Der April begann mit einem Entschluss, der uns daheim und im Home-Office nach unserer Rückkehr von der Holland-Recherche im März etwas gefordert hat: Andreas und ich haben zwei Wochen gefastet – auf Verordnung seiner Hausärztin, was soll ich sagen: Ich war dabei.

Inhaltsverzeichnis
Fasten, Ancampen und Bob Dylan am Traunsee
Zum Fasten: Was daheim im Weinviertel überraschend gut funktioniert hat (200 Kalorien pro Tag pro Nase dazu 3 Shakes, Kaffee okay), wurde beim Ostersonntag-Familienbrunch zur kleinen sozialen Herausforderung, wie man sich lebhaft vorstellen kann. Aber wir haben durchgehalten, alle beide (Coffee war dispensiert und labte sich an allerlei Fleischlichem) und weil Undank der Welten Lohn ist, durfte die Motivatorin, Köchin und Organisatorin des Fasten-Projekts nur ungleich weniger Minus-Kilogramm nach den zwei Wochen verzeichnen, als der männliche Part des Unternehmens “Wir tun´s wegen der Gesundheit”: Ich hab´s natürlich nicht wegen der Gesundheit, sondern wegen der “purzelnden Pfunde” getan und dazu steh ich. Gsund bin ich nämlich eh, pumperl sogar.
Eggenburg und Ostermontag in Gmunden

Kurz vor Ostern führte mich in der persönlichen Fastenzeit ein Auftrag für die NÖ-CARD nach Eggenburg. Also ohne Wurstsemmeln, Picknick und Einkehren mit Jause. Es war empfindlich kühl und vorösterlich – sagen wir mal – ruhig, die Stadt bis auf den Marktplatz überschaubar belebt – was ihr aber einen ganz eigenen Charme verliehen hat. Eggenburg ist eine der besterhaltenen Stadtmaueranlagen Österreichs, geht aber mit dieser ihrer Geschichte so unaufgeregt um, dass man sie gerne übersieht, trotz Mondscheinkino und Mittelalterfest.
Mein Artikel dazu ist auf dem NÖ Card Blog erschienen. Für CamperInnen übrigens interessant: In Eggenburg gibt es auch offizielle Stellplätze direkt an der Stadtmauer – wenn ich mich recht erinnere, waren die vor einigen Jahren noch gratis. Aber was soll´s, Hauptsache es gibt sie.
Am Ostermontag war ich per Auto Humboldt beim Musicalfrühling in Gmunden – mit Pressekarte für „Girl from the North Country”, die deutschsprachige Erstaufführung eines Bob Dylan Musicals im Stadttheater am Traunsee. Dreizehn Figuren spielten eine Geschichte aus den 1930ern in Minnesota, unterlegt mit Dylans Songs. Das Stück hat mich sehr sehr an “Eines langen Tages Reise in die Nacht” erinnert – Johannes Zeiler hat hervorragend gespielt, die Rolle von Paul Matic war leider für meinen Geschmack zu übersichtlich, die Musicalstimmen waren hervorragend. Dylan Fan bin ich aber immer noch nicht.







Vom Ausseerland nach Kroatien: Ancampen und Anbaden
Das Ausseerland war ein Auftrag, der mich besonders gefreut hat: Gemeinsam mit Gudrun Krinzinger und Elena Paschinger habe ich die neue steirische Umweltzeichenregion erkundet und die zertifizierten Betriebe besucht. Den Artikel über das Ausseerland mit Umweltzeichen gibt es hier. Endlich wieder im Ausseerland und endlich ausgiebig Zeit für das neu gestaltete Literaturmuseum gehabt, ich bin nur so im Glück geschwelgt. Wir haben einige Saiblinge verzehrt und Betriebe besucht, Wanderungen gemacht, mit dem Solarschiff gefahren. Ich bin auf einer Treppe aus dem 14. Jahrhundert gesessen und habe über die Villen Pulitzer/Politzer recherchiert, Bücher gekauft und weiß jetzt mehr über Jakob Wassermann als zuvor.






