48 Stunden Hongkong: Transport Tipps für Newbies wie wir

Hurricane Season allerorten. Zwischen Typhoon und Tropensturm verbrachten wir 48 Stunden – oder eigentlich 1 schönen ganzen Tag – in Hongkong. Noch kürzer geht eigentlich nicht. Wir haben trotzdem was gesehen.

Wer so ultrakurze erste Aufenthalte in bislang unbekannten Riesen-Städten absolviert wie wir, der verbringt die erste Zeit der 48 Stunden zunächst mit Schlafen, Transportorganisation und Essen. Fürs Schauen und Besichtigen bleibt dann meist nur noch sehr wenig Zeit – auch wenn man so routiniert ans Werk geht wie wir.

Gleich nach Ankunft: Auf die Fähre.
Der beste #Osprey ever genießt einstweilen die Aussicht im Zimmer.
Der Ausblick am Abreisetag. Tropical Storm Warning.

Aufgrund des „Severe Typhoons“ HATO, der eben noch über Hongkong und Macau hinweggefegt war, kamen wir schon mal später an und auch die letzten Stunden waren wir ans Hotel gefesselt wegen des ans Fenster prasselnden „severe tropical storms“ PAKHAR – der Airport Hongkong wurde gesperrt. Dazwischen absolvierten wir als absolute Hongkong Neulinge das Touristenprogramm inkl. der notwendigen Nahrungsaufnahme, die wir hier bei der Berichterstattung getrost beiseite lassen können. Die Garküchen in der Temple Street haben wir zwar besucht, aber außer schmutzig ist dort gar nichts authent. Schon gar nicht die Preise. Abgebratenes Gemüse und japanisches Bier zu horrenden Preisen, das hatte mit den Garküchen aus Thailand oder Laos gar nichts mehr gemein. Geschmeckt hats mir trotzdem, schon allein wegen des Trubels auf der Gasse und den unvermeidlich grindigen Plastiksesseln. Die danebensitzenden Jungchinesen übrigens desinfizierten ihr Essbesteck mit Tee, während wir mit unserer Handdesinfektion arbeiteten. Nur so als Info…

Dafür war die Fortbewegung für uns Hongkong Neulinge überraschend einfach zu bewerkstelligen. Wir haben in kürzester Zeit diverse Hongkong Transport Arten ausprobiert – hier die Transport Tipps für absolute Hongkong Newbies – so wie wir. Und: Was uns wirklich gefallen hat in Hongkong.

#Coffeebleibtdaheim 🙂
Ich weiß nicht, wofür sich die Menschen hier angestellt haben. Aber es hat gestunken wie die Pest.

Hongkong Transport: Was wir in 48 Stunden getestet haben.

  1. Ohne Oktopus Card kein Weiterkommen.  Die Oktopuscard war die weltweit erste hocherfolgreiche Chipcard für den Zahlungsverkehr, ähnlich der OysterCard in London. Mittlerweilen verwenden sie 95% der HKG Bevölkerung und 24 Millionen (!) von ihnen sind in Umlauf. Man kauft sie bei 7Eleven oder bei der Railway (MTR) und lässt einen Betrag aufbuchen – dabei ist sie vollkommen anonym. Bei jedem Durchgang bei der Fähre oder U-Bahn wird sie berührungslos erkannt und der entsprechende Betrag abgebucht. Dabei wird auch der verbleibende gleich dazu angezeigt. Einsatz sind 50 HKG Dollar, den man bei Retournierung der Card wieder erhält. Auch Fastfood, Kaffee und vieles andere kann in HKG mit dieser Card bezahlt werden.
    Hongkong Illuminierung
    Glücksdrachen, entzückend
  2. Die Fähren sind so unglaublich praktisch. Das erste öffentliche Verkehrsmittel, das wir HKG Neos am Tag der Ankunft benutzten, war (nach Erwerb der Octopus Card einem Kaffee und einem Ersthunger-Sandwich) die Fähre, die uns vom Wan Chai Ferry Pier in Central Hongkong rüber nach Kowloon brachte, um dort auf der „Avenue der Stars“ entzückt wieder rüber nach Central zu starren – auf die Skyline, die allabendlich eine Lichtershow erhellt. Die Menschenmassen sind aber schon vor 20 Uhr (Startzeit) anwesend – alle mit Selfie Stick. So wie wir.
    Vor der Skyline

    In Kowloon marschierten wir dann am HKG Museum of Art und dem berühmten Peninsula Hotel vorbei zur nächstbesten

