A Teich for a day: Private „Teichzeit“ im Weinviertel

Die Idee ist so einfach wie genial: Einen Teich zu kaufen und private „Teichzeit“ am Wasser vermieten. Noch dazu bei uns im Weinviertel, wo wir mit Wasser ja nicht unbedingt gesegnet sind. Ein Lokalaugenschein vom Seerosenteich. Mit Hund, versteht sich.teich mit hund

„Teichzeit“ im Weinviertel – Die FACTS.

Einen Teich mieten für einen Tag – das kann man bei „Teichzeit“ im Weinviertel. Für Hundebesitzer wie mich die Erfüllung eines kleinen Traums. Das war mir noch gar nie in den Sinn gekommen, dass hier im Weinviertel offensichtlich immer wieder kleinere Teiche mit angrenzenden Grünflächen am Markt sein könnten… Das zumindest erzählt Manon Anzböck, die Eigentümerin von tierschule.at und des dazugehörigen Teichs. „Abgefischt“ und mit Grundwasser gespeist ist der kleine Seerosenteich in Hauskirchen im Weinviertel. Die Tiertrainerin besitzt den kleinen Teich mit viel Schilf rundum nahe Wilfersdorf seit zwei Jahren – online kann man hier seine eigene „Teichzeit“ buchen und dann ganz privat auf dem Gelände abhängen. GANZ privat. So wie Coffee und ich an diesem heißen Samstag im Juli.

Übrigens: Noch mehr selbst getestete Badetipps mit Hund gibts auch hier auf wiederunterwegs.com.

Wir machen also einen Ausflug ins Weinviertel. Vom Weinviertel ins Weinviertel. Zum Baden. Dass ich das noch erleben darf – eine ansprechende, kleine und natürliche Badefläche für Hund und Mensch im Weinviertel. Eine gute halbe Stunde sind wir von daheim Richtung Zaya und die Slowakei unterwegs und dann finden wir einwandfrei – dank der guten Beschreibung auf der Website – die Zufahrt. Pampa, Felder und Sonnenblumen rundum wie daheim, nur eben: Mit einem Teich. Und der ist für uns Wasserliebhaber Goldes wert. Aber was ist, wenn Coffee wieder laut wird? Das ist wie immer meine größte Sorge.

„Hier regt sich keiner übers Bellen auf, wir sind mitten in der Au. Auch Trommelkreise, Survival Schnupperer, schamanische Ritualanhänger und FKK Fans können hier beim mir am Teich sein. Ihr könnt auch grillen, Kugelgrill und Kohle sind vorort“, sagt Manon bei der Begrüßung. Wichtig ist ihr: FAIR USE, Nutzung auf EIGENVERANTWORTUNG und dass alles so hinterlassen wird, wie man es vorfindet.

Manon führt uns kurz durch das Gelände, erklärt was da ist, genutzt werden darf und dass nix verboten ist (vor allem nicht für Hunde) und ist auch schon wieder weg. Und Coffee und ich haben für einen ganzen Tag unser eingegrenztes Grundstück mit Teich für uns allein.

Seine eigene 'Teichzeit' reservieren
  • Auf der Website findet Ihr alle Infos über die Nutzung des Teichs, die man braucht.
  • Anfahrtsbeschreibung inklusive Videos plus PREISE sind ebenfalls online
  • Ein Video Rundgang durch das Gelände gibt es hier.
  • Buchen kann man übrigens ab 2 Stunden um 20 Euro, es gibt gestaffelte Preise und auch einen Preis für den ganzen Tag. 
  • Mit dem Auto parkt man vor dem Tor zum Teich am Feld.
  • Erlaubt sind maximal 5 Personen und 5 Hunde am Teich.

Unser persönlicher Lokalaugenschein am „Teich zum Mieten“

Gleich vorweg: Hier ist alles „en nature“ – kein Chichi, kein Luxus, kein Golfrasen. Dafür blaue Libellen, Wasserhüpfer, Kröten, Seerosen, Wasserschnecken, Brombeeren und viel Schilf. Der Fischer-Steg ist nicht mehr funktionstüchtig und abgesperrt, ein kleiner Kahn liegt malerisch unter Wasser und es gibt Wühlmäuse, einen Wasseranschluss und eine Spielwiese für die Vierbeiner sowie verschiedene Sitzgelegenheiten.

Wir suchen uns ein Schattenplatzerl als Versorgungsstation, basteln aus zwei Paletten einen Tisch und schlagen noch ein Nebenlager auf der Picknickdecke zum Chillen in der Sonne gleich beim Wasser auf. Fertig. Eine gefüllte Kühltasche mit viel ungesundem Zeugs vom Greißler, Restln vom Vortag, gekühltes Wasser von daheim, noch ein Lackerl vom Grünen Veltliner, Zeitungen und Bücher. Mehr brauchen wir nicht für einen Tag am Seerosenteich.

