48 Stunden Montreal im Winter. Lohnt sich das?

by Angelika Mandler-Saul

48 Stunden in Montreal, noch dazu im Winter bei mehr als frostigen Temperaturen? Kann das was? Ja, wenn man gatschfeste Schuhe mit ordentlicher Sohle mit dabei hat und nicht allzu schmutzempfindlich ist. Und wenn dann wenigstens einmal die Wintersonne auf den St. Lorenz Strom scheint, dann ist es gar nicht mehr so kalt.

Landeanflug Montreal

Landeanflug Montreal

Winterlicher City Trip nach Kanada

grand quai hafen montreal

Am neuen Hafengelände Grand Quai

Mit scheinbar stoischer Ruhe stapfen die Menschen in Montreal im perfekten Business Outfit inklusive bürofeinen Halbschuhen und Stilettos durch die gatschigen Straßen. Und wenn´s nicht graugatschig ist, dann liegt der Schnee und macht ein Spazierengehen oder harmlos Dahinspazieren anstrengend, Glatteis des Morgens allerorten inklusive. Ich habe im Jänner 48 Stunden in Montreal verbracht und ja, es war viel Schnee – auch in der City – es war eiskalt, glatt, gatschig und durchaus winterlich. Trotz Großstadt. Aber sobald die Sonne rauskommt – ein wahrer Wintertraum am St. Lorenz Strom.

blick auf montreal

Blick zurück auf Montreal vom Grand Quai aus

11 Tipps für Montreal Sightseeing im Winter

Wir hatten abends schon mal -14 Grad und da war das „Spazieren“ in der Altstadt, um ein gemütliches Lokal mit Bierbegleitung zu finden, enden wollend verlockend. Zwar war Old Montreal durch die Schneedecke am Kopfsteinpflaster abends recht romantisch illuminiert, aber zum lange Promenieren war uns da nicht zu Mute. Und auch untertags war uns – trotz Sonne – gerne eher nach einer Aufwärmpause zusätzlich als nach langen Walks.

St. Lorenz Strom

Unten am Waser im Winter mit Blick auf den Uhrturm

kunst

Verschneite Kunst in den Straßen

Wie und wann entstand Montreal

So sind wir aber überhaupt erst auf das Archäologische Museum Pointe à Calliere gekommen. Was hier im ersten Moment so unsexy klingt, ist ein ganz modernes, nicht billiges aber interessantes und vor allem warmes Museum mit unterirdischen archäologisch freigelegten und multimedial bespielten Gängen – an dem Platz, wo einst Montreal entstanden ist. Übrigens gar nicht so lange her. 1642 wollten die Franzosen nämlich hier damit starten, eine katholische Siedlung zu gründen um die einheimischen Völker auf den rechten, katholischen Weg zu bringen. Währenddessen in Europa? Die älteste Orgel Wiens entstand zur selben Hoch-Barock-Zeit, Rembrandt malte seine „Nachtwache“ und Alexandre Dumas lässt seinen d´Artagnan etwa zu dieser Zeit auf die drei Musketiere und Kardinal Richelieu treffen…

Aufwärmen mit Kultur und Kaffee

Die Basilika Notre Dame war ein Augenschmaus plus extra warm eingeheizt, die Illumination mit Musik „AURA“ war gerade während unseres Aufenthalts nicht im Angebot. Im Marché Bonsecours unten am Strom gab es ein paar nette Souvenirgeschäfte und das Gebäude selbst war von außen recht pittoresk – schätzen gelernt haben wir es allerdings wegen der dort verbrachten Tea Time. Ja genau, auch zum Aufwärmen. Zuvor waren wir entlang des neu gestalteten Kreuzfahrtschiff Hafens geschlendert mit einem Abstecher zum besten Photo Point seit dem Mont Real. Und die Biosphère hätten wir auch erklommen, schon allein weil sie so schön im Schnee stand – aber nun ja – Wintersperre.

Das Museum der Schönen Künste (Musée des Beaux Arts) kann man auf jeden Fall mitnehmen: Erstens weil es ein sehenswerter Komplex aus mehreren, alten und neuen, Gebäuden ist, rundum auch auf der Sttaße viel Kunst zum Selfie-Machen rumsteht und weil es ein tolles Shop hat, wie es Museen so eigen ist. Und, äh warm und trocken ist.

11 Sehenswürdigkeiten in Montreal im Winter

Meine Tipps für Montreal im Winter
  1. Kirche Notre Dame de Montreal
  2. Altstadt Montreal
  3. Marché Bonsecours
  4. IMAX 3 D – Science Center
  5. Biosphère Montreal Umweltmuseum
  6. Musée des Beaux-Arts
  7. Leonard Cohen Streetart
  8. Photo Point am Hafen
  9. Pointe à Calliere Archäologie Museum
  10. Sun Life Building am Dorchester Square
  11. Crew Collection Café im Royal Bank Tower
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Rathaus
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Sun Life Building

Was wir alles verpasst haben

U-Bahn Fahren habe ich natürlich auch noch untergebracht, hauptsächlich deshalb weil mein Reiseführer von den ultimativen unterirdischen Kunsterlebnissen in den U Bahn Stationen geschwärmt hat. Wir haben mindestens fünf oder sechs Stationen „er-fahren“, von Kunst konnte dort allerdings keine Rede sein. Und auch von den gigantomanischen unterirdischen Shopping- und Flaniermeilen, in die man an jeder Ecke und an jeder U-Bahnstation angeblich hinabsteigen kann und die Stadt unter der Erde erschließt,  als wäre man der Harry Lime von Montreal – können wir nichts erzählen. Dort wo ICH  hinuntergestiegen bin, dort bin ich immer nur auf Food Courts gestoßen… Tja, 48 Stunden sind halt oft viel zu wenig, um die Begeisterungsströme von Reiseführern, anderen Reisebloggern oder auch nur  von vernommenen Erzählungen nachempfinden zu können.

biosphere montreal

Leider geschlossen, aber schön anzusehen: Die Biosphère Montreal im Park neben dem Wassersportzentrum

metro in montreal

Die einzige Jugendstil Métro Station außerhalb von Paris, die aussieht wie in Paris.

Auf dem Weg zum Leonhard Cohen Street-Art Hot Spot, sind wir auch am Observatoire an der Place Ville Marie vorbeigekommen – dort oben gibt es eine „unique 360° View“. Unique gut und schön, aber mit 19$ nicht gerade wohlfeil. Haben wir gecancelled und stattdessen noch eines der vielen schönen Jugendstil Gebäude „mitgenommen“. Dort wo die große Touri-Info am Dorchester Square steht, haben wir auch kurzer Hand das Sun Life Building gekapert – innen halt heutzutage ein Büro, aber cooles Design vom Anfang des 20. Jahrhunderts und eine kleine Foto-Gallerie dazu. Netter Portier…

spaziergang leonhard cohen street art

Einen Spaziergang wert: Leonhard Cohen Streetart

Sun life building

Jugendstil Eingänge gibt es reichlich in Montreal. Hier beim berühmten Sunlife Building.

Abends wollten wir nochmal raus, um uns im Science Center am Hafen einen 3-D-Film im IMAX Theater anzusehen. Das Thema hätte vorzüglich zu uns gepasst – „SUPER POWER DOGS“ – über die Ausbildung von Hunden zu Rettungshunden in Kanada (und das Thema hätten wir auch dem SPIDER Thema unbedingt vorgezogen), aber – es war uns zu kalt um nochmal rauszugehen.

Kaffee Pausen und Bagel Snacks

Kaffeehaus: Das Crew Collective

Mir persönlich hat das chillige Café mit Meetingräumen und Konferenz-Booths und WIFI im alten Schalterraum der Royal Bank am besten gefallen, noch dazu ein klingender Name wie „Crew Collective“, als Purserbraut ein Besuch dort also unumgänglich, noch dazu gegenüber von unserem Hotel.

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Crew Collective Café
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Schalterhalle mit Café und Delikatessen
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Leselampe, Wifi. alles da
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Vegan, wer´s will: LOV 

Das LOV gibt´s in Montreal meines Wissens an zwei Standorten, eine super schöne Location zum Vegan Essen.

Les 3 Brasseurs: Bier, Poutine und Flammkuchen

Mein Standard Programm when in Canada.

bagel mit lachs

Bagel mit Lachs geht auch.

Bagels und Pastrami bei Schwartz To Go

Schwartz´s Deli gibts auch in Montreal. Inkl. Pastrami-Mengen im Bagel, wie es sich gehört. Oder anderen Füllungen. Beim Take Away anstellen – geht schneller!

Café des Arts im Marché Bonsecours

Gemütlich warme Pause bei Maté Tee im Café des Arts. 

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Die Kapelle Notre Dame de Bonsecours unten am Strom

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Marché Bonsecours – kleine Shops und Cafés zum Aufwärmen

Muss man im Winter auf den Mont Réal rauf? 

Obwohl alle davon reden, danach fragen und es ungefragt permanent empfehlen – nein, wir haben den Hausberg der Stadt diesen Winter nicht erklommen. Die knappe Zeit haben wir anderweitig genutzt – der schöne Photo-Stop vom Hafen auf die Skyline hat uns ziemlich entschädigt.

Einst: Olympia Austragungsort auf der Insel

Skyline ohne Mont Real – geht auch.

Teilweise zugefroren: Der St. Lorenzstrom. Eisbrecher waren auch unterwegs.

Und Andreas kennt den Aus-Blick ohnehin schon seit Jahrzehnten, er hat´s mir halt erzählt.

blick vom mont real

Herbstlicher Blick vom Mont Real auf Montreal

 

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1 comment

andreas 22. Februar 2020 - 19:33

Montreal ist zu jeder Jahreszeit ein super Hotspot.

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