Hundebaden ist mitnichten entspannend.

Aus der Reihe: „Wo gehen wir mit dem Hund baden, wenn es tropische Grade hat und ALLE mit ihren Hunden baden gehen wollen?“ Also testen wir die Wiener Teiche an der Stadtgrenze, die bei Hundebesitzern in aller Munde sind. Baden mit Hund ist aber mitnichten entspannend. Zumindest nicht mit Coffee. UPDATE weiter UNTEN.

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Am Badeteich Hirschstetten machte Coffee letztes Jahr, als wir uns zu uns nahmen, seine ersten Badeversuche – die damals mit einigen Verletzungen auf meinem Rücken und einem hochengagierten schwimmenden Junghund, der sich abends nicht mehr rühren konnte, endeten.

Teiche Juli 2015  (1 von 8)Heuer kamen wir schon sehr viel abgebrühter daher – dafür kläffte Coffee um einiges mehr. Aus Begeisterung oder Übermut oder Dummheit, wir wissen es nicht – aber es nervt uns sehr. Überhaupt muss man momentan sagen, dass Coffee einiges dazu gelernt hat in den letzten Monaten: Er kann überlebenswichtige Dinge wie durch dunkle Schläuche laufen, durch Ringe springen und Bälle in Körbe spucken (allerdings mit Todesverachtung), als auch sämtliche Gehorsamsgrundbegriffe.

Doch alles ist anders, wenn wir das Wasserspielzeug zur Hand nehmen, das noch dazu (in unseren Augen) eine verdammt quietschgelbe Farbe hat. Hunde sehen ja nicht nur schwarz- weiß (wenn sie auch so denken mögen :-), sondern haben einen eingeschränkten sichtbaren Farbraum: So sehen sie angeblich für uns gelbe Dinge auch gelb, alle anderen farben (außer blau) aber sehr sehr gedämpft. D.h. also dass unsere quietschgelben Wasserspielzeuge in Coffees braunen Hundeaugen aufdringlich knallig daherkommen – und diese Farbe macht ihn sehr sehr wild. Vor allem im Zusammenhang mit Wasser.

Teiche Juli 2015  (3 von 8)Soviel dazu. In Hirschstetten gibt es dankenswerter Weise einen sehr großen Hundebereich, an dem an heißen Sommertagen (also heuer immer) schon vormittags sehr sehr viele Hunde sehr sehr laut – „baden“. Auch Coffee kläfft beim Baden nur dann nicht, wenn er das Maul voll hat.

Wir achten also an solchen mitnichten entspannenden (Hunde)badetagen sehr präzise drauf, dass der Hund immer im aktiven Schwimm-Modus ist – das verschafft uns einige kurze Momente der Ruhe. Dazwischen verbringen wir unsere Zeit mit sinnlosen Bemühungen, dass wir selbst und unsere Jause nicht allzusehr durch Nasshundekontakt verdrecken, Coffee sich nicht jedesmal körpernah beim Nachbarn abschüttelt und dass er nur manchmal mit den Dreckspfoten über fremde Handtücher rast. Das alles geht natürlich auch nicht ohne lautes Gebelle vor sich. Ich nehme auch schon lange keine Lektüre mehr mit beim Hundebaden – sinnlose Liebesmüh.

Teiche Juli 2015  (6 von 8)Grundsätzlich gibt es aber ein paar gute Badestellen in Hirschstetten für mich und Coffee – man selbst kann auch ins Wasser ohne größere Hautausschläge zu befürchten – und wenn er ausbüchst, um hunderte Meter weiter mit einer ausgelassenen Border Collie Meute um die Wette zu laufen, ist meistens ein fremder Hundehalter da, der ihn am Geschirr zu fassen kriegt oder gleich an der Leine zurückbringt. Ich bin sehr dafür, dass Hundebesitzer hier zusammenhalten und sage jetzt mal offiziell DANKE an alle Co-Badenden, die sich (auch nicht) aufregen, wenn Coffee sie anbellt, ansabbert, anschmutzt oder anspringt – vor Begeisterung.

Teiche Juli 2015  (2 von 8)Der zweite Badeversuch in Wien (Die Hundewiese an der Alten Donau beim Angelibad haben wir auch schon getestet – aber darüber will und kann ich nicht reden) fand mal zwischendurch in Süßenbrunn statt. Und siehe da, da gefiels mir noch besser. Noch verstecktere schattige Badeplätze, wenn man um den Teich herum spaziert und Hunde sind überall erlaubt. Und sie sind auch überall. Dafür war es aber überraschend ruhig und viel entspannender als in Hirschstetten. Wir fanden gleich einen perfekten Badeplatz, an dem ich es auch den ganzen Tag ausgehalten hätte.

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Fein, dass sich viele Menschen immer noch nicht trauen, sich in die Nähe eines schwarzen Hundes zu begeben. So hatten wir die Badestelle ganz für uns allein.

NACHTRAG 8.8.2015 :

Jüngst waren wir gleich nochmals in Süßenbrunn – auch, weil wir über Facebook und www.wiederunterwegs.com einige Tipps bekommen hatten, wie man dem aufgeregten Bellen Herr/Frau werden könnte (auch „Vokalisation“ genannt – das gefällt mir, klingt so fachlich und nicht so nervig wie sich das Bellen anhört 🙂

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Wir haben also zwischen den Fress-Bee-Badeeinheiten mit Leckerli und Meditativem Zureden versucht, Coffee ein wenig „runterkommen“ zu lassen. Fazit: Ich konnte ganze 32 Seiten (kleines Buch: „Lieben Sie Brahms“ von F. Sagan) lesen und Coffee legte sich gar gezählte 2 (ZWEI) Mal zu mir auf die Badedecke.  Erst nachmittags waren wir nicht mehr allein in der kleinen Bucht, dann wurde natürlich wieder ordentlich gekläfft – bis sich alle Gemüter beruhigt hatten und alle Leckerli weggefressen waren.

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Ich hatte viele Kommentare auf Facebook, die mich BERUHIGEN: Es geht auch anderen HundebesitzerINNEN so – Gebelle, Gejaule, Gekläffe, Herumgerenne, die sich beim Baden MITNICHTEN entspannen können. Danke für den Zuspruch – ich bin also nicht allein! Aber Süßenbrunn war gestern wirklich sehr fein – wenn man nicht gerade eine Großfamilie als Liegenachbarn hat, ist die Wahrscheinlichkeit groß, einen Hundebesitzer daneben zu haben. Und die verstehen mich. 

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Ein devotes Lob an alle Hunde, die sich erst (still) abkühlen und dann (still) im Schatten bei ihren Besitzern rasten. Betonung auf STILL. Hochachtung!

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Übrigens: TIPPS gegen das aufgeregte immerwährende nimmermüde Hunde-Gekläffe beim Baden werden gerne entgegengenommen. Danke an alle, die mir schon geschrieben haben. Ich arbeite dran. WIR arbeiten dran. Ich kläffe ja nicht.

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