Wenn Der Standard Live Ticker in seiner horrormäßig anmutenden Abfolge von Negativ-Schlagzeilen in Sachen Natur und Umwelt noch den Inhalt meines Marc Elsberg Thrillers “EDEN. Wenn das Sterben beginnt” übertrumpft, dann leg ich sogar diese vermeintliche Sommerlektüre beiseite. Bleibt jetzt alles anders?

Inhaltsverzeichnis
Hätt ich mir nie träumen lassen
“Bleibt alles anders” ist ein Lied von Grönemeyer aus meiner Jugend. Die ist vorbei und sovieles andere auch. Diesen Juli ist es mir besonders aufgefallen: Es passieren Dinge, die ich mir vor 20 oder 30 Jahren niemals hätte träumen lassen. Im negativen Sinne.

Ich höre jetzt wieder mehr Musik, bei der Gartenarbeit morgens um 6 oder beim Kochen oder bei der Buchhaltung: Vorzugsweise Musik aus jener Zeit, als ich um die 20 war – The Cure, The Communards, Depeche Mode, die Ärzte. Die Texte hab ich parat, als wär es gestern gewesen. Was hingegen gestern war? Frag wen anderen, keinen Schimmer. Aber dass wir in Ostösterreich über 40 Grad haben, das Wasser zur Neige geht, die Wildtiere verenden und die Donau unschiffbar wird, das hab ich sehr wohl präsent.
Es ist heiß. Im Weinviertel sogar sehr sehr heiß. Heißer, als ich mir in meinen Zwanzigern jemals hätte vorstellen können. Ich bin müder als je zuvor und arbeite mehr als jemals zuvor. In zwei Monaten werde ich 55 – wielange werde ich dieses Arbeitspensum durchhalten können bei diesen überschaubaren und saisonal bedingten Einnahmen meines Berufs? Und wielange werd ich mich noch in der österreichischen Natur beim Flussbaden und Wasserfallplantschen davon entspannen können?
Früge ich mein zwanzigjähriges Ich, ich hätte mir nie vorstellen können, dass:
- es in meinem Garten mal so heiß ist wie in Florida
- ich nicht mehr freiwillig in der Sonne sein will
- ich beim Camping zuerst nach einem Schattenstellplatz suche
- ich ein schlechtes Gewissen hab, wenn ich an einem Hitzetag mit dem Auto zum Badeteich fahre
- Dystopie-Romane der Wirklichkeit hinterherhinken und
- ich mal so schlecht sehen würde, dass Kontaktlinsen mit -9 und +3 für Kurzsichtigkeit und Alterfehlsichtigkeit nicht reichen.

Alles in allem, meine Stimmung ist momentan endenwollend gut, trotz der schönen Erlebnisse im Juli in Sachen Sommertheater und Camping und Buchschreiben und Arbeits-Reiseaufträge. Deswegen nur kurz als Überblick:
Sommertheater per Camper
Der Juli war ein kleiner Festspielreigen, dazu Abstecher nach Oberösterreich und in die Voralpen, dazwischen Familienfeste as usual, Teich-Besuche und ein bissl Kraftraining (wenn es sich nicht vermeiden ließ), permanenter Fußball-Geräuschkulisse und den einen oder anderen spontanen Abend beim Heurigen und daheim mit den best friends.

Los ging’s am 4. Juli mit der FLEDERMAUS in Reichenau, direkt gefolgt vom Eröffnungsfest der Reichenauer Festspiele am Nachmittag. Tags darauf, am 5. Juli, stand REIGEN auf dem Programm, ebenfalls in Reichenau. Ich hab dort im Camper übernachtet, war abends noch in der Schwarza pritscheln und in der Ausstellung im Schloss Reichenau. Nach der Campingnacht hab ich mir sogar ein Frühstück im Schloss Wartholz geleistet.



Am 15. Juli gab’s Pressetickets für die TOSCA-Premiere im Steinbruch St. Margarethen, am 16. Juli dann die große La Cage aux Folles-Premiere in Mörbisch. Beide Events haben wir mit dem Campervan bestritten – mit dem Basislager des Campingplatzes in Mörbisch, unvergleichlich praktisch direkt am Strandbad und an der Seebühne gelegen.
Die Burgenland-Card erhält man fast sofort nach Stellplatzbuchung – die Freibäder am NeusiedlerSee waren somit für uns frei, noch ein Asset.
Es folgte einige Tage danach die Premiere von Hello Dolly! in Langenlois – dazu hab ich auch schon einen ausführlichen Artikel geschrieben.

Den Reiseblog hab ich weiter optimiert in Sachen SEO und GEO – immer so zwischendurch, irgendwie will man ja auf seine mindestens 16 Stunden Arbeitszeit am Tag kommen. Geht sich gut aus, ich fang jetzt immer schon gaaaanz früh morgens an.
Ein paar feine Tage in Schärding, an Inn und Donau
Vom 8. bis 12. Juli war ich beruflich in Schärding unterwegs, Auftrag rund um den Camping am Inn in der höchst erfreulichen Donauregeion Oberösterreich Daraus sind ja mittlerweile gleich drei Artikel entstanden: City-Camping in Schärding und die schönsten Ausflüge in der Donauregion Oberösterreich, aber auch ein Citybericht über die kleine historische Stadt Schärding. Und in der Camping Revue wirds auch was darüber geben. Dazu: Ich werde im Herbst auf der Caravan Wels drei Reisevorträge halten, danach gehts dann gleich nahtlos weiter ins Piestingtal zu einer kleinen feinen Buchmesse namens BÜCHER(T)RÄUME, bei der ich auch ausstellen werde.
Die Donauinsel hab ich heuer auch mal wieder erradelt, um mir die neue Pier 22 Badeanlage und die dazugehörigen Lokale zu besehen – Schwimmen in der Neuen Donau natürlich inklusive.

Familie, Feste, Fußball und Friends
Am 5. Juli feierte meine Nichte Marie ihre Sponsion, damals dachte ich nachmittags beim Schmausen an der Alten Donau noch: Das ist der heißeste Tag des Sommers. Mitnichten. Judiths 19. Geburtstag wurde gefeiert, ebenso der 19. von Nichtchen Leni – der Sommer ist bei uns voller Familienevents. Also eigentlich eh so wie immer.
Ein Treffen mit “Er ist jetzt Arzt”-Chris beim Birner war ein weiteres Highlight für uns Landeier – gepaart mit unserem Erstbesuch im Heller-Park an der Alten Donau, nicht schlecht!

Weitere social events: Schwimmen mit Nico am Teich, kulinarische Einladung der best friends aus Klosterneuburg nach Kronberg, ein verspätetes und spontanes Summer-Opening beim Lieblingsheurigen Faber in Pillichsdorf (mit Regentropfen, untern Nussbaum, mit Rosé und Mangalitzaspeckbrot – ein Traum) sowie ein After Work Heurigen beim Pfalz in Hohenruppersdorf.



Und endlich ging sich auch ein spontaner Trip nach Stammersdorf zu den anderen Best Friends aus- mit Pool, Blick über Wien, einer Grillage und guten Gesprächen über alles und jedes.
Die Fußball Geräuschkulisse im Haus, im Garten und im ganzen Ort gehörte im Juli schon zum Abend und zur Nacht, und übertönte die Bienenfresser, die Grillen und das andere Vogelgetier, das wir jetzt sehr gerne mit unserer Merlin-App verfolgen. Phonetisch aber nur. Übrigens: Unser Garten ist ein Bade- und Pritschelhotspot für Amselmänner (die ham halt Zeit) und das freche, laute Spatzenvolk geworden.




Kurztrip an den Erlaufsee
Zum Monatsende ging’s dann noch auf Kurztrip an den Erlaufsee zum vermeintlichen Chillen. Den verregneten (!) Anreisetag haben wir genutzt, um ein paar Übernachtungs-Parkplätze im Naturpark Ötscher Tormäuer auszuchecken, warn ein bisserl an der Erlauf und am Erlaufstausee spazieren, bis wir unseren Stellplatz am Campingplatz (14 Uhr!!!) beziehen durften.
So ein Montag mit Regen im Hochsommer in einer Tourismusregion in Österreich – da steht man schnell versorgungstechnisch allein auf weiter Flur: Restaurants geschlossen, weil hallo! Schlechtwetter! Aber wir sind ja begnadete “Mach ma halt schnell Spaghetti Carbonara”-Verfechter, das schmeckt immer. Und die zwei Tage drauf waren Hitzetage mit Wasser, vielen Menschen im Freibad und glücklichen Hunden am Hundestrand Erlaufsee.
Morgens und abends war ich die erste und die letzte am See: C´est moi.


Nebenbei gab’s noch das eine oder andere Business-Date: ein Echt.Erlebt-Meeting am 2. Juli, gefolgt von einem eher sinnlosen Webinar und am 30. Juli ein Fotoshooting für das Projekt ECHT.ERLEBT mit meinen Reisebloggerinnen-Kolleginnen, direkt im Anschluss noch ein weiteres Meeting dazu. More2come.
Und sonst so?
- Best Moments: abends nach dem Sommertheater allein in der Schwarza baden und morgens allein am Erlaufsee
- Erkenntnis of the month: Wir sind mitten in einem Marc Elsberg Roman
- Nervigste Sätze und Wörter: Dauerbrenner “Alles gut”. Nix is gut.
- Gebadet im: Erlaufsee, Neue Donau, Alte Donau, in der Schwarza, Erlauf, Gerasdorfer Teich, Freibad Mörbisch, Neusiedlersee, Inn
- Außerordentliche Vorkommnisse: Fotoshooting mit meinem ECHT.ERLEBT. Team
- Kulturerlebnisse:
- Fledermaus, Reichenau
- Reigen, Reichenau
- Tosca, St. Margarethen (Premiere)
- La Cage aux Folles, Mörbisch (Premiere)
- Hello Dolly!, Langenlois (Premiere)
- Gelesene Bücher:
- Morgen ist alles besser, Annemarie Selinko
- Arthur Schnitzler. Sein Leben, seine Zeit
- Ein Haus, ein Stuhl, ein Auto – Bert Brechts Lebensstil
- Die letzten Tage, Martin Prinz
- Die Villen vom Traunsee, MT Arnbom
- Eden. Wenn das Sterben beginnt, Marc Elsberg
- viel begonnen, nichts beendet
- Alle Monatsberichte
