[7Ways2Travel] Homestory: Ein Tag im Leben von Coffee – und mir auch.

Ein Blick hinter die Kulissen von WIEDERUNTERWEGS:  Wenn ich daheim arbeite und Coffee einfach nur sein tägliches Hunde-Ding durchziehen will: Laufen, Jagen, Spielen, Fressen. Da prallen täglich Welten aufeinander.

„Machen Sie eine typische Handbewegung“ – bitte sehr! Home Office hintaus.

Oje! Spätestens nach der Lektüre dieses Artikels ist es mit der schönen Mär´ vorbei. Mit der Mär´ des elitären, luxuriösen Reiseblogger Lebens und dem wunderbar unabhängigen, freien Leben einer selbständigen Unternehmerin. In spätestens 5 Minuten wisst Ihr, dass ein normaler Homeoffice Tage in einem normalen Unternehmerinnen-Leben mit (nicht immer ganz normalem) Hund nicht so unpackbar beneidenswert ist wie vielleicht angenommen. Sondern – ganz normal eben. Nur viel länger als „from 9 to 5“ (oder: „Was machst Du jetzt eigentlich genau – bist Du immer nur auf Urlaub?“)

Wiederunterwegs Homestory – Daheim arbeiten. Auch.

Ich arbeite seit 2013 als Reisebloggerin und habe mich 2014 selbständig gemacht: Seitdem bin ich mit meiner kleinen Einfrau – Werbeagentur UND als Reisebloggerin WIEDERUNTERWEGS. Das bedeutet, dass ich einerseits beruflich reise und darüber schreibe (mittlerweilen auch für Print-Journale), als auch, dass ich Kunden habe, die ich bei ihrem Marketing und bei der Werbung unterstütze. Wenn ich reise, arbeite ich von unterwegs mit Smartphone und Laptop, – daheim habe ich mein Homeoffice, mein Speichernetzwerk, meine Buchhaltung, meine Ablage, mein geliebtes Basislager.

Viele Reiseblogger stehen drauf, als „digitale Nomaden“ zu gelten und bei der Arbeit demonstrativ am Strand oder in der Bar auf Bali zu sitzen: Ich.nicht.so. Natürlich schau auch ich manchmal mit einem neidischen Auge auf meine Lifetravellerz Kollegen, die das Arbeiten beim Camping im Vorzelt und mit Bus Luigi perfektioniert haben, aber gerne halte ich es auch mit Kofferpacken.at: Ich brauche einen Ort, an den ich immer wieder heimkommen kann, wo meine Bücher, meine Erinnerungen und meine Fotos nebst Mann und Hund auf mich warten (im optimalsten Falle).

Zwar sitze ich auch beim WiederunterwegsSein fast täglich abends am Laptop (schließlich bin ich ständig selbständig), aber viel effizienter arbeite ich daheim im Homeoffice. Und nun in medias res: Wie sieht denn nun so ein Arbeitstag bei mir und Coffee im Weinviertler Homeoffice aus? 

Fenster in den Garten: So habe ich Coffee im Blick, wenn er sich um die Grenzsicherung kümmert.
Fenster mit Blick auf Weinberge und Felder hintaus. Im Sommer: Auf Weizen, Sonnenblumen und Raps.

Wiederunterwegs Homestory – Aktives Erwachen

Tagwache gegen 7:00 im Winter. Draußen ist es dunkel, nass und neblig. Morgens gilt: Wer sich im Bett noch einmal umdreht, hat schon verloren. Im Erdgeschoß nämlich harrt ein haariger Bewegungsmelder. Sobald ich mich von einer auf die andere Seite drehe, geht unten die Hunde-Maschinerie an: Aufstehen, Schütteln, Krallengeklapper am Parkettboden, engagiertes Getapse mit deutlicher Beschleunigung auf den Stiegen hinauf und schon: Schwarze Schnauze an Oberarm.  Wir nennen es gerne „Aktives Erwachen“. GUTEN MORGEN!

Ich. kann. sie. alle. sehen. Alle. Der erste Walk am Morgen, um die Geschehnisse der Nacht rund ums Haus olfaktorisch aufzuarbeiten.

Dann muss alles schnell gehen. Allerspätestens (!) 10 Minuten später gehe ich bereits hintaus im Gatsch spazieren und versuche, die rundum verteilten Rehrudel früher als Coffee zu erspäen, um frühmorgendliche Bandscheibenvorfälle hintan zu halten. Gelingt meistens. Nicht. Wenn das eine Rudel gerade im Weingarten chillt, lauert sicher ein Rehbock im Auffangbecken, oder Familie Hase im Vorgarten. Irgendwas ist immer.

