Terrasse gepasst hat – spielt das Stück doch genau in einem solchen Grand Hotel – nur eben nicht am Semmering, sondern am „Völser Weiher“.

Schnitzler soll sogar seinen Protagonisten, den Portier Rosenstock aus dem „Weiten Land“ nach dem echten damaligen, repurtierlichen Südbahnhotel Portier Rosenbaum, später Rostler, gestaltet haben. Der berichtete auch einst, dass große Teile dieses Stücks während Schnitzlers Aufenhalten im Südbahnhotel (immerhin mindestens 12 Mal) entstanden sein sollen und er mit Leichtigkeit allen Figuren ihre echten Pendants aus der damaligen Realität zuordnen könnte.

Das glaub ich ihm auf´s Wort.

Rezeption Südbahnhotel
rezeption Südbahnhotel
aufzug südbahnhotel
Der Lift im Südbahnhotel

Einen weiteren Einblick in das Südbahnhotel, wie es vor über 30 Jahren noch ausgesehen hat, erhaschen die, die sich die Brandauer Verfilmung von Zweigs „Brennendes Geheimnis“ aus 1988 reinziehen: Damals wurde hier vorort gedreht, denn auch Zweig ließ seine Story damals schon hier oben spielen und tat es damit Schnitzler gleich. Leicht erkennt man daran und an vielen Altenberg und Kraus-Briefen oder Wittgenstein Berichten der Zeit einmal mehr, welche Rolle der Semmering, die Rax und die Grandhotels als Spielplatz von scharlenzenden Künstlern und Konsorten damals gespielt haben mögen.

Das Südbahnhotel heute

Günter Krausner erklärt, welcher Teil des Südbahnhotels der aller-älteste ist, nämlich der Backsteinbau ganz außen.

Was einst der hochlöbliche Portier Rosenbaum alias Rosenstock war, ist heute der nette und allwissende Chef-Haustechniker und Chef vor Ort Günter Krausner. Er war es auch, der uns im Rahmen der Sommerfrische Gespräche 2019 wiedermal durch´s Haus führte und Einblick in die alten Zimmer und Badezellen, Tapetentüren, Balkone und Gänge gewährt hat.

Und auch das verfallene Schwimmbad mit den großen Fenstern mit der schönen Aussicht in die Berge, das habe ich mittlerweilen vorort dank Günter Krausner erkundet. Das sieht man nämlich auch auf dem Werbeplakat aus den Dreißiger Jahren, das bei mir daheim im Stiegenhaus hängt. Gleich gegenüber das Plakat aus den früheren Anfangszeiten – denn das Südbahnhotel hat ziemlich viele Zu- und Umbauten erfahren im Laufe seiner Geschichte –  bis es in einer Liga mit St. Moritz spielte. Die Poster bekommt man übrigens u.a. im schnuckeligen, kleinen Museum im Bahnhof Semmering, so es geöffnet hat. Wer mehr über die Villen vom Semmering erfahren will, kann ebenso hier am Blog darüber nachlesen.

Rauchzimmer, Spielzimmer, Schachzimmer, Salons, Musikzimmer und Bibliotheken – wie im Kurhaus Semmering war auch hier Freizeit, Kur und gepflegter Müßiggang Programm nebst Kultur- und Kulinarik Genuss. Badezimmer, Verbindungstüren zwischen den Zimmern und verschiedene Kategorien sowie Balkone und ein Aufzug waren – je nach Ausbaustatus im Laufe der Jahrzehnte – ebenfalls vorhanden. Post-Stelle und Garagen folgten – siehe unten im Kapitel über die Geschichte des Hauses.

Diashow Südbahnhotel

Bis zuletzt zur Neuübernahme 2022 wurden der Große Speisesaal und der Waldhof bespielt, der Grüne Salon und die Foyers rund um das Entrée genutzt – nicht zuletzt für den Kultur.Sommer.Semmering des Florian Krumpöck, der sein fertiges Kulturprogramm für 2022 gleichsam über Nacht ins Panhans übersiedeln musste – nebst neuem, zu erbauendem Kulturpavillon.

sommerfrische gespräche südbahnhotel semmering
Der Grüne Salon bei den Sommerfrische Gesprächen

Rückblick: Belle Epoque Dinner

Bis zur Neuübernahme also war das Südbahnhotel Kultur-Location für den Kultur.Sommer.Semmering sein – teils auch deswegen, weil das Kurhaus Semmering für eine Saison dafür ausgefallen war – wie hinlänglich berichtet. Ich war mehrmals dort – aber in schönster Erinnerung sind mir die Belle Epoque Diners, an denen ich teilnehmen durfte.

obere terrasse südbahnhotel
Die Aussicht von der Oberen Terrasse beim Kultur. Sommer.Semmering

Voran gingen diesen Belle Epoque Dinnern jeweils Lesungen – einmal von Burgtheater Doyenne Elisabeth Orth (die sich mit Stefan Zweigs „24 Stunden aus dem Leben einer Frau“ zeitlich ein wenig verschätzt hatte und deren Lesung zum Marathon-Projekt geriet, einmal mit Senta Berger, die Alfred Polgars Betrachtungen über Mann und Frau deutlich kurzweiliger darbrachte.

