„Splendid Isolation“ am Wolfgangsee: Das Landhaus zu Appesbach

Voriges Jahr lugten wir noch ehrfürchtig in den schönen Park, als wir vom Campingplatz Appesbach nach St. Wolfgang spazierten: „Schau, so ein schönes Schlösschen – direkt am See“. Jetzt weiß ich mehr über das Landhaus zu Appesbach.

Vor 100 Jahren war es die Villa des Privatiers Eduard Ortner, der an schönster Stelle am See „in der Au“ ein Grundstück erworben hatte, um sich dort seine eigene „splendid isolation“ im hochherrschaftlich englischen Stil zu erbauen. Im Jugendstil, mit dem Komfort der damaligen Zeit und mit einem Touch von England.

„Pension Appesbach, Besitzer: Dr. Eduard Ortner. 16 Betten. Vornehmes
Haus in wundervoller, ruhiger Lage, unmittelbar am See. Schiffslande¬
platz und Autobushaltestelle. Großer Park. Neu angelegter Tennisplatz.
Herrlicher Badestrand. Boote. Autogarage. Jeder Komfort. Fließendes
Kalt- und Warmwasser in allen Zimmern. Fernruf Nr. 9. Ganzjährig
geöffnet.“

(aus: „Alpenluftkurort, Gebirgsseebad und Wintersportplatz St. Wolfgang am Wolfgangsee, Salzkammergut“, 1931)

Noch mehr Touch erhielt das Landhaus, als sich der Duke of Windsor, Edward, VIII. 1937 gleich nach seiner Abdankungsrede im Radio mit seinem Hund Pookie nach Appesbach verfügte, um dort im Landhaus auf die Scheidung seiner Wallis Simpson zu warten, wegen der er auf die Krone verzichtet hatte. Sein damaliges Zimmer existiert noch heute in dem kleinen Boutique-Hotel, inklusive dem Kachelofen, dem Bett, in dem er schlief und dem im Zimmer versenkten römischen Badebecken, wie es damals Mode war.

Mein Herz schlägt ja eher für die deutschsprachige Literatur als für britischkönigliche Liebesgeschichten, deswegen beeindruckt mich noch viel mehr, dass Thomas Mann hier in der „Pension Appesbach“ noch Anfang der 1950er Jahren an dem 1. Teil seines unvollendet gebliebenen Romans „Felix Krull“ geschrieben hat. Nach dem 2. Weltkrieg kamen nämlich etliche Schriftsteller aus ihren Exilorten in aller Welt wieder retour oder auf Besuch und der Wolfgangsee war nach den Weltkriegsschrecken eine Zeitlang beliebter Treffpunkt u.a. für Golo und Klaus Mann, Friedrich Torberg, Herrmann Kesten, Fritz Kortner, Leo Perutz und Hilde Spiel und nicht zuletzt Ralph Benatzky.

Aber zurück ins Heute und zur Tatsache, dass dieses hübsche und wild umrankte Kleinod direkt am See 2017 von Dieter Mateschitz gekauft wurde und seitdem behutsam renoviert wird. Nichts Besseres hätte ihm (dem Landhaus) passieren können, denn nun wurde das Restaurant ausgebaut und auch für externe Gäste geöffnet und ein Spa-Bereich im Garten ist geplant. Bis dahin können die Gäste die Wellness-Alm im nahen Leopoldhof nutzen. 

Jede einzelne der Terrassen rund um das Haus ist so hübsch gelegen, dass man als Gast gar nicht weiß, wo man sich zuerst mit seinem Buch (oder Handy) hinsetzen soll. Mir wird die Entscheidung leicht gemacht, denn nach einem Apéritif an der Strandbar (Was für ein Ausblick!) nehmen wir auf der schönsten Terrasse zum leichten Lunch Platz.

Wer von der Aussicht auf den See nicht vollkommen geplättet ist, erfreut sich an der Küche von Christian Buhl.

Im Intérieur finden sich noch zahlreiche Jugendstil Kachelöfen, bereichert um 70 Kunstwerke an den Wänden aus privaten Mateschitz-Sammlungen – eine kreative und belebte Mischung aus alt und neu. Ich nehme dann bitte die Junior Suite mit der riesigen privaten Panoramaterrasse! 

Neben der Strandbar befinden sich übrigens die hoteleigenen Bootsstege mit Ruder- und Elektroboot zum Mieten, SUP zum Ausprobieren (hab´s immer noch nicht geschafft, aber HEUER wirklich!) und einen Tennisplatz gibt es auch. SUP, Tennis, See – ja das passt für mich alles hervorragend, aber das Beste: Auch Vierbeiner sind erlaubt im Haus und dürfen offensichtlich sogar mit an den Hotelstrand und die große Liegewiese. Spätestens jetzt weiß ich, dass wir bald mal wieder in Appesbach vorbeischauen, allerdings den Campingplatz dann links liegen lassen. Im wahrsten Sinne des Wortes.


HINWEIS: Ich wurde von PR.com in Kooperation mit dem Landhaus zu Appesbach eingeladen, das Hotel zu besichtigen.

QUELLEN: Salzburger Nachrichten, Salzburgwiki.at, digi.landesbibliothek.at

 

 

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