Die Naturfreunde haben zwischen Kaiserbrunn und dem Weichtalhaus einen neuen, sicheren Wanderabschnitt realisiert – den Flusswanderweg Höllental. Das erste Teilstück wurde im Herbst 2025 fertiggestellt, seit April 2026 ist es begehbar und es schließt an den 1. Wiener Wasserleitungsweg an.

Inhaltsverzeichnis
Was ist neu im Höllental?
Ich bin oft im Höllental. Gern, oft und immer schon. Ob zu den Festspielen Reichenau, mit Cicero am Nomady Stellplatz bei der Raxbahn, hoch oben auf die Rax zum Schneeschuhwandern, oder natürlich wie alle anderen an Hitzetagen zum Schwimmen in der Schwarza und zum Wandern entlang des 1. Wiener Wasserleitungswegs… Dieses Tal in den Wiener Alpen gehört einfach zu meinem Reisejahr dazu, wie das Weinviertel und das Salzkammergut.

Umso mehr freut es mich, dass es dort jetzt einen neuen Wanderabschnitt entlang der Schwarza gibt: Die Naturfreunde haben zwischen Kaiserbrunn und dem Weichtalhaus eine weitere Etappe des Wanderwegs entlang der Schwarza (aus)gebaut, fertiggestellt wurde er im Herbst 2025, begehbar ist er seit April 2026.
Zeit, sich das genauer anzuschauen und Grund genug für einen spätsommerlichen Tagesausflug mit Hund ins Höllental.
Flusswanderweg Höllental
Der Flusswanderweg Höllental ist eine neue, von den Naturfreunden gebaute Wanderetappe zwischen Kaiserbrunn und dem Weichtalhaus im niederösterreichischen Höllental.
- 📍Strecke: Kaiserbrunn bis Weichtalhaus, rund 2,4 km.
- ⏱️Zusatz-Gehzeit: ca. 40 Minuten (Verlängerung des 1. Wiener Wasserleitungswegs).
- 📅Eröffnung: fertiggestellt Herbst 2025, begehbar seit April 2026.
- 🏪Charakter: naturnaher Uferweg, ersetzt ein Teilstück des Weges an der B27.
- 🤝Träger: Naturfreunde, mit ecoplus, Stadt Wien und dem Bund.
Die neue Etappe: Flusswanderweg Schwarza
Der 1. Wiener Wasserleitungsweg zwischen Hirschwang und Kaiserbrunn ist seit 1998 eine der schönsten Wanderungen im südlichen Niederösterreich – wildromantisch, an der Schwarza entlang, mit Badebuchten und Ausblicken auf Rax und Schneeberg. An heißen Ferienpark werden die zahlreichen Parkbuchten leider immer zu wenig. Bisher endete der beliebte Wanderweg in Kaiserbrunn, dort wo die supernette Jausenstation vergangenes Jahr leider geschleift wurde von der Stadt Wien. Aber die Möglichkeit zur Besichtigung der Quelle der Wiener Hochquellwasserleitung durch das Wiener Wasser gibt es noch.




Genau dort setzt auch die Neuerung an: Die Naturfreunde haben zwischen Kaiserbrunn und dem Weichtalhaus einen neuen, sicheren Uferweg gebaut – den Flusswanderweg Höllental. Das erste Teilstück wurde im Herbst 2025 fertiggestellt, seit April 2026 ist es begehbar.

Bis dahin führte die einzige Wanderverbindung zwischen Kaiserbrunn und dem Weichtalhaus zu einem guten Stück entlang der Höllentalstraße B27 – stark befahren, vor allem von Motorrädern und LKW und im Sommer halt vom Ausflugsverkehr. Jetzt gibt es eine Alternative, in großen Stücken naturnah und schattig entlang des Flusses. Rund 2,4 Kilometer lang, als Verlängerung des Wasserleitungswegs etwa 40 Minuten zusätzliche Gehzeit. Nur einige kurze Stücke gehen weiter an der Straße entlang, stören aber m.E. nicht weiter.
Finanziert wurde das Projekt unter anderem von ecoplus, der Stadt Wien als Grundeigentümerin, dem Bund über die Tourismusförderung, den Naturfreunden und vielen privaten SpenderInnen. Und es wird weitergebaut, bis Schwarzau im Gebirge, hurra.

