Befehl: „Coffee, FÄHRTE !“ (*aufmunternd*)

Zwischen Pressereisen, Recherchetrips, Workshops und Business Life verfolge ich strikt ein weiteres hehres Ziel: Coffee von seinen immer stärker werdenden hundepubertären Verhaltensauffälligkeiten (Kläffen, Jagen, Bellen, Zerren) mit Nachdruck in Richtung reisekompetentes, „sinnvolles Hundeleben mit Zusatznutzen“ (oder was ich dafür halte) zu lenken. 

Unerlässlich für einen Hund, der auf meinem Reiseblog zwei eigene Schlagworte (#Coffeetime und #ReisenmitHund) hat und in mittlerer Zukunft ein herzeigbarer Pressereisen-Teampartner werden soll.IMG_0248

Wir arbeiten noch an der Motivation.

Da momentan innerhalb unseres Rudels deutliche Auffassungsunterschiede darüber herrschen, wie der Tagesablauf eines Hundes auszusehen hat und welche Zusatzqualifikationen als einziger Hund in einem Haushalt mit zwei ständig unterwegs seienden Rudelführern unabdingbar sind, setzen wir dieser Tage auf den Ausbau weiterer, uns sinnvoll erscheinenden Ausbildungsschienen für Coffee, den Hund.

Die erste Schiene, wie schon erwähnt, befasst sich mit dem Erlernen alltagstauglicher Verhaltensmuster eines vorbildlich mitreisenden Hundes – work in progress mit Stichworten wie „Rudelharmonie“, „Gehen an der Leine“ und „Platzübungen“. Wie gesagt, die Ausbildung läuft gerade unter dem Titel „Coffee geht zur Abendschule“. Mehr oder weniger erfolgreich. Aber wir bleiben dran.

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Coffee, Rudelführerin, Trainerin

Weiters wie eingangs angeführt, versuchen wir sinnvolle Beschäftigungen (ZUSÄTZLICH zu stundenlangen QuerfeldeinTracks, Laufeinheiten, Schleppleinen-Zerrspielen mit Hasenbeteiligung etc) für Coffee zu finden.

Stichwort Mantrailing – das muss doch was sein für einen 16 Monate schwarzen Jungspund mit ewig schnüffelnder schwarzer langer Hundenase.

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Warten auf den Einsatz: Hund, Schleppleine, Handschuhe, Geruchsträger. Alles da.
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Und tatsächlich: Nach der ersten Theorieeinführung mit den engelsgeduldigen Trainerinnen von Funnydogs ist ganz klar, dass  dies eine optimale Beschäftigungstherapie für unseren, zur Überaktivität neigenden Hund sein dürfte. Sein MUSS, möchte ich sagen.

Das letzte Wochenende verbrachte ich also nicht im sonnigwarmen Herbstgarten mit übersichtlichen Gartenarbeiten und Zeitungslektüre sondern im Team mit anderen Lernwilligen – Hunden wie Menschen. Zu diesem Behufe brachte Coffee seine Anwesenheit mit nicht immer ungeteilter Aufmerksamkeit bei, ich sorgte für Handschuhe, 10m Schleppleine und Geruchsträgern in Plastik (=Socken) zum Schnüffeln.

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                                                                      Hundekollege Freddy bei der Arbeit

Auf einen ab sofort gültigen Befehl hatte ich mich mit mir selbst schnell geeinigt. Da mir das sanfte „Trail!“ nicht so zusagte, auf das kernigere und in Coffees Ohren sicher anregendere

„Coffee? Coffee!!!!!! FÄHRTE!!!!!!“

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Unter Anleitung unserer Trainerinnen lief der Trail dann so ab: Sobald wir dran waren, vergaß Coffee schnell auf das pausenfüllende Gebell, schritt locker zum Trail Start und seine herzeigbare Nase wurde von den Trainerinnen sanft in das mitgebrachte Sackerl mit den Geruchsträgern (!) gesteckt. Nachdem er daraus eine mehr oder weniger konzentrierte Prise voll Geruch aufgenommen hatte, erfolgte von meiner Seite der obgenannte Befehl –

inkl. einladend auffordernder Handbewegung Richtung Horizont 🙂

Dann war Coffee dran. Anfangs war für mich im Hundeverhalten kein Muster erkennbar: Weiß er denn, was wir von ihm erwarten? Weiß er, dass er eine versteckte Person suchen und sich anhand der anfangs noch ausgelegten Sockenfährte weiterhanteln soll? Hat er überhaupt eine Ahnung, dass er etwas sucht? Und wenn er die Person findet, warum freut er sich dann so? Wenn er es nicht wüsste? 🙂

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Bei der Arbeit – bei der Pause

Aber schon nach einigen kurzen Trails tue ich mir leichter beim Interpretieren seines Verhaltens. Ich erkenne langsam, wie seine Körpersprache aussieht, wenn er einen falschen Weg eingeschlagen hat und deswegen umkehrt und was er tut, wenn er die Fährte haarscharf verfolgt und sich schon am Ziel wähnt.

Mit leicht angespannter Schleppleine folge ich Coffees Schnuppernase (immer am Boden entlang) und versuche dabei, stets hinter ihm zu bleiben, ihn in der Wegwahl nicht zu beeinflussen und ihn nicht abzulenken von seiner Fährte. Dabei pendelt er stark, d.h. er schnofelt mal links mal rechts, vergisst nicht auf regelmäßige Markierungspausen und ist bei der Arbeit hochkonzentriert. Ich staune. Und er ist regelmäßig von sich begeistert, wenn er die versteckte Person gefunden hat und von mindestens 4 Personen lautstark gelobt wird.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Nur einmal ist er sich vergangen 🙂 Bei der schwierigen Übung, auf einer Kreuzung die richtige Fährte zu verfolgen. Da die ganze Angelegenheit ja nicht nur den Hund, sondern auch den Rudelführer (also mich) fordert, ist es meine Aufgabe, den Hund permanent genau zu beobachten. Sobald ich das Gefühl habe, dass er seine Fährte vergessen hat, wird er zurückgeführt – dorthin, wo ich ihn das letzte Mal „arbeiten“ gesehen habe.

Noch einmal wird dann der Befehl gesetzt, einmal bekommt er noch eine Prise aus dem Sackerl. Dann aber steuert er schnurstracks auf den „Vermissten“ zu und ist einmal mehr begeistert. Ich aber auch.

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Und zwischen den Trails ist genug Zeit für zwischenhundliche Kontaktaufnahmen.

Das nenne ich ja mal sinnvolle Freizeitbeschäftigung für engagierte Hunde. 🙂

Schließlich soll es ja vorkommen, dass Hunde mit starkem Jagdtrieb mal ausbüchsen und über Nacht nicht nach Hause kommen. Dann könnte Coffee theoretisch ja bei der Suche helfen – irgendwann mal…

….wenn er nicht meist selbst der abgängige Hund wäre :-)

 


HINWEIS: Ich bedanke mich bei Silvia Seywald und Martina Arthofer für das Mantrailing Basic Workshop von Funny Dogs und verspreche, dass wir an unseren Bell-Attacken arbeiten werden.

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Mit Abschluss-Zertifikat

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