„Mozart lebt!“ – Rolando Villazón und die Mozartwoche in Salzburg sorgen dafür.

Wolfgang Amadé Mozart hat einen ganz begeisterten Fan: Den mexikanischen Tenor Rolando Villazón. Und wenn es im Jänner in Salzburg heißt: „Mozartwoche“, dann brodelt es trotz Winter in der Stadt. Denn die Salzburger lieben Villazón und er liebt Mozart. Ganz einfach.

Mozart salzburg
Villazón in Salzburg bei der PK im Mozarteum

Salzburg: Mozart lebt und alle sind dabei – 263 Jahre nach seiner Geburt.

(Pressereise)

Salzburg, 27. Jänner 2019. In der Getreidegasse bei der Familie Mozart staut´s mal wieder, hochgespannt wartet eine hochmotivierte Schar an Enthusiasten vor dem Mozart´schen Geburtshaus. Warum diesmal? Man will gemeinsam den 263. Geburtstag eines musikalischen Genies begehen, das hier geboren wurde und immer noch der ganzen Welt ein Begriff ist. Was für ein Plaisir in der heutigen Zeit – länger als ein paar Tage in aller Munde, mehr als nur ein Internet-Star für ein paar Monate und ganz etwas anderes als ein kurzfristiger Stern am Musikhimmel zu sein.

Gesang Villazon Salzburg Mozart
Mozarts Geburtstag: Fiesta Mexicana

Mozart lebte nur 35 Jahre (davon befand er sich 10 Jahre NUR AUF REISEN) – dafür hatte er einen musikalischen Output, der heute noch Fans, Wissenschafter und Künstler in basses Erstaunen versetzt. Was für ein Hype, 263 Jahre nach seiner Geburt!

Ja, und ich bin mitten drin – auch ich warte auf Rolando Villazón mit Sombrero und seine Kumpanen von Los Mariachis Negros, die heute an einem kalten Wintertag im 21. Jahrhundert Mozart zu dessen 263. Geburtstag mitten auf der Gasse ein Folklore-Ständchen bringen. Gemeinsam mit hunderten Fans.

Was für ein Spektakel, wenn der weltberühmte Tenor die Fans auf Mozart einschwört wie bei einem Fußballmatch. Mozart hätte es ganz sicher gefallen. Und wie. 

Mozart in Salzburg: Rolando Villazón ist nur wegen ihm hier.

Es ist Villazóns erste Mozartwoche (die gibt es bereits seit 1956) als Intendant und wenn er schwärmerisch sagt: „Mozart lebt!“, dann glaubt man ihm das auf´s Wort. Es hat den Anschein, als kenne er „Wolfgangerl“, wie dieser damals innerfamiliär genannt wurde, fast privat und nicht nur über seine Musik. Denn Villazón hat alle Briefe Mozarts gelesen und so einen Einblick bekommen, wie der damals tickte. Mozart hat in 35 Lebensjahren über 600 Werke geschaffen, darunter 22 große für die Bühne, 54 Symphonien und 18 Messen. Dabei war er in Summe 10 Jahre (!) nur auf Reisen – d.h. ein Drittel seines Lebens unterwegs.

Mozart Salzburg Hotel stein
Der Ausblick vom Hotel Stein: Salzburg. Mozart. Mozartwoche

Er wohnte in Salzburg und Wien, zog sehr häufig um, war Tierliebhaber (Vögel und Hunde) und ein Freund derber Sprüche, wie es damals halt so Brauch war. Und er heiratete die Schwester seiner ersten großen Liebe – zum Glück. Denn Frau Constanze achtete auf das Geld und war nicht auf eine eigene Karriere erpicht – wie ihre Schwester. Mozart war dem Würfelspiel zugetan und sein Geburtshaus in Salzburg ist fast eine Pilgerstätte – aber eine mit sehr interessantem Inventar.

Seine Schwester Nannerl war ebenfalls hochbegabt und eine glänzende Pianistin, Vater und Lehrer Leopold aber förderte nur den Sohn. Leopold Mozart wiederum war gebürtiger Augsburger und 2019 jährt sich dessen Geburtstag zum 300. Mal – seine „Gründliche Violinschule“ sei heute noch ein heiliges Meisterwerk, so Violonist Emmanuel Tjeknavorian im Interview mit Barbara Rett (Quelle: ORF).

Grab Salzburg Constanze Mozart
Constanze Mozart liegt in Salzburg begraben.

