[7Ways2Travel]: Vom Essen im Vietnam. Und vom Nachkochen daheim.

by Angelika Mandler-Saul

Mein Lieblingsessen auf Reisen? Alles mit frischem Koriander. Deshalb liebe ich die vietnamesische Küche – überall auf der Welt, nicht nur im Vietnam.

Vietnam Pho

Geht auch zum Frühstück: Eine frische Pho mit Koriander.

Vietnamesisch Essen – unterwegs und daheim

Von unserer Vietnam Reise habe ich einige Fotos unserer kulinarischen Abenteuer mitgebracht, aber auch daheim im Weinviertel lässt es sich vietnamesisch nach-kochen. Allerdings nur, wenn man vorher dafür in Wien einkauft, versteht sich. Einen Grundstock an Ingredienzien habe ich aber immer daheim, nur beim frischen Koriander hapert es meist. Man kann aber auch gleich in Wien vietnamesisch essen gehen, vier Einkehrtipps finden sich im Bericht. Los geht´s mit meinen kulinarischen Vorlieben – „mjam“, würde meine Nichte sagen.

Aber ganz ehrlich: Essen in Vietnam direkt – auf der Gasse beim StreetFood oder am Fluss ode r in der Garküche – das ist nochmal was anders. Viel besser!!!!

Mahlzeit

Mahlzeit, mjam – in Vietnam!

  • Pho Bo oder Pho Ga – die beste Suppe der Welt.

Essen wir zwei vom WIEDERUNTERWEGS-TEAM mit großem Behagen überall auf der Welt und zu jeder Tageszeit: Die heiße PHO Suppe mit Reisnudeln, Kräutern und mit ohne oder mit mit (!) Fleisch. Wichtig ist immer der Extrateller (wie schon bei „Harry und Sally“) mit den Ingredienzien: Zitronenscheibe, Kräuter, Frühlingszwiebel, Minze, Koriander, Morning Glory/Wasserspinat, Sojasoße und Fischsoße nebst Chilis. Alles rein damit in den meist riesigen Suppentopf, ordentlich durchmixen, abschmecken und dann erst mit den Stäbchen über die Nudeln herfallen und danach auslöffeln oder austrinken. JA, AUCH ZUM FRÜHSTÜCK!

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Es ist immer zu viel, aber „saugut“, würde meine Freundin Alexandra sagen. Lässt sich überall auf der Welt mit gutem Gewissen bestellen (haben wir schon in Australien, Laos, China und Thailand ausprobiert – nebst Vietnam, versteht sich). Achja, in Wien vor der Vorstellung im Akademietheater – bietet sich das Pho Saigon hinter dem Café Schwarzenberg ebenfalls dafür an.

  • Goi Cuon – Die Sommerrollen. Die richtige Soße ist wichtig!

Viele gesunde, frische Zutaten in hauchdünnem Reispapier ordentlich straff eingewickelt: Minze, Koriander, Gurke, Karotte mal auf jeden Fall – gefolgt von eventuell noch reingepacktem Hühnchen oder Shrimps, muss aber nicht. Das ganze dann ordentlich in Nuoc Cham Dipsoße (Rezept siehe Palatschinken) versenken und mit den Fingern, äh Stäbchen reinstopfen. Köstliche Vorspeise, während man auf die Pho Suppe wartet. Letztens in Wien nach einem Buch-Shopping-Day in der Wollzeile genossen: Im coolen neuen Ivy´s Pho House im Phnom Penh/Saigon Ambiente mit Walzerklängen.

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Selber rollen.
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Fertig gerollt.
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Die Wintervariante quasi - rausgebacken geht auch.
  • Banh Xeo – Die vietnamesischen Palatschinken

Gefüllt mit Fleisch oder ohne, eventuell Shrimps, Frühlingszwiebeln und Sojasprossen – das Ganze in einem Reismehlteig in gelblich gehalten, also mit Kukuma und rausgebacken. Dippen in die Nuoc Cham Dipsoße, die immer zu wenig ist (Wasser, Zucker, Fischsoße, Essig, Chili, bissl Frühlingszwiebel, bissl Limette – keine Hexerei). Für mich persönlich noch mit Extra Portion frischem Koriander. Die Palas schmecken in Hanoi in den Markthallen an der Budel oder auch elitär im Restaurant in Saigon. Zugegeben: Sie schmecken auch im VIETTHAO in der Friedrichstraße nahe der Wiener Staatsoper, wenn man es mal offen hat. Dann allerdings sind die Banh Xeo dort echt der Hit.

Erst schauen wir ein bisserl herum bei den Markstandln

Dann bestellen wir das Gleiche. Reinschauen nicht vergessen!

Manchmal muss man sich mit der lästigen Gabel behelfen.

Aber irgendwie schaffen wir es.

 

  • Banh Mi – Baguettes mit ordentlich was drin.