Der Laptop und die Unterlagen zur Recherche für meinen Arbeit sind „nice to have“, aber ich schau natürlich keine Sekunde rein und der Laptop hängt allein im Schatten ab. Illusorisch, hier bei dem schönen Sommerwetter zu arbeiten. Das schaff ich nicht. Wir müssen schwimmen, bellen, schnuppern, jausnen, tauchen, sonnen, lesen, fotografieren. Coffee kann sich in dem 3000m großen und vollkommen eingezäunten Areal frei bewegen, das ist eigentlich der größte Luxus dabei – für mich. Gleich danach kommt natürlich der Teich. Auch hier: Alles reine Natur, schlammig und steiniger Untergrund – dafür glasklares Wasser, wenn man nicht gerade einem Spieli nachhetzt, und beim Wassern muss man schon ein bisserl klettern.

Aber sowas macht uns nix aus, wir sind begnadete Flussbader und wir brauchen keine flachen Sandzugänge oder mehrfach gesicherte Stufen. Über ein paar alte Steinstufen klettern wir in den Teich, aufpassen muss man schon – aber mit ordentlichen Badeschuhen, Hirn und zwei Händen dazu geht alles. Coffee hat sowieso keine Probleme, der happt einfach rein. Nicht ohne dies vorher kläffend anzukündigen.

WICHTIG: Wir haben bei der Buchung bestätigt, dass wir wissen, hier kein Chichi vorzufinden, sondern einen reinen Naturbadeplatz und dass wir selbst für uns verantwortlich sind. Keine Handläufe, keine Sicherungen am See, keine Haftungsübernahme. Wie im richtigen Leben. Dafür sind wir ganz alleine, nur manchmal fährt ein Radler oder ein Traktor vorbei. Die Erdölförderpumpe daneben hört und sieht man bei der Arbeit und die Wasserpumpe blubbert. Das ist alles. Sonst nur Kläffen, Plätschern, Vogelpfeifen und Windrauschen.

Einen Teich mieten für einen Tag – Genial.

Es ist ein bisserl Schrebergartenatmosphäre vorort, aber genau das ist unglaublich entspannend. Alles ist sehr naturbelassen, viele Gerätschaften stehen herum, weiters ein paar Verschläge, Hochbeete, Wasserschläuche und anderes Gartenzubehör. Die Hundeutensilien im Abstellraum und das Agility Equipment dürfen wir frei nutzen  – überhaupt gilt hier: Fair Use und das find ich sehr ansprechend.

Unseren Abfall nehmen wir wieder mit und wenn mal minutenlang vor Aufregung („Der Ball! Ins Wasser. Ins Wasser! JETZTZTZT!!! Frauli, tu weiter!“) durchgekläfft wird, wie das unsere Art ist, dann stört das niemanden. Hier sagen sich die Rebhendln und Hasen gute Nacht – eben ganz wie bei uns daheim, nur mit einem eigenen Teich dazu. Grandios. Netzempfang ist hier mindestens genau so gut (oder schlecht) wie bei mir daheim im Wien-nahen Weinviertel.

Manchmal schlägt Coffee an, dann dürfte ein Bauer oder ein Radler oder ein Hundegassimensch vorbeigehen, aber das kann ich nur ahnen – ich sehe niemanden. Fast um das ganze Grundstück gibt´s hohe Bäume, Schatten findet man immer – wer ihn braucht. Coffee streunt herum, pritschelt im Schilf auf der Suche nach Jagdbeute, schnofelt, wuzelt sich und manchmal liegt er auch ein paar kurze Minuten bei mir auf der Matte.  Einzäunung ist super, find ich. Ich darf mich halt nicht zu schnell bewegen, sonst wird der Herr Hund auch wieder unruhig und will Action.

Beim Empfang bekommen wir auch gleich Infos für den Notfall. Wo ist die nächste geöffnete Tierambulanz? Und schon sind wir allein im naturbelassenen Refugium. Nein, zum Arbeiten komme ich hier nicht. Nicht beim ersten Besuch. Vielleicht das nächste Mal.

Mein TIPP: Luftmatratze mitnehmen und vielleicht ein Campingtischerl, wenn man nicht beim fixen Tisch beim Steg sitzen will, sondern woanders am Teich, so wie wir. Aber das wäre dann schon wieder fast ein bissl zuviel Luxus – für mein Schrebergartenfeeling.

Video 


HINWEIS: Dieser Bericht spiegelt meine ganz persönlichen Ansichten und Eindrücke wider und ist eine Momentaufnahme unseres Besuchs im Juli 2019.

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