Für Rolando Villazón reisen viele kulturbegeisterte Gruppen quer durch die Welt, um bei dessen Aufführungen dabei zu sein. Das ist so bei den wahren Fans – auch nicht anders als bei den Musicalanhängern, die ihren Lieblingsdarstellern auch gerne zu Aufführungen im Ausland nachreisen (…wie man hört ;-). Reisen mit Kultur eben – sag ich ja immer, die Anzahl derer, die für eine Theater- und Opernaufführung oder ein Kulturfestival eine ganze Reise unternehmen, sollte man niemals unterschätzen. 

Merchandising Mozart Salzburg
Mozart. Salzburg. Villazón. Merchandising.

Dass also Villázon für fünf Jahre die Intendanz hier übernommen hat, das ist ein Glück für ihn, für Mozart und die Salzburger. „Ich liebe alles an Salzburg“, sagt Villazón im Interview. Und „Wir Salzburger, wir lieben ihn alle“, sagt ebenso die Taxlerin auf dem Weg zum Bahnhof. Offenbar nicht zuletzt, weil er ein zugänglicher, freundlicher, höflicher und stets gut gelaunter Zeitgenosse zu sein scheint, der keine Berührungsängste mit Fans hat.

Oder wie Manfred Baumann in seinem Salzburg Krimi „Wasserspiele“ seinen Protagonisten sagen lässt: „…Die wirklich großen Persönlichkeiten kennen keine Standesdünkel. Die haben es nicht nötig, Stufen zu unterscheiden. Für die ist es eine Selbstverständlichkeit, ihr Gegenüber auf derselben Augenhöhe zu sehen.“

 

Die Mozartwoche in Salzburg – Was es zu erleben gilt.

Im Programm der Mozartwoche 2019 gibt es mehr als 60 Aufführungen aller Art zu erleben und das zu jeder Tageszeit und aus fast jedem künstlerischen Genre. Villazón will nicht nur die Musik, sondern die Person Mozarts erlebbar machen: Er tanzte, spielte Pantomimen, feierte, aß und trank für sein Leben gern, verkleidete sich und reiste viel. All das war Mozart und all diese Facetten will die Mozartwoche – mit den besten Künstlern aus aller Welt – in Salzburg auf die diversen Bühnen bringen.

Premiere Salzburg Mozart
Premiere THAMOS in Salzburg zur Mozartwoche in der Felsenreitschule

Einen kleinen Teil davon durfte ich miterleben. Man muss übrigens keine Opernfachfrau oder Klassikexpertin sein, um die Mozartwoche genießen zu können. Die Stimmung in der Stadt reißt fast jeden mit – dank Villazóns Temperament und den hier an jeder Ecke allgegenwärtigen Künstlern und Events. Man trifft sie im Hotel, in der Bar und im Restaurant. Ein wenig wie zur Hauptfestspielzeit im Sommer, aber viel viel entspannter. Wir hatten Glück – bei fast jedem Event, das wir besuchten, bog auch Neo Intendant Rolando Villazón irgendwann auch um die Ecke. Mit Gattin, mit Barbara Rett, mit Fans und Musikern. Und immer gut gelaunt – wie macht das der Mann?

Premierenfeier THAMOS Mozartwoche

Hier ein Auszug aus dem Programm der Mozartwoche 2019.

Villazón will Mozart in all seinen – auch persönlichen – Facetten präsentieren und hat dazu die Mozartwoche gründlich „entstaubt“. Ich selbst war bei einigen Events mit dabei und war auch als Nicht-Musikkennerin fasziniert. Vor allem wie es der Stiftung Mozarteum hier gelungen ist, soviele Genres und internationale KünstlerInnen auf Mozart anzusetzen – ist verblüffend.

Ob es die Katalanen sind, die aus THAMOS ein Multimediaspektakel mit Akrobatik machen oder der junge Violonist Tjeknavorian, der auf Mozarts Original Violine (!) dessen vertonte Briefe an den „allerliebsten Papa“ zum Besten gibt. Ob die US-Truppe, die eigens ein Schattenspiel (Wie ging es wohl in Mozarts Familie zu mit einem geförderten und einem verkannten Musikgenie?) kreiiert hat, das Sinfonieorchester der Uni Mozarteum mit den vielen Nachwuchskünstlern, die Mozartforscher oder ein „Kulinarisches Erlebnis wie zu Mozarts Zeit“ mit Alfons Schuhbeck – das alles könnte „entstaubter“ nicht sein.

