Blogstöckchen gefangen! Blogger reden übers Reisen.

Alleinreisen mit Campinbus in Australien
Unterwegs in Australien KalbarriCoast

Es gibt sie  noch, die Kettenbriefe aus unserer Schulzeit. Aber nicht säuberlich daheim abgeschrieben auf Linienpapier, sondern per Blog wird das „Erzählstöckchen“ weitergeworfen. Meine liebe Kollegin Monika Fuchs von Travelworldonline hat mich erwischt und für sie und Euch beantworte ich jetzt sehr gerne ihre 11 Fragen übers Reisen:

1. Was lockt Dich, immer wieder zu reisen? Ich muss einfach immer unterwegs sein oder zumindest eine nächste Reise planen. Meine Mutter nennt es „rastlos sein“, ich nenne es einfach „wieder unterwegs sein“. Ich liebe es, jeden Tag woanders aufzuwachen und spätestens am dritten Reisetag am selben Ort (allerspätestens) werde ich unruhig und will wieder los. Aber: Ich möchte nicht unentwegt unterwegs sein müssen, ich möchte die Wahl haben und ich komme gerne wieder nach Hause. Schließlich will die nächste Reise geplant werden.

Carina von Pink Compass hat es für mich perfekt auf den Punkt gebracht: „Ich reise nicht, um vor dem Leben davonzulaufen. Ich reise, damit mir das Leben nicht davonläuft.“

2. Welche Länder, Regionen oder Städte reizen Dich am meisten und warum?  

Korsika, der Himalaya und Asien – eine wilde Mischung, zugegeben. Aber eine empfehlenswerte.

Das Savoir Vivre auf der schönsten Insel der Welt mit ihren schneebedeckten Dreitausendern und den karibisch anmutenden Sandstränden, vereint mit den korsischen Köstlichkeiten und Nacktbaden im Fluss – oh là là! 🙂

Die Himalaya Region, anstrengend und anregend zugleich – Trekking durch Nepal und Tibet, todmüde auf 4000 Meter Seehöhe bergauf steigen, literweise Tee trinken, Linsen und Reis mit der Hand reinstopfen und nächtens im Zelt keine Luft kriegen. Dabei stets die Kamera auf die Eisesriesen rundum richten und diese unfassbaren Farben des Himmels und der umliegenden Achttausender jede Minute in sich aufsaugen.

Tropische Tage und Nächte in Thailand, Laos und Kambodscha. Am goldenen Dreieck einen Kerzenballon steigen lassen, in Chiang Rai am Nachtmarkt endlich wieder scharfen papaya salad („two chilis, pls“) und unbekanntes Fischgetier genießen, im Urwald zwischen Lianen in schwindelnden Höhen im Baumhaus einen Heiratsantrag kriegen, mit dem Kanu im Mekong kentern oder mit den Elefanten im Schlamm baden. Das alles reizt mich. 🙂

3. Gibt es eine besondere Sache, die Du auf Deinen Reisen unbedingt erleben willst, und wenn ja, welche?  Ich will campen, fotografieren und radfahren. Ersteres entweder im Campingbus (Australien) oder im Zelt (Nepal) oder im Mobilhome (Mittelmeer) oder im Swag (Outback) oder….. Letzteres egal wie. Mit Mountainbikes durch Laos, Citybikes durch Chicago oder Klapprad durch Toronto.Und ich ziehe jeden Straßenmarkt einem Restaurant vor. Immer und überall. Hauptsache outdoor.

Wo ich schon war          Erst am Rad, dann am Schiff.

4. Welche Menschen, denen Du auf Deinen Reisen begegnet bist, wirst Du nie im Leben vergessen und warum? Die Sherpas bei unseren Trekkingtouren durch Nepal und Tibet. Die meisten haben wohl mehr am Rücken geschleppt als ihr eigenes Körpergewicht, sie haben uns pfeifend und lachend beim Bergaufschnaufen überholt und waren stets mit flipflops unterwegs. Sie halfen uns über desolate Hängebrücken, steile Schneefelder und brachten uns Morning Tea ans Zelt. Wie unpassend dekadent bin ich mir vorgekommen!

5. Was war das größte Abenteuer, das Du bisher auf Deinen Reisen erlebt hast? Die Anreise, Trekking Tour und das Nächtigen beim Everest Basis Lager in Tibet. Das erste Mal nach Lhasa kommen. Allein im Campingbus durchs stürmische Westaustralien fahren. Einen Höllen-Flug durch die Massai Mara überstehen und den Landeanflug auf Lukla überleben. Objektiv gesehen sind das wohl keine Abenteuer – aber für mich waren es teils kleine Herausforderungen, durch die ich mich besser kennen gelernt habe.

6. Was würdest Du auf Deinen Reisen nie machen und warum? Ich würde niemals wissentlich mir unbekannte chemische Substanzen zu mir nehmen. Ich habe mich und meine Aktivitäten gerne unter Kontrolle.

7. Was war das außergewöhnlichste Mittel zur Fortbewegung, mit dem Du bisher auf Reisen warst? Ein selbst umgebauter Campingbus, in dem man nicht stehen konnte und der nie ansprang. Der mir aber die schönsten Campingfahrten meines Studentenlebens bescherte. Aber auch der Tag im kanadischen Haliburton, als wir mit unserem Schlitten die 8 aufgeregten Schlittenhunde und somit ein 32 Pfoten-Gespann zu zweit zu bändigen versuchten, war mal eine etwas andere Art der Fortbewegung.

8. Welche Völker und Kulturen, die Du auf Deinen Reisen kennengelernt hast, haben Dich am meisten beeindruckt und warum? Die wenigen Tibeter, die man in Tibet noch auf der Straße sieht. Unbeirrt von den rundum angesiedelten chinesischen Menschenmassen und dem Höllenverkehr an ihren heiligen Stätten pilgern sie am Boden liegend und wieder aufstehend auf ihrem Pfad. Zeigte man ihnen im Reiseführer ein Bild ihres Dalai Lama,  ging die Sonne auf. Für sie und uns.

9. Was war Dein schönstes Naturerlebnis auf Reisen? Es gibt kein „schönstes“ oder „bestes“. Alles, was ich erlebe, hängt immer von mir selbst und meiner  Einstellung dazu ab. Aber emotional nicht kalt gelassen 😉  haben mich das romantische Flussbaden in den Bergflüssen Korsikas und das Schlafen unter dem Sternenhimmel im australischen Outback in einem Swag (Mischung aus Zelt und Schlafsack). Den Wasserfällen von Iguacu zu lauschen. Das erste Mal einem Känguruh gegenüber zu stehen. Der Blick auf den Zuckerhut in Rio. Von der chinesischen Mauer in die unendlich stille chinesische Landschaft zu starren oder der erste Blick auf den Uluru. Die hellen St. Petersburger Nächte oder auch der Blick von Massada zum Toten Meer. Das und soviel mehr.

10. Welches war die brenzligste/schwierigste Situation, in die Du auf Deinen Reisen geraten bist? Und wie hast Du sie gemeistert?  Ich habe mir auf einem schwierigen Klettersteig in 3000m Höhe zuviel zugemutet, bin zu früh an einer unsicheren Stelle ausgestiegen und ungesichert über steile Geröllabhänge stundenlang zurück zum Ausgangspunkt geklettert. Ein Schritt daneben oder nur ein Moment der Unaufmerksamkeit und ich würde heute keine Blogs schreiben. 

11. Kannst Du Dir vorstellen, einmal nicht mehr zu reisen und warum? Wenn ich eine eigene Familie hätte, würde ich mit meinen Reiseplänen vorerst mal  zurückstecken. Aber campen und radfahren müsste trotzdem drin sein – auch mit family und Hund. Und ein kleiner Wochenend-Ausflug geht schließlich auch immer. Am liebsten ins Weinviertel oder ins Ausseerland.

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