  3. Underground Station – Bei der U Bahn (MTR) braucht man etwas mehr Zeit als bei der Fähre: Erstens um den richtigen Eingang zu finden, dann unterirdisch den richtigen Zugang und dann denjenigen Ausgang, der einen vom gesteckten Ziel nicht zuweit abkommen lässt: Die Ausgänge sind mit Buchstaben nummeriert – manch eine MTR Station hat Ausgänge bis P (!) – da heißt es, nicht zu früh abbiegen, weil oberirdisch wirds dann erst recht wieder kompliziert. Also immer mit der Ruhe auf den vielen Tafeln (chinesisch und englisch) erst den richtigen Ausgang suchen und sich dann NICHT mehr ablenken lassen 🙂 Ansonsten ist U Bahn Fahren easy und spannend wie in den meisten asiatischen gut organisierten Großstädten. Uns brachte die MTR zur Temple Street und zum gleichnamigen Market, wo wir uns auch eine Garküche suchten.
  4. Die Taxifahrer verstehen Englisch – im Gegensatz zu den angeblich Olympia-geschulten und dennoch aller Sprachen und aller internationalen Gesten unkundigen Taxifahrer in Peking etwa. Nicht mal eine chinesische Visitenkarte unseres Hotels benötigten wir (die ja auch nur zu oft Pekinger „Taxis“ in Verzweiflung zu stürzen pflegt), zudem war der Fahrer des rudimentären Englischs mächtig UND höflich UND freundlich. Das war uns neu. Wir fuhren eine Runde vom Pier durch Soho, nachdem uns der Big Bus warten hatte lassen.
  5. Die öffentlichen Trams sind schön, hoch, schön hoch und entzückend anzuschauen. Sofern man eine Oktopuscard besitzt. Ein bisschen hat man das Verlangen, sie zu stützen, weil sie gar so schlank und doppeldeckrig sind. Es gibt 6 Linien, deren Plan man online abrufen kann, oder man steigt aus Gaudi Gründen einfach in die nächste ein und lässt sich ein wenig durch die Gassen gondeln. Gezahlt wird beim Aussteigen mit der Octopus Card oder Cash direkt in die Geldschale – aber ACHTUNG: Der Fahrer gibt kein Wechselgeld. Ohne Münzen (und wer hat die schon) wird die vermeintlich lustige Tramwayfahrt dann schnell teuer.
  6. Hop on Hop Off Busse, die wir im fortgeschrittenen Alter mit immer weniger Zeit lieben gelernt haben, fahren in großer Zahl in HKG spazieren, allerdings leider nicht in hoher Frequenz. Da lässt man schon mal eine kostbare Stunde untertags liegen, in dem man auf sie wartet, wenn man optimistisch aussteigt, um den Peak zu erklimmen. Wir frequentierten die Big Bus Company: einmal die red tour durch die City und zur „Talstation“ der Peak-Bahn und einmal die green tour zum Ausruhen Richtung Strände.
  7. Die Wartezeit bei der Peak Tram ist immer Gesprächsthema. Gradmesser: Stehen die Menschen schon auf der anderen Straßenseite an oder nicht? Wenn nicht, dann gehts nach 20-40 Minuten Wartezeit hinauf auf den Aussichtsberg. Andernfalls braucht man schon seeeehr viel Geduld und Zeit und Hitzeresistenz. Oben ist der Ausblick allerdings wirklich atemberaubend, noch dazu, wenn man den schönsten Tag des Jahres zum Fotografieren auf der Peak Terrace erwischt, so wie wir. Wer Zeit hat (wir nicht), geht oben am Peak den Nature Trail.
  8. Die Busse in Hongkong sind übersichtlich beschriftet und bringen einen u.a. unkompliziert zu autofreien Inseln – in Nullkommanix und wenn man weiß, wohin man will. Wer Hongkong schon kennt, will vielleicht gleich raus und auf eine nahe autofreie Insel zum Abhängen, etwa Lantau Island. Vom Outlying Pier mit der Fähre oder auch mit dem Bus gehts hinüber in die wohltuende Ruhe. Fast Ruhe. Die öffentlichen Busse haben wir diesmal nicht getestet, aber sämtliche OS-Kollegen hatten schon Erfahrung damit und waren mit den Anbindungen hochzufrieden.

Hongkong Tipps – Was uns wirklich gefallen hat in der kurzen Zeit.

  • Drink kurz vor dem Unwetter in der Wooloomoolo (sic!) Roof Top Bar im Wan Chai Viertel
  • Die überraschenden Ausblicke vom Bus aus: Tempel, Baum und Baugerüste aus Bambus – bombensicher! 
  • Das Tramwayfahren
  • In Soho mit dem Mid-Levels Elevator mal rauf und runter fahren. Das Viertel hat uns übrigens am besten gefallen: Ein ziemlich authentischer Markt, viele kleine Lokale inkl. dem neuen Vietnamesen unseres Vertrauens, Dachterrassen für das Fünf Uhr Bier und wissende Taxler.
    Elevator Fahren
  • Der Blick vom Peak aus
  • Fähre Fahren und abendliche Illuminierung der Hongkong Skyline – abends auf der Avenue of Stars
  • Der entspannende und ruhige Park gegenüber der Peak Talstation. Sehr zu empfehlen, inkl. Toiletten!
  • Die Octopus Card – never without.
  • Danke an die vielen vielen Tipps der netten KollegInnen – alles haben wir nicht untergebracht. Aber, it´s all on our bucket list! 

 

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