Sonntags in der Südsteiermark

Wiederunterwegs in der Südsteiermark – gewagt umwandet mit meinem „Weiviadlerin“ T-Shirt, gehe ich mal an der Südsteirischen Weinstraße fremd. 8 Stunden darf ich mich durch die kulinarischen und touristischen Angebote der Gegend rund um Gamlitz kosten – nicht die schlechteste Art, einen Sonntag mit Arbeit zu verbringen. Südsteiermark web (10 von 47)

Als kulturell und kulinarisch versierte und überzeugte Weinviertlerin muss ich sagen: Ja, doch. Die Südsteiermark hat was zu bieten. Viel. Gegend, Gastfreundschaft, besucherfreundliche Öffnungszeiten, touristische Ideen, kulinarische Besonderheiten. Wird schon einen Grund haben, warum die österreichischen TV und Radio-Promis hier abhängen – und im windigtrockenen Wein- und im herben Waldviertel eher die intellektuelle Schreiber- und Künstler Riege wohnt, arbeitet und genießt.

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Die Weinberge sind steiler, die Buschenschanken (bei uns „Heurigen“) deutlich größer, moderner und marketing-technisch umtriebiger und ein BioPool im Weinberg ist hier bei den Winzerzimmern fast schon Usus. Man steigt hier in Buschenschanken mit Winzer-Suiten ab, wähnt sich durch die Glasfronten mitten im Weingarten und dürfte sich hier nicht so rigide an die mir allgegenwärtigen „Weinviertler Öffnungszeiten Donnerstag – Sonntag ab 16 Uhr“ halten… Ebikes gehören hier fast schon zur Standard-Ausstattung.Südsteiermark web (23 von 47)Uli und Dieter Firmenich vom Steinberghof in Berghausen zaubern gar eine vegan/vegetarische „Jausn“ auf den Tisch, dass man einfach immer nur weiteressen möchte – und sich dabei auch noch unglaublich gut und gesund fühlt. Hindert mich ja keiner, nachher auch noch eine Speckplatte zu vertilgen, oder? Wäre ich mit Hund unterwegs, würde ich die versteckten Tischchen in der oberen Laube wählen – heute aber habe ich von der Terrasse einen wunderbar sonnigen Ausblick ins Gelände.

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Um einen ordentlichen Appetit zu entwickeln, durfte ich zuvor noch ein wenig durch die Weingärten vom „Dreisiebner Stammhaus“ in Sulztal wandern. Und da ich als Reisebloggerin meine Nase auch beim Lesen, Essen und Trinken nebenbei immer ins Smartphone stecke (BERUFLICH!), liegt nahe, dies auch beim Riedenwandern zu tun. Wir testen die „Terroir Erleben“ App und das geht beim Dreisiebner so:

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Code mit dem Handy von einer überdimensionalen Weinflasche einscannen, kurz mal registrieren, einloggen und GPS einschalten: Mein Handy weiß -wie immer- wo ich bin und heute sogar, wo mein Wanderweg hinführen soll. 12 Winzer sind in der Region dabei – während des Spazierens (Hunde bei den Weinwanderwegen erlaubt!) macht mich mein Handy aufmerksam, an welchen Traubensorten ich vorbeigehe, gibt Infos über Region, Weine und die Gegend.

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Damit wir mehr verkosten können, halten wir die GPS Tour kurz – aber die App funktioniert bei meiner Stichprobe ganz gut. Wermutstropfen: Wer währenddessen auch noch am Handy schreibt, fotografiert und postet (also ICH), verliert ungefähr hundertmal die App und damit den zu wandernden Weg aus den Augen.Südsteiermark web (16 von 47)

Der Chef vom Dreisiebner erwartet uns schon bei den Muskatellertrauben, die jetzt Ende August bereits so schmecken wie sie dann im Glas duften werden. Bis wir wieder im Stammhaus sind, werden wir einige Weine in der südsteirischen Mittagssonne verkostet haben. Die Wanderwege ziehen sich übrigens durch die ganze Südsteiermark – ich sehe mich bereits mit Hund bestückt gut gelaunt und mäßig schnell wandernd durch die Gegend ziehen.Südsteiermark web (9 von 47)

Einige hundert Meter in Geh- und Sichtentfernung weiter ist schon Slowenien – auch mit Winzerzimmern, Weingärten, guten Weinen und Buschenschanken  – nur halt billiger. In Glanz an der Weinstraße gibts beim Mahorko in Glanz gar Wasserbüffel zu bestaunen und das dazugehörige supergesunde Fleisch zu verkosten – hier natürlich „Steirerbüffel“ genannt. Und das, während wir im Weinviertel noch stolz sind auf unsere Mangalitzaschweine und Gallowayrinder… Aber wir haben Trüffeln im Weinviertel, jawoll.

Noch ein hochprozentiger Tipp: Steirischer BioGin namens „Aeijst“ – zu verkosten beim Wolfgang Thomann. Die Südsteirische Weinstraße – die „Mutter aller österreichischen Weinstraßen“ – feiert heuer ihr 60jähriges Jubiläum – „alle Wege führen zum Wein“, deshalb kann man sich auch nach dem Weingenuss unkompliziert ein „Weinmobil“ rufen – und damit bleibt immer wieder Zeit für ein „Fluchtachterl“.

Und im Genuss-Regal in Ehrenhausen gibt´s sowieso die gesamte Südsteirische Weinstraße nocheinmal zum Verkosten und zum Kaufen. Aber auch die stete Ausstellung dort ist sehr sehenswert. Was mir noch aufgefallen ist: Man kann in der Steiermark neuerdings „Vom Gletscher zum Wein“ wandern – eine neue geniale Wanderroute ist entstanden.

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HINWEIS: Ich wurde im Rahmen des 3. Österreichischen Bloggertreffens in Graz von Graz Tourismus und Steiermark Tourismus eingeladen, die Stadt und die Südsteirische Weinstraße zu erkunden. Vielen Dank dafür, die Meinungen und Ansichten in diesem Artikel bleiben jedoch meine eigenen.


 

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