Silent Spa: Nicht Reden ist ganz leicht im Weinviertel.

Zwischen Kellergassen-Advent und „In die Grean Gehen“ rund um Ostern rastet sich das Weinviertel beflissen aus. Die Hotels aber rüsten über den Winter auf: Ein Trip ins neue Premium Day Spa, dem Silent Spa in Laa.SIlent Spa

Im Dezember wurde es eröffnet und zu den Feiertagen zu einem verlockenden Spezialpreis gleich von ruhebedürftigen Wienern, interessierten Weinviertlern und den Nachbarn aus Tschechien gestürmt. Nun ist ein wenig Ruhe eingekehrt ins neue Silent Spa der Therme Laa: Gut für mich, weil ich wirklich einen ganzen Tag in fast-Stille verbringen kann. Angenehm auch für die Gäste des angeschlossenen Hotels und die Thermengäste, die mit einem Aufpreis das neue luxuriöse Day Spa ebenfalls in Ruhe mitbenutzen dürfen.Silent Spa

160 Gäste ab 16 Jahren dürfen in das Silent Spa pro Tag rein – sie können sich zuvor online ihre Liege aussuchen und parken auf reservierten Parkplätzen. In nur 17 Monaten Bauzeit wurde an die seit 2002 bestehende Therme Laa und das Vier-Stern-Hotel (2005) nun ein elitärer Premium Day Spa Bereich angeschlossen, der übrigens barrierefrei ist. Vom Check-In an, der höchstpersönlich abläuft, geht hier alles mit großer Ruhe vonstatten. Ich schalte, gleich nachdem ich in die Garderobe gedüst bin und mich gefragt habe, warum ich mich eigentlich schon wieder so beeile (eigentlich „hetze“), bewusst mal ein paar Gänge zurück. Nichts schwieriger als das – für mich. Genau so schwierig wie „Entspannen“. Große Erwartungen habe ich also an diesen „silent“ day  – die allerhöchsten wie immer an mich selbst.

Silent Spa: Vollkommen barrierefrei.

So bremse ich mich nun in der Garderobe gleich mal ordentlich ein: Bewusst langsam sichte ich, was in meinem persönlichen Spind heute auf mich wartet: Ein Bademantel in Medium, den ich gleich mal in XLarge umtauschen muss (Nein, ich bin keine U20 Fashion Bloggerin), Schlapfen und eine Badetasche mit großem Liegetuch. Das Tablet habe ich schon beim CheckIn ausgefasst – eigentlich nur aus Neugier, da ich ja beruflich ohnehin den ganzen Tag auf Displays starren muss.

Gemessenen Gangs und für meine Verhältnisse bewusst langsam suche ich dann meine Liege for a day auf: Über einen beeindruckenden und mit Kerzen ausgeleuchteten Säulengang erreiche ich den Zentralraum des Silent Spa – und fühle mich wie im Pantheon in Rom oder einer Kathedrale – nur gemütlicher, wärmer, schöner ausgeleuchtet und mit Wasserkaskaden und Pools. Alles in dunklem Anthrazit mit beeindruckenden goldenen Akzenten gehalten,  mit unzähligen Säulen – unterbrochen von türkisen Wasserflächen und Thermenpools. Das Silent Spa versteht sich als Ort des Rückzugs, als Gegenpool zur Therme Laa – hier ist es dunkel und ruhig, dort ist es hell, bunt und quirlig. Mir gefällt die Dunkelheit, so kann ich besser vom Drauußen abschalten und habe nicht immer das Gefühl, raus und etwas erleben „zu müssen“.Silent Spa

Ich habe ein Doppel-Himmelbett mit Vorhängen und Blick auf den 35 Grad Outdoor Pool ausgefasst. MIT Leselicht, MIT Steckdose, MIT Liegenservice. Lange hält es mich aber nicht auf dem Bett, ich kann halt nicht aus meiner Haut. Eigentlich wäre ja ein Frühstück fällig nach der langen Anreise, aber nach meinen Erkundigungsgängen und ersten wohligwarmen Swims ist schon Mittag: Also teste ich das Online Bestellservice über das Tablet und verzehre nach kurzer Zeit hinter den weißen Vorhängen meines Himmelbetts unbehelligt einen ganz und gar nicht kalorienarmen Flusskrebssandwich und – für das gute Gewissen – einen Smoothie.Silent Spa

Silent Spa: Sakrales Kathedralen-Feeling inklusive.

