Camping mit Hund: Coffee in Tirol und Vorarlberg

Einmal Camping quer durch Österreich: Unser Reisebericht über unsere Stellplätze an See und Fluss – zwischen Timelkam und Bregenz. Teil 2: Tirol und Vorarlberg. 

Camping mit HUND: Unsere Tour durch Tirol und Vorarlberg

Unsere Campervan Übernahme erfolgte in Timelkam bei Vöcklabruck bei der Firma Gebetsroither/Renate Moser. Eingeschult wurden wir von der Chefin persönlich und zwar auf einen funkelnagelneuen Sunliving Flexo Kastenwagen. ENDLICH!

Von dort starteten wir unser Camping mit Hund quer durch Österreich. Ganz oben auf unserer Wunschliste stand Vorarlberg. Also auf in den Westen. In Teil 1 unseres Berichts (durchs Salz) gehts um die besuchten Campingplätze im Salzburger Land und dem Salzkammergut – dazwischen gings nach Tirol und Vorarlberg, hier diese unsere West-Route: 

  • Vom Salzburger Land über den Wilden Kaiser zum Natterer See bei Innsbruck, weiter
  • über die Silvretta Hochalpenstraße ins
  • Montafon zum Alpencamping Nenzing und weiter
  • an den Bodensee (Camping Mexico Bregenz) und den Bregenzerwald.
  • Retour über Kramsach und den Reintaler See über den
  • Salzburger Elisabethsee am Felber Tauern schließlich
  • zum Tristacher See in Osttirol.

Dabei besuchten wir folgende Campingplätze – Camping mit Hund.

  • Ferienparadies Natterer See
  • Alpencamping Nenzing
  • Seecamping Mexico Bodensee
  • Seecamping Toni Reintaler See
  • Seewiese Tristacher See
Beim Bergdoktor am Wilden Kaiser

Hier kommen meine höchstpersönlichen Eindrücke von den besuchten Campingplätzen und CAMPING MIT HUND in Österreich. Nachdem wir über Ellmau und Scheffau am Wilden Kaiser entlang noch beim Bergdoktor auf Kaffee und Kuchen vorbeigeschaut hatten, gings diretissima an den Natterer See bei Innsbruck.

Schön gelegen ist er allemal, der Campingplatz. Die Sanitärgebäude sind hypermodern und haben irgendeine Auszeichnung gewonnen und Stellplätze direkt am See kann man vorreservieren. Ungewohnt ist es, dass die Sanitäranlagen im ersten Stock liegen und man diese nur über eine lange Rampe bergan erreichen kann. Der See ist ein Moorsee, die Plätze parzelliert und ausreichend groß – leider war bis zum Schluss nicht klar, was erlaubt und was verboten ist. Die Vermutung liegt nah, dass wiedermal alles eigentlich verboten ist.

Aber warum campen direkt am superschönen Moorsee, wenn ich dann nicht direkt am Campingplatz baden darf? Der See ist nämlich durch eine betonierte Brücke vom offiziellen Freibad getrennt, das man als Camper gratis benützen darf. Oder muss? Das war nicht klar. So wie andere Camper auch, sprangen wir vom Ufer am Campingplatz zum Baden in den See. Am dritten Tage wurden unsere Gäste darauf hingewiesen, dass Baden hier verboten sei. Davon hatte man uns an der Rezeption nichts gesagt. Auch Hundebaden sei verboten: Wir aber beobachteten stundenlang, wie ein britischer Jagdhund sich im Wasser vergnügte. Bis eine Angestellte vom Camper die netten Briten darauf aufmerksam machte, dass Hunde nicht in den See dürfen. Darauf die Briten: Sie hätten explizit an der Rezeption gefragt, das sei kein Problem. Naja. Totale Verwirrung – bis zu unserer Abfahrt ungeklärt.

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Abgesehen davon liegt der Camper schön zum Radeln (ein Mpreis im Ort) und Wandern und mit dem Bus kommt man superschnell nach Innsbruck in die City, wenn man den Campervan nicht bewegen will. Unsere Radtour durch den Wald (Fundstück verwittertes Schild: „Achtung, freilaufende Hunde werden erschossen“, oder so ähnlich) führt uns zu einem Ausflugsgasthaus mit Blick auf die Nordkette über Innsbruck.

  • Von Innsbruck auf die Silvretta Hochalpenstraße und über die Stauseen ins Montafon

Eine traumhafte Route, wenn nur auch das Wetter ein bisserl pittoresker gewesen wäre. Über Galtür und das interessante ALPINEUM (Hunde verboten, nein auch nicht ausnahmsweise, auch nicht kurz und der Chef ist auch nicht zu sprechen), das ich wieder einmal allein besuchte, während die Männer draußen in der Hitze spazieren musste – zu den vielen schönen Rastplätzen an der Hochalpenstraße und den dazugehörigen Fischteichen.