Die Wanderung: Von Kaiserbrunn zum Weichtalhaus
Unser Tagesausflug ins Höllental, neuer Abschnitt
Wie stets starten wir unseren Ausflugstag erstmal nach der Anreise mit einer deftigen Stärkung: Die Fleischhauerei unseres Vertrauens in Payerbach eignet sich dazu immer hervorragend, gegenüber ein Bankerl, perfekt. Danach spazieren wir zur großen Freude des Herrn Hund noch eine kleine Runde durch den Kurpark Richtung Schwarza Viadukt und retour zur aktuellen Fotoausstellung: Spitzbergen versus Höllental in Fotos von Einheimischen. Erst dann fahren wir weiter nach Kaiserbrunn.

Wer die komplette Strecke ab Hirschwang angeht, startet klassischerweise nahe der Talstation der Raxseilbahn – von dort führt der Wasserleitungsweg eben zunächst nach Kaiserbrunn, wo man dann beim Wasserleitungsmuseum in den neuen Flusswanderweg wechselt.





Wir kennen dieses Stück zur Genüge und wollen nur den neuen Abschnitt erwandern, deshalb parken wir direkt an der Schwarza bei Kaiserbrunn und suchen die neuen Wanderschilder. Gefunden, schon das erste Stück verläuft der Geografie geschuldet noch entlang der Straße, taucht dann aber bald Richtung Schwarza ab – durch die Wäldchen, leicht auf und ab, nie wirklich anstrengend. Die Höllentalstraße muss auch mal gequert werden, hier heißt es kurz aufpassen. Auf der ganzen Etappe weisen die gelben Wanderschilder und frisch gepinselte rotweißrote Wanderzeichen den Weg.

Wichtig für alle, die den Weg als reinen Spaziergang einordnen: Er ist Teil eines Alpinsteigs, kein Promenadenweg wie in Gastein. Es gibt zwei oder drei kurze Gitterroststege, die auch für Hundepfoten eine Herausforderung sein können. Für trittsichere Erwachsene und Kinder problemlos machbar, für Kinderwägen oder sehr unsichere Begleiter eher nicht.
Badestellen an der Schwarza

Der eigentliche Charme des Höllentals liegt für viele – auch für uns – genau hier: Entlang der Schwarza gibt es zahlreiche Schotterbänke und kleine Buchten, an denen man ins Wasser kann – glasklar, kühl und im Sommer eine echte Erlösung.
Hundebadeverbote gibt es hier im Fluss natürlich nicht, was das Flusswandern für uns Hundemenschen hier so angenehm macht. Wir wandern im Sommer im August am Ende einer elendslangen Trockenperiode (Regen startet aber gleich nach unserer Wanderung :-)) und die Schwarza ist davon ebenso betroffen:
Viele Stellen, die wir sonst brusthoch wassertief kennen, sind jetzt nur kniehoch – dazu kommen noch viel mehr Schotterbänke als sonst.

Aber mein geübtes Flussbaden-Auge erkennt sofort die geeignetsten Stellen unterwegs und so komme ich mehrmals in den Genuss der Erfrischung im knapp 15 Grad kalten Wasser der Schwarza, glasklar, grün, türkis und sogar in angenehmer Schwimmtiefe. Ein Traum! Hund Coffee darf im seichteren Teil plantschen und spielen, wie wunderschön.


