Nach Cervantes am indischen Ozean: Vom Warten, Fahren und Umpacken.

Punkt 9 war ich bei der Campervan-Vermietung. („You travel alone? You´re brave!“ Na fein.) Aber erst kurz vor 12 konnte ich endlich bei strömenden Regen auf den Highway durch Perth abdampfen. Also an mir lags nicht! Hat ewig gedauert und dann bekomme ich noch einen verdreckten Van. Aber jetzt nichts wie raus aus Perth!

Alle Menschen wollen heute einen Campervan abholen – so wie ich. Und viele davon sind schon sehr lange in Pension, scheints.

Viele glückliche Rentnerpaare durften heute ihre, meist, Luxus-Riesen-Campervans in Empfang nehmen (auch wenn sie dann Hilfe beim Einsteigen brauchten, weil sie teils nicht wussten, wo sie die Krücken verstauen sollten) – nur für mich kam der bestellte Mighty nicht daher. Kurz: Ich bekam dann einen Britz (auch nicht den neuesten, dafür halt günstiger) und ein gratis GPS, weil ich solang warten musste.

Dass das GPS nicht  funktionierte, wusste ich erst später. Dort, wo dann kein Radio- und kein Telefonempfang mehr war. Aber dazu später.

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Vom Mitnehmkasterl hab ich mir gleich die wichtisten Dinge ausgesucht: Pfefferminztee für die langen kalten westaustralischen Abende im Campervan, Mückenzitronella (falls es mal heiß wird und die Viecher angreifen) und Geschirrspülmittel. Die Abenteurer, die ihre Autos retour geben, haben ja meist noch Restbestände im Auto, lassen sie beim Vermieter und die nachfolgenden dürfen das mitnehmen, so sie wollen. Ich wollte. Unglaublich praktisch. Bin zufrieden.

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Und weil Ihr grad fragt: Ja, es stimmt wirklich, was in den vielen vielen Reiseberichten immer immer wieder steht: Lieber gleich einkaufen, wenn mal ein Woolworths oder ein Coles an der Strecke liegt. Nur nicht abwarten, denn dann steht man in Cervantes am indischen Ozean (oder sonst wo), hat nen super Campingplatz am Meer reserviert, will chillen, hat den ganzen Tag außer einem Flat White nichts im Magen, und steht ohne Food & Beverages da.

Man (wer auch immer) 🙂 muss dann in ein zwielichtiges „General Store“ einkehren und noch zwielichtigere Dinge kaufen. Kein Kangoo Steak, kein Salate, ach herrje.

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Dafür habe ich vorbildlich rückwärts eingeparkt, sämtliche Verkabelungen am Camper erstmal vorgenommen und überhaupt:

Heute nur 3 Mal versehentlich den Scheibenwischer statt des Blinkers erwischt. War aber egal, weil es eh durchgeschüttet hat. Tendenz deutlich sinkend! Beim Vertauschen, leider nicht beim Regen.

Nach 20 km links fahren und rechts lenken im Regen aus Perth raus hab ich mal zum ersten Mal richtig durchgeatmet, nach weiteren 10 Minuten bereits Radio gehört und nach 60 km war ich bereits tiefenentspannt am Steuer (Und das will was heißen bei mir). #ichschaffdas

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Von der Gegend kann ich nicht viel erzählen, weil ich grade Mal meinen Vordermann im Schüttregen ausmachen konnte. Ich habe Grund zur Vermutung, dass rundum nicht viel los war: Kann von 2 toten Emus und 2 toten Roos berichten, viel verbranntes Land und leere Straßen. Kurz vor Cervantes aber riss es ganz kurz auf und ich hatte eine blendend schöne Aussicht auf weiße Dünen, Felder mit bunten Wildblumen und das türkisblaue Meer. Der so traumhaft gelegene Campingplatz hier (ich stehe ganz nah bei den Dünen) ist halt auch nur so schön wie das Wetter rundum.

Aber dafür hab ich mal Zeit, in meinem Camper Platz zu schaffen (das wird ja was werden, wenn wir hier zu zweit wohnen – das wird ganz schön viel organisatorische Arbeit), das ganze Zubehör (Kochen, Bettzeug, Wäsche) etc auszupacken und zu sichten. Zum Thema Stauraum: Gibts leider nur wenig zu sagen, siehe Bild. 🙂

Okay, ganz ehrlich: Eine Lade gibt es auch noch. Fotogallerie gibts heute keine, war kein Wetter.

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