Coober Pedy: Opale, Bunker & Hitze

Der 3. Tag meiner Outbacktour mit den Groovy Grapes ist angebrochen. Nach einer fulminanten Nacht in meinem neuen, leider nur geliehenen Swag und einer Salzwasserdusche gehts in die Opalstadt Coober Pedy.

groovy grapes (68) Soviele Reiseberichte hab ich über Coober Pedy gelesen. Allein der Name hatte mich ja schon amüsiert: Heißt übersetzt: „Weißer Mann im Loch“, weil die Aborigines einigermaßen überrascht waren, als die Weißen hierherkamen, zu buddeln begannen und sich wegen der Hitze dann unterirdische Behausungen bauten.

Also hier gibts Opale, wenn man lange gräbt und viel investiert und überhaupt total motiviert dafür ist.

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Denn außer den unterirdischen Minen und vielen vielen aufgeschütteten Erdhaufen ist hier nämlich, man ahnt es bereits, nichts. Nach Alice Springs ins Red Center sind es nochmal 700 km und retour nach Adelaide 850 km.

Gegen Mittag fahren wir mit Bus und Trailer bei guten 30 Grad vor unserer nächsten Behausung vor:

Es ist, ja, man kann es als Österreicherin nicht anders sagen -ein Bunker.

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Allerdings ein Luxus Bunker mit einem „Hauptstollen“ und kleinen Nebenabteilen, die mit Vorhängen, also voller Luxus, abgetrennt werden können. In den zwei Stollen sind sicher über 100 Betten untergebracht; so findet jeder ein kleines Abteil mit Stockbett für sich. Team India entscheidet sich nach langem Hin und Her für die Kojen neben mir. Gute Wahl 🙂

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groovy grapes (28)Nach dem dritten selbst gebastelten Snack (alle Reste, die wir noch haben, neu zusammengemischt) in der Bunker Küche (offiziell heisst es BUNKHOUSE) und Duschen ohne Salzwasser gehts zu einer Führung mit einer harschen Dame in ein UndergroundMuseum. Sie versucht zu vermitteln, dass hier 50 Prozent der Einheimischen tatsächlich unter der Erde wohnen: Ist ja auch soviel billiger, so ein Aushub – gegen diese ewigen Bungalows…groovy grapes (34)groovy grapes (29)

Belüftet werden die Behausungen so wie unsere Weinkeller (hoffenltich ein bisschen besser), wir bekommen erklärt wie Opal entsteht und ein Filmchen vorgeführt. Reisst mich jetzt nicht so vom Hocker. Der Schmuck sieht so aus, als würde ich ihn in Bangkok am Nightmarket ebenso bekommen (nur billiger) und ein Zertifikat, naja – das gibts auch in Bangkok. Für alles, was man zertifiziert haben will. 🙂groovy grapes (38)

groovy grapes (39)Ich bleibe also ohne Opal Schmuck, lasse mich mit ein paar anderen Hochmotivierten dann noch auf einer „noodling -site“ absetzen (stillgelegte Opalmine). Da es sich aber in der sengenden Hitze mit den Händen jetzt nicht optimal schürfen lässt, lassen wir das bald wieder sein (wielange doch 10 MInuten sein können), ich besuche das bottleshop um mich mit einem kühlen sundowner für später zu versorgen und statte noch der underground catholic church einen offiziellen Besuch ab.

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Mehr als ein paar Tour Operators und Opal Shops nebst Restaurants gibts aber hier eh nicht; interessant find ich eher, dass sich an jeder Ecke Aushub und Sandberge türmen. Sehr lebenswert. Kein Wunder, dass alle unterirdisch wohnen wollen – nicht nur wegen der Hitze, auch die Aussicht ist eher mürbe.

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Nachmittags chillen wir ein wenig vor unserem Bunkhouse (ja, das geht, mit einem kühlen Coopers Pale), ich kopiere mir von Sandy dankenswerter Weise ihre Aussie Songs. Team India ist out for shopping, wir schreiben Tagebuch und plaudern und die Amerikanerin bietet ein letztes Mal ihren Schnaps (den sie vorzugsweise im Kaffeehäferl mit Cola zu sich nimmt) an. Dann gehts zum letzten Abend in eine Pizzeria. Mit echt richtig am Tisch sitzen und jemand stellt das fertige Essen vor uns hin. Kein Abwaschen mit kaltem Wasser, kein Schleppen von Kiste, kein Sand auf den Konserven und überhaupt…

Die Nacht im bunkhouse ist lauschig, weil es hier das ganze Jahr lang mollige 22 Grad hat. Und der nächste Morgen mit der Heimfahrt über den Stuart Highway wartet ab 5:30 Uhr mit 850 km auf uns  –  Über 12 Stunden sollen es werden, bis ich wieder im Hotel bin. Die Touri-Dekadenz in ADELAIDE hat mich wieder.

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