Wiener Neustadt: Was kann die NÖ Landesausstellung 2019? Ein Lokalaugenschein.

by Angelika Mandler-Saul

Wiener Neustadt war bis dato nicht gerade ein Touristen Hotspot. Wird es vielleicht auch nie werden. Jedoch die Landesausstellung 2019 „Welt in Bewegung“ ist ein absolutes MUSS für einen Ausflug oder ein Weekend in der „Hauptstadt der Wiener Alpen“. Ich war bei der Eröffnung vorort und war begeistert.

Ein Besuch bei der NÖ Landesausstellung 2019 in Wr. Neustadt

(Ausflugstipp – Reisen mit Kultur)

Seitdem ich weiß, was sich in den letzten Jahrtausenden in und um Wr. Neustadt wirklich abgespielt habe, frage ich mich: Warum ist es eigentlich KEIN Hotspot? Wiener Neustadt war Hauptstadt des Heiligen Römischen Reichs, ist voller historischer Gebäude, hat Cafés und eine große Fußgängerzone, liegt seit jeher am wichtigen Handelsweg gen Süden zum Meer und war Industriehochburg mit bekannten österreichischen Markenprodukten. Doch im Bewusstsein der Österreicher ist Wr. Neustadt natürlich immer auch mit den letzten Kriegstagen und den Bombardements sowie als Standort der Militärakademie und seit jeher für die Rüstungsindustrie und Schwerindustrie verankert. Das wird sich wohl jetzt ändern.

In der NÖ Landesausstellung 2019 geht es um Mobilität, um Wr. Neustadt als Stadt und die Geschichte und Geschichten dazwischen. Die Ausstellungsmacher haben in der Region Menschen und Geschichten gesucht und zu einer stimmigen Erzählung zusammengestellt: Die Welt in Bewegung und Wiener Neustadt mitten drin. Klingt zunächst ein wenig hochtrabend, aber wer vorort durch die Locations wandert, der wird verstehen.

Und das Beste kommt noch: Um die Ecke liegt eine meiner liebsten Regionen Österreichs: Die Bergwelt der Wiener Alpen mit dem Semmering-Rax Gebiet und dem Schneeberg, aber auch die Bucklige Welt und der Wechsel. Sommerfrische, Kultur, Flüsse, Geschichte.

Alles da. Also auf nach Wiener Neustadt – ich bin schon mal vorgefahren.

Wo sind die Ausstellungs-Locations bei der NÖ Landesausstellung 2019?

Ich muss mich fast zwingen, nicht Richtung Schneeberg abzubiegen, aber als ich dann in der City vor dem Museum und dem Dom stehe, bin ich doch überrascht. Alles neu, alles einladend gestaltet, die ganze City ist „durchgebranded“ – bei den Einfahrtsstraßen, den Auslagen der Shops, auf der Gasse und an fast jeder Häuserecke: Die Landesausstellung 2019 „Welt in Bewegung“ kann man nicht verpassen.

Vorbildlich allerorten. Schon vor einem halben Jahr lagen die Infos etwa im Knappenhof auf der Rax auf, als ich dort auf Sommerfrische KulTour (übrigens ein höchst empfehlenswerter Kulturtrip durch die Semmering-Rax Region mit Heimito von Doderer, Sigmund Freud, Arthur Schnitzler, Olga Waissnix und Peter Altenberg…) war – die Chefin des Knappenhofs übrigens ist eine der Testiomonials in den Broschüren und auch in der Ausstellung.

Der Knappenhof mit seiner Geschichte – Rax.

wiener neustadt landesausstellung rax reichenau

Der Thalhof der Familie Waissnix in Reichenau an der Rax.

Die Kasematten 

Die Kasematten waren einst die Befestigungs- und Wehranlage der Stadt, wurden umfassend revitalisiert und sind nun unterirdisch als Ausstellungs-Location zugänglich. Multimediale Projektionen an den alten Mauern aus dem 12. und 13. Jahrhundert und dann die unterirdische Bastei: Hier stehen in einem riesigen sechs große, aufgeschlagene Bücher – und ein geschlossenes. Jedes offene Buch inszeniert und erzählt die Geschichte der Regionen rund um Wiener Neustadt, verbunden durch den Wiener Neustädter Kanal.