Oben auf der Passhöhe war uns der erwartete Blick auf den Piz Buin leider verwehrt, ich kompensierte dies mit dem Einkauf von Latschenkiefersalbe und Coffee warf sich dafür auf der Staumauer in Pose. Hinab nach Vorarlberg ins wunderschöne Montafon, das ja einen eigenen Urlaub wert wäre. Unser Ziel war der vielzitierte

wo ich versucht hatte, per Email vorab einen schönen Stellplatz mit Ausblick zu reservieren. Nicht nötig, sagte man – soviel frei. Als wir bei sengender Hitze beim Alpencamping einritten, wollte man uns neben die Straße auf einen Stellplatz bei der Ausfahrt platzieren. Nö, deswegen bin ich nicht soweit gefahren. Schließlich wurde es ein Platz auf der obersten Terrasse, von dem der Chef einfach begeistert war, als er uns dort einwies. Der aber nicht mehr als eine Ausfahrtsecke war, aus der wir verkehrt bergab wieder ausparken mussten bei Departure. Aber der Ausblick war schön, das stimmt.

Auch das Badehaus und der Pool verdienen Erwähnung. Entgegen der Ankündigungen war auch die Mitnahme des erschöpften Coffee auf die Terrasse des Restaurants kein Problem. Auch beim Schwimmen im Pool durfte der Hundling auf der Wiese im Schatten auf uns warten und keiner hat sich beschwert. Vielleicht waren wir aber auch nur zu kurz im Pool, um uns ein Verbot einzuhandeln….Fazit: Wenn man weiß, wo man schön steht, dann ist es wohl sehr nett – auch wegen der organisierten Bergtouren. Schatten gibts hier aber kaum (ebenso wenig wie am Sonnencamping im nahen Bludenz – wie schon der Name sagt).

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Nach nur einer Nacht zog es uns deswegen weiter Richtung ersehnte Abkühlung zum Bodensee und wir wurden mehr als fündig. Zuvor aber stand aber eine Stadtbesichtigung am Programm:

  • Feldkirch  – gefolgt vom Jüdischen Museum Hohenems

In Feldkirch mit Campervan am besten oben bei der Burg parken! Viele schöne Shops und einen erfrischenden Kaffee später sowie eine ausnehmend nette Bodensee Tourismus Beratung im neuen Montafonhaus erhaltend (tolle Architektur von innen) gings dann endlich nach Hohenems.

Ins feine Jüdische Museum durften wir leider nur wieder getrennt und nacheinander, da Coffee nicht in die Villa durfte. Seufz. Natürlich dauert dann alles immer doppelt so lang. Aber es hatte sich gelohnt. Die aktuelle Sonderausstellung „Grüß Göttin“ hat mich zwar nicht so angesprochen, aber die Geschichte der Villa, der Stadt Hohenems und ihrer jüdischen Bevölkerung – sehenswert! Danach noch Powershopping in Hohenems (einen Badeplatz am Alten Rhein haben wir leider in der Schnelligkeit nicht gefunden) für den Abend und AB AN DEN BODENSEE!

Anstatt des Seecampings in Bregenz bezogen wir jedoch nach ausführlicher Beratung durch die junge, der Hitze trotzende Dame an der Rezeption den kleinen, schnuckeligen

gleich gegenüber. Wenn wir schon mal wo ganze 2 Nächte bleiben – dann muss es echt toll sein. Ein riesiger Eck-Stellplatz und 50 Meter vor dem Platz beginnen Radweg und der Bodensee: Öffentlicher Badeplatz mit ausgewiesener Hunde Erlaubnis inklusive. WUNDERBAR.

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Vom Campingplatz radelten wir bei größter Hitze mit Coffee nach Bregenz zur Seebühne und weiter – der dortige Kulturgenuss stand wieder nur mir zu, die Männer gingen lunchen im Schatten. Ein Rundgang im Vorarlberg Museum mit dem geheimen schwarzen Zimmer mit Blick über den Bodensee – auch WOW! Das Kunsthaus kam leider wegen der großen Hitze auf die TO DO LIST. Nach einem riesigen Eis, einem Shop-In beim Sutterlüty und einem Kurzbesuch meinerseits beim entzückenden ehemaligen Militärbadehaus („Mili“, das ist mal ein elitärer Badeplatz) radelten wir wieder zum Camper, dort war bis zum Sunset Schwimmen und Chillen angesagt. Gemeinsam mit Hund und im Schatten, sehr angenehm. Verpflegung und erfrischende Getränke holte Andreas vom Camper – so muss Camping.

Der Campingplatz war das Highlight unserer Campingtour im WESTEN! 

