#Innradweg14: Auf nach St. Moritz!

Tag 1 meines lang geplanten Radler&Blogger Trips entlang des Inns von St. Moritz nach Passau. Es beginnt, wie alles beginnen muss: Mit der Anreise aus dem heimischen Weinviertel über StPölten Richtung Zürich. Gute 10 Stunden war ich heute mit Bus und Bahn unterwegs, um den Ausgangspunkt meiner Innradtour zu erreichen: St. Moritz. Ganz korrekt müsste es allerdings der Moloja Pass sein, doch bei diesem geplanten Programm und den hiesigen schneelastigen Wetterverhältnissen wurde mein Start einfach einige Kilometer verlegt.

Vom Weinviertel nach St.Moritz

Bei den ÖBB auf der Strecke St.Pölten-Sargans kaum besonders nennenswerte Vorkommnisse, die üblichen Zwischenfälle wie folgt:

Es war weder warme Milch noch Schaumzubereitung zum Kaffee möglich. In der Ruhezone wurde unaufhörlich geredet, in steirisch, japanisch und vor allem laut. Vier verschiedene Zugbegleiter (einem hatte man lt. seiner eigenen Durchsage gar übel mitgespielt; er war von einer „irren Person“ am Bahnsteig attackiert worden und deshalb laboriere man nun an 7 Minütiger Verspätung) begehrten zwischen St.Pölten und Sargans immer wieder mein Ticket.

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Dafür klappten alle Umstiege vorzüglich bis ich schließlich in der Räthischen Bahn von Chur nach St. Moritz saß und erst da merkte, dass dies der erste Höhepunkt meiner #Innradweg14 Tour werden sollte. Die Rhätische Bahn ist nämlich seit 2008 auf dieser Strecke rund um St. Moritz ein Unesco Weltkulturerbe – und das hat sie sich auch verdient.

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Zwei Stunden lang pendle ich von linker zu rechter Seite und wieder retour, weil sich nach jeder Kurve und nach jedem Tunnel die Landschaft aufs Neue so beeindrucksvoll erschließt. Die Gegend wirkte auf mich wie eine gelungene Schweizer Mischung aus steirischem Gesäuse und dem Gebiet rund um den Glockner, nur halt mit ein paar spektakulären Viertausendern dazu. Kühne Schluchten und bewaldete Fluss-Abschnitte tief unter der Trasse und tolle Brückenkonstruktionen – das ist die Strecke nach St. Moritz. Wir durchfuhren so schön klingende Orte wie Rhäzüns, Thusis, Filisur und Someda – die Scheiben meines Abteils waren dankenswerter Weise von glasklarer Schweizer Sauberkeit geprägt; danke im Namen aller Fotografen.

Noch mehr hätte ich es allerdings der netten Zugbegleiterin angerechnet, wenn sie mir als offensichtlicher Touristin (2 Kameras, 1 Fotohandy, Notizblock) nicht 2 Stunden lang verheimlicht hätte, dass am Beginn des Zugs Panorama!!!!wagen fuhren. Da in Chur für den Umstieg nur 2 Minuten zur Verfügung standen, hatte ich nicht auf die anderen Waggons geachtet. Schade, erst in St. Moritz sah ich die hypermodernen lichtdurchfluteten Glacier-Express Waggons, die fast nur aus Glas bestehen. Auch verstand ich leider fast kein Wort von den offensichtlich höchst informativen zweisprachigen Durchsagen zur Rhätikon Bahn und der Strecke. Wir passierten alte Kurhotels à la „Zauberberg“ und revitalisierte Palasthotels an gelben Löwenzahnwiesen mit Gletscherkulisse.

 St. Moritz hat nicht immer Saison.

Nämlich fast nicht zwischen Mitte April und Mitte Juni. Also jetzt. Viele Restaurants und Hotels sowie Geschäfte öffnen erst wieder im Juni – ich darf im Ganzjahresbetrieb und Viersterne Haus Schweizerhof absteigen, ein Ende des 19. Jahrhundert eröffnetes Hotel, das in der Halle und im Speisesaal noch einen echten Touch von Jugendstil mitbringt und ein wenig Flair von damals verströmt. Dafür gehts ab Juni mit neu vermarkteten Aktivitäten rund ums Mountainbiken und E-Biken (Angebote für die Bergbahnen für Biker) und Wandern (die aktuelle App) in die Sommersaison. Und im Winter feiert man dann „150 Jahre Wintertourismus“.

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Die Zimmer und die WellnessAnlage mit Ausblick über den gesamten See sind allerdings heutig modern und vor allem der Balkon auf den See hinaus hat es mir angetan. Ein frischer Nespresso, ein Drink vom angepriesenen, glasklaren St.Moritzer Leitungswasser und schon absolviere ich einen kleinen Rundgang in der ausgestorbenen Fußgängerzone von Moritz. Erkenntnis: Auch Moritz hat einen schiefen Turm.

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Auf meinem Zimmer erwartete mich nicht nur je ein Welcome Paket vom Hotel Schweizerhof und vom hiesigen Tourismusamt St.Moritz/ENgadin, sondern auch ein weiteres Packstück für mein Velo. Dabei hatte ich doch schon daheim so knapp mit dem Platz kalkuliert. Nun heißt es, morgen am Rad noch Platz für einen weiteren Rucksack (mit Akku-Ladegerät und div. Radzubehör) zu finden. Dank der kooperativen Landecker Verkehrsbetriebe darf ich den #Innradweg14 nämlich mit einem Flyer (!) E-Bike befahren, was bei den herrschenden Windverhältnissen und den vielen geplanten Kulinarik- und Sightseeing-Stops an der Strecke wohl die richtige Entscheidung gewesen sein dürfte. Morgen gehts weiter – mit dem Satteln meines Velos und meiner ersten Etappe Richtung Zernez.

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