Gewohnt habe ich gemeinsam mit Gudrun in einem Ferienhaus der Hagan Lodge bei der Loser Bergbahn, was soll ich sagen: Es war superfein mit ihr.


Und dann war es endlich wieder so weit: Ancampen in Kroatien – für uns fast schon ein Fixpunkt im Camperleben. Den Ausseerland-Auftrag hatte ich gerade abgeschlossen, und ich bin direkt mit dem Zug Richtung slowenische Grenze gefahren. Kurz vor der Grenze hat mich Andreas mit Cicero und Coffee aufgegabelt – und von dort sind wir gemeinsam zum Campsite Lighthouse nach Savudrija weiter gerauscht – bei angenehmer Hitze.




Vier Nächte direkt neben dem nördlichsten aktiven Leuchtturm der Adria, 50 Meter vom Meer, bei gutem Wetter Sicht bis zu den Dolomiten und zum Triglav. Was will man mehr? Ich nix, für mich reichte das. Gleich ein frisches Fischerl am Griller, eine unglaublich nette Bar in Gehentfernung – wahrscheinlich die netteste Bar Kroatiens mit der tollsten Aussicht und hundefreundlich! Das Anbaden bei 14 Grad haben wir uns nicht nehmen lassen – Coffee auch nicht. Er laboriert zwar an Hüftproblemen, aber wenn Wasser in der Nähe ist, diskutiert er nicht lange. Und ich versteh das gut. Mit seinen fast 14 Jahren ist er langsamer und müder geworden, aber auf das Mitkommen verzichtet er prinzipiell nicht.
Danach unsere Lieblingsinsel: fünf Tage im mir bis dahin unbekannten Lopari Resort auf Lošinj. Ein schöner Auftrag an einem Ort, der ohnehin zu unseren Lieblingsorten zählt. Wer mehr über Lošinj erfahren möchte, findet hier einen ausführlichen Überblick. Natürlich mit k.u.k. Geschichte.
Coffee hat übrigens am 7. April seinen 13. Geburtstag gefeiert!

Wien, Burgtheater und ein Interview
Zurück in Wien wartete ein Abend, der zum 250-Jahr-Jubiläum des Burgtheaters passte: „Sehnsuchtsort Burgtheater – Erinnerungen an die Schicksalsjahre 1938–1945–1955″. Regina Fritsch, Barbara Petritsch und Nicholas Ofczarek lasen aus historischen Texten, danach diskutierten Maja Haderlap, Michal Hvorecký und Historiker Oliver Rathkolb über die Rolle des Theaters in Demokratie und Gesellschaft. Für jemanden wie mich war das ein außergewöhnlicher Abend – mit Video-Rückblicken auf der Screen auf der Bühne – und von der Loge aus mit Andreas. Einen guten Blick hatten wir auch auf den Herrn VDB mit Frau Schmidauer. In der Pause marschierten wir etwas unentspannt durchs schöne Pausenfoyer – immer noch FASTEN!