„Schön, wenn man einen Hund hat. Man ist immer in der Natur, gell…?“

Heimkommen, Pfotenputztortur, köstliches Hundefutter anrichten, Zeitung holen, ENDLICH Kaffee trinken, Morgenjournal hören und den Kurier durchblättern. Gegen 8 Uhr sitze ich oben im Büro mit meinem dritten Kaffee, Coffee verdaut einstweilen die ersten Wildsichtungen und seine Hühnerherzen aus der Dose und wartet, dass es Vormittag wird und damit Zeit zur täglichen großen Hundetour. Die Zeit bis dahin verbringt er gerne im Garten auf seiner Aussichtsposition zur Grenzsicherung.

Endlich. Erster Kaffee. Mit ein bisschen Ente. Köstlich, kann ich Euch sagen.
Männer, die gemeinsam Butterbrote verzehren. Butter mit Brot – um genau zu sein.
Ich arbeite oben im Büro, er macht einstweilen Grenzsicherung.

Währenddessen im Homeoffice: Mails bearbeiten, Anfragen auf div. Social Media Kanälen beantworten, Pinterest und Flipboard befüllen und eine Task-List für den Tag erstellen: Zuallererst kommen aber meine Werbeagenturkunden dran. Dazu starte ich noch einen Parallel-Firmen-Laptop und sitze dann multitasking mäßig auf meiner Brücke – mit dem Blick ins Grüne (oder Braune). Es werden Layouts verschickt, Druckdaten hochgeladen, Rechnungen ausgedruckt, Web-Konferenzen bestätigt und Websites upgedated. Reminder an Kunden rausgeschickt.

Täglich ganz wichtig: Reichlich Coffee nach dem Coffee.

Unterbrochen meist nur durch Coffee, der unten verlässlich Laut gibt: „Hase in Nebengarten, vermutlich Marder unter dem Auto oder Rehrudel nähert sich.“ (Bei „Wildschwein im Auffangbecken“ muss er leider noch üben) Sobald ihm das fad wird – spätestens gegen 10:30 – verlässt er seinen Lauschposten, verschafft sich Einlass ins Haus und tapst verdreckt durchs Haus, um seine Schnauze auf meinen Beinen zu deponieren und seine Schmutzpfoten in meinen Teppich zu schmieren. Weil er dabei minütlich lästiger wird, unterbreche ich alles, was ich gerade tue, zerhacke dabei jeden Gedanken, vergesse jegliche tolle Ideen, stopfe mir ein proforma Frühstück in den Mund und verkleide mich wieder winterweinvierteltauglich. OUTDOOR TIME.

Was nehmen wir heute: Gummistiefel pur oder gefüttert oder Winterstiefel oder die kleinen Schwarzen – Gatschstiefel? So ein Lifestyle Blogger hats echt schwer. Ich versteh das.

Wiederunterwegs Homestory – Outdoor Time

Die nächsten 90 Minuten bin ich vergeben – bei jedem Wetter. Ob Wind, Regen, Schnee, Gatsch, Hagel, Hitze – wir sind auf Hunde-Erlebnistour. Zugegeben: Wenn nicht gerade Weinviertelwinter herrscht (Oktober-April), dann sind diese Walks natürlich ein naturkundlicher Genuss: Alles blüht und grünt in den schönsten Farben. Jetzt aber grad nicht – es ist Weinvierteljänner.

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Danach gibt es ein herrliches Hundegabelfrühstück. Oft mache ich schnell alles gleichzeitig, damit ich wieder an den Schreibtisch komme: 2. Frühstück für den Hund, 4. Kaffee für mich, Vorkochen für nachmittags – das alles ist in maximal 45 Minuten erledigt, dann bin ich wieder im Büro, verhalte mich dabei betont ruhig und hoffe, dass Coffee endlich einschläft 🙂 LUNCHBREAK für den Hund, 2. Schicht für mich.

Dann gehts weiter: Ich schreibe einen Artikel für eine deutsche Hundezeitschrift und suche Fotos für meine Online Artikel, die ich verkaufen will. Der Artikel über „Mit Hund in der Toskana“ fehlt auch noch! Mit dem #7ways2travel Team diskutieren wir online neue Aufträge und ich plane bereits den nächsten Artikel am Blog.  Dazu kommen vielleicht ein paar Terminisierungen für die nächsten Recherchereisen rein – dazu konsultiere ich unseren Familienkalender, gehe schnell runter was essen und schmuse mit dem Hund, nehme dann mir eine Kanne Tee mit rauf und plane weiter:

Wiederunterwegs Homestory – Die Nachmittagsschicht

Fragen über Fragen: Kommt Coffee beim nächsten Trip mit oder brauche ich einen Hundesitter? Ist Andreas daheim oder gerade in Bangkok, Washington oder Toronto? Gilt die Recherche für ein oder zwei Personen und warum soll ich schon wieder gratis arbeiten, reisen, schreiben, fotografieren und noch was draufzahlen? Absagen, Nachfragen, Einplanen, Buchen und immer wieder das Thema „Hundesitter“. Ohne meine BF und mein Hundesitter Netzwerk wären wir aufgeschmissen. Meistens geht es sich aber mit sehr guter Planung aus. Andreas landet morgens aus Washington? Cool, dann ist er vormittags daheim, übernimmt Coffee und ich reise ab. Er fliegt erst nachts nach Bangkok? Super, dann checkt er zuvor untertags noch die Hundespaziergänge und ich kann durcharbeiten. Andreas hat einen Nachtflug nach Kopenhagen – auch nicht schlecht. Dann übernimmt er die Tag- und ich die Abendschicht in der Hundebetreuung. So läuft das bei uns. Jedes Monat neu.

Wenn ich die Arbeit unterbreche, habe ich zwei Fenster zum Schauen: beim Gartenfenster ertappe ich sommers Coffee oft beim Zeitunglesen auf der Bank (Hunde, die sich unbeobachtet wähnen), beim Straßenfenster gibt´s ganz viel Gegend.  Immer drängen sich aber irgendwelche Tiere ins Bild: Meist Rehe, Hasen, Fasane, Falken, Bussarde. Seltener Eulen 🙂 Hier der Beweis.

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Da fehlt doch noch was? Ahja, das normale tägliche Leben neben dem og. Tagesablauf. Waschen, Einkaufen, Putzen, Gartenarbeit, Hausarbeit. Gemeinsames Social Life, Theaterabende einplanen, Heurigentreffen mit den best friends, endlich mehr Familienjausen zum Plaudern mit den Kids. Wir haben eine ziemlich akkurate Arbeitsteilung daheim, sonst würden wir unsere Berufe, unser Privatleben und unser Hundeleben nicht auf die Reihe kriegen. Wer macht was? Info gerne auf Nachfrage. Nur soviel: Coffee macht meistens nix und wartet. Aber belesen sind sie, die Hunde: Coffee liest Kurier sogar beim Lunch und Vatani bevorzugt den Falter. Brave Hunde.

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Während meiner 2. Schicht kann ich meine TaskListe annähernd abarbeiten und wieder auffüllen, wie gesagt meist alles parallel, weil mir soviel einfällt, was noch zu tun wäre. Wenn ich am Nachmittag immer noch allein daheim bin (d.h. Andreas arbeitet), mache ich mich bevor es winters dunkel wird, nochmal auf die Socken. Nochmal ne knappe Stunde mit Coffee weinvierteltauglich verpackt durch Felder und Wiesen streifen. Meistens treffen wir dann Hundefreunde und tratschen noch ein wenig auf der Gasse – über Hunde natürlich.

Dann stoßen die beiden schon mal bis ins Büro vor und machen auf Belagerungszustand. Ganz nah am Schreibtisch.

Wiederunterwegs Homestory: Das große Fressen und Schicht 3

Danach der Höhepunkt für Coffee: Das große Fressen. Dann kehrt Ruhe ein und für mich beginnt: SCHICHT DREI, die meistens bis 20 Uhr dauert. Es sei denn, es lauern Abgabetermine – dann wird natürlich verlängert. Meistens die für mich effizienteste Schicht des Tages, denn Coffee ist jetzt offiziell im Ruhemodus. Es sei denn, er hat Damenbesuch. Der Lesesessel bei der Bücherwand erscheint mir – je später der Arbeitstag – immer verlockender. Meistens mache ich aber abends „nur noch schnell“ die Ablage und höre dabei mein geliebtes Ö1 (die Journale, nicht die Musik), die Banküberweisungen oder arbeite nochmals offene Mails ab.  Oder ich habe nach der Arbeit ein Date mit den Männern auf der Couch, weil wir uns zum Plaudern und Fernsehen verabredet haben.

Oder:  Alle, die gerade im Haus sind, treffen sich in der Küche und plündern gemeinsam den Kühlschrank. Abendgassi. CALL IT A DAY. Gute Nacht bis zum nächsten Morgencoffee.

Noch Fragen? Gleich weiterlesen:

Feierabend.

7 Reiseblogger – 7 verschiedene Arbeitsweisen. Im Jänner 2018 präsentieren #7Ways2Travel ihre Homestories.


 

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