Danach schiebe ich die nötige Kontemplation, die mitgebrachten Bücher und Zeitungen nochmals auf und erkunde die Sauna, das Dampfbad, den MicroSalt Raum und den Raum der Stille in der „Krypta“ – da haben wir es, sakral! Und immer wieder kehre ich zu den Tee- und Snackstationen zurück, die sich in der Mitte zweier Ruheräume befinden: Ein Nüsschen hier, ein Apfel da, dazwischen ein Ginger Tee und ein Gläschen aromatisiertes Wasser. Im warmen Wasser dümpeln und sich im Brunnenhaus mit seinem Kaskadenbrunnen fühlen wie in einem Dom aus Wasser im Wasser. Es ist nachmittag, als ich wieder auf meine Liege zurückkehre und endlich ein paar Seiten lese. Bin aber sehr bald wieder auf den Beinen, um meinen Rechercheauftrag aufzuführen und das nachmittägliche Kuchen-Buffet zu testen.Silent Spa

Fast immer bin ich allein im warmen Becken und nur im Himmelbett danaben wird manchmal leise getratscht. Ich mag die Dunkelheit hier drin im Silent Spa, aber ein wenig vermisse ich es, im heißen Wasser zu liegen und in die Sonne zu schauen. Jetzt im Winter steht die Sonne so tief, dass sie die Außenbecken des Silent Spa kaum erreicht, das ist ein wenig schade. Aber schnell gelöst: Als Silent Spa Besucherin darf ich ja auch rüber in die Therme Laa mit der neu renovierten Sauna-Anlage. Dort weht ein anderer Wind: Es ist hell, bunt, unruhig, groß, aber nicht voll. Ein Stündchen genieße ich die Sonne im Gesicht und das Sole-Becken – danach bin ich froh, wieder in die Stille und Ruhe des Day Spa zurückkehren zu dürfen. Fast ein bisschen dekadent. Silent Spa

Bei einbrechender Dunkelheit wird das Intérieur des Silent Spa noch ein bisschen mehr Kathedrale und das Restaurant im „goldenen Käfig“ noch gemütlicher. Jetzt bin ich wirklich fast alleine hier und: Ich habe seit dem Check-In nicht  mehr gesprochen. Was für eine Wohltat, manchmal ist es gar nicht so übel, keine Begleitung für einen Ausflug zu finden.

Ich würde ja noch mehr Worte finden, um über meinen Rückzugs Tag im Silent Spa zu berichten, aber: Dann bleiben ja keine Überraschungen mehr übrig für Euren eigenen Besuch. Deswegen erzähle ich auch nicht von der Atem-Meditation im Salz Trockennebel und dem „Regen der Sinne“ in der Sauna des Silent Spa. Silent Spa Silent Spa

Ich ziehe mich um, nehme noch reichlich von den Vinoble Body Creams, retourniere das Tablet und verabschiede mich. Draußen wartet das immer noch schlafende, aber jetzt dunkle Weinviertel auf mich und ich fahre auf noch nicht existierenden Straßen heim. Passt ja irgendwie…silent spa

Silent Spa - Premium Day Spa Laa/Thaya
Hotelgäste und Thermentagesgäste dürfen das Silent Spa für einen Aufpreis von 45€ (Wochenende und Feiertag 49€) mitbenutzen. Der normale Day Spa Preis beträgt unter der Woche 89 € (Wochenende und Feiertag 95€) – dafür sind viele Kleinigkeiten und Aufmerksamkeiten im Preis inkludiert. Man braucht wirklich nur Badezeug einzupacken. Zeitungen, Zeitschriften, Journale und Musik gibt´s reichlich am Tablet.

Meine Meinung: Ich persönlich fand die betont ruhige Stimmung und das dunkle, gepflegte Intérieur sehr ansprechend. Das Sakrale Element 🙂 mit den vielen Säulen und der beeindruckende Kaskaden-Wasserfall haben mir besonders gut gefallen. Allerdings weiß ich nicht, wie ruhig es an einem ausgebuchten Tag noch ist. Gefehlt hat mir die Möglichkeit, im Freien in der Sonne zu liegen – aber ich nehme an, die Gartengestaltung ist erst für den Frühling geplant.

SIlent Spa

HINWEIS: Ich wurde vom Therme Laa Hotel & Silent Spa eingeladen, das neue Silent Spa einen Tag lang zu genießen. Die Eindrücke und die Meinungen in diesem Artikel sind dennoch, wie unschwer an der Ausdrucksweise erkennbar, immer noch meine eigenen.


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