Vor dem 1. Fastentag habe ich die Freiheit übrigens noch genutzt: Afternoon Tea bei Haas & Haas am Stephansplatz mit Nico – hat mir supergut gefallen, danach waren wir noch ein bissl einkaufen in dem schönen Shop, Stichwort Lemon Curd und Scones.
Ganz nahe, quasi um die Ecke nahe der Ankeruhr, liegt übrigens ein mehrstöckiger Keller mit Überresten aus der Römerzeit und darüber eine Wein- und Feinkosthandlung namens Haas&Haas – das weiß ich, weil Gudrun Krinzinger jetzt auch einen Podcast betreibt: Wien auf den zweiten Blick – und weil ich während meiner Mrs. Sporty Einheiten in Wolkersdorf immer (auch ihre) Podcasts höre, weiß ich das jetzt. Und weil ich mit Austria Guide Ina Hauer und ihr auch schon mal da drunten war, bei einer Stadtführung in Wien.
Podcast-Tipp
Gudrun Krinzinger wandelt mit Austria Guide Ina Hauer tief unter dem Hohen Markt auf römischen Spuren – eine Folge ihres Podcasts Wien auf den zweiten Blick, die man sich merken sollte.
Auf Spotify anhörenZudem waren wir Hundesitter für Nelly, Coffees Hundecousine in irischer Setter gehalten. Und auch am Schreibtisch war der April intensiv: Ich habe fleißig am Buch „Niederlande mit Hund” für den Bruckmann Verlag weitergeschrieben und parallel bereits erste Recherchen für das übernächste Buchprojekt gesammelt – „Camping für Genießer”, ebenfalls bei Bruckmann. Mit meinen Bloggerkolleginnen Gudrun, Elena, Gitti und Anita haben wir einige gemeinsame Projekte angedacht, die gerade in Entstehung sind – mehr dazu, wenn es spruchreif ist.
Den Abschluss des Aprils bildete ein Termin, der mir wirklich etwas bedeutet hat: Am 30. April war ich zu Gast in der Sendung „Nahaufnahme” auf Radio Niederösterreich im Funkhaus Sankt Pölten – eine Stunde Interview mit Alice Herzog, die ich als Moderatorin der Konzerte in Hagenbrunn und Stammersdorf schon kannte. Wir haben über das neue Buch gesprochen – „Lieblingsplätze mit Hund – in und um Wien”, erschienen im Gmeiner Verlag, geschrieben gemeinsam mit Ulli Miestinger von VELA ON TOUR – und über das Leben als Reisebloggerin. Es war ein schönes Gespräch, und ich glaube, es ist gut geworden.
Radio-Interview
Am 30. April war ich zu Gast bei Radio Niederösterreich in der Sendung „Nahaufnahme” – eine Stunde im Gespräch mit Alice Herzog über das Leben als Reisebloggerin, Reisen mit Hund und mein neues Buch Lieblingsplätze mit Hund – in und um Wien.
Interview anhören – ORF Radio NÖZusammenfassend lässt sich über den Wiederunterwegs.com April 2026 sagen
- Best Moment: Anbaden in Savudrija und die Drinks in der nettesten Bar Kroatiens
- Erkenntnis of the month: Es ist nicht mein Problem.
- Nervigste Momente: Stimmungsschwankungen und Launen anderer
- Außerordentliche Vorkommnisse: Wir haben einen bislang unbekannten, aber wichtigen Schalter bei Cicero gefunden
- Gelesene Bücher:
- Die Villen vom Ausseerland, Marie-Theres Arnbom
- Sisi & Co, Katrin Unterreiner
- Wenn ich eine Wolke wäre – Mascha Kaleko, Volker Weidemann
- Arthur Schnitzler, Anatom des Fin de Siècle, Max Haberich
- Tagebücher und Briefe Arthur Schnitzlers
- Alle Monatsberichte nachlesen
Was der Mai 2026 bringt
Der Mai startet bei mir reisetechnisch mit einem großen Österreich-Camping-Schwerpunkt: Die Pyhrn-Priel-Region (neu: Alpenland 360), dann Ennstal und Salzkammergut, weiter ins Obere Drautal und als Abschluss die WaldAuszeit bei der Kräuterlei am Wörthersee – alles Themen, zu denen Artikel auf dem Blog erscheinen. Klingt nach Arbeit – ja, auch.
Und die Campingsaison nimmt damit endlich so richtig Fahrt auf. Hurra.

2 comments
Ich hab 3 Saiblinge gegessen und gemeinsam mit deinen 3 haben wir sozusagen den See aufgefuttert. Und mit dir wars auch sehr fein, besonders das Schweigefasten…
Auf dass wir bald wieder im Ausseerland uns treffen :-)