Das lag aber auch an der Tatsache, dass sich Zweig selten kurz und prägnant auszudrücken pflegte – Polgar seine Betrachtungen da eher pointierter vorzubringen trachtete.

waldhofsaal südbahnhotel semmering
Der Waldhofsaal fertig zur Lesung von Elisabeth Orth

Am Anfang war die Südbahn

Einen Ausflug in die wilden Berge zu machen, das war im Wien des Biedermeier verpönt. Überlandpartien und Sonntagsausflüge unternahm man in die Wiener Vororte, das war Abenteuer genug. Auf Kur zu fahren, das war gerade noch im Rahmen dessen, was man sich abenteuertechnisch vorstellen konnte. Erst mit der Eisenbahn änderte sich diese Einstellung nachhaltig. Schon während der Baustelle gab es Touristen-Besichtigungen mit Pferdekutsche zu den Tunnels, der erste Zug überwand die Semmering Passhöhe zwischen Gloggnitz und Mürzzuschlag 1854, ein technisches Bauwunder in der bizarren Felswelt rundum.

ausblick auf südbahnhotel und kurhaus semmering
Links das Südbahnhotel, rechts das Kurhaus Semmering bei der Station Wolfsbergkogel
UNESCO WElterbe bei Breitenstein semmeringbahn
Unterwegs auf Foto Tour entlang der Südbahnstrecke, UNESCO Welterbe

Bahnstationen einst und jetzt
Denn: 1854 war der Semmering auf 896 Metern Seehöhe der höchste auf Schienen erreichbare Punkt der Erde. Heute liegt dieser Punkt in Tibet auf über 5000 Metern…

unesco semmeringbahn welterbe ausblick zwanzigschilling blick
Beim Zwanzig Schilling Blick auf das UNESCO Welterbe Semmeringbahn

Offene Aussichtswagen und Massenaufläufe sondergleichen waren die Folge. Drei Jahre später konnte man schon von Wien nach Triest mit der Bahn durchfahren – der Weg ans Meer war frei. Über die Südbahn muss ich unbedingt noch einen eigenen Artikel schreiben, auch über die einst so zahlreichen Bahnwärterhäuser entlang der Strecke…

Semmeringbahn
Semmeringbahn

Der Wolfsbergkogel mit der gleichnamigen Bahnstation in unmittelbarer Nähe des Kurhaus Semmering  war wohl die Geburtsstätte des Ortes Semmering: Dort entstanden schnell Ausflugsgasthäuser („Jubelhalle“) und Touristenheime für weniger betuchte Tagesgäste. Heute sieht es dort ein wenig traurig aus beim Aussteigen – das wird sich aber ändern, sobald beim Kurhaus Semmering wieder eine Gästeschar einzieht.

Die Südbahngesellschaft roch jedoch das große Geld und investierte schnell in riesige Prestige-Bauprojekte, am Semmering mit dem Südbahnhotel wie auch in Toblach in Südtirol oder in Abbazia am Meer.  Jene, die es sich leisten konnten, folgten mit dem Bau eigener Villen am Semmering – viele davon kann man heute noch sehen, wenn man weiß, wo man hinschauen soll. Das Panhans um die Ecke war in Konkurrenz zum Südbahnhotel für eine damals sportlichere und jüngere Clientèle entstanden – warum aber dann gerade Peter Altenberg dort gerne abstieg und sich den Aufenthalt von Karl Kraus und Konsorten finanzieren lässt, erschließt sich mir dabei nicht…

wetterhäuschen hochstrasse semmering südbahnhotel
Historisches Wetterhäuschen mit Ausblick aufs Südbahnhotel. Kurhaus Semmering im Hintergrund
raucher schild im südbahnhotel
Da bleiben keine Fragen offen.

Bau und Ausbau in Etappen

Das Südbahnhotel, wie es heute (2022) noch genau auf 1000 Metern Seehöhe dasteht, entstand in vielen Bau-Etappen. Der Ziegelteil ist der älteste Teil dabei, nicht jener mit den Türmchen – der folgte erst ab 1901 – 1903 – um Speisesaal und Waldorf Saal ergänzt. Auch der Waldhof hintaus, den man heute noch sehen kann und der einst beheizte Verbindungsgang dorthin sind heute noch sichtbar, wenn man wie ich – mit Hund um´s Haus streicht… Noch ein Trakt kam später hinzu, er beherbergte eine eigene Post-Stelle, der Schalter ist heute in Küb am Postamt zu sehen.