Meine persönlichen Highlights:

  • Premiere in der fulminanten Felsenreitschule:  T.H.A.M.O.S mit Multimedia-Spektakel mit  anschließender Premierenfeier im Karl Böhm Saal
  • Kabarett in der ARGE Kultur: Lisa Eckhart schwadroniert zunächst höchst pointiert über Mozart und wird gegen Ende – mit Verweis auf Mozart – m.E. unnötig ausfällig im Text. Dabei unterstützt wird sie vom grenzgenialen Florian Willeitner String Experience Ensemble.
  • OVAL im Europapark: „Mozart´s amazing shadows“ – Schattenspiel à la Mozart.
  • Fiesta Mexicana: Geburtstagsständchen in den Straßen von Salzburg, Villázon singt mit Los Mariachis Negros.
  • Salzburger Marionettentheater: „Bastien und Bastienne“ – verpackt in ein hinreißend entzückendes „Casting“, das die Puppen durchmachen müssen. Mein persönliches Highlight, das einen eigenen Artikel wert ist.
  • Stiftung Mozarteum: Künstler wie Cecilia Bartoli, Daniel Barenboim und René Pape in den barocken Sälen.
  • Tanzmeisterhaus: Vertonte Rezitationen aus Briefen Mozarts.
  • Haus für Mozart: Die Wiener Philharmoniker.

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Wo man Mozart in Salzburg noch erleben kann.

  • Mozarts Geburtshaus: Ein Blick in die Küche mit dem Abfluss am Fenster, dem Salzfassl und der Kaffeeröstmaschine. Ein angebliches Haarbüschl, seine Kindergeige und das Clavichord, an dem er auch „Die Zauberflöte“ komponiert hat. Und der Ausblick aus dem Wohnzimmer auf den ehemaligen Fischmarkt – der damalige Brunnen steht heute beim Max Reinhardt Platz beim Festspielhaus. (Wen´s interessiert: Dort habe ich mir schon die Füße nach dem Jedermann abgekühlt.)
  • Mozarts Wohnhaus: Das „Tanzmeisterhaus“ am Makartplatz mit einer Dauerausstellung. Demnächst über Leopold zum 300er.
  • Mozart-Shopping: Es gibt nichts, was es nicht gibt mit seinem Konterfei. Aber Villazón liebt sogar diesen Merchandising-Firlefanz rund um Mozart. Und wenn es Mozartkugeln sein sollen, dann bitte nur das Original vom Fürst: Handgemacht und deswegen immer frisch.
  • Autographen-Tresor im Mozart Wohnhaus: Ich durfte im Rahmen einer ganz individuellen Spezialführung mit Mozart Bibliographin Dr. Johanna Senigl durch diese Pretiosen schauen. Online kann man die Handschriften und Briefe von Leopold, Woiferl und Nannerl aber auch jederzeit einsehen – mit Transkription dankenswerter Weise. SUPERspannend.
  • StudentInnen des Mozarteum laden zu ihren Veranstaltungen. Wo sonst bekommt man heutzutage hochbegabte „Wunderkinder“ beim Musizieren zu Gesicht und Gehör?
  • Am versteckten Friedhof bei der Linzer Gasse findet man das Grab von Leopold und Constanze Mozart. Wolfgangerl liegt verscharrt am St. Marxer Friedhof.
  • Das Komponierhäuschen Mozarts im Garten des Mozarteums.

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Salzburger Kulinarik zum Mozart Kulturgenuss

  • Frühstücken im Hotel Stein Dachterrasse: Bei diesem Ausblick kann man leicht aufs Essen vergessen.
  • Gasthof Goldgasse: Backhendl-Alarm und Original Rezepte aus dem 18. Jhdt nachgekocht
  • Magazin: Modern, chillig und mit Shop. Das Essen ist auch visuell eine Wucht.
  • Café Bazar: Wo auch Stefan Zweig zugange war. Geht immer und zu jeder Tageszeit.
  • Café Mozart: Zweig spielte hier oft Schach, heute Touristen und super Apfelstrudel.
  • Andreas Hofer Weinstube: Gemütlich für den Abend in der morbid wirkenden Steingasse – mit ordentlicher Hausmannskost
  • Geheime Specerey: Zwischendurch oder als Hauptgang – geht immer. Vielgeliebt zur Festspielzeit – ähnlich wie das Triangel.

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Salzburg. Mozart. Mozartwoche 2020.

Mit Händen (und fast auch mit Füßen) erklärt Villazón bei der Pressekonferenz das Logo der nächsten Mozartwoche im Jahre 2020 mit neuem Thema rund um Kompositionen für Blech- und Holzbläser. Bis dahin aber gilt: „Mozart lebt“. Ja, das tut er ganz bestimmt. Wieder. Immer noch. Und ganz besonders hier in Salzburg und mit diesem Intendanten.

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HINWEIS: Ich wurde von Salzburger Land Tourismus und Salzburg Tourismus zu dieser Pressereise eingeladen. Der Artikel spiegelt meine ganze persönliche Meinung wider und basiert auf meinen während dieser Reise gewonnenen Eindrücke.

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