Wir sehen Lilo Pulver als Piroska (Warum? Hinfahren und Rausfinden!), die Semmeringbahn und einen Rettungsschlitten (die Bergrettung wurde im Raxgebiet „erfunden“, fragen Sie die Chefin vom Knappenhof), den Boliden vom Graf Kolowrat, das alte Palace Hotel am Semmering,  treffen natürlich auch Heimito von Doderer in seinem Riegelhof in Prein an der Rax und werfen einen Blick auf den kaiserlichen Thronsessel aus dem Schloss Wartholz (heute eine traumhafte Gärtnerei mit Café – EinkehrTIPP in Reichenau/Rax)

Kasematten Wiener Neustadt Landesausstellung

In der Bastei der Kasematten – die Bücher.

Wiener Neustadt Landesausstellung ungarn

Piroska, Ungarn und Wiener Neustadt. Zusammenhang rausfinden!

Natürlich geht es hier in den Kasematten auch um die Flugzeugproduktion und das erste offizielle österreichische Flugfeld in Wr. Neustadt, um die Industrialisierung und die schlechten Arbeitsbedingungen der Arbeiter in den Fabriken der Region, um die Fliegerangriffe und die Zwangsarbeiter. All das gehört dazu zur Stadt, zur Geschichte und zur Mobilität.

Außerdem: Wie mobil waren früher die fahrenden Händler, die Hausierer und Straßenverkäufer und was geschah mit der jüdischen Gemeinde in Wr. Neustadt? Wo kamen die tausenden Zwangsarbeiter nach dem Krieg her? Wie war die Situation der Arbeiter in den Fabriken in Wr. Neustadt? Warum schrieb Peter Rosegger schon 1873 über die Umweltverschmutzung in der Region?

Wiener Neustadt Landesausstellung rüstung

Wr. Neustadt als Ort der Rüstungsindustrie

Das Museum St. Peter an der Sperr

Einst ein Kloster, heute ein supermoderner und schöner Museumsbau mit viel Sichtbeton, aber auch viel Luft und Freiraum und einer großen Welcome Area. Dabei ist jeder Raum anders gestaltet, fad wird´s so nicht. Hier geht´s um die Geschichte der Stadt und wie sich die Mobilität (das Thema der Landesausstellung) verändert hat. Wer jetzt glaubt, dass die historischen Exponate verstaubt und fad rüberkommen, der irrt aber gewaltig.

Wiener Neustadt Landesausstellung graphic

Gestorben an einer Melone. Na, wer hätte das gedacht?

Denn: Zu der Geschichte rund um die beiden wichtigen Habsburger Kaiser Friedrich III. und Maximilian I. gibt es zu jedem Exponat an der Wand Graphic Novels drumrum. Und die sind Storytelling pur und kein bisschen langweilig. Im Gegenteil: Ich musst bei fast jedem Bild schmunzeln, weil es der Grafiker geschafft hat, die reinen Geschichtsfakten superwitzig und spannend für alle (auch für die Kids) zu vermitteln. Man kann sich richtig reinfühlen in Friedrich und Leonore.

Wiener Neustadt Landesausstellung friedrich

Sie mag´s deftig, er eher vegan. Der Kaiser des Hl. Römischen Reichs in Wr. Neustadt und seine Frau.

Wir erfahren also bildhaft mit Wand-Comics, woran Friedrich wirklich gestorben ist, wie dreckig die Gassen von Wr. Neustadt im Mittelalter waren und was das Ehepaar daheim gegessen hat. Auch dass Leonore ein bisschen tatkräftiger war als das der römische Kaiser  von seiner Frau schätzte (denn hier in Wr. Neustadt war Friedrich Kaiser des Hl. Römischen Reichs) und der darob ein bisserl grantig war. Sieht man mit einem Blick, dank der Graphic Novels von Lenz Mosbacher.

Wiener Neustadt Landesausstellung NÖ

Ihm passt es nicht, dass seine Frau performed.

Ein Prunkstück der Ausstellung: Der Corvinuskelch.

Genial fand ich, dass das Kirchenschiff von St. Peter ebenfalls für die Ausstellung genutzt wird. Und zwar nicht als öde Ausstellungsfläche mit klerikalem Flair, sondern wirklich witzig mit Zitaten und Wortspenden von bekannten Menschen von Karl Kraus bis Leo Tolstoi.

Wieder Kichern meinerseits, wenn ich Karl Kraus´Zitat lese: „Ich verlange von einer Stadt, in der ich leben soll, Asphalt, Straßenspülung, Haustorschlüssel, Luftheizung und Warmwasserleitung. Gemütlich bin ich selbst.“

Kraus war wohl vieles, aber gemütlich war er sicher nicht und aus dieser asketischen Wohnpostulierung hört man ein wenig Freund Adolf Loos heraus, oder?

