Hoteltipp Wien: Vom Hotel Schani zum Reisesalon 5.0

67 Länder habe ich bereist, bin als Stammersdorferin geboren und dennoch kenne ich die Wiener Hotels kaum. Das wird sich jetzt ändern. Hier ein Hoteltipp Wien: Das Schani.reisesalon-2016_web-3-von-63


Auf dem Reisesalon 5.0 im Schloss Schönbrunn versammelte sich am 19. und 20. November 2016 ein Gutteil der österreichischen ReisebloggerInnen, flankiert von deutschen KollegInnen. Entweder um auf Einladung von Veranstalter N.B.S. auf der Bühne über #Reiseglück zu „slammen“, um als Reiseexperten vorort mit Ausstellern und Besuchern zu smalltalken oder einfach nur, um nichts zu versäumen. Ich gehörte dankenswerter Weise zur zweiten Gruppe und konnte die zwei Tage sehr gut nutzen, um alte Kontakte mit Touristischen Partnern aufzufrischen, weitere Kooperations-Projekte zu planen und mich als Reisebloggerin vorzustellen. Da die Aussteller alle quasi an ihre Kojen gekettet waren (im übertragenen Sinne), konnten sie sich kaum wehren, als ich meine Vorstellungsrunden flächendeckend absolvierte.

reisesalon-2016_web-5-von-63
Die engagierten Reiseexperten mit Thomas Reischer vom REISESALON 5.0

„Reisebloggerin, 40PLUS, wiederunterwegs, auch mit Hund, professionelle Bloggerin, ja- selbständig, Reisekosten, #7Ways2Travel….“ – viele mussten sich an diesem Weekend meinen Vorstellungs-Sermon anhören und die meisten dürfte es auch interessiert haben: Danke dafür, endlich geht was weiter in Sachen Reiseblogger in Österreich. Und wem ich es noch nicht gut genug auseinandergesetzt habe: Hier ist die Erklärung, warum ich NICHT immer auf Urlaub bin, wenn ich REISE und warum ich NICHT GRATIS ARBEITE.

Zurück zu Wien und meinem Hoteltipp Wien

Das österreichische Umweltzeichen des Lebensministeriums wird ja an Beherbergungsbetriebe vergeben, die sich dem Umweltgedanken und der Nachhaltigkeit nachweislich verschreiben und ich durfte diesen Herbst schon im Salzburgerland zwei davon besuchen. Aber jetzt hab ich mich mal aufgmascherlt für den Reisesalon und nächtige zu diesem Behufe in der großen Stadt.reisesalon-2016_web-9-von-42reisesalon-2016_web-7-von-42In Wien war ich nun in einer mir völlig fremde Gegend zugange: Im neuen Sonnwendviertel beim Hauptbahnhof und dort im urbanmodernen Hotel Schani – wobei ich ja schon den Namen einfach entzückend finde. SCHANI. „Schani, trag die Sessel raus“ – in den Schanigarten nämlich. Wienerisch halt. Das Sonnwendviertel und die dortigen Straßen sind aber im Gegensatz zu diesem Kalauer so neu, dass das Navi meines braven Humboldt kläglich versagte, ja versagen musste, und ich in der kartendatentechnischen Wüste des ehemaligen Frachtenbahnhofs des 3. Südbahnhofs einfach „nach Gefühl“ wegen eines Parkplatzes kreiste. Dafür kann aber das Schani gar nichts, denn dafür ist es funkelnagelneu gebaut und tut sich demnach nicht sonderlich schwer damit, das Umweltzeichen zu erhalten. Und ist damit unter den ersten Hotels in Wien, die sich damit schmücken dürfen. Um die Ecke liegt übrigens das nicht minder moderne Hotel Zeitgeist – auch ein Tipp für Reisende rund um den Hauptbahnhof oder einen abendlichen Drink oder einfach nur schnelles WLAN…reisesalon-2016_web-41-von-42reisesalon-2016_web-14-von-42reisesalon-2016_web-25-von-42

Damit punktet aber auch dieser mein Schani, der schräg gegenüber vom Hauptbahnhof liegt und dessen Lobby so gemütlich ist, dass sie sich gleich „Wohnzimmer“ nennt. Und wie bei mir daheim, ist das Office gleich daneben – hier ist es allerdings abgehängt von der Decke und bietet einen öffentlichen Co-Working Space für Digitale Nomaden und Home-Office Verweigerer. Gemütlich ist es übrigens auch im Hotel Schani, weil nicht aufdringlich ausgeleuchtet und mit zahllosen Zimmerpflanzen bestückt.reisesalon-2016_web-20-von-42reisesalon-2016_web-28-von-42reisesalon-2016_web-23-von-42