Kaiserbrunn: Wasserwerk und Hochquellenleitung
Kaiserbrunn ist mehr als nur ein Wegpunkt. Hier entspringt seit dem 17. Jahrhundert eine der ergiebigsten Quellen der Region – schon Kaiser Karl VI. ließ sich das Wasser von hier regelmäßig fassweise nach Wien bringen. Zwischen 1869 und 1873 wurde von hier aus die I. Wiener Hochquellenwasserleitung gebaut, eröffnet am 24. Oktober 1873, Thema Fiasko Weltausstellung. Bis heute versorgt sie die Bundeshauptstadt über rund 95 Kilometer mit Trinkwasser aus den Alpen – ganz ohne Pumpen, nur durch natürliches Gefälle.

Die Geschichte dazu erzählt das Wasserleitungsmuseum Kaiserbrunn, direkt an der Kaiserbrunnquelle. Zwei Gebäude, sieben Ausstellungsräume, ein Freigelände – und freier Eintritt. Geöffnet ist es von 1. Mai bis Anfang November an Samstagen, Sonn- und Feiertagen, Führungen für Gruppen ab zehn Personen nach Voranmeldung.
Was es in Kaiserbrunn seit 2025 nicht mehr gibt: das traditionsreiche Gasthaus „Am Wasserwerk”. das ich vorhin schon als Jausenstation erwähnt hatte. Es wurde aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen und Ende 2025 abgerissen. Wer also auf eine Einkehr direkt beim Wasserwerk gehofft hat – die gibt es aktuell nicht mehr. Umso wichtiger, dass am anderen Ende der neuen Etappe eh schon länger wieder bewirtschaftet wird, im Weichtalhaus.

Das Weichtalhaus: Start und Ziel
Das Weichtalhaus liegt auf rund 653 Metern zwischen Rax und Schneeberg, direkt am linken Ufer der Schwarza und am Einstieg zur Weichtalklamm. Die dreigeschoßige Hütte der Naturfreunde Wien ist gleichzeitig Ausbildungs- und Kletterzentrum – Ausgangspunkt von mehreren Kletter- und Klettersteigrouten. Wer nicht klettern will, findet hier trotzdem, was man nach einer Wanderung braucht: eine Terrasse, eine gut geführte Küche mit einer tollen Karte (auch vegetarisch und vegan), rund 50 Sitzplätze im Gastbereich und eine entzückenden Gasthündin namens Amy.




Die Saison startet Mitte April, geöffnet ist von Donnerstag bis Montag, Dienstag und Mittwoch sind Ruhetage – außer in den Schulferien, da hat das Haus durchgehend geöffnet. Wer übernachten will: Lagerplätze, Mehrbettzimmer und ein Komfortzimmer für zwei Personen stehen zur Verfügung, Schlafsackpflicht inklusive.

Als hätten wir uns nicht schon in Payerbach gelabt (was Deftiges vom Fleischhauer, was Süßes in der Konditorei Alber), schlagen wir auch hier zu bei Most und Sardellenbrot – eine Jause wie damals in den 1970ern….

Anreise, Parken, Unterkunft
Am entspanntesten geht’s mit den Öffis ins Höllental: Zug bis Payerbach-Reichenau, dann Bus 341 bis zur Talstation der Raxseilbahn in Hirschwang – von dort startet der Wasserleitungsweg. An heißen Wochenenden sind die Parkplätze entlang der B27 vollkommen überfüllt, die Straße selbst stark befahren. Von Mitte Juni bis Mitte Oktober fährt sonntags zusätzlich die nostalgische Höllentalbahn – die hab ich schon lang am Radar, vielleicht klappts heuer.