Und Tolstoi wiederum dürfte bei uns daheim um die Ecke im Weinviertel gewohnt haben – der kennt sich aus mit Dorfkommunikation: „Wenn man auf dem Lande lebt, weiß man, ob man will oder nicht, alles, was ringsum vor sich geht“.

Natürlich nehmen die Schwerindustrie, die Rüstungsindustrie, das Leben der Arbeiter in den Fabriken und die Rax-Werke und Flugzeugwerke auch einen Teil in der Ausstellung ein. Aber immer mit mitreißenden Geschichten der Menschen dahinter.

Meine persönlichen Lieblings-Ausstellungsräume: Alles über die Semmeringbahn und den Tourismus in der Semmering-Rax Region: Olga Waissnix vom legendären Thalhof darf sogar ihr Gästebuch aus den Anfängen des Thalhofs vor ihrer Zeit ausstellen.

Wir sehen ein Foto von Lina Loos, Kokoschka, Altenberg und Loos himself beim pittoresk wirkenden „Wandern“ im Jahre 1911 und erfahren, dass auf der Rax ein Klima wie in St. Moritz herrscht. In Altenbergs Büchlein „Semmering 1912“, als er öfter mal im Hotel Panhans wohnte, beschreibt dieser ein Jahr später, als er auf Kur (oder doch auf Entzug im Kurhaus Semmering) weilte, die Wiener G´sellschaft auf Sommerfrische in den Wiener Alpen.

Sein Intimus Adolf Loos (in Pilsen sind noch ganze Wohnungen von ihm zu besichtigen – EMPFEHLUNG!) baute Jahre später das berühmte Haus am Kreuzberg (heute: Looshaus mit Hotel und Restaurant), war 1911 noch mit Lina verheiratet und Kokoschka wirkt auf dem Foto auch noch sehr entspannt beim Wandern: Er hatte nämlich Alma Mahler noch nicht kennengelernt, das passierte erst im April 1912.

Wiener Neustadt Landesausstellung peter altenberg

Ehepaar Loos, Altenberg und Kokoschka am Semmering – malerisch beim „Wandern“…

10 Fakten über Wr. Neustadt, die Ihr sicher nicht gekannt habt

  • Wr. Neustadt war immer schon eine wichtige Station auf dem Weg nach Triest ans Meer. Einst als erste Station für die Postkutsche, dann die erste Bahnstation von Wien aus auf der Südbahnstrecke.
  • Wr. Neustadt war Hauptstadt des Heiligen Römischen Reichs.
  • Die bekannte Militärakademie war früher das Wohnschloss von Friedrich III., dem Kaiser des Heiligen Römischen Reichs.
  • Der Wiener Neustädter Kanal, an dem man heute besonders schön radeln und laufen kann – war einst als Verkehrsader und Wasser-Verbindung von Wien an die Adria geplant. So weit kam man allerdings nicht, nichtmal ansatzweise. Heute ist der Kanal noch etwa 36 km lang, 1803 (!) war er 64 Kilometer lang mit 50 (!) Schleusen
  • Der eigentliche Erfinder der Zwölftonmusik war Josef Maria Hauer aus Wr. Neustadt (sein Geburtshaus liegt zwischen Museum und Kasematten). Von wegen Arnold Schönberg
  • Die berühmten 8mm Filmkameras und die Filmprojektoren unserer Großeltern (bzw. auch Eltern 🙂 wurden nach dem Krieg in Wr. Neudorf produziert: EUMIG war 1975 der größte Hersteller filmtechnischer Geräte WELTWEIT! Ich hab noch einen funktionierenden Eumig Projektor daheim (Tipp: Ersatzlamperln gibt´s im Shop am Salzburger Bahnhof).
  • Der Erfinder der MATADOR Bausteine, Johann Korbuly – kam aus der Gegend rund um Wr. Neustadt.
  • Das VW Logo wurde von einem Wr. Neustädter entworfen. Jawoll.
  • „The Kiss“, nicht von Klimt: Das berühmte Bild von Victor Jorgensen vom Times Square im Nachkriegs New York – die Dame, die vom Seemann so stürmisch geküsst wird aus Freude über das Ende des Weltkriegs: Das ist die Wr. Neustädterin Greta Zimmer-Friedmann, geflüchtet 1939 vor den Nazis in die USA. Ihre Eltern, Unternehmer in der Neustädter Modebranche, wurden von den Nazis umgebracht – sie hatte rechtzeitig fliehen können.
  • Der letzte „echter Semperitler“ Reifen kommt aus Wr. Neustadt
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Was mir besonders gut gefallen hat 