Depedndance verfallen
Der einst beheizte Verbindungsgang vom Hotel zum Waldhof, der Dépendance
Hinteransicht Hotel Südbahnhotel Semmreing
Hinter-Ansicht des Hotels

Zu der riesigen Anlage, über deren Weitläufigkeit man heute, wenn man alte Bilder oder Skizzen anschaut, nur staunen kann – gehörten u.a. ein Golfplatz, Skeleton- und Eislaufplatz, ein Café, ein Kino, eine Meierei und eine Wäscherei (heute per Wanderweg hintaus erreichbar). In den 1930er Jahren musste man sich mit dem Bau eines Hallenbads mit Flügeltüren zum Öffnen gegen das 1888 auf der Pass-Höhe vom einstigen Koch des Südbahnhotels schnell hochgezogene Panhans behaupten, das mit einem Alpenbad klotzte – das Südbahnhotel zog mit seinem eigenen Bad mit großen Fensterfronten nach. Auch zu jener Zeit entstand eine Garage mit beheizten Boxen – die Zeit der Kutschen-Transfer vom Bahnhof war langsam vorbei. Auch in der Wintersaison klotzte das Hotel – mit Pisten und eigener Skisprungschanze gar.

südbahnhotel hotel inschrift
Verblichene Reste der Buchstaben
Poststation im südbahnhotel verfallen am semmering
Von der Straße aus gesehen
waldhof dependance am semmering
Der Waldhof existiert noch.

Nach 1945 öffnete das Südbahnhotel noch einmal und blieb bis in die 1960er Jahre als Hotel in Betrieb – doch an die großen Erfolge mit der früher so betuchten Clientèle konnte man nicht mehr anschließen. Seit den 1970er Jahren ist ein Teil in eine Eigentums Wohnungsanlage gewandelt, ebenso der Waldhof dahinter.

panhans
Das Panhans. Auf dieser Seite befand sich einst das große Alpenbad des Panhans.

Im Panhans habe ich übrigens schon mehrere Male genächtigt, im Südbahnhotel wird mir das wohl frührstens 2025 – sofern ich mir das dann leisten kann – gelingen.

Wer mehr zur Südbahn und den Grand Hotels dazu lesen will, als hier am Blog Platz hat, sollte sich in das Standardwerk von Désirée Vasko-Juhasz über „Die Südbahn, ihre Kurorte und Hotels“ vertiefen – ich habe bereits Stunden und Tage damit zugebracht. Quel Plaisir!

Noch mehr Fotos und viel Geschichte(n) rund um die Südbahn und ihre Hotels und Besucher gibts auch auf meinen Berichten über das Kurhaus Semmering oder das Villenviertel am Semmering nachzulesen.

Südbahnhotel von der doppelreiter warte aus
Ausblick auf den ganzen Komplex des Hotels – vom Wanderweg bei der Doppelreiter Warte aus

Link-Tipps

Das Hotel Miramar in Opatija

Als Grado noch bei Österreich war

Sommerfrische, Kultur und Palasthotels

abendstimmung südbahnhotel
Abendstimmung 2022


LITERATUR und Recherche rund um das Südbahnhotel

  • Kurier online
  • Yvonne Oswald
  • NÖN
  • Die Presse online
  • Das Standardwerk: Die Südbahn
  • Einmal Wien – Triest, das Südbahnlesebuch
  • Joseph Roth: „Stationsmeister Fallmerayer“
  • Stefan Zweig: „Brennendes Geheimnis“
  • Arthur Schnitzler: „Das weite Land“, „Der Weg ins Freie“
  • Südbahnmuseum Mürzzuschlag

HINWEIS: Der Artikel wurde erstmals im Mai 2020 publiziert und wurde zuletzt im Juli 2022 aktualisiert.

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5 comments

Gabriela Hüther 21. Juli 2022 - 08:52

Toller Bericht gratuliere lg

Reply
Margret Loicht 26. Oktober 2021 - 18:08

Liebe Angelika Mandler-Saul!
Soeben habe ich einen der alten „Wilczek“-Briefe gelesen, die mir das Schicksal in die Hände gespielt hat. Graf Ferdinand Wilczek war im Jänner 1910 im Hotel Südbahn zur Kur, wie ein Brief von seiner Mama an ihn belegt. Als ich schauen wollte, ob das Hotel heute noch existiert, führte mich das internet zu Ihnen.
Ganz herzliche Grüße,
Margret Loicht

Reply
Angelika Mandler-Saul 26. Oktober 2021 - 19:53

So ein netter Kommentar, danke! Das ist aber nicht der mit dem palais in der herrengasse, oder?
Lg angelika

Reply
Hannes Gaisch-Faustmann 17. Juli 2020 - 11:01

Ich glaube, das heißt Waldhofsaal, nicht Waldorfsaal.

Reply
Angelika Mandler-Saul 17. Juli 2020 - 17:23

Stimmt volle. Danke!

Reply

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