Wer mit dem Auto kommt und direkt zum Weichtalhaus will: ausreichend kostenlose Parkplätze liegen rund drei Minuten unterhalb der Hütte, unter der Woche finden sich auch bei Badewetter oft Plätze entlang der Straße.
Übernachten in Payerbach & Reichenau
Ideal als Basis fürs Höllental, die Rax und die Festspiele Reichenau.
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Wie geht’s weiter mit dem Flusswanderweg?
Der Flusswanderweg Höllental ist als Etappenprojekt gedacht. Der nächste Abschnitt, vom Weichtalhaus weiter bis zum ehemaligen Gasthaus Singerin Richtung Naßwald, wird bereits (2026) realisiert – daran wird gerade noch gearbeitet, wie ich mich bei meinem Besuch im August 2026 vergewissern konnte…. Langfristiges Ziel ist eine durchgängige, für alle Altersgruppen geeignete Wanderverbindung von rund 8,5 Kilometern, vom Bahnhof Payerbach-Reichenau bis nach Schwarzau im Gebirge.

Am 10. Oktober 2026 planen die Naturfreunde bereits die Eröffnung des gesamten Wegs, mit einem kleinen Rahmenprogramm für Kinder. Ein Projekt, an dem die Ortsgruppe Hirschwang-Reichenau rund ein Jahrzehnt gearbeitet hat – finanziert über Fördergeber, Gemeinden und Firmenspenden.
Mithelfen beim Weiterbau
Der Flusswanderweg lebt von Spenden – IBAN AT83 2024 1050 2560 6335, Naturfreunde Hirschwang-Reichenau.
Meine Einkehrtipps und Ausflüge in den Wiener Alpen
Noch mehr zum Höllental gibt’s in meinem Bericht über den 1. Wiener Wasserleitungsweg zwischen Hirschwang und Kaiserbrunn – dort findest du auch alle Infos zum Flussbaden mit Hund. Wer weiter hinten im Tal unterwegs sein will, dem empfehle ich meinen Ausflug in den Naturpark Falkenstein in Schwarzau im Gebirge. Und für alle, die generell gern an Flüssen entlangwandern und baden: meine Übersicht der schönsten Naturbadeplätze in Österreich.
Meine Einkehrtipps rund um Payerbach & Reichenau








Die Wiener Alpen rund um Rax, Semmering und Schneeberg sind für mich ohnehin eine der Regionen, in denen ich am meisten unterwegs bin – hier kommen noch ein paar weitere Geschichten von dort. Zum Wandern empfehle ich meine Winterwanderung mit Schneeschuhen auf der Rax, meinen Bericht darüber, warum die Rax bei jedem Wetter lohnt, sowie den Bahnwanderweg von Semmering nach Breitenstein entlang der UNESCO-Semmeringbahn. Wer es kürzer mag: die Wanderung auf den Hirschenkogel am Semmering mit Sonnenuntergang, die Frühlingswanderung zur Luckerten Wand mit Hund oder mein Ausflug zur Waldfreundehütte am Obersberg in den Mürzsteger Alpen.

Für alle mit einem Faible für Sommerfrische und Kultur: meine Sommerfrische KulTour rund um Rax und Semmering auf den Spuren von Schnitzler, Freud und Doderer, mein ausführliches Porträt vom Südbahnhotel am Semmering und seiner ungewissen Zukunft, meine winterliche Villenwanderung durch Reichenau an der Rax und mein Winterspaziergang zu den Villen vom Semmering. Dazu meine Berichte von den Festspielen Reichenau 2026 mit Fledermaus und Reigen und den Festspielen Reichenau mit Premierenfieber und Publikumslieblingen, sowie das historische Silva-Rezept aus dem Riegelhof in Prein an der Rax.

Wer die Gegend zwischen den Jahren oder im Winter erleben will: mein Ausflug zwischen den Jahren nach Reichenau an der Rax, meine herbstliche Fahrt mit der Schneebergbahn “Salamander” und mein Winter-Roadtrip mit Allrad zwischen Rax und Semmering. Und weiter südlich, aber genauso Teil der Wiener Alpen: mein Abend beim Wirtshaus Triad in der Buckligen Welt.
Einen kompletten Überblick über die Region gibt’s außerdem auf meiner Überblicks-Seite zu Ausflügen in den Wiener Alpen in Niederösterreich.