  • Das Reisetagebuch zum Mitnehmen und zum Abstempeln
  • Die beiden Shops mit witzigen Mitbringseln rund um „Mobilität“
  • Die Graphic Novels rund um die Ausstellungsstücke im Museum – GENIAL! So muss Museum anno 2019!
  • die hervorragende Ausschilderung vorort
  • die ganze Stadt ist „Landesausstellung“
  • Der Spaziergang in der Fuzo zwischen den beiden Locations
  • Die Schanigärten am Hauptplatz beim Ortswechsel zwischen den Ausstellungen
  • dass an beiden Locations Stadtpläne für den City Walk bereitliegen
  • Das Museum zum Angreifen, Stichwort: „Taktil“.
  • Beide Locations sind in Jahrhunderte alten „Gebäuden“ untergebracht, aber dennoch: hochmodern revitalisiert und zeitgemäß umgesetzt.
  • Zuguterletzt: Dass ich wieder mal in meinem Fin de siècle Feeling rund um die Sommerfrische der Wiener Alpen schwelgen konnte
  • Die Inszenierung in der St. Peter Kirche – endlich mal eine sinnvolle UND witzige Nutzung (pardon)
Wiener Neustadt Landesausstellung mittelalter

So wars wirklich in den Straßen im Mittelalter…

Wiener Neustadt Landesausstellung reisetagebuch

Das Reisetagebuch zum Abstempeln – sehr nette Erinnerung

Barrierefrei - physisch und inhaltlich
Die NÖ Landesausstellung ist an beiden Ausstellungsorten auch für seh-, hör- und bewegungsbeeinträchtigte Menschen erlebbar. Es werde Gebärdesprachevideos angeboten, dazu kommen Leichter Lesen Texte und zahlreiche taktile und akustische Stationen – also zum Angreifen und Hören.

Hard Facts über die Landesausstellung

Alle Infos über die NÖ Landesausstellung auf einen Blick
  • Öffnungszeiten: 30. 3. bis 10. 11. 2019, 9 – 18 Uhr
  • Tickets und Führungen kann man schon vorab online reservieren und buchen
  • Täglich Führungen an beiden Locations um 10:30, 14 und 16 Uhr (lohnt sich!)
  • FAMILIEN Führung: Samstag, Sonntag und Feiertag um 15 Uhr
  • Eintritt mit der NÖ-Card einmal frei
  • Parken: In der city auf den Parkplätzen in der Kurzparkzone (mit Automat oder Handyparken, Sonntag und Feiertag gratis) oder in den zahlreichen Parkgaragen
  • Tagesparkplatz beim ÖGB Zentrum – der ganze Tag für 3 Euro.
  • Zwischen den beiden Ausstellungsorten kann man gemütlich in 10 Minuten per pedes hin und herwechseln: Über Domplatz und Hauptplatz und Fußgängerzone ein angenehmer Spaziergang mit vielen Ablenkungen: Cafés, Gelateria, Wirtshäuser, Schanigärten.

 

INFOs für Hunde-Besitzer
Vierbeinige Besucher sind leider in sämtlichen Anlagen der NÖ Landesausstellung verboten. Darüber können auch die verlockend große Hundefreilaufzone an der Payerbacher Straße Richtung Schneeberg und die vielen Sackerlspender in der Stadt nicht hinwegtrösten 🙂 Ein Familienmitglied muss also leider immer daheim bleiben.

Das VIDEO zur NÖ Landesausstellung

Ausflugsziele rund um die NÖ Landesausstellung

ausflug höllental

Hitz und Hund = Höllental. Entlang der Schwarza am Wasserleitungsweg am Fuße der Rax.

Meine Tipps für einen Ausflug inkl. Ausstellungsbesuch

Wiener Neustadt Landesausstellung city hauptplatz

Zwischen den Ausstellungs Locations in Wr. Neustadt City


HINWEIS: Ich besuchte die NÖ Landesausstellung im Rahmen der Presseführung zur Eröffnung.

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9 comments

Christine Kasper 4. August 2019 - 00:57

Mir hat die Landesausstellung nicht gefallen: viel Schnickschnack, vergleichsweise wenig Inhalt (das Stadtmuseum hat früher sehr viel mehr über die Stadtgeschichte geboten als zur Zeit der Landesausstellung). Außerdem werden im Ausstellungsteil, der im Museum stattfindet, überdurchschnittlich viele Exponate nur in Form von Fotos und Faksimiles gezeigt. Ich habe den Eindruck, dass es bei der Landesausstellung in Wiener Neustadt vor allem darum geht, möglichst viele Gäste für die Gastronomie zu gewinnen und der Besuch von Ausstellungen nur als Feigenblatt eingeplant wurde, das dem wirtschaftlichen Ziel einen kulturellen Anschein verleiht.