Mein Zimmer hatte eine kleine Lesebank mit integriertem Bürosessel (genial) am Fenster mit Blick in die Innenhöfe des neuen Sonnwendviertels, einen Vorhang als Raumtrenner, der hier einfach nur gemütlich und nicht unvorteilhaft retro wirkte und: Die Sichtbetondecke. Oder etwas hinreichend Ähnliches. reisesalon-2016_web-4-von-42Nun bin ich ein Verfechter des gemütlichen, aber nicht altvaterischen Intérieurs und einer möglichst altersadäquaten und doch schmeichelnden Zimmerbeleuchtung (ich sage nur: LESELAMPEN). Doch wenn mein Blick von der Horizontalen hinauf auf kalten Beton schwenkt, hört sich bei mir die Begeisterung für Modernes auf. Ist aber nur mein persönlicher Geschmack, ich MUSS ja nicht raufschauen.

reisesalon-2016_web-5-von-42So erfreue ich mich lieber an der großen Schani-Wand mit Schani-Infos über Wien und ein paar alten Hadern wie „Wien Wien nur Du allein“ und bei dieser weinseligen Stimmung trifft es sich für die Touristen ja vorzüglich, dass vor der Tür der gute alte D – WAGEN losfährt und das nicht nur zur Wiener Museumsmeile sondern auch in die andere Richtung: Zum Heurigen nach Grinzing und Nussdorf. Und das find ich als alte Stammersdorferin und Freundin des Spritzweins  logistisch und trinktechnisch superpraktisch.

reisesalon-2016_web-1-von-42Ansonsten ist das Zimmer optimal für Wien – (und Wein-) Reisende ausgestattet – bei dem TV, den man auch zum Screen-Mirroring (die urbanjungenhippen Traveller wissen schon, was ich meine) nutzen kann und den WIEN INFO APPS drauf bleiben echt keine Fragen offen. Und wenn doch, fragt man einfach den Gäste-Schani – jawoll. Oder man heftet sich „Mia is wuascht“ auf die Brust – oder es ist eh schon alles „ghupft wie ghatscht“. Und das mit dem Spritzwein kann ich als Stammersdorferin und Weinviertlerin ohnehin sehr gut nachvollziehen. Das Schani kam mir also auch auf der Gefühlsebene sehr entgegen.

reisesalon-2016_web-29-von-42Einchecken kann man übrigens per App, muss man aber nicht – und dann gleich seine Zimmertür mit dem eigenen Handy öffenen und schließen. Was man schon muss, ist am Touchpad bei der Rezeption beim Gästeschani seine Daten selbst von Hand eintippen, die Keycard wird dann drunter ausgespuckt. Das Frühstück ist wohlfeil und sehr ansprechend angerichtet – die OHRENSESSEL verdienen bei mir immer extra Erwähnung. Den Nespresso hebelt man sich morgens zum Frühstück selbst runter, der abendliche Spritzer ist mehr als trinkbar (ich bin da sehr anspruchsvoll) und es gibt zum Frühstück auch ordentliche österreichische Aufstriche. Übrigens kann man sich hier für sein Sightseeing untertags auch Skateboards (heißt das eh noch so?) und Tretroller, äh Scooter ausleihen.

Hoteltipp Wien: Das Schani ist „voll wienerisch“

Im Fahrstuhl wird man wienerisch angeredet, ob bei der Ankunft in der Lobby („Bitte alles aussteigen“) oder zwischendurch als „Kurzstreckengrenze“, letztere gibt´s aber seit 2013 nicht mehr in der Wiener Bim – genauso wie den Schaffner, den ich in den 1970er auf der 331 Linie nach Stammersdorf noch kennen lernen durfte. Dafür gibts jetzt hippe Hotels in  neuen Wohnvierteln, wo früher nur Geleise, Gstättn und Container zu finden waren. Das Sonnwendviertel ist also jetzt die Seestadt des Hauptbahnhofs quasi – wer mir hier inhaltlich noch folgen kann.

Übrigens: GANZ WICHTIG – Hunde sind hier beim Schani sehr herzlich willkommen. Das Haus ist außerdem vollkommen barrierefrei und bietet neben dem Coworking Space auch einen Meetingraum. Das Schani heizt mit Fernwärme und nutzt für seinen netten Garten Regenwasser zur Bewässerung. Der Abfall der Nespresso Kapseln vom Frühstück wird gesammelt und recycled. Die angenehme Beleuchtung stammt aus LED Lamperln und an der Bassena in der Lobby kann man reichlich vom Wiener Hochquellwasser schlempern.

Hoteltipp Wien: Umweltzeichen gewünscht?

Noch ein Umweltzeichen Hotel in Wien gefragt? Wie wär´s mit dem Wilhelmshof – Kollegin Elena berichtet.

HINWEIS: Die Umweltzeichen Hotels des österreichischen Lebensministeriums haben mich eingeladen, während des Reisesalon 2016 im Hotel Schani zu nächtigen. Die Meinungen in diesem Artikel sind, wie aufgrund der Ausdrucksweise wohl unschwer zu erkennen ist, dennoch meine eigenen.


Wie hat Dir dieser WIEDERUNTERWEGS Reisebericht gefallen?