Reden wir doch jetzt mal über den Canola Oil cooking spray.

 

Oder in anderen Worten: Von schönen Gegenden habt Ihr ja jetzt auf wiederunterwegs.com genug gelesen. Die Ex-Camper und all die anderen unter Euch LeserInnen wollen doch jetzt sicher mal wissen, wie unser Camperleben „in echt“ aussieht.

Gut, dass Ihr fragt. Weil wie ich eh immer sag: „Das Camperleben ist ganz schön hart“. Normalerweise. Hier bei uns in Australien aber nicht. Weil wir es uns ziemlich gut gehen lassen. Heute zum Beispiel gabs ein Wake Up von der aufgehenden Sonne über dem Meer. Dazu mussten wir weder aufstehen, noch irgendwo raufwandern. Ich habe nur den Sonnenschutz vom meinem Bett aus gelüpft, und da war sie: Die blutrote Sonne ging über der Küste von Queensland und vor unserem Camper auf. Hier die Beweise.

Der, der dann als erster gen Sanitärgebäude wandert, ist fein raus. Es ist nämlich von jeher ungeschriebenes Campergesetz, dass in der Zwischenzeit das verbleibende Camperteam-Mitglied für den Betten-Rückbau zuständig ist. Falls alles so klappt, kommt man frisch geputzt retour und auf dem Gasherd steht schon der Teapot für den Kaffee; beim Mr. Britz war das dankeswerter Weise der Wasserkocher.

Nun übernimmt der blitzeblank Geputzte das Frühstückmachen, es ist halt ein Geben und Nehmen :-). Schließlich gibt’s Frühstück, outdoor, hier in Queensland bislang immer unter Palmen, relativ einsam mit herumschweifendem oder fliegendem Getier rundum.

Mitglied A nimmt Kaffee und/oder Joghurt. Mitglied B erwärmt sich für Kaffee, Müsli/Flakes Mischung mit frischen Früchten (heute: Mangos vom Baum) mit Aussie-Nüssemischung und Milch. Dann geht’s ans Packen und Verzurren – je besser das Campingteam eingespielt ist, desto besser. Denn alles muss auf den richtigen Platz, wenn da wer das Salz woanders hinpackt oder die Chili-Sauce, wo kämen wir denn dahin. Anarchie im Camper!

Wie bei den Handwerkern oder bei Omi – gibt’s beim ersten Stopp am Vormittag (wenn man als Reiseleiter nicht aufpasst) bereits das erste Gabelfrühstück: Es is ja soo praktisch mit dem Van – immer alles am Mann. Offizielle Mittagspause dann mit unserem neuen babyblauen Teammitglied „Eskie“ (den wollten die Spaceship-Fahrer am ersten Camper nicht mehr, haben wir gleich ins Team übernommen) auf den immer schön gelegenen Picknickplätzen Australiens: Am Meer, im Regenwald, im Busch, in der Wüste. Da gibt’s dann, wenn Teammitglied B Glück hat, gebratene Fleischreste vom Vorabend, ansonsten mittelhartes Brot, Hummus oder andere Dips und Käse. Dazu wird reichlich Wasser gereicht.

Zwischen 16 und 17 Uhr reiten wir dann meist auf einem Campingplatz ein. Einweisen, Strom anstecken, Gasflasche ON, Sessel und Tische aufstellen, innen alles anstecken, was aufgeladen werden muss – dann erst kann Fahrer und Teammitglied B aufatmen: Bei einem Bier – und Chips (momentan sind mal wieder Vinegar Salt in Arbeit).

Dann die lästigen Pflichten: Entweder wie gestern 3 Säcke Wäsche waschen, sofern es der Tropenregen erlaubt, Reisetaschen umpacken, Facebook-Check, erste noch freundschaftliche Diskussionen über die bevorstehende Zubereitung des Abendessens. Da ja Teammitglied A ernsthafte Blogger/Foto/Berichtpflichten zu erfüllen hat, übernimmt B gerne und mit Freuden die Barbecue Pflichten. Wirklich!
Da die Camper hier wirklich gute Camping Kitchens und Barbecue Stellen haben, wird’s halt meist ein gegrilltes Tier. Nur manchmal gelingt es der restlichen Reisegruppe ein vegetarisches Essen durchzusetzen. Aber die Verpflegung ist seit 15.10. wirklich 1A, da kann man nichts sagen.