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Sophie 31. Juli 2019 - 22:09

Es hat den Anschein, als hätte man verschiedene Objekte zusammengetragen, um eine Landesausstellung zu gestalten. Das Thema wurde nicht getroffen. Der Teil in St. Peter ist besser, hat aber auch das Thema verfehlt.

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Hannes Gruber 29. Juli 2019 - 15:16

Dass man aus dem Titel „Welt in Bewegung“ sowas darstellen kann ist die eine Sache, dass für wirklich viel Geld eine relativ „dürftige Zusammenstellung“ herauskam ist leider auch Realität!

Das Raum und Bewegungskonzept in den Kasematten ist etwas gewöhnungsbedürftig, viele Ausstellungsobjekte sind weit von ihrer Beschreibung entfernt plaziert, ebenso sind viele Stücke überhaupt nicht beschrieben!

Die Beleuchtung ist einfach nur schrecklich, die Objekte (viele davon) liegen im halbdunkel (möglicherweise sind viele massive Holz und Metallteile nicht „lichtecht“!), dafür leuchten einem die kleinen Halogenstrahler teilweise voll in die Augen!

Dass mit aufwändiger Architektur relativ wenig essentielles gezeigt wird, daran habe ich mich bei den diversen Landesausstellungen inzwischen gewöhnt, aber die „schiefen grünen Bewegungsebenen“ im Museum an der Sperr sind für mich (und wohl auch für viele andere) ein Zeichen für viel nutzlos vergeudetes Geld, die netten Spruchweisheiten hätte man auch woanders wesentlich „preiswerter“ plazieren können!

Vieles in dieser Ausstellung wurde nur gestreift bzw angedeutet, so ist zwar die Schneebergbahn mehrfach erwähnt, auf dem riesigen blauen Hügelbrett ist sie nur als dünner schwarzer „Filzschreiberlinie“ angedeutet, weder sind darauf irgendwelche Flüsse, Berge, Ortschaften und andere eventuell interessante Punkte drauf, sondern nur eine schiefe blaue Hügellandschaft mit etwa 6 m² welche einfach nur Platz verstellt ohne jede Aussagekraft, das hätte man sich auch sparen können!

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Anneliese Hierath 29. Juli 2019 - 09:09

Ich muss Herrn Schiller auf jeden Fall widersprechen! Diese Landesausstellung ist gut. Dafür lohnt sich auch eine längere Anreise. Wer sich wirklich mit den sehr gut präsentierten Objekten beschäftigt hat, konnte die Zusammenhänge mit Bewegung und Mobilität sehr wohl erkennen. Also, für mich war dieses sicher nicht so einfach dazustellende Thema bestens umgesetzt.

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Peter Schiller 21. Juli 2019 - 22:16

Ich war von der Ausstellung sehr enttäuscht und halte sie für eine der schlechtesten Landesausstellungen bisher.
Nichtssagende Objekte, deren Zusammenhang mit dem Thema Bewegung/Mobilität teilweise an den Haaren herbeigezogen scheint, sind aneinander gereiht.
Schade um die Zeit.

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Helmut Puritscher 23. Mai 2019 - 11:08

Was hat EUMIG mit WN zu tun?
Josef Maria Hauer?
Johann Korbuly stammt „aus der Gegend um Wiener Neustadt“?
Was sagt uns das Holzgerüst in der Ausstellungskirche St. Peter an der Sperr?

LG,
Helmut Puritscher

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Angelika Mandler-Saul 26. Mai 2019 - 21:02

Eumig Museum Wiener Neustadt. Alles andere bitte die Kuratoren zu fragen, ich bin nur ein Besucher.

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NÖ Landesausstellung 2019: Zehn Wanderungen um Wiener Neustadt 2. April 2019 - 15:15

[…] widmet sich an mehreren Standorten voll und ganz dem Thema Mobilität. Ein erster Einblick ist bei wiederunterwegs.com zu finden.Die umgrenzende Region der Wiener Alpen vom Schneeberg zur Buckligen Welt und entlang dem […]

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Gabi 31. März 2019 - 10:34

So ein umfassender und interessanter Bericht Macht Lust auf einen Besuch!
Vortrefflich!

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