Die Story vom Hot Pot in Peking

Wer zum wiederholten Male in Peking ist, kennt Sommerpalast, Himmelstempel, die Mauer, die verbotene Stadt, das olympische Dorf und, wer Glück hat, auch die weiße Pagode im Behai Park. Man kennt die Ring Roads besser als die meisten lokalen Taxler (das ist nicht schwer) und kann U-Bahn Fahren. Bleibt für einen neuerlichen Besuch also noch Kunst, Shoppen und Essen.

Die Kunst ließen wir  aus.

Stichwort Restaurant „Hai Di Lao“ – Tripadvisor weiß „Best hot pot in China“, und das Lokal hat auch das unvermeidliche „Trip Advisor Certificate of Excellence 2013„. Chinesisch kann ja jeder essen gehen in Peking, deswegen wirds diesmal bei uns laotisch. Wie damals…. nach unserer Kanufahrt am Mekong, als wir in die Stromschnelle gerieten, kenterten und uns nachher bei einem Hot Pot in Luang Prabang trockenlegten. Aber das ist eine völlig andere Geschichte, es ging nur um das Hot Pot – Essen.

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Hot Pot Essen in Peking

Wir lassen uns vor dem zweistöckigen Gebäude, das erstmal eher abschreckend wirkt, absetzen. Wir haben nicht reserviert und so heißt es freundlich, aber bestimmt: WARTEN.

Das KANN ja nicht gut gehen; wir haben eine Shopping Tour auf allen Märkten dieser Stadt hinter uns, waren – als kleines Zugeständnis an Peking – in den hutongs und am Platz des Himmlischen Friedens – und haben RECHTSCHAFFEN.HUNGER.JETZT.HIERIN.PEKING.

Durch die sanfte Gewalt der Kellnerinnen finden wir uns aber kurz danach im Obergeschoß auf einem kleinen Katzentischchen wieder; wir bekommen eine Nummer wie am Amt sowie chinesische Snacks in einer ansprechenden, tadellosen Mischung aus Algen, Wasabi und Hummerchips und: Wir sind hier nicht alleine. Viele warten auf einen Tisch (Tripadvisor dürfte Recht haben) und vertreiben sich die Zeit mit Brettspielen oder dem Maniküreangebot (!). Wir hingegen spielen ein wenig mit unserer Atemmaske (2 Wochen vorher war hier in Peking lufttechnisch die Hölle los) und unserem Bier. Und den Snacks.

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Der junge Nudelkoch verkürzt uns die Wartezeit ebenfalls auf das Angenehmste mit einer kleinen KungFu-Tänzchen-Nudelshow („Wie kommt die Nudel in die Suppe“), bevor er die superlang gedehnte Suppennudel dann im Hot Pot am Nachbartisch versenkt.

Nach kaum 40 Minuten werden wir abgeholt und dürfen unseren Tisch beziehen, nicht ohne uns vorher noch je eine Rüschenschürze übergezogen zu haben. Dann gehts Schlag auf Schlag:

  • Auf dem IPAD suchen wir uns die Suppengrundsubstanzen aus (Wir nehmen nicht die mit den Fischköpfen. Glauben wir zumindest heute noch.)
  • Die Fotos von den Ingredienzien verwirren uns, wir täuschen westliche Unwissenheit vor und werden daraufhin
  • ins Allerheiligste vorgelassen: Mit einem Netzhäubchen zu unserer Rüschenschürze dürfen wir in die Küche, werden begeistert mit lautstarkem  „ni hao“ von der Brigade begrüßt werden und zeigen mit den Fingern auf die Dinge, die wir uns in der Suppe gesotten vorstellen können.

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Zufrieden mit der geleisteten Vorarbeit bestellen wir noch ein Bier, nehmen vom stark gesüßten Tee, der immer wieder nachgefüllt wird und harren der Dinge. Weil wir unglaublich authent sind, mischen wir uns an der „Spices-Bar“ noch ein eigenes Sößchen aus Koriander, Knobi, Nüsschen und anderen geheimen Ingredienzien zusammen.

Die bestellten Zutaten stapeln sich schon bald am Tisch, wir versenken sie ohne Plan in den beiden Suppen (einmal höllescharfglutamatig, einmal weißlichweißnichtrecht), garen und rühren, würzen und mischen und dann wird alles mit Unmengen von Reis nebst unserer eigenen Soßen-Kreation ungerührt vertilgt. Ja, wir hatten Hunger.

FAZIT: Die exotisch anmutenden Basensuppen waren doch etwas gewöhnungsbedürftig (Glutamat Faktor etwas hoch, wie ich vermute), aber mit einer gesunden Mischung aus beiden plus Unmengen an Reis konnten wir durchaus sehr gut leben. Der Star des Abends war aber in jedem Fall die selbstgemixte Koriander-Erdnuss-Soße meines Mannes. Next time in Peking geht´s dann sicher an die moderne Kunst. Versprochen.

HINWEIS: Mehr China-Stories und Wissenswertes über das Land der Mitte gibts auf www.sinograph.ch.

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