Kultur in Beton gegossen: St.Pölten – „Mitten in Europa“

by Angelika Mandler-Saul

Schätze mal, bei Euch liegt die vielgeschätzte #NÖ-Card im Winter auch eher brach. Bräuchte sie aber nicht, denn sogar in Wien ist sie an recht vielen netten Kultur-Locations so richtig gültig – falls man mal als Tourist in Wien unterwegs sein will. Will ich aber nicht, denn ich bin Weinviertlerin und habe einen Auftrag:

Meine „Neue“ Landeshauptstadt sehen.

Dunkle Erinnerung an St.Pölten

Die letzte Erinnerung, die ich an St.Pölten habe, ist (außer einem offiziellen Besuch im LKH) sicher 20 Jahre her: Wir im Campingbus (oder im alten roten Golf oder im Käfer) machen einen Ausflug und suchen in St. Pölten was zu essen. Ich weiß nur noch, dass wir im Bahnhofsrestaurant fündig (aber nicht zufriedengestellt ) (ge)worden sind. Dann verschwimmt meine Erinnerung in grau, „schiach“, fad, nie mehr wieder.

Nun bin ich aber Weinviertlerin und nicht mehr Stammersdorferin und außerdem Besitzerin meiner geliebten NÖ-CARD, die uns regelmäßig zwingt, niederösterreichische Touristen-Highlights zu besuchen.

Deswegen unlängst in St. Pölten: Sonne, Parkplatz nach bereits 10 Minuten, Kaffeehaus, Fußmarsch zum Dom – Bauernmarkt.   Was will man mehr?

Nein, ich bin keine Vegetarierin. Aber ich liebe Bauernmärkte.

Nein, ich bin keine Vegetarierin. Aber ich liebe Bauernmärkte.

Ich bin nur wegen der Kultur hier

Aber eigentlich bin ich ja hier wegen der Kultur. Eines muss man St. Pölten auch lassen:

Es ist alles und zwar wirklich alles hervorragend beschildert. Egal aus welcher Herren Länder man anreisen mag – in den „Kulturbezirk“ an der Traisen findet man allemal. Überrascht bin ich, dass es keinen Gratis Parkplatz für meinen beabsichtigten Kultur-Konsum gibt, denn wenn ich schon mal gewillt bin, MEIN LANDESMUSEUM zu besichtigen, sollte das achtungsvoll mit Gratis Parkplätzen belohnt werden. Wird es aber nicht, ich parke dort, wo offensichtlich auch alle (und zwar wirklich alle) Angestellten der Landesregierung, der Nö-Werbung, des Energiehauses (Passiv!), des NÖ-ORF und potentielle Kulturbesucher parken (müssen). Landesarchiv, Festspielhaus, Klangturm: DETTO, alle in der riesigen (hab ich schon gesagt, dass man zahlen muss?) Parkgarage.

Gut, dass ich mich am Klangturm orientieren kann und dass im neuen Viertel an jeder Ecke ein Orientierungsplan hängt; sonst wäre ich gleich mal an der Traisen gescheitert anstatt im Landesmuseum einzulaufen. Aber das Rauffahren ist gratis und darauf steh ich nun mal: St.Pölten von oben. Für die Holzliegen ist es zu kalt, aber ich sehe bis zum Ötscher und höre mich durch die Infos. Unter mir weilt mein Landeshauptmann im beflaggten „Landtags-Schiff“ und außerdem bekomme ich die Info, dass „Harry Potter“ auf Papier der Firma Salzer (in Blickweite) gedruckt ist.

Landesmuseum: Natur für Kids und Kultur für uns

Und zur Sache: Das Landesmuseum ist wirklich sehr, sehr nett gestaltet. Nicht zu groß und nicht zu klein: Vor allem, wenn man Kinder dabei hat. Ausgestopfte Tierchen auf mehreren offenen Ebenen (nein, nicht fad), viele Aquarien, aktuelle Sonderaustellung über Schmetterlinge, Labor & Forschen für Kids und für unsereins eine überraschend interessante Dauerausstellung mit NÖ-lastigen (!) Werken von Schiele, Moll, Waldmüller, Kokoschka und Konsorten. Daneben gehts gleich in die Landesgalerie mit zugegebener Maßen etwas nun ja, "freierer" Kunst - da war ich schnell durch 🙂 Demnächst Frauenlastige Sonderausstellung: LIKE.

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Flagge am "Schiff". Er ist da. Vielleicht.
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Kollege Schubert knows St. Pölten.
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Rathausplatz
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Kulturbezirk: Parkgarage und Klangturm
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Landesmuseum inside
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Domplatz mit Bauernmarkt.
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Rathaus
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Sehr schöne Fassaden in der FUZO
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Umgebung "Kulturbezirk".
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Das musste sein
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Blick vom Museum zum Festspielhaus
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Blick zum Ötscher vom Klangturm
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Tiroler Architekt Prandtauer: Gestorben in St. Pölten
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Festspielhaus
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Hier das Logo mit tagline "Mitten in Europa"
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Schlange stehen.
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Zu ebener Erde und erster STock
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Blick in die City St.P.
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Regierungsviertel
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FUZO St. Pölten
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Rasten am Klangturm

Für Museumsshop Junkies: Der Shop ist ausnehmend verlockend - Die Mode von Liparski aus Krems hätte sogar mir gefallen, wenn mein Börsl etwas lockerer sitzen würde. Der Museumsgarten dürfte im Sommer auch ein wenig über die zubetonierte Umgebung des Landesmuseums hinwegtrösten. Dies war für mich wahrlich ein Wermutstropfen: Architektonisch schönes Museum wie ich finde; gleich daneben das neue Festspielhaus und rundum nix als Beton.

Privates FAZIT:  Es muss nicht immer das Bobo-ausgebuchte ZOOM Kindermuseum im MQ sein.

  • Schöner Halbtagsausflug mit Kids (Hier zum Familienprogramm)
  • Parken Sa, So und Feiertag unterirdisch gratis (sonst ab der 2. Stunde)
  • Café und Museumsshop modern und gut equipped.
  • Museumsgarten im Sommer hoffentlich über die betonierte Umgebung hinwegtröstend.
  • Umgebung: sehr sehr mäßig ansprechend - für mich zuviel BETON 🙂
  • Klangturm mit Liegen und vielen NÖ Infobroschüren, Klang-Etagen im Winter gesperrt
  • Anfahrt: simpel, alle Wege führen zum Kulturbezirk.
  • Aktuelle und Schöne Website: http://www.landesmuseum.net/de

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2 comments

nicola 19. Februar 2014 - 15:07

danke für den link mit dem familienprogramm.

Reply
andreas 15. Februar 2014 - 13:23

Mit diesem kurzweiligen Artikel ind den netzen Picsvkenn ich mich nun auch ein wenig in St. PÖLTEN aus
. 🙂

Reply

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