Haben wohl die alten Kolonialfranzosen dagelassen, Gott sei Dank NICHT seulement au jambon ou au fromage mit verschrumpeltem Salatblatt, sondern ordentlich und ehrlich frisch gefüllt:

Rein kommen frische Kräuter, Pickles, Fleisch oder Wurst, manchmal auch Pastete oder Pastetenähnliches (Wer fragt da schon nach), diverse hausgemachte Soßen mit viel Soja- und Fischfeeling und oft auch noch ein Spiegelei. Schmeckt einfach göttlich – frisch von der Straße nach einer Radltour. Zuschauen beim Entstehen ist das Spannendste. Zwischendurch schmeckt es auch in Wien in der Nähe der TU im Banh Mi in der Faulmanngasse.

Auch hier auf der Gasse in Hoi An sagt man: „Mit alles!“

Ein Ei auch noch rein? Ja, warum nicht.

„Nehma noch eines mit auf die Fahrt?“

Nicht zu vergessen: Die Hot Pot Varianten.

Wenn wir echt chillig drauf sind und sonst nix finden, dann fallen Andreas und ich auch schon mal irgendwo in Asien in ein Hot Pot Restaurant ein: So geschehen schon in Laos, China und auch im Vietnam. Da gibt es verschiedene Varianten, was da so auf den Tisch kommt: Entweder man isst an einer versenkten Variante des Fondue-Topfs mit einer schweine-scharfen und einer milden Variante. Vorgangsweise: Einfach alles drinnen versenken, irgendwann gegart rausholen und in reichlich würzigen Saucen wälzen, essen.

Oder aber es kommt eine Art Griller auf den Tisch: Da legt man alles Essbare (egal ob man es erkennt oder nicht) einfach obendrauf und fackelt demonstrativ ein wenig damit rum. So haben wir es im Vietnam gehalten, wie man am Foto sieht.

In Laos hatten wir eine Mischung von Grill und Fondue, das war auch eine wilde Sache. Eines ist allen asiatischen Hot Pot Varianten aber gemein: In den jeweiligen Restaurants geht die Hölle ab, die Luftfeuchtigkeit hat 110 Prozent, ist angereichert mit Dampf und fett-triefender Luft und es ist verdammt laut, weil die meist jungen Asiaten so begeistert von dieser Versorgungsvariante zu sein scheinen. Zu der Tatsache, dass wir darin meist die einzigen Langnasen sind, kommt auch, dass wir die Bestellkarte natürlich nicht lesen können und deshalb von Tisch zu Tisch gehen, bei den fremden Menschen in die Töpfe schauen und dann per Finger beim kichernden Personal „genau das“ nachbestellen. Meist kommt dann eh was anderes, aber mit reichlich Bier haben wir es immer noch genossen: Ob in Peking, Vang-Vieng, Shanghai  oder Na Thrang.

Hot Pot in LAOS

Hot Pot in Shanghai

Übrigens: So genossen, dass wir zu Silvester 2017 sogar daheim unseren eigenen Hot Pot gebastelt haben – mit einem importierten Instant Mix aus Hongkong, der einfach nur UN.SAG.BAR.SCHARF. war – und deshalb mit regionaler Hühnersuppe gestreckt werden musste. We survived Wein4ler Hotpot, kann ich nur sagen. 

Vietnam Street Food: Was einem halt so unterkommt.

Als wir in Vietnam waren, waren wir bereits Asien-erprobt und nach chinesischen, thailändischen, japanischen und vor allem laotischen Märkten nicht besonders empfindlich, was lebende und halbtote Tiere am Markt so angeht. Die schlimmsten Dinge hatte ich persönlich in Laos gesehen – wobei ich auch hier, so gut es ging, meist weggeschaut habe und „Gleich wieder vergessen, vergessen!“ gedacht habe. Ein paar Mal hat`s aber nicht geklappt mit dem „Wegschauen“ und „Vergessen“ in Vietnam: Beim Kroko am Spieß, dem wir in den Straßen von Mui Ne begegnet sind und bei dem winzigen NochnichtKüken im Ei, das uns von einem eingebürgerten Franzosen in der trockenen Halong Bucht als Spezialität präsentiert wurde – am Löffel.

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Natürlich wissen wir beim Schlendern über die abendlichen Märkte Vietnams auch in den meisten Fällen nicht, was gerade am Grill brutzelt. Wenn wir es so gar nicht zuordnen können und irgendwo Füße rausschauen (siehe Foto), dann lassen wir es halt 🙂 Beim Snack im vietnamesischen Überland-Zug schlagen wir allerdings schon zu und alles was mit viel Gemüse auf den Märkten knackiggrün angeboten wird, da sagen wir auch nicht nein.

Manche Menükarten aber waren ja freundlicherweise auf Englisch übersetzt – da weiß man dann wieder ganz genau, was man nicht will.

Überall auf der Welt geht allerdings mein geliebter Papayasalat, den ich zuhause noch nie so hinbekommen habe wie auf den Straßen Asiens in den Garküchen. Kein Wunder bei diesen Papayas, die es nach Europa schaffen – arme Dinger. Deswegen pflege ich ihn auch bei meinem Mann frisch aus Bangkok zu bestellen: Der Guteste reist also für mich mit  leerer Tupperware nach Thailand, geht vor dem Abflug noch auf die Gasse zur Garküche seines Vertrauens und lässt sich frischen Papayasalat („one chili, pls“) für mich abpacken.

Ja, zugegeben: Hier ist recht viel Erdnuss dran, am Papayasalad.

Papayasalat im Restaurant – eine Augenweide in Hoi An.

 

Sehr wohl kann ich allerdings daheim eine tadellose PHO mit TIGER Bier auf den Tisch bringen – und das tu ich jetzt auch. Wo ist der Koriander?????


Die Reiseblogger von #7Ways2Travel REISEN und ESSEN – überall auf der Welt. Hier gehts weiter zu unseren Kulinarik-Vorlieben unterwegs:


 

 

 

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8 comments

Gudrun 19. Februar 2018 - 21:06

Ich wusste gar nicht, dass du das Pho Saigon kennst? Das ist wirklich eines der besten vietnamesischen Restaurants in Wien.Und ohne Koriander gebt sowieso nichts!

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Andersreisender 18. Februar 2018 - 10:10

Die vietnamesische Küche ist einfach Traumhaft! Für mich ist dieses Land kulinarisch ein Schlaraffenland. Wobei ich mich gegen den europäisierten Begriff „Sommerrolle“ sehr verwehre. Das sind vietnamesische Frühlingsrollen – die „fresh“, also rohe, Variante. Lustig: Gỏi Cuốn heißt wortwörtlich übersetzt eigentlich Salatbrötchen.

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andreas 15. Februar 2018 - 19:08

Ich geb’s zu, manchmal träume ich von einem asiatischen Koch, der mit seiner mobilen Fahrradküche immer dann bei unserem Haus vorbei radelt, wenn wir zu Hause sind und der bereitet uns dann leckere Pho-Suppen (mit alles) zu. Yummmie!

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[7ways2travel] Essen und Trinken auf Reisen: So schmeckt die Karibik - City Sea Country | Abenteuer - Luxus - Roadtrips - vegan reisen 15. Februar 2018 - 11:14

[…] So schmeckt Vietnam: Darüber berichtet Angelika von Wiederunterwegs […]

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Christina 15. Februar 2018 - 10:55

Ich war zwar noch nicht in Vietnam, aber das Essen erinnert mich sehr stark an Laos. Dort habe ich 3 Wochen lang in der Früh immer Reis gegessen. Man gewöhnt sich daran.

Hast du einen Tipp für das Reispapier? Ich habe es zu Hause herumliegen, da es irgendwie einen eigenartigen Geschmack hat. (Vielleicht sollte ich aber auch einfach viel Soße dazu essen). 🙂

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Angelika Mandler-Saul 17. Februar 2018 - 11:16

naja, in das reispapier können karotten und tofu und gurke rein, dazu koriander ohne seifengeschmackt, ein frühlingszwiebelchen vielleicht und dann mit der supersauce dippen und runter damit. Diese sauce aus wasser, essig, soja, zucker, zitro, chili, fischsauce – die mein ich. glg ang

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Frank Sedelis 15. Februar 2018 - 10:19

Hallo Angelika,
das sieht ja alles verführerisch aus, auch wir lieben die Asiatische Küche und meinen damit nicht den Chinesen um die Ecke.
Wir haben bei uns im Ort ein Vitnamnesisches Restaurant und werden dort schon per Handschlag begrüßt liegt wohl daran das wir mindestens einmal die Woche dort einkehren.
Zum Jahreswechsel waren wir ja in Thailand das haben wir kulinarisch genossen mein Favorit bei den Vorspeisen SomTam der Thailändische Papayasalat schmeckt sehr lecker und ist auch sehr Spicy.
Hier esse ich ihn auch gerne bei unserem Vietnamnesen.
Sogar als wir kürzlich in Island waren haben wir Thaifood gegessen sehr authentisch und lecker war es. Allerdings 15 Euro für eine kleine Portion Pad Thai ist schon ordentlich.
Wenn ihr mal im Sommer in Berlin seit müsst ihr mal de Thaiwiese am Wochenende besuchen,
eine große Wiese im Perk mit ganz vielen kleine Ständen und Garküchen wo man preiswert und lecker essen kann.
Bis denne
Heike und Frank

Reply
Angelika Mandler-Saul 17. Februar 2018 - 11:17

wir wohnen leider so in der pampa, dass man ausser pizza und döner und pseudo chinesisch nix kriegt – muss man extra nach wien reingondeln. drum koch ichs mir lieber selbst. glg angelika

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