Von den Flinders nach William Creek: „Under a trillion stars hotel“

Tagwache 7 Uhr. Weil da auch der Generator aufwacht. Und weil das „Team India“ lautstark schon sehr lange wach ist. Vorteil: Es gibt bereits Tee und Toast, wenn man in die gleißende Morgensonne im Nirgendwo in den Flinders hinaustritt.

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Nachdem alle gegessen, getrunken, gepackt und geräumt haben, wird wieder alles im trailer verzurrt und die Fahrt geht weiter. In Copley wohnen die Esoteriker, denn hier verläuft eines der drei Magnetfelder der Erde. Wir verharren, merken aber nichts und fahren weiter auf dem Oodanatta Track (of course unsealed) durch die Wüste mit ihren Salt Bushes und desert roses (eine purple farbene Hibiskus Art). Den Weg flankieren nur die riesigen Cattle und sheep stations und die riesigen „wedgetail eagles“, (Adler mit bis zu 2 Metern Spannweite) die immer wieder lauernd am Wegesrand hocken. Sie und die Krähen kümmern sich hier aufopfernd um die toten Tiere des Outbacks.groovy grapes (18)

Wir machen halt bei Talc Alc – seines Zeichens Holländer, der hier mit einer Aboriginee verheiratet ist, in einem Haus aus altem Ghan-Klumpert wohnt und aus Talc-Stone (kreidestein) Kunstwerke formt. Er ist aber nicht daheim (wie Sandy bemerkt, ist er uns hunderte Kilometer davor irgendwo auf der Dirt Road mal entgegen gekommen, denn er macht auch den Mail stop) – wir machen also nur eine Photosession in all dem fotogenen Klump hier im Outback.

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Was in Western Australia der „Rabbit Fence“ gegen die Karnickel Invasion war, ist hier der „Dog Fence“ gegen die Schafe reißenden Dingos, die aus dem Norden kommen. Auch ein paar Fotos wert! Der Fence ist 5600 km (!!!) lang, ca. 2500 km davon verlaufen in Südaustralien.

groovy grapes (12)12 Meter below Sealevel gibts nen weiteren Stop am Lake Eyre,einem Salzsee, der von einem Fluss aus Queensland gespeist wird. Und schließlich gehts auch noch durch eine unrühmliche Waffentestgegend und durch die größte Cattle Station Australiens (so groß wie Belgien) zu unserer heutigen Nachtstatt: Einem Campingsite in William Creek. Hier gibts einen Flughafen, ein Roadhouse mit Pub und eben den Campingplatz. Im Stockdunklen reiten wir dort ein, wo wir heute die Nacht verbringen werden: Ein Wellblechdach mit einem großen Tisch und 5 Sesseln und viel Nichts drumherum.

groovy grapes (10) groovy grapes (76) groovy grapes (77)Nachdem das Team India im Stockdunkeln versucht hat, lautstark seine Zelte aufzubauen, versuchten wir vom Team „Swag“ ein Burrito Abendessen zustande zu bekommen (Gasflasche  und Kocher hatte Sandy auch im Trailer) und unsere Siebensachen irgendwo wiederauffindbar im Sand und Staub zu deponieren.

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Unumstößliche SwagRegel: „Never unroll your swag, before you go to sleep“.

groovy grapes (57) groovy grapes (24) groovy grapes (23) groovy grapes (22) groovy grapes (20)So saßen wir dann auf unseren noch zusammengerollten Swags rund ums Lagerfeuer mit Burritos in der Hand und harrten der Nacht die da kommen sollte. Schon um acht Uhr abends ließ der Sternenhimmel auf eine tolle sternenklare Nacht mit Blick über den gesamten Horizont schließen. Für den nächsten Morgen kündigte sich der „time switch“ an (also Sommerzeit) und deswegen wurde – nach den unvermeidlichen Lagerfeuer Gesängen – bald nach der „Swag Einführung“ von Sandy das EINE Licht auf der Campsite ausgeschaltet. Ahja: Dusche mit Regenwasser und Toiletten gabs in einiger Entfernung.

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Der Swag ist eine Mischung aus EinmannZelt und Schlafsack aus dickem Leinen, der innen auch eine dünne Matratze hat. Man rollt ihn einfach dort aus, wo man die Nacht verbringen will (oder soll:-), stopft erst seinen Schlafsack rein, dann sich selbst und zippt ihn dann von beiden Seiten zu. Dann braucht man nur noch in die Sterne schauen. Ein Wahnsinn. Totenstille, kein Licht, kein Lärm, kein Generator, nur indische Kinderstimmen 🙂

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Die Nacht war lau, kein Dingo kam vorbei und wer wollte, konnte den Swag auch noch über den Kopf zuzippen.

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Und bei Sonnenaufgang waren alle wieder wach: Die Vögel, die kreisenden Papageien über dem Kopf und – Team India. Nochmal der Fotolink. Und hier zum ersten Teil meiner Flinders Ranges Tour…

 

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