Grün, grüner, am Grünsten: Flussbaden in den Ötschergräben

Nach 2 Stunden Autofahrt waren wir vom knochentrockenen Weinviertel aus in einer kitschiggrünen Bergoase mit VIEL,VIEL WASSER gelandet: Die Ötschergräben. Splish, splash!

So kann´s auch gehen: Vom trockenheißen Büro im Weinviertel spontan in die saftig grüne plätschernde Bergwelt des Mostviertels eingetaucht. Trotz des Werktages. Und ich kann vermelden: Die Arbeit ist nicht davongelaufen, sondern hat daheim auf mich gewartet. Aber wofür ist denn sonst das Weekend da bei Selbständigen, wenn nicht zum Arbeiten? Na, eben. Es hat sich mehr als gelohnt. Unter uns: Diesmal waren wir nicht so durchgeplant.

UPDATE 16. 8. 2018: Verlängerungsvariante Schutzhaus Vorderötscher und Gemeindealpe Terzerhaus – siehe weiter unten beim Etappenplan! Danke an Jasmin Mandler für die Fotos!

Ja, wir sind verboten spät gestartet und das mag ich normalerweise gar nicht bei dieser Hitze. Kein Mensch startet erst mittags eine Wanderung bei 32 Grad. Und die Ötschergräben gelten sehr wohl als ordentliche Wanderung, die Ballerinas und profillosen Schlapferln könnt Ihr gleich daheim lassen! Aber in diesem Falle hat sich unsere Spontaneität ausgezahlt. Fazit: Man kann aus einem freien Tag unglaublich viel rausholen, wenn man nicht auf der Couch hocken bleibt. Aber Hundebesitzern brauche ich das ja nicht zu sagen und alle anderen haben es nicht anders verdient. Spätestens um 12:30 war das ganze #wiederunterwegs Team happy, heiß und erfrischt. Am Weekend dürfte noch viel mehr los sein…

             

Klar, es war unglaublich heiß beim Wandern. Auch, wenn daneben der Fluss plätschert und ein Teil des Alpinsteigs im Schatten und im Wald (da ist es grade zum Aushalten) verläuft. Aber es gab genügend Abschnitte, die in der prallen Sonne verliefen. Wie gut, dass ich unter dem Wandergwandl gleich den Bikini anhatte (Wer es noch nicht weiß: Ich stehe nicht so auf LifestyleF-ashion-Outfit) und so innerhalb von 30 Sekunden (Schnellverschluss bei meinen neuen Salomon Schuhen) im Fluss sein konnte.

Deshalb ist das obige Video auch kein gepimptes lifestyle/influenza/dings, sondern ein schnell zusammengeschustertes, das Euch nur einen Eindruck verschaffen soll. Aber genau so war´s!

Bis zum Etappenzwischenziel Ötscherhias gibts genug Badestellen – flach, steil, mit und ohne Klettern, tiefe oder flache Stellen zum Baden.

1. Start bei der Ötscherbasis Wienerbruck

So mag ich das als Spontan-Wanderer: Großer Parkplatz (4 Euro für den ganzen Tag), Info Zentrum neu gestaltet, alle Zufahrtsschilder modern und sinnvoll angeordnet. In der Ötscherbasis informiert man sich, kauft ein, isst und trinkt, bucht und reserviert. Mit 5 Euro pro Person für den Naturpark und die kurze Rückfahrt mit der Mariazellerbahn waren wir dabei. WOHLFEIL für dieses Naturerlebnis. Wanderkarte mitnehmen, unbedingt die Fahrzeiten der Bahn erfragen und Coffee benötigte für die Bahnfahrt seinen Maulkorb (Igitt!).

Gleich hinter dem schönen Seerestaurant der Ötscherbasis steigt man in den Wanderweg ein und zunächst geht´s am Stausee entlang. Dann der offizielle Einstieg zum Alpinsteig und zunächst im Schatten leicht hinab bis zu den ersten, bevölkerten Badegumpen. Der Wasserfall mit seinem kleinen Teich war quasi nur für Coffee gemacht. Aber ich wusste: Da kommt noch was besseres – nicht zuletzt weil ich vorher den unglaublich anregenden Wander-Vlog von Wanderlust mit dem Ötschergräben-Video gesehen hatte.

Weiter wunderschön am Schlucht- und Waldrand zum Lassingfall – traumhafte Ausblicke von kleinen Kanzeln und pittoreske Stollendurchgänge inklusive – weiter bis zum Stierwaschboden mit dem Schaukraftwerk (Gastein, schau oba!) – Reingehen und Staunen! Danach übers Brückerl rein in die echte Schlucht der Ötschergräben.

2. In den Ötschergräben bis zum Ötscherhias

Das war m.E. der schönste Abschnitt: Der Fluss von durchsichtig weiß schimmernd bis helltürkis, dann wieder tief türkis bis ganz dunkelgrün. Kleine und größe Gumpen, Schotterstrand und Steine zum Klettern. Dort, wo ich dann endlich nicht mehr zu halten war (Wofür bitte hab ich den Bikini drunter), kletterten wir runter zum Fluss: Ich war noch vor Coffee drinnen – mit Verlaub. Nach dem Baden, Tauchen, Pritscheln und Stockerlholen dann eine Jause im Schatten – da kann mir jeder überfüllte Strand gestohlen bleiben!

Am Weg zum Ötscherhias
Runterklettern zu den Gumpen

Weiter immer den Ötscherbach entlang mit tausenden Bademöglichkeiten für Mensch und Hund, bis der berühmte Ötscherhias auftaucht. Dort trinkt man das beste Himbeersoda der Welt und entscheidet dann, ob man die Ötschergräben weiter bis zum Schutzhaus Vorderötscher, dem Mirafall und den Schleierfällen geht – oder hinauf steigt durch den Wald, um ab Erlaufklause mit dem Zug retour zu fahren.

3. Vom Ötscherhias retour zum Bahnhof Erlaufklause

Ab hier gehts bergauf. Zweimal 15 Minuten (einmal schattig, einmal sonnig) und dann noch am heißen Forstweg entlang bis zum dunkelgrün schimmernden Erlaufstausee (Dort gibts übrigens auch gute Parkplätze – für diejenigen, die über den Ötscherhias gleich nach hinten zum Schutzhaus Vorderötscher wandern wollen). Da war´s dann aber schon recht anstrengend – wegen der großen Hitze.

Bei der Zugstation der Himmelstreppe/Mariazellerbahn gibt´s Info-Displays und (einen schon recht leeren) Snack-Spender und Toiletten. Auch sind genug Sitzmöglichkeiten für müde Wanderer vorhanden, aber die Bankerln waren allesamt in der prallen Sonne positioniert – da mussten wir ein bisschen was verrücken, sonst wären wir umgekommen. Mit dem klimatisierten supercoolen Zug ging es dann retour zum Parkplatz an der Ötscherbasis (Coffee hätte ewig so weiterfahren können, ausgestreckt am kühlen Boden der Bahn) – und um 16:30 badeten wir schon wieder: Diesmal im Stausee gleich neben der Seeterrasse. Mollig warm, verglichen mit dem eisigen Ötscherbach.


4. Update 16. 8. 2018 – Verlängerung über Schutzhaus Vorderötscher und Gemeindealpe / Terzerhaus

Hier noch ein Bericht – hundelos unterwegs: In einem Aufwaschen von der Ötscherbasis über den Ötscherhias und das Schutzhaus Vorderötscher bis auf die Gemeindealpe und dort Nächtigung im Lager des Terzerhaus. Gesamtdauer für Sportliche:  Mindestens 6 Stunden Gehzeit.

Bis zum Schutzhaus gemütliche Wanderung am Fluss entlang mit leichter Steigung und Anstieg vor dem Schutzhaus. Danach steiler zum Terzerhaus. Anderntags über Muli-Steig und Forststraße wieder runter zur Station der Mariazellerbahn.

Blick von der Gemeindealpe.

Achtung – wer mit Hund eine Zweitages Etappe plant und unterwegs nächtigen will:

Im Schutzhaus Vorderötscher sind Hunde im Zimmer erlaubt (Aufpreis 5 Euro) – vorher unbedingt reservieren! Auf der Gemeindealpe im Terzerhaus gibt es ausschließlich Lager-Schlafplätze – Hunde nicht erlaubt!

Danke an Jasmin Mandler für die Berichterstattung. Übrigens – rund um das Schutzhaus darf man auch zelten!

MEIN PLAN mit Coffee:

Gemütlich mit vielen Badestopps und Jause immer am Fluss die Ötschergräben mit den Wasserfällen entlang bis zum Vorderötscher und dort im Zimmer schlafen.

Anderntags morgendlicher Gipfel“sturm“ Gemeindealpe (naja), dann gemütlich bergab wandern (wir sind nicht Sessellift-Tauglich) und noch im See baden 🙂

Das reicht für uns sechs Beine wiederunterwegs vollauf.

 

5. Baden, Chillen, Essen an der Ötscherbasis

Eigentlich wollten wir noch zum Erlaufsee weiterfahren, um die dortige Hundezone zu erkunden. Aber an der Ötscherbasis war es zu verlockend, um gleich wieder weg zu fahren: Der See zum Baden für uns allein, eine wunderbar gepflegte Lagerwiese dazu mit Liegestühlen und daneben das Seegasthaus mit Terrasse, Bier, Most und Snacks – dagegen hat der Erlaufsee diesmal den Kürzeren gezogen.

FAZIT:

Mir hat es ausnehmend gut gefallen und ich will demnächst bis nach hinten zum Schutzhaus Vorderötscher wandern: Coffee und ich werde bei der nächsten Gelegenheit wieder hinfahren und dann dort aber mindestens 1-2 Nächte übernachten. Erst muss ich aber die Lieferung meines neuen Osprey Rucksacks abwarten und mir ordentliche Wasserkletterschuhe anschaffen. Übernachten? Wir mögen die JUFAs sehr gerne – das Erlaufsee Sport Resort (Steiermark) und das neue Bergerlebnis Resort Annaberg sind optimal gelegen für die Wanderungen im Mostviertel.

Die Wanderung durch die Ötschergräben ist aber kein Spaziergang – auch wenn es weniger heiß ist, kann es anstrengend werden. Wir sind von der Ötscherbasis bis zur Erlaufklause vier Stunden unterwegs gewesen – mit Badestopp, einer Jause am Fluss und einer kurzen Einkehr beim Ötscherhias. Die Steigungen am Schluss sind zwar kurz, aber bei 36 Grad wohl doppelt anstrengend. Das anschließende Bier retour in der Ötscherbasis war zischfrischgut.

Meine Tipps für den Sommer-Ausflug mit Hund in die Ötschergräben
  • Wasser für den Hund gibts bei dieser Wanderung genug. Aber für die Pause am Fluss unbedingt eine ordentliche Jause einpacken (für Mensch und Hund). Wir haben nur eine einzige kleine Quelle unterwegs gefunden, wo wir unsere eigenen Wasserflaschen auffüllen konnten.
  • Beißkorb für den Hund in der Mariazellerbahn
  • Wanderkarte und Fahrplan von der Ötscherbasis mitnehmen – Fahrzeiten der Bahn checken.
  • Badezeug und Handtuch, Sonnenschutz und Kapperl nicht vergessen.
  • Regenschutz für uns und Notfallset für Hund haben wir auch immer dabei.
  • Ersatzleine, falls die eine reisst – Coffee wäre dann nämlich schnell über alle Schluchten hinweg einer Fährte nach und verschollen im Mostviertel
  • Der Ötscherhias hat von Mai – 26.10. täglich geöffnet für kleine Snacks und Getränke
  • Die Ötscherbasis Wienerbruck ist ein tolles Basislager – auch wegen der Seeterrasse, dem gepflegten Wiesenstrand und dem Stausee. Wir haben auch was eingekauft…
  • Wer nicht so hart im Nehmen ist (wie ich, die ich immer an zerschnittenen Fußsohlen laboriere), nimmt sich Wasserschuhe mit – zum Baden und Klettern im Wasser. Lohnt sich! Vor allem, wenn man am Fluss mit dem Hund spielen will.

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