Australien – Tipps für vorher: Angst beim Solo-Camping?

„Allein im Campingbus? Das würd ich mich nicht trauen!“ Nein, ich hatte nächtens keine Angst in meinem Van. In ganz West- und Südwestaustralien nicht, obwohl es dort schon verdammt einsam sein kann. Etwa auf der stillgelegten Schaffarm… Angst machte mir allerdings zeitweise was anderes: Die starken Stürme im September rund um Perth.

Wer es noch nicht weiß: Die Region rund um das westaustralische Perth erlebte im September 2013 (als ich dort rumkurvte), den feuchtesten Frühling aller Zeiten. Und ein echter Camper kann ja viel aushalten: Aber wochenlang Regen und Kälte… Das ist weder im „sunny Australia“ (naja) noch im Ausseerland eine Freude. Zu den starken Regenfällen Mitte September kamen dann noch ein paar lauernde Zyklone vor der Küste hinzu und schon war das da, was mir wirklich Angst machte: Extrem stürmische Nächte im 3 Meter hohen Campingbus – da rechnet man sich schon mal – während man nachts nicht schlafen kann, um Kopf und Kragen:

Wie hoch ist wohl die Wahrscheinlichkeit, dass so ein Campervan umkippt?

   Einsamer Camper auf der Schaffarm Busselton: Mein kältester Tag in Australien

Stürmisches Australien – das macht wirklich Angst.

Nach der 4. stürmischen Nacht in Folge stornierte ich aber dann schon mal meinen Sea Side Stellplatz in Hamelin Bay (dort wo abends die Stachelrochen bis zum Anlegesteg kommen) und fuhr retour zum geschützten Campingplatz in Margaret River: Der war, aufgrund der dortigen Weingegend, gut gebucht, absolut un-einsam und vor allem: Nicht an der Küste und windgeschützt. Gerettet! 🙂 Klingt vielleicht jetzt im nachhinein ein wenig seltsam, meine Angst vor den nächtlichen Thunderstorms, aber So.War.Es.

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Ansonsten gab es in Australien für mich 3 Monate lange keinen Grund zum Fürchten. Weder auf der stillgelegten „Dornenvögel“ Schaffarm, die ich stromlos die ganze Nacht für mich allein hatte (beäugt von Wallabies und Emus), auch nicht an den fast ausgestorbenen Campingplätzen an der Westküste; die ja normalerweise für ihre spektakulären Lagen bekannt sind. Interessant allerdings, dass ich im Westen und Südwesten stets einen Stellplatz zugewiesen bekam: Mit Nummer, Schlüssel, Anfahrtsplan 🙂 Auch wenn der Campingplatz fast leer war. Aufs Zusperren hab ich übrigens auch oft vergessen…

Eine weitere Frage, die mir immer noch fast permanent gestellt wird: „Und wenn Du einen Unfall gehabt hättest?“ Es wäre unehrlich zu sagen, daran hätte ich am Highway Number One in Westaustralien anfangs nicht auch oft gedacht. Schließlich ist eine Tagesetappe, um von A nach B zu kommen, schon mal 600 km lang; nur unterbrochen von 2-3 Tankstopps und nem „Flat White“-coffee an den Roadhouses – also gute 8 Stunden Fahrt mit dem Campervan. Und da wird man nicht dauernd überholt, wie auf der A5 im Weinviertel. Nein, vielmehr wird man den ganzen Tag nicht überholt, aber dafür kommen schon mal gute 10-15 Autos am Tag entgegen 🙂

Australien im Campervan: Auch keine Sorge nötig

Sobald ich mich mal davon überzeugt hatte, dass mein Campervan in deutlich besserem und verlässlicherem motorischen Zustand war als unser alter Campingbus in den 90er Jahren daheim, war auch die Sorge eines Unfalls dahin. Klar, links und rechts war der Highway gepflastert mit Känguruhleichen in den verschiedensten Stadien, aber diese Unfälle ereigneten sich wohl meist nachts mit den langen Roadtrains oder den Überlandbussen (wie ich mich später selbst überzeugen konnte).

Und wenn ich eine Panne gehabt hätte? In Westaustralien konnte ich sicher sein, dass das allernächste vorbeikommende Auto (wann immer das auch gewesen wäre) in jedem Fall stehen geblieben wäre und mir geholfen hätte.

Das ALLERNÄCHSTE! Ganz bestimmt.

 


 

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