  • Der Bregenzerwald und dann nach Tirol zum Reintaler See

Leider hatten wir nur einen Tag für die Tour durch den Bregenzerwald reserviert. Es reichte aber für den Großeinkauf von Holzschuhen beim berühmten DEVICH – Holzschuhe aus dem Bregenzerwald, Architekturschauen (BUS STOP – internationale Architekten gestalteten Busstationen) und Kaffeetrinken in Krumbach… sowie das Frauenmuseum in Hittisau (Hund kein Problem, DANKE!) – ebendort kehrten wir mittags erschöpft zum besten Lunch des Urlaubs im Landhotel Hirschen (vegetarisch! vegan! frisch! bunt! Kräuter!) ein. Ein Abstecher in das so schöne Schwarzenberg, wo gerade die Schubertiade lief, um das Angelika Kauffmann Museum zumindest von außen mal gesehen zu haben – danach war wieder ein See unser Ziel für eine Nacht.

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Die beiden Campingplätze am Reintaler See bei Kramsach dürften sich einen erbitterten Kampf um die Vorherrschaft liefern, denn die riesigen Tafeln bei der Einfahrt („HIER gehts zum Toni“ und „HIER gehts zum anderen“, etcetc) ließen darauf schließen.

Nunja, wir hatten einen schönen Stellplatz in der ersten Reihe nahe dem See beim

ergattert, und nach meinem vorbildlichen Einparken (unter den gestrengen Augen des Nachbarn mit Bier und Hund und Wohnwagen) gingen wir alle Baden. Hunde an der Leine erlaubt – ja, Coffee geht eh gerne mit seiner Leine schwimmen. Auch die Badeplätze der beiden Campingplätze sind STRENGSTENS geteilt, hier heißt es: Keine Fehler machen. Zugang zum Sanitärgebäude ausschließlich mit der ausgegebenen Chip-Armbanduhr. Dafür war morgens das Angebot an frischem Gebäck riesig – und das ganz ohne obligatorische Vorbestellung. Der Badeplatz vom anderen Campingplatz ist übrigens schöner.

Nach nur einer Nacht waren wir wieder on the Road: Von Tirol nach Osttirol gehts über das Salzburger Land und den FelberTauern. Eine schöne Fahrt mit spontanem Picknick am Fluss – als Camper hat man sein Menü ja immer dabei nebst eisgekühlter Getränke und dem schönsten Rastplatz unserer Campertour: Der Elisabethsee. Ganz ehrlich, wer von Euch hat den gekannt? Es war wirklich heiß und der See, gespeist von etlichen Gletscherbächen, wirklich kalt. Coffee zierte sich, Andreas stand trotz großer Hitze überraschender Weise auch nicht zur Verfügung, also musste ich mal wieder ran.

Über den Pinzgau und Mittersill also nach Osttirol, wir wollten endlich am

campen und dort das nächste, ersehnte Nachmittagsbad nehmen. Ein riesiger Platz, nicht parzelliert und mit allen Freiheiten der Stellplatzwahl ausgestattet, die man sich wünscht: Zuviel Freiheit ist aber auch nicht gut. Als wir diese interne Entscheidung endlich getroffen und alles eingerichtet hatte sowie den Bus mühsam von 6 Grad Schräge auf 2 oder 3 Grad bugsiert hatten (mittels Unterleg-Keile), ging ich zum Baden ins Freibad und die Männer um den See. Und dann kam schon das Gewitter. Das Abendessen nahmen wir deswegen bei abgekühltem Wetter und ebensolcher Stimmung (Andreas) im Campingplatzrestaurant indoors ein. Mir wars recht, ich bin ja flexibel, machs mir auch gern indoors gemütlich und somit ein wahrer Camper. Am Morgen dann wurde das gesamte Camping mit Hund Programm nur noch in Regenmontur und mit Schirm durchgezogen – was für ein Wetter.

Mittags stand ein Familienbesuch am Bauernhof in Irschen am Programm, wo wir von meiner Schwägerin ausgiebig gelabt wurden – DANKE!  Aber uns zogs dann abends weiter: Osttirol, Kärnten, Salzburg und Steiermark an EINEM TAG. Das geht, wenn man vom Tristacher See an den Altausseer See will. Wir wollten.

MEHR DAZU in TEIL 1 unseres Camping mit Hund Berichts – Salzburger Land und Salzkammergut, Camping am Wolfgangsee, am Grubhof bei Lofer an der Saalach und am Altausseer See.


HINWEIS: Unseren Campervan haben wir gemietet. Mehr dazu auf „15 (ganz) ernst gemeinte Tipps zum Camping.“ Mein WIEDERUNTERWEGS Team bestand aus Campervan, Mann und Hund 🙂 

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