„Buen Camino!“ am spektakulären Caminito del REY

Früher wars ein ausgesetzter, gefährlicher Klettersteig, den man angeblich nur mit Guide begehen durfte und der zusehends verfiel. Seit Mai 2015 ist er ein pittoresker Klammwanderweg mitten in Andalusien: Der Caminito del Rey.

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Als bekennende Klamm- und Hängebrücken Liebhaberin (letztens in Slowenien, aber auch immer wieder in der Steiermark sowie früher in NEPAL) war ich auf den im Mai 2015 ganz neu wieder eröffneten Wanderweg in der Provinz Malaga ja sehr neugierig. Erst vor 2 Monaten waren wir mit Hund durch ungesicherte, klapprig alte Steige durch slowenische Klammen gestiegen, da mutete der Organisationsaufwand für den taufrischen Caminito schon etwas verwundernd an:

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Man muss sich für einen Tag und einen Time-Slot anmelden, vorort die Anmeldebestätigung  (mit CODE!) vorzeigen, die wird inkl. PASS (!) kontrolliert und dann erst darf man zur Kletterhelm Ausgabestelle vordringen. Die Helme sollen gegen etwaigen Steinschlag an den schon extrem steilen Schluchtwänden schützen, wegen des „Kletterns“ ist es nicht. Denn so wunderwunderschön und beeindruckend der neue Wanderweg „an den Felsen geklebt“ wieder aufgebaut wurde, gefährlich ist er nicht (mehr). Dafür umso pittoresker. Und für Daheimgebliebene sind die Fotos schon auch sehr beeindruckend.

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Wir waren pünktlich vorort, fanden eine gratis Parkplatz beim El Kiosko (Danke für den Tipp, Ruralidays), absolvierten alle Security Checks vorbildlich und durchliefen dann gemeinsam mit den anderen spanischen Wandersleuten die Security Ansage in verwirrend schnellem Spanisch, gefühlte 10 Minuten. Unsere englische Übersetzung war dann deutlich gekürzt und in etwa 20 Sekunden abgehakt.

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Wir ließen alle mal vor-rennen, denn zum Fotografieren und Schauen und für den Selbstauslöser (Offiziell Selfie Stick Verbot hier am Wanderweg) brauchten wir Zeit. Noch dazu, wo ich wahrscheinlich nie mehr wieder in meinem Leben am Caminito del Rey stehen werde – dauernd musste ich an den Gruß am Spanischen Jakobsweg denken: „Buen Camino“ grüßt man einander dort. Hier grüßt keiner, auch keine Wanderer und überhaupt sind die SpanierInnen meines Erachtens nicht unbedingt für ihre Höflichkeit oder Freundlichkeit berühmt. Meine übersichtliche Stichprobe bezieht sich jetzt aber nur auf 6 Tage im November 2015 – zugegeben.

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Am spektakulärsten ist der Caminto del Rey heute dort, wo an den vertikalen glatten Steinwänden der Gaitanes Schlucht der Wanderweg an der Steilwand 100 Meter ÜBER dem Fluss HÄNGT. Der ganze Wanderweg beträgt knappe 8 Kilometer, davon geht man 3 Kilometer in der Schlucht. Sehr gut organisiert ist der Shuttle Transfer – denn der Caminito ist kein Rundwanderweg.

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Ganz anders als in unseren österreichischen Klammen wird man hier kein einladendes Bankerln, keine Jausentische und keine Mistkübel finden. Der Caminito ist rein als Naturschauspiel zum Durchwandern gedacht – nicht für den gemütlichen Aufenthalt. Von unserer Finca war der Caminito eine gute Stunde Fahrzeit entfernt.

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Der Wanderweg entstand 1901, weil man für das Wasserkraftwerk in El Chorro (Bahnhof) Zugang für die beiden Talsperren brauchte – für Materialtransport. In den Jahren 1999 und 2000 hatte es auf dem ungesicherten Weg, den Kletterstellen und den löchrigen Passagen mehrere Todesfälle gegeben, nun erstrahlt der Wanderweg in ganz neuem Glanz.

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OFFENLEGUNG: Ich wurde von Ruralidays eingeladen, den neuen Caminito del Rey zu besuchen.


 

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