Wir denken auch schon daran, ein Coles (unser bevorzugter Supermarkt) Kundenkonto einzurichten, mit den Gutscheinen und Bons für den Liquor Shop kennen wir uns auch schon aus.

Nach dem Essen übernimmt der Koch und Fahrer dankenswerter Weise meist den Abwasch, während ich für die Innen-Reorganisation („Zammräumen“) verantwortlich zeichne. Danach darf jeder sich frei bewegen: Wir bleiben aber meist vor dem Camper sitzen – ich schreibe, blogge und lade und speichere Fotos und plane den nächsten Reisetag. Andreas surft und liest. Dann gibt’s noch die Abendtoilette und wer als erster schwach (=müde) wird, befasst sich mit dem Bettenbau und der Verdunkelungsstrategie. Da wir oft so einsam campen, brauchen wir letztere nicht immer – morgens wachen wir dann auf mit Blick auf Palmen rundum oder Meeresausblick im Heck oder Frangipani Baum-Anblick in der Dachklappe.

Heute war ein Rast-Tag angesagt. Weil wir ja den tollen Camper direkt am Strand hatten, haben wir verlängert, den Vormittag am Pool und im Meeresbecken (Stinger-Danger heute nur LOW) verbracht und den Nachmittag im Supermarkt 🙂 Dazwischen habe ich die umliegenden riesigen Mangobäume von ihrer Last befreit: Mango vom Baum – Ihr könnt Euch gar nicht vorstellen wie frisch und saftig und fruchtig. YUM YUM, wie die Aussies sagen.

Was ich noch sagen wollte, wegen Camperleben: Alle, die es schon mal getan haben, kennen ihn – den Camper-Blick. Irgendwann ist man soweit, dass alle ankommenden Campervans taxiert werden, verfolgt wird, wer die camper-Kitchen als nächster nutzt (und somit dem eigenen Fleisch-Gelage im Wege steht), welche Sprachen gesprochen werden und vor allem: Welche Campervans… Wir können nicht verhehlen, dass wir eindeutig PRO BRITZ tendieren; der war einfach viel besser ausgestattet als unser aktueller grünlila Jucy.

Und Andreas hat diesen Camper-Blick bereits! Juchu. Come to Australia!
PS: Was ich eigentlich sagen wollte, wegen dem Canola Öl: Das ist unser bevorzugtes Barbecue-Öl, riecht nicht, raucht nicht, schmeckt nicht und vorzüglich sprühbar aus der Dose. We will miss it. 🙂 Scheint ne Art Raps zu sein.

Gerne beantworte ich heute auch die offenen Fragen meiner LeserInnen:

  • Wallabies sind eine kleine Verwandte der Kängus. Sie werden aber keine Kängus, sie bleiben Wallabies. Nehm ich doch an.
  • Wir schnorcheln nicht im Pool. Wir schwimmen im Pool und schnorcheln beim Great Barrier Reef.
  • Danke, wir finden auch, dass uns die Schnorchel stehen.
  • Und ja, wir wissen daheim noch genug zu erzählen, auch wenn ich soviel blogge. Nur reden will ich halt nicht immer.
  • Wegen der Tatoos aus Cairns: Es war Samstag, wir waren in den Tropen, wir wollten Mariechen beeindrucken, wir fühlten uns gut … ach. Die Zeit war reif für ein Kängu und ein chinesisches GLÜCK Zeichen als Tatoo. Wir stehen dazu.
  • Andreas und die Hitze. Im Norden kühlte es nachts nicht ab, das war anstrengend, aber wir haben das Beste draus gemacht …. Aber im Red Center mussten wir nachts sogar die dicken Schlafsäcke ausgraben und hier an der Ostküste wird’s abends angenehm kühl.
  • freshie: Kroko aus dem Fluss – eher ungefährlich. Im Gegensatz zum Kollegen „Saltie“
  • Die Papageien haben sich um Andreas´ Kappe wahrlich gerissen. Sie ist ein wenig ramponiert, aber sitzt.